Frischgekalbte, rahmige Casanova-Tochter mit weit über 30 kg von Helmut Schöllhorn, Ummendorf

Auktion am 15. Juni 2022 in Bad Waldsee

Nach fünfwöchiger Pause fand bei hochsommerlichem Wetter dank Hoch Efim wieder eine Auktion in Bad Waldsee statt. Trotz der langanhaltenden, konstanten Wetterlage war der Auftrieb keinesfalls negativ beeinflusst, auch die Besucherzahlen waren überdurchschnittlich, was sicherlich aber auch den Schulferien geschuldet war.

Brown Swiss

Sehr gute Pedigrees bei den angebotenen Bullen ließen keine Wünsche offen. Interessante Zuchtbullen aus den Kuhfamilien von Antonov und Astorio waren im Angebot. Absoluter Top Bulle war die Kat. Nr. 2, ein Valid-Sohn aus Seasidebloom Dida aus der Zucht von Bernhard Stadelmann, Argenbühl und hervorragend vorgestellt von Helmut Schöllhorn, Ummendorf. Mit GZW 129 bei einem starkem Euterzuchtwert von 115 ging dieser Bulle nach einem harten Bieterduell für 2.000 € ins Allgäu.

Ganz stark war die Spitze der Brown Swiss-Kühe besetzt. An erster Stelle rangierte eine von Martin Riß, Dietmanns vorgestellte Hochdorf-Zweitkalbskuh. Mit 8.700 kg bei 3,69% Eiweiß leistete sie eine gute Erstlaktation und wurde mit weit über 38 kg verkauft. Ihr breites Hintereuter und das starke Fundament beeindruckten einen Käufer aus Niedersachsen und sie war ihm 2.600 € wert.

Ebenso gefragt war eine kurz gekalbte und enorm entwickelte Casanova-Tochter von Helmut Schöllhorn, Ummendorf. Sie leistete 31,5 kg. Ihr sehr langes, gut angebundenes Euter konnte beeindrucken. Andreas Schuler stellte eine sehr feingliedrige Dragon-Tochter vor, die mit idealer Strichplatzierung und -länge glänzte. Bei viel Milch und bester Melkbarkeit ging sie für 2.300 € ins Allgäu. Kühe mit Ansagen konnten zwar verkauft werden, diese Preisabschläge spiegelten sich aber im Durchschnittspreis wider.

Die aufgetriebenen Bio-Kälber waren sehr gefragt. Ein rahmiges Bloomlord-Kalb aus einer langlebigen Huxeus-Mutter mit 5 Kälber bei über 9.000 kg Durchschnittsleistung und einer VG- Klassifizierung bei Mutter und Großmutter ging für 510 € an einen begeisterten Jungzüchter in den Schwarzwald.

Fleckvieh

Alle drei gemeldeten Bullen waren aufgetrieben und stießen selektiv auf großes Interesse, sowohl per Kaufauftrag als auch bei den anwesenden Bietern.

Kat. 210: Sehr korrekte Verhaag-Tochter von Wilhelm Gollmer, Römerstein


Der Körsieger, ein Huberbua-Sohn von Alfred Berger, Herbertingen, war am begehrtesten. Noch jugendlich, aber schon quellig und mit viel Körperlänge und überdurchschnittlicher Größe ausgestattet, begeisterte er mit hervorragenden täglichen Zunahmen (1.520 g/Tag). Abgesichert durch leichtkalbende Väter im Pedigree sicherte sich ein Holstein-Züchter diesen Bullen. Mit einem sehr ansprechenden Vererbungsprofil konnte der Reservesieger, ein Ephraim-Sohn von Helmut Schöllhorn, Ummendorf, überzeugen. Die genomischen Zuchtwerte deckten sich gut mit dem Phänotyp des Bullen und der Exterieurbeschreibung der Mutter und Großmutter, welche zudem ihre Qualitäten bereits auf der RBW-Schau demonstrieren konnte. Hohe Milchmenge und beste Werte im Exterieur führten nach flottem Bieterduell zum Zuschlag in den Kreis Freudenstadt. Für den dritten, noch etwas leichten Bullen fand sich kein Käufer.

Drei Jungkühe aus der Kollektion der Geführten, erhielten das Prädikat „besonders erwähnenswert“. Eine davon war der Perfektion nahe! Mit einer Williams-Enkelin eröffnete Familie Rinn, Eichstegen die Vorstellungsrunde. Sehr typstark und mit viel Masse konnte sie auch ihren Muttersvater Vaudela nicht leugnen. Aber dennoch war sie sehr agil und glänzte mit einer Milchmenge von über 34 kg. Ihr Fundament war trotz hohem Gewicht sehr fein und auch das Euter war in den entscheidenden Merkmalen passend. Joachim Keller, Allmendingen präsentierte eine sehr große und lange Zelestin-Tochter. Wie auch ihre Mutter, die im Schnitt bei über 10.000 kg Milch steht, ist sie extrem leistungsbereit. Über 36 kg Milch bei optimaler Melkbarkeit, aus einem feinen, sehr drüsigen Euter machten sie begehrenswert.

Absolutes Highlight und zurecht teuerste Jungkuh der Rasse war eine Verhaag-Tochter vom Aufgabebetrieb Wilhelm Gollmer, Römerstein. Noch nicht lange gekalbt, aber schon wieder sicher trächtig, war hier nur noch der Punkt auf dem i. Die sehr harmonische Jungkuh überzeugte in allen Merkmalen und zog die Blicke schnell auf sich. Im Körper leicht überdurchschnittlich, das Fundament korrekt gestellt und fein und der Euterkörper einfach perfekt. Sie erweitert das Portfolio eines heimischen Brown Swiss-Züchters. Milch-, Schau- und Zuchtkuh mit nur einem Einkauf erworben – Glückwunsch!

Aus der Gruppe der Halfterlosen wurden noch zwei weitere Tiere präsentiert. Eine Mylife-Tochter mit ausgeprägtem Doppelnutzungscharakter war von Martin Jehle, Fronreute im Angebot. Sie hatte Gewicht, aber auch das höchste Gemelk mit über 37 kg Milch. Zudem glänzte sie mit einem hervorragenden Schenkeleuter und Robotereignung. Vom Betrieb Tanja Mayer, Eberhardzell kam eine elegante Mirror-Tochter. Ihr langes, festsitzendes Euter zählte definitiv zu den Besten des Tages. Ihr Fundament und ihre Bewegung rundeten das Bild ab.

Der konstant hohe Durchschnittspreis widerspiegelt die Attraktivität der Rasse und sollte Züchter zur Auktionsbeschickung leicht motivieren!

Holsteins

Das Bullenangebot präsentierte sich dieses Mal mit großer Linienvielfallt.

Der gefragteste Bulle kam bei dieser Auktion von Marianne Häussler aus Horgenzell. Der Mogul-Sohn, der über eine Brawler auf eine 89 Punkte Aspen zurück geht, gefiel mit seinem sehr korrekten Fundament und fehlerfreien Körperbau. Körsieger an diesem Tag war ein Skyliner-Sohn von Willi Weigele, Markdorf. Der noch sehr junge Bulle zeigte bereits sehr viel Breite und Körpertiefe und konnte für einen Kunden im Kaufauftrag erworben werden.

Trotz des Fernbleibens der italienischen Kunden begann die Auktion der Jungkühe sehr flott. Bereits die erste Jungkuh wurde nur knapp unter der 3.000€-Marke zugeschlagen. Diese Avicii-Jungkuh von Familie Erthle, Eggingen glänzte dabei nicht nur mit ihrem fehlerfreien Exterieur, sondern auch mit einem hoch interessanten Pedigree. Über eine 100.000 kg Bogart-Tochter geht sie zurück auf die Shottle-Tochter Blümchen, aus der auch die Besamungsbullen Booman und Bano stammen. Ebenfalls sehr interessant gezogen war auch die Merryguy-Tochter vom selben Betrieb. Über Pace Alisa, Mutter von Soul Red, geht sie zurück auf die ebenfalls sehr erfolgreiche Penmanship-Tochter Aria. Beide Jungkühe gingen an einen Stammkunden in den südlichen Schwarzwald, der sich regelmäßig hochwertige Jungkühe in Bad Waldsee sichert.

Ebenfalls an einen Kunden im Schwarzwald ging eine sehr leistungsstarke Jungkuh von Holger Bertsch, Jagsthausen. Diese sehr elegante und feinzellige Kuh war mit einem perfekten Robotereuter ausgestattet und lag bei 38 kg Marktgemelk. Auch die Kundschaft aus Oberschwaben war kaufkräftig dabei. Die Bahia Red-Tochter von Ulrich Kümmel aus Essingen konnte davon profitieren. Die sehr stabile und breite Jungkuh zeigte ein sehr gutes robotertaugliches Euter und wurde mit 31,4 kg Milch verkauft. Der Leistungsdurchschnitt auf dieser Auktion war mit 32,8kg niedriger als gewohnt, dadurch drückten gerade schwächere Kühe den Durchschnittspreis. Hochwertige und leistungsstarke Jungkühe konnten aber auch dieses Mal teilweise deutlich über 2.200 € erzielen.

So auch eine Unesco-Tochter von Thomas Schmehl, Amtzell. Die sehr große und lange Jungkuh lag bereits nach 4 Wochen bei 38 kg Milch. Auch die leistungsstärkste Jungkuh der Auktion, eine Stronger-Tochter von Günther Stehle, Bad Waldsee war sehr gefragt. Die sehr rahmige Jungkuh mit 41 kg Milch glänzte durch ein sehr hohes Hintereuter. Bestes Exterieur bot auch eine rotbunte Stone-Tochter von Franz Winter, Hochdorf. Das sehr harmonische Tier überzeugte durch ihr sehr straffes und hoch angesetztes Euter. Bei dieser Auktion war ein deutlicher Preisunterschied zwischen schwächerer und sehr guter Qualität auszumachen. Qualitativ hochwertige Abgekalbten sind weiterhin stark gefragt.

Die nächste Großviehauktion in Bad Waldsee findet am Mittwoch, den 13. Juli 2022 statt.

Preisspiegel

Kategorie

Anzahl

Minimum

Maximum

Durchschnitt

Brown Swiss:

Bullen

3/1

2000

2000

2000

Kühe

1/1

2600

2600

2600

Jungkühe

13/11

1400

2300

1800

Zuchtkälber

2/2

320

510

415

Fleckvieh:

Bullen

3/2

2050

2500

2275

Jungkühe

22/22

1600

2600

2150

Holsteins:

Bullen

10/7

1300

2000

1579

Kühe

2/2

1550

2300

1925

Jungkühe

47/47

1300

2950

2029


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