Schicke Maestro-Tochter von der Deigendesch GbR, Rosenfeld

Auktion am 14. September 2022 in Bad Waldsee

Im Großteil unseres Bundeslandes ist die Maisernte aktuell im vollen Gange oder bereits abgeschlossen. Die Futterversorgung ist zweigeteilt, somit auch das Angebot und die Nachfrage nach Zuchtvieh. Aus futterknappen Regionen kommt Vieh, welches leicht in Gunstregionen aufgenommen wird.

Brown Swiss

Die Brown Swiss-Kollektion auf der September-Auktion überzeugte die Käufer.

Aus besten Kuhfamilien stammten die Brown Swiss-Bullen. Der Körsieger, ein Vaselino-Sohn aus Sinatra Marie geht auf Hurray Marry zurück. Sie ist die Mutter des Bullen Seasideray. Der aus dem Zuchtbetrieb von Helmut Schöllhorn stammende Bulle glänzte nicht nur durch seine Zuchtwerte für Melkbarkeit und Eutervererbung. Er blieb im Verbandsgebiet. Der jüngste Bulle der Auktion, ein rahmiger, mit sehr gutem Fundament ausgestattete Bison-Sohn aus einer Hujus-Mutter, gezüchtet von Martina Heckenberger aus Hochdorf verblieb im heimischen Zuchtgebiet.

Bei den Jungkühen waren kurz gekalbte Tiere sehr hoch in der Käufergunst. Absolutes Spitzentier war wieder einmal eine Volker-Tochter aus dem Zuchtbetrieb Gebhard Heim, Tettnang. Die mit 30 kg bei sehr guter Melkbarkeit angebotene mittelrahmige Jungkuh wies viel Stärke und eine enorme Rippe auf. Glanzpunkt war ihr hohes und breites Hintereuter. Dieses Tier ging ins Illertal und wird im Rahmen der Volker-Nachzucht auf dem Waldseer Braunviehtag vorgestellt. Aus dem gleichen Bestand war aus der Kuhfamilie des Bullen Picard eine Bisto-Tochter im Angebot. Mit weit über 34 kg bei nahezu 3,80% Eiweiß ging sie an einem Betrieb im Raum Heidenheim. Ebenso sehr gefragt war eine kurz gekalbte Seasidebloom-Tochter aus einer langlebigen Kuhfamilie von Martin Hänsler, Wangen. Diese sehr harmonische Jungkuh bewegte sich auf bestem Fundament und ihr hoher Euterboden überzeugte. Sie blieb ebenfalls in Baden-Württemberg.

Bei den Kälbern herrschte rege Nachfrage. Dies zeigt der Durchschnittspreis von über 300 Euro. Am begehrtesten war ein Affinox-Kalb aus einer Hovil-Mutter mit 3.93 % Eiweiß.

Fleckvieh

Beim Fleckvieh war das Angebot in der Stückzahl deutlich überdurchschnittlich, in der Qualität jedoch breit gefächert.

Schicke Maestro-Tochter von der Deigendesch GbR, Rosenfeld


Die Qualitätsunterschiede spiegeln sich in einer extremen Preisspanne von 1.300 € bis 3.100 € wider. Tiere mit Mängeln konnten nur mit Zugeständnissen im Preis verkauft werden. Dagegen waren Spitzenjungkühe teuer wie nie. Mit dazu beigetragen hat auch ein Aufkäufer, der mehrere hochwertige Fleckviehjungkühe nach Luxemburg exportieren wird.

Zur Auswahl der vorgestellten Fleckviehjungkühen zählte bei den geführten Tieren eine typstarke Siwil-Tochter von Familie Rinn, Eichstegen. Durch ihren Aufenthalt in den Alpen zeigte sie sich robust und bereits weitentwickelt. Im Euter spiegelte sie die Qualitäten ihres Vaters wider. Der lange Euterköper war mit hervorragend platzierten Zitzen ausgestattet. Eine harmonische Maestro-Tochter hatte die Deigendesch GbR, Rosenfeld im Angebot. Die mittelrahmige Jungkuh war robotergewohnt und auch bereits wieder besamt. Im Nachtrag hatte der Aufgabebetrieb Wilhelm Gollmer, Römerstein eine sehr ansprechende Villeroy-Tochter gemeldet. Nicht nur ihr feines Fundament, auch die Vorzüge im Euter, hier der feste Sitz und die gut ausgeprägten Zitzen, machten sie sehr attraktiv.

Bei der halfterlosen Kollektion machte eine wuchtige Wikonos-Enkelin von Elmar Kuon, Warthausen den Anfang. Weitentwickelt im Körper, mit einem sehr langen Euter mit feinster Textur ausgestattet und alles getragen von einem robusten, aber dennoch feinen Fundament - diese tolle Jungkuh gefiel - Doppelnutzung pur! Gezüchtet war sie von der Gack & Krug GbR, Bad Schussenried. Ebenfalls formvollendet präsentierte sich das teuerste Tier der Kollektion. Zum Spitzenpreis von 3.100€ wechselte eine Hutubi-Tochter von Frank Hofer, Tuttlingen nach spannendem Bieterduell nach Südbaden. Gestützt durch eine solide Milchmenge bei der Kuhfamilie konnte sie durch ihre Erscheinung leicht das Interesse auf sich lenken und wurde entsprechend honoriert. Von Johannes Rauschmaier, Westerheim kam die jüngste Vertreterin der Rasse. Gerade zweijährig, aber sehr elegant und ausreichend entwickelt überzeugte sie die Käufer mit ihrem Entwicklungspotenzial. Zum einen jung, aber auch noch nicht lange abgekalbt, war hier eine attraktive Kombination.

Die Nachfrage nach Jungkühen wird weiterhin gegeben sein. Die Auktion zeigte aber auch, dass der Käufer sich wieder qualitätsbewusster verhält.

Holsteins

Auch bei den Holstein-Tieren war das Angebot mit 10 Bullen und 73 Melkenden größer als in den vergangenen Monaten. Damit bot sich dem großen Käuferinteresse eine gute Auswahl.

Typ- und euterstarke Morice P-Tochter von Thomas Schmehl, Amtzell


Klarer Körsieger und teuerster Bulle der Auktion war ein reinerbig hornloser Sideswipe Sohn vom Betrieb Uwe Bauer, Salem. Mit etwas ausgefallener Abstammung und einer sehr hohen Mutterleistung konnte der elegante und überaus korrekte Bulle ein interessantes Papier bieten. Der Bulle ging im Kaufauftrag an einen Kunden im Landkreis Konstanz. Annähernd zum selben Preis wurde ein Canetti-Sohn aus dem gleichen Zuchtbetrieb verkauft. Den sehr rahmigen und stabilen Bullen sicherte sich ein Kunde aus Bayern.

Bei den Abgekalbten zeigte sich ein ähnliches Bild, wie bei den vorherigen Auktionen. Die Nachfrage nach hochwertigen Jungkühen ist groß, was mit sehr guten Preisen über 2.000€ belohnt wird. Tiere mit Mängeln oder Ansagen müssen dabei allerdings deutliche Preisabschläge hinnehmen.

Den Höchstpreis erzielte eine Jungkuh vom Betrieb Thomas Schmehl, Amtzell. Die frisch abgekalbte Morice P-Tochter überzeugte durch ein fehlerfreies Exterieur und 37 kg Milch. Der stolze Besitzer ist jetzt ein Stammkunde aus der Region. Eine weitere Morice P-Tochter von Armin Arnegger, Markdorf unterstrich dabei die Qualitäten des Bullen. Mit ihrem guten Euter und 34 kg Milch wechselte auch sie deutlich über 2.500€ den Besitzer.

Auffallend euterstark war auch eine Surround-Tochter vom Zuchtbetrieb Schnell aus Amtzell. Das Euter zeigte sich sehr fest und hoch angebunden mit flachen Übergängen und einem starken Zentralband. Sie konnte im Kaufauftrag für einen Kunden im benachbarten Vorarlberg gekauft werden. Vom Zuchtbetrieb Rothermel, Leutkirch konnte sich ebenfalls ein Tier unter die Gefragtesten einreihen. Die sehr komplette Adrian PP-Tochter sicherte sich eine Stammkundin aus dem Schwarzwald. Die gute Nachfrage nach hochwertigen Rotbunttieren zeigte sich dann noch an einer Salvator P-Tochter von Uwe Bauer, welche den zweithöchsten Preis der Holstein-Auktion erzielte. Die Jungkuh mit perfektem Becken und einem hervorragenden Euter steht auch in Zukunft im Bodenseekreis. Für das RBW-Zuchtprogramm sehr erfreulich war auch der Blick auf die teuersten Tiere. So waren all 5 Jungkühe Nachkommen von RBW-Vererbern.

Die nächste Großviehauktion in Bad Waldsee findet am Mittwoch, den 12. Oktober 2022 statt.

Preisspiegel

Kategorie

Anzahl

Minimum

Maximum

Durchschnitt

Brown Swiss:

Bullen

4/2

1400

1550

1475

Jungkühe

11/11

1500

2350

2123

Ältere Kühe

2/2

1450

2150

1800

Zuchtkälber

11/11

140

460

324

Fleckvieh:

Jungkühe

39/39

1300

3100

2112

Ältere Kühe

1/1

1500

1500

1500

Holsteins:

Bullen

11/8

1400

2050

1719

Jungkühe

61/59

1500

3250

2196

Ältere Kühe

1/1

2300

2300

2300

Zuchtkälber

1/1

100

100

100


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