Kat. 7: Nirwan-Tochter mit 35 kg Milch von Daniel & Edwin Kling, Murrwangen

Auktion am 13. April 2022 in Bad Waldsee

Die sehr gute Nachfrage nach hochwertigen Zuchttieren traf bei der Osterauktion der Rinderunion Baden-Württemberg e.V. auf ein qualitativ sehr hochwertiges Angebot.

Brown Swiss

2/3 der angebotenen Brown Swiss-Tiere knackten die 2.000 €-Grenze. So konnte der Durchschnittspreis mit 2.038 € ein historisches Hoch erreichen!

Bei den Zuchtbullen bestach ein Piano-Sohn aus der starken Z-Familie von Bernd Stadelmann, Eisenharz. Mutter dieses Bullen ist eine hochleistende Hebroy-Tochter mit über 9.000 kg bei 3,67 %E. Mit GZW 136 und guten Exterieurwerten, vor allem im Euter, ließ er keine Wünsche offen. Dieser typstarke, elegante Bulle wurde von Martina Heckenberger, Hochdorf bestens vorgestellt und ging zum Rekordpreis von 1.900 € nach Bayern.

Sehr flott ging es bei den Jungkühen weiter. Gleich die erste Jungkuh, eine Nirwan-Tochter von Daniel u. Edwin Kling, Murrwangen, leistete 35 kg. Diese mit einem extrem hohen und festen Euter ausgestattete und weidegewohnte Jungkuh erzielte den Tageshöchstpreis von 2.550 €. Heiß begehrt war zudem eine hervorragend präsentierte Lamborghini-Jungkuh aus dem Stall von Martin Riß, Dietmanns. Diese bereits wieder trächtige Jungkuh punktete mit ihrer Breite und Stärke und gefiel zudem mit einem sehr hohen Hintereuter und idealer Melkbarkeit. Sie geht auf eine erfolgreiche Kuhfamilie zurück. Die Großmutter erbrachte im Schnitt in über 6 Laktationen jeweils über 10.000 kg Milch bei 3,68% Eiweiß. Diese Jungkuh verblieb für 2.450 € im Zuchtgebiet.

Aufsehen erregte die erste Canyon-Tochter der Auktion. Frisch gekalbt gab sie bereits über 29 kg Milch. Die mittelrahmige, sehr fundamentstarke Jungkuh von Martin Rehm, Ochsenhausen punktete nicht nur mit ihrem sehr drüsigen Euter, sondern auch mit einem GZW von 131 und erzielte 2.400 €. Höchstleistendes Auktionstier bei Brown Swiss war eine Zweitkalbskuh von Martin Riss mit 40 kg Milch und 3,84% Eiweiß. Die mit einem sehr breiten Hintereuter ausgestattete Kuh mit idealer Strichplatzierung für AMS ging an einen heimischen Kunden und knackte ebenfalls die 2.400 € Marke.

Käufer aus Italien, Bayern, Niedersachsen und dem heimischen Zuchtgebiet nutzen die Möglichkeit ihre Bestände mit leistungsstarken Brown Swiss-Tieren zu ergänzen.

Sehr flott wurden auch die Zuchtkälber verkauft. Hier erzielte ein 4 Wochen altes Fever-Kalb aus der Zucht von Norbert King, Isny aus einer Huvi mit über 11.550 kg Durchschnittsleistung den Spitzenpreis. Die Nachfrage nach guten Brown Swiss-Tieren ist ungebrochen und kann gezielt mit dem Einsatz von gesextem Sperma bedient werden!

Fleckvieh

Der aufgetriebene hornlose Zuchtbulle von der Heckenberger GbR, Hochdorf begeisterte mit bester Entwicklung und korrektem Exterieur. Der Vollkommen PP-Sohn präsentierte sich bestens. Sein neuer Einsatzort ist im Bodenseekreis.

Die aufgetriebenen Jungkühe zeigten sich durchweg sehr harmonisch und überaus euterstark. Mit Katalognummer 222 gefiel eine jugendliche Malaga P-Tochter vom LAZBW Aulendorf besonders. Mit einem fest angehängten und hohen Euter und einer Leistung von 31 kg gab es ein heftiges Bieterduell. Für 2.500 € konnte sie einem Zuchtbetrieb im württembergischen Allgäu zugeschlagen werden. Auch eine Hazard-Tochter vom Zuchtbetrieb Georg Henner, Ballendorf sorgte für Furore. Mit bestem Euter, viel Kraft und Körperlänge ausgestattet, erweckte sie starkes Interesse. Auch diese Jungkuh lag beim Marktgemelk bei über 30 kg. Für 2.600 € wechselte sie in den gleichen Betrieb.

Bei den halfterlos verkauften Jungkühen konnte eine sehr korrekte Herzau-Tochter vom Zuchtbetrieb Alexander Fuchs aus Schlier die Kundenherzen höherschlagen lassen. Beste Fundamente und ein fehlerloses Euter mit korrekter Strichplatzierung überzeugten die Fleckviehkäuferschaft. Sie wechselte für 2.350€ in den Landkreis Biberach. Eine hornlose Mahango P-Tochter von Tanja Mayer aus Eberhardzell war das nächste Highlight. Auch diese Jungkuh hatte bereits ein Tagesgemelk von über 27 kg. Mit viel Rahmen und absolut im Doppelnutzungstyp stehend, gefiel auch sie mit einem korrekten Euterkörper und bestem Bein. Freilaufend zeigte sie sich mit bester Bewegung und konnte nach einem heftigen Bieterduell in den Landkreis Tuttlingen zugeschlagen werden.

Am Aprilmarkt in Bad Waldsee werden traditionell auch Jungrinder auktioniert. So konnten in diesem Jahr 46 Fleckviehrinder angeboten werden. Viele Betriebe haben diese Selektionsmöglichkeit genutzt und so konnten alle aufgetriebenen Tiere, welche im Schnitt 323 kg wogen, abgesetzt werden.

Holsteins

Bei den Holsteins waren 10 Zuchtbullen im Angebot. Allerdings konzentrierte sich die Nachfrage auf einzelne Bullen, die dann auch gute Preise erlösten. Die Höchstpreise erzielten dabei die beiden vorgestellten Bullen von der Erthle GbR aus Ulm. Der Körsieger, ein enorm entwickelter Paganini-Sohn aus einer Goldday-Mutter, bewegte sich auf einem perfekten Fundament und fand damit gleich mehrere Interessenten. Highlight der Bullenauktion war aber ohne Frage der genomisch typisierte Vollbruder zu Canitz. Der sehr harmonische und korrekte Bulle hatte, wie auch sein Vollbruder, ein sehr komplettes Vererbungsprofil und mit einem RZG von 149 ist er einer der höchsten derzeit verfügbaren Deckbullen. Nach einem spannenden Bieterduell sicherte sich ein slowenischer Kunde diesen Spitzenbullen. Auch bei den Rotbunten bot sich mit dem Crown Red-Sohn vom Zuchtbetrieb Bauer, Salem eine gute Gelegenheit. Der aus einer Archive Red gezogen Bulle hatte sehr viel Rahmen und konnte im Kaufauftrag zugeschlagen werden.

Noch einmal deutlich flotter zeigte sich aber die Auktion der Abgekalbten. Von Beginn an kosteten die guten Abgekalbten über 2.000€! Spitztentiere erzielten jedoch noch deutlich mehr. Gleich 9 Tieren konnten über 2.500€ vermarktet werden. Drei dieser Tiere kamen dabei vom Betrieb Erthle aus Ulm. Eine sehr schwere und wuchtige Gringo-Tochter, die über ein sehr gut verbundenes Euter und eine optimale Strichplatzierung verfügte, wurde von einem Betrieb aus dem Raum Lörrach ersteigert. Denselben Weg macht auch ihre Stallgefährtin, eine mittelrahmige und leistungsstarke Casino-Tochter, die ebenfalls ein optimales Robotereuter besitzt.

Die dritte Jungkuh vom Betrieb Erthle sicherte sich dann ein Betrieb aus Österreich. Eine rotbunte Standford P-Tochter glänzte vor allem mit einem sehr hoch angesetzten Euter und viel Körper. In das Nachbarland ging auch die Chief-Tochter von Günther Stehle, Bad Waldsee. Diese sehr große und lange Jungkuh hatte bereits nach 2 Wochen 36 kg Milch und zeigte ein sehr gut angebundenes Euter mit guter Drüsigkeit. Auch züchterisch konnte sie einiges bieten. Ihre Urgroßmutter, die Boliver-Tochter Heaven, ist die Stammkuh mehrere Besamungsbullen. Ähnlich rahmig und noch leistungsstärker präsentierte sich ihre Stallgefährtin, eine Sullivan- Tochter, mit 38 kg Milch. Sie wird auch in Zukunft im Landkreis Ravensburg melken.

Bei den Rotbunttieren gehörte die von Thomas Bentele, Adelsreute aufgetriebene Starello-Tochter zu den interessantesten Tieren. Bei mittlerer Größe zeigte sie sehr viel Breite von der Vorhand bis zum Becken. Diese euterstarke Jungkuh sicherte sich ein Käufer aus dem bayerischen Allgäu. Mit über 40 kg Milch war auch die Germany-Jungkuh vom Betrieb Straub, Bonndorf sehr gefragt. Diese sehr typstarke Jungkuh bewegte sich auf einem perfekten Fundament und hatte trotz ihrer Leistung einen sehr hohen Euterboden. Auch in der Kollektion von Dieter Schänzel, Essingen konnten viele Tiere sehr gute Preise erzielen. Am überzeugendsten war dabei eine Barly-Tochter im zweiten Kalb. Die sehr ausbalancierte Kuh wurde mit 41 kg Milch und einer positiven Trächtigkeitsuntersuchung verkauft.

Diese April-Auktion zeigte eindrücklich wie gefragt derzeit hochwertige Jungkühe sind. Deutlich war dabei aber das Preisgefälle zwischen schwächeren und sehr guten Tieren.

Die nächste Großviehauktion in Bad Waldsee findet am Mittwoch, den 11. Mai 2022 statt.

Preisspiegel

Kategorie

Anzahl

Minimum

Maximum

Durchschnitt

Brown Swiss:

Bullen

4/2

1300

1900

1600

Jungkühe

20/19

1500

2550

2039

Ältere Kühe

3/3

1700

2350

2000

Zuchtkälber

11/10

180

480

310

Fleckvieh:

Bullen

1/1

1900

1900

1900

Jungkühe

25/25

1400

2600

2170

Rinder

46/46

480

1380

911

Holsteins:

Bullen

11/7

1300

2500

1693

Jungkühe

63/63

1200

2800

2012

Ältere Kühe

6/6

1750

2400

2208


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