Kat. 7: Antonov-Tochter mit über 38 kg Milch von Daniel u. Edwin Kling, Murrwangen

Auktion am 11. Mai 2022 in Bad Waldsee


Bestes Silierwetter prägte die Maiauktion der Rinderunion Baden-Württemberg e.V. in Bad Waldsee. Die jahreszeitlich geringere Auftriebszahl wurde durch die Feldarbeiten noch zusätzlich gedrückt. Durch Kaufaufträge konnten die Zuchttiere jedoch flott und preislich stabil problemlos abgesetzt werden.

Brown Swiss

Das Angebot bei den Brown Swiss-Bullen lies bezüglich Abstammung keine Wünsche offen. Der Körsieger, der Vollbruder der Besamungsbullen Chagall und Caravaggio aus der bekannten US-Kuhfamilie von Even Bounce, beeindruckte mit einem GZW von 131 und einem Euterzuchtwert von 114. Der rahmige, mit gutem Fundament ausgestattete Bulle wurde hervorragend von Martina Heckenberger, Hochdorf vorgestellt und war einem bayerischen Züchter 1.650 € wert.

Bei den Brown Swiss-Kühen dominierte eine vom Zuchtbetrieb Kling, Murrwangen vorgestellte Antonov-Zweitkalbskuh mit weit über 38 kg Milch mit bester Melkbarkeit. Sie leistete in ihrer ersten Laktation über 7.200 kg bei 4,91 % F und 4,00% E und geht über Paray auf Vigor Kandis zurück, die bereits erfolgreich auf der RBW Schau ausgestellt war. Diese schaufertige Kuh wurde nach einem harten Bieterduell für 2.650 € einem Züchter aus NRW zugeschlagen. Sehr begehrt war auch eine frisch gekalbte und sehr wuchtige Figaro-Tochter mit über 31 kg Milch von Hubert Detzel, Leutkirch, welche ins württembergische Allgäu ging.

Die Nachfrage nach guten Tieren auch im Ausland bleibt groß!

Fleckvieh

Trotz des hervorragenden Silierwetters war ein sehr umfangreiches Fleckviehjungkuhaufgebot in Bad Waldsee. Gestützt wurde der Auftrieb durch ein großes Kontigent des Aufzuchtbetriebs Siegbert Blum, Wald. Bullen waren diesmal nicht im Angebot.

Kat. 229: Hornlose, sehr korrekte Wobbler-Tochter vom LAZBW, Aulendorf


Aus dem Segment der geführten Jungkühe trat eine Kuh vom LAZBW aus Aulendorf in den Vordergrund. Die hornlose Wobbler-Tochter (MV: Solero PP) zeigte sich in Rahmen und Körper sehr weit entwickelt und verkörperte dennoch die moderne Laufstallkuh. Im Euter war sie nahezu perfekt und die angegebene Robotereignung stellte ihr keiner in Frage. Eine optimale Zitzenausprägung und eine Platzierung wie sie für automatischen Melksysteme gesucht wird, waren gegeben. Der Euterkörper war kompakt und festaufgehängt. Sie leistet nun ihre Dienste in einem Zuchtbetrieb bei Göppingen. Dieter Schwarzmann, Allmendingen präsentierte eine rahmige Mogens-Tochter mit einem ebenso perfekten Euter.

Im Anschluss an die geführten Tiere konnten zwei Jungkühe halfterlos vorgestellt werden, die beide die Doppelnutzungsqualitäten von Fleckvieh demonstrierten. So war eine Weltass-Enkelin von Claus Schlachter, Albbruck mit die teuerste Fleckviehjungkuh der Auktion. Die massige Jungkuh leistet dazu noch über 33 kg Milch. Mit einem ansprechenden Exterieur blieben keine Wünsche offen. Ein treuer Kunde aus dem Kreis Biberach honorierte diese Qualität.

In einen aufstockenden Betrieb, ebenfalls aus dem Kreis Biberach, wechselte die nächste Spitzenjungkuh. Die ebenfalls hornlose Vollkommen PP -Tochter von Martina Heckenberger, Hochdorf konnte schon mit ihrer Pedigree-Information aus dem Katalog etwas erwarten lassen. Ihre sechskälbrige Mutter glänzt mit bester Exterieurbewertung und hoher Milchleistung. So auch ihre Tochter - noch nicht lange gekalbt steht sie bereits bei 28 kg Marktgemelk. Mit überdurchschnittlicher Körperlänge und gutem Fleischansatz widerspiegelt sie ebenso die Qualitäten ihres Vaters. Der lange Euterkörper zeigte auch längere Zitzen.

Aufgrund der festen Fleischerlöse und einem anziehen Milchmarkt bleibt die Nachfrage nach Jungkühen hoch. Mit Fleckvieh werden beide Bereiche adäquat bedient. Melden Sie abgekalbte Jungkühe aber auch Tiere zur Mast Ihrem Außendienstmitarbeiter oder im Herdbuch zur Vermarktung an.

Holsteins

Passend zur Weidesaison bot sich bei den Holsteins ein großes Bullenangebot. Als Körsieger wurde ein Paganini- Sohn von Wolfram Kettenacker, Dürmentingen verkauft. Dieser sehr gut entwickelte und kraftvolle Bulle geht auf eine Artes-Tochter mit über 12.000 kg Höchstleistung zurück und war dementsprechend gefragt.

Kat. 824: Schliffige Aptitude-Tochter von Thomas Schmehl, Amtzell


Teuerster Bulle der Auktion war allerding ein genomisch typisierter Goliat RDC-Bulle vom Zuchtbetrieb Bentele aus Adelsreute. Der sehr komplette Rotbunt-Bulle hat eine sehr erfolgreiche Kuhfamilie im Hintergrund, von welcher auch die Topvererber Stellar P, Sharif und Glamour stammen.

Deutlich kleiner war das Angebot der Abgekalbten. Trotzdem wurde das kleine aber qualitativ hochwertige Angebot entsprechend honoriert. So konnte eine Jungkuh von Thomas Schmehl, Amtzell sogar für deutlich über 3.000 € verkauft werden. Diese frisch abgekalbte Aptitude-Tochter konnte mit bereits über 35 kg Milch begeistern. Glanzpunkt der Jungkuh war allerdings ihr perfektes Euter.

Sehr leistungsstark und mit fehlerfreiem Exterieur präsentierte sich auch die Germany-Tochter aus dem renommierten Zuchtbetrieb Straub, Bonndorf. Mit 38 kg Milch zeigte sie sehr viel Größe und Länge und bewegte sich auf einem super Fundament. Vom Top-Vererber Surround war wieder eine sehr starke Jungkuh vom Zuchtbetrieb Weigele, Markdorf im Angebot. Die mittelrahmige und sehr tiefe Jungkuh überzeugte mit einem sehr festen Eutersitz und einem fehlerfreien Körperbau.

Diese und einige weitere Jungkühe wurden von einem aufstockenden Betrieb aus der Region ersteigert, der seine Mitbieter gleich mehrmals „verzweifeln“ ließ. Einige sehr gute Jungkühe fanden trotzdem noch andere Käufer. So ging beispielsweise eine sehr breit gebaute Stanford P-Tochter vom Betrieb Bentele, Adelsreute an einen Käufer aus Vorarlberg. Die rotbunte Jungkuh begeistere durch ihr hervorragendes Euter und mit 35 kg Milch. Eine weitere Stanford P-Tochter aus dem gleichen Bestand, die sich sehr ähnlich zeigte, ging an einen Stammkunden aus Bayern. Ein weiterer Käufer aus Bayern sicherte sich dann ebenfalls eine rotbunte Saturn-Tochter von Elmar Kuon, Warthausen. Die rahmige und harmonische Jungkuh hatte ein optimales Robotereuter.

Bei dieser Auktion war ein deutlicher Preisunterschied zwischen schwächerer und sehr guter Qualität auszumachen. Qualitativ hochwertige Abgekalbten sind weiterhin stark gefragt.

Die nächste Großviehauktion in Bad Waldsee findet am Mittwoch, den 15. Juni 2022 statt.

Preisspiegel

Kategorie

Anzahl

Minimum

Maximum

Durchschnitt

Brown Swiss:

Bullen

4/2

1600

1650

1625

Jungkühe

8/8

1700

2650

2006

Zuchtkälber

1/1

460

460

460

Fleckvieh:

Jungkühe

26/26

1600

2600

2077

Holsteins:

Bullen

14/6

1300

1900

1633

Jungkühe

27/25

1200

3450

2106


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