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Bestätigte Wolfssichtung in Baden-Württemberg

wolf2017

Liebe Rinderzüchterinnen und -züchter,

 

Es ist mal wieder soweit. Wie bereits 2015 und 2016 gibt es eine Wolfssichtung in Baden-Württemberg in der Gegend von Überlingen und Stockach und bestätigt von den Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg. Da so ein Wolf auch gerne mal 80 km am Tag zurücklegt, ist sein derzeitiger Aufenthaltsort allerdings unbekannt. Es ist ein junges Tier, vermutlich vergangenes Jahr geboren.

Wie die vergangenen Jahre, freuen sich auf der einen Seite die Wolfsbefürworter über die Rückkehr des Wolfes, der wie wohl kein anderes Tier für sie das Sinnbild einer ursprünglichen, rauen und wilden Natürlichkeit darstellt.

Auf der anderen Seite sind die allermeisten von uns Weidetierhaltern zutiefst ob dieser Rückkehr besorgt. Und dies wohl auch für uns als Rinderhalter, die Ihre Tiere eben auch auf der Weide halten, zurecht. Denn ein Wolf benötigt im Jahr ganz einfach ca. 2000 kg Futter. Sorge bereiten uns hier die Berichte von Kollegen aus den bereits Wolfsstarken Regionen Deutschlands und Europas. So waren 36% der gerissenen Nutztiere in Nordkastilien Rinder. Des Weiteren beunruhigen uns Berichte über vermehrte Übergriffe und Risse an Rindern von unseren Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen. Ein Wolf frisst eben nicht nur Schafe und Wildtiere, sondern eben auch gerne Rindfleisch.

 

Aus diesem Grund ist die RBW mit Ihrem Herdenschutzbeauftragten Dr. Torsten Sommer bereits seit 2015 sowohl in der AG Luchs und Wolf als auch im Projektgremium „Herdenschutz in Baden-Württemberg“ und in der „Koordinationsgruppe Wolf“ des Landes Baden-Württemberg vertreten. In diesem Zusammenhang wurde bereits 2015 ein Positionspapier an die agrarpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen gestellt. Unsere wichtigsten Punkte hierbei sind:

 

  • die Landesregierung von Baden-Württemberg gegenüber dem Bund, der EU und internationalen Artenschutzorganisationen dafür plädiert, dass der gegenwärtig strenge Schutzstatus des Wolfes gelockert wird und der Wolf von Anhang IV in den Anhang V der FFH-Richtlinie aufgenommen wird.
  • für sämtliche wolfsbedingte Präventionsmaßnahmen ein landesweiter Rechtsanspruch auf vollständigen finanziellen Ausgleich geschaffen wird.
  • Entschädigungen, unabhängig von der Einhaltung aus unserer Sicht nicht zielführender Präventionsmaßnahmen bei Verlusten von Rindern vollständig, zeitnah, unkompliziert und in voller Höhe erfolgen.
  • unabhängig von der Einhaltung von Präventionsmaßnahmen der Rinderhalter von der Haftung und etwaigen Folgeschäden an fremden Dritten bedingt durch Wolfsübergriffen befreit wird.
  • die Folgen eines Wolfsangriffes, wie z.B. der erhebliche zeitliche Mehraufwand und das erhöhte Risiko mit verstörten Rinderherden arbeiten zu müssen, pauschal entschädigt werden.
  • der Nachweis eines Wolfsübergriffes nicht mehr allein durch den bekanntermaßen sehr zeit-, und kostenintensiven DNA-Test, sondern auch direkt durch einen Sachverständigen vor Ort geführt werden kann.
  • Schäden an Zuchtrindern durch die RBW geschätzt und in vollem Umfang dem Rinderhalter entschädigt werden.
  • Wölfe, die nachweislich Angriffe auf Rinder ausführen, zur Bejagung freigegeben werden können.

Dieses Papier soll anlässlich der Mitgliederversammlung der Fleischrinderzüchter am 7./8. Juli in Gengenbach diskutiert und ergänzt werden. Sollten Sie hierzu weitere Diskussionspunkte haben, nehmen Sie bitte Kontakt, am besten per Mail an sommer@rind-bw.de mit uns auf. Ebenfalls können Sie sich gerne bei uns melden, wenn Sie aktuelle Fragen zum derzeitigen Stand von Rechtssicherheit und Entschädigungen haben.

 

 

Sollten Sie eine Wolfssichtung machen, melden Sie diese bitte an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) unter Tel.: 0761/4018-274 oder Mob: 0173/6041117. Ebenfalls hält das Umweltministerium diverse Zaunsets bereit, die zu einem kurzfristigen erhöhten Schutz beitragen können, bereit. Dies kann ebenfalls unter den genannten Nummern geordert werden.

 

Bei dem Verdacht auf einen Wolfsriss, bitte zeitnah ebenfalls bei den oben genannten Telefonnummern melden. Zusätzlich sollten sich bitte alle betroffenen Rinderhalter beim Herdenschutzbeauftragten der RBW, Dr. Torsten Sommer, unter der Telefonnummer 0179/6953481 oder bei dem jeweiligen RBW Außendienst Mitarbeiter melden, damit der Schaden an Zuchttieren erfasst werden kann.