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Aktuelles zur Fleckvieh-Zuchtwertschätzung 04/2020

Vespucci GZW 130

Breit in der Spitze platziert

 

Mit einer großen Zahl an herausragenden jungen Bullen sowie inzwischen sicher geprüften Bullen kann sich die RBW in der April-Zuchtwertschätzung in der Spitze der Top-Liste platzieren. Dabei sind es vor allem die sehr kompletten, euterstarken Bullen, die überzeugen.

 

Nachdem einige Zuchtwertschätzungen vor allem Herzschlag-Blut dominierend war und zudem sehr viele Imperativ-Söhne eine Rolle spielten, sind es nun die Zazu-Söhne, die auf sich aufmerksam machen. Die höchsten hierbei sind Zeiger, Zubringer, Zafon und Zar.

 

Während Zeiger und Zubringer knapp verfügbar sind und auch in absehbarer Zeit wahrscheinlich nur für gezielte Paarung verfügbar bleiben, wird Zafon breiter nutzbar sein. Mit einem GZW von 134 und einer Milchmengenvererbung von +1.057 überzeugt er in allen wichtigen Merkmalen. Hinter Zafon steht eine schaubekannte Herzschlag-Tochter aus einer Hurrican-Mutter aus dem Betrieb Maurer, Engelhardshausen, die durch viel Format überzeugen kann. Zafon ist sehr stark in Persistenz, Nutzungsdauer sowie Eutergesundheit und zeigt eine ideale Beinstellung. Zar (GZW 132) geht ebenfalls auf eine Herzschlag-Mutter zurück und zeigt sich extrem korrekt in der Eutervererbung, guter Milchmenge und sehr guter Melkbarkeit.

 

Zu den interessantesten Neueinsteigern gehören die Vollbrüder Ephraim und Erasmus. Diese beiden Ehrsam-Söhne gehen auf eine hochtypisierte Wattking-Tochter aus der K-Familie von Alfred Berger, Mieterkingen zurück, hinter der viele Generationen von Bullenmüttern stehen. Während Ephraim (GZW 138) hohe Milchmenge, gutes Format, komplettes Fundament und gute Euter zeigt, die sich durch optimale Strichform und Länge auszeichnen, ist Erasmus (GZW 139) noch stärker im Gesamtexterieur, vor allem in der Eutervererbung, bei etwas kürzeren Strichen. Beide Bullen befinden sich im Bullenvatersegment. Sperma wird wahrscheinlich ab Anfang Mai verfügbar sein.

 

Von Interesse sind zudem die neuen Blutalternativen. Mit Vargas und Vespucci stehen gleich zwei interessante Vigor-Söhne zur Verfügung. Vespucci (GZW 130) stammt aus der bekannten L-Familie von Schürer-Hammon, zeigt positive Inhaltsstoffe und eine sehr komplette Eutervererbung. Vargas (GZW 129) wurde von der Böhm GbR, Oppertshofen gezüchtet, zeigt mit +847 kg eine sehr ansprechende Milchmengenvererbung und geht auf Epinal und Wildwest zurück.

 

Auch Spartacus (GZW 135) kann als Sehrgut-Sohn aus Herzschlag und Manton als interessante Alternative eingestuft werden. Er überzeugt nicht nur durch hohe Zahlen, sondern zeigt sich sowohl in Fundament als auch Euter ideal. Ebenfalls einen nachkommengeprüften Vater zeigt der Bulle Moschus (GZW 127), der als höchster Mogul-Sohn auf eine Sehrgut-Mutter zurückgeht. Er ist sehr korrekt in der Fundament- und Eutervererbung. Als sehr kompletter Wookie-Sohn bestätigt sich zudem Wolfram bei GZW 128.

 

Hurly ist als Vater von genomischen Bullen schon nahezu Geschichte, da mit Humidor, Humboldt, Hardenberg, Highend, Hokaido und Halloween bereits die ersten Enkel ins Angebot kommen. Halloween (GZW 128) ist ein Husam-Sohn aus einer Epinal-Mutter, der sehr viel Rahmen verspricht, ideal gestellte Hinterbeine und zudem sehr gute Euter mit optimaler Strichform bringt. Bei mehr als +800 kg Milch liegt er nur knapp im Durchschnitt bei der Melkbarkeit, zeigt aber in allen weiteren funktionalen Merkmalen ein fehlerfreies Profil.

 

Humboldt (GZW 121) ist eine Husam-Sohn aus einer Heiduck-Mutter vom Zuchtbetrieb Weisshaar. Er zeigt sich ebenfalls sehr stark im Körper und kann bedingt durch seine euterstarke Mutter selbst auf ein sehr schönes Euterprofil blicken. Der höchste Husam-Sohn ist allerdings Humidor, der aus einer Herzschlag-Mutter und Waban-Großmutter aus dem G-Stamm von Alois Müller, Atzenreute gezogen ist. Mit GZW 135 zeigt er fast +1.400 kg Milch mit sehr guter Formatvererbung, durchschnittlichem Fundament und überzeugenden Werten für Euter. Es ist zu erwarten, dass er zügig einen Einsatz als Bullenvater erleben wird.

 

Highend (GZW 126) war der erste Hilfinger-Sohn im Einsatz, der auf Vulkan und Valot zurückgeht und aus der H-Familie von Edwin Schelkle, Mieterkingen stammt. Er wird sehr viel Größe vererben, kombiniert dies mit viel Milch und positiven Eiweißprozenten. Aufgrund der Rahmenvererbung sollte er nicht auf Rinder eingesetzt werden. Hokaido (GZW 128) ist ein Hokuspokus-Sohn aus einer Himeros-Mutter mit guter Euterbewertung. Ebenfalls ein Hokuspokus-Sohn ist der Bulle Hardenberg (GZW 131), der aus einer Everest-Tochter aus dem Bestand der Familie Mayer, Lindenhof stammt. Bei hoher Milchmenge verspricht er mittleres Format und sehr gute Euter mit optimalen Strichen.

 

Dax-Blutführungen sind mit Danilo und Daydream im Angebot. Danilo geht auf Dragoner und Mahango zurück, Daydream auf Dream und Wille. Er wurde von Bernd und Monika Rogg, Stühlingen gezüchtet, verspricht mit +1.187 kg Milch sehr viel Milch, ideal gestellte Fundamente und gute Euter. Neu kommt auch der Waterman-Sohn Wassermann, der mit GZW 127 eine ansprechende Körpervererbung bringen wird und ausreichend Rahmen mit guter Milchmenge und sehr hohem Fleischwert kombiniert.

 

Wilmut (GZW 131) ist ein Himmlisch-Sohn, der sehr gute Euter bei mittlerer Milchmengenvererbung verspricht. Positiv (GZW 136) ist ein Possmann-Sohn aus Symposium aus Salamander und kombiniert somit interessante Blutführungen, die einen sehr breiten Einsatz ermöglichen. Er wird bei knapp durchschnittlichem Format alle Fitnessmerkmale positiv beeinflussen und gleichzeitig Fundamente und Euter nachhaltig verbessern. Bei der Paarung ist auf Strichlänge zu achten. Mit GZW 136 steigt auch der Hollywood-Sohn und damit Hutera-Enkel Holowitz ein. Er verspricht sehr viel Milch und kombiniert dies mit fehlerfreien Eutern. Er ist aus einer Wobbler-Mutter und Wildwest-Großmutter gezogen und kann somit breit zur Leistungsverbesserung eingesetzt werden. Er wird allerdings erst ab Juni verfügbar sein.

 

Erfreulich ist die Auswahl der hornlosen Bullen. Diese bleiben von Mahango-Blutführungen bestimmt, auch wenn Mahango mit nun 10.000 Töchtern im Gesamtzuchtwert 4 Punkte einbüßen musste. Der hornlose Malaga P gehört immer noch zu den komplettesten Bullen der Rasse. Als neue hornlose Bullen sind nun Moviestar P, Vasari P, Marconi P, Masada P und Evident P im Einsatz. Evident P (GZW 129) ist ein Etoscha-Sohn, der bei mittlerer Milchmenge positive Inhaltsstoffe verspricht und zudem bei durchschnittlicher Körpervererbung, gute Fundamente und sehr gute Euter bringen wird. Vor allem Strichform und -länge überzeugen, ebenso wie Vorderstrichplatzierung und Euterboden.

 

Marconi P geht über Epinal auf die Leonie-Kuhfamilie zurück und zeigt sich überlegen in Körpervererbung, Bemuskelung und Strichform. Masada P geht als Motane-Sohn auf Hutera zurück und bringt sehr viel Körper sowie beste Euter. Moviestar P ist ein Mystery-Sohn aus Evergreen, der sehr viel Leistung mit sich bringt. Von besonderer Exterieurqualität ist der Votary-Sohn Vasari P. Er hat Mint und Silverstar im Pedigree und zeigt mehr als +1.000 kg Milch, beste Fundamente und läßt in fast allen Eutermerkmalen eine Verbesserung erwarten. Speziell seine Vorderstrichplatzierung sowie der gute Euterboden lassen sehr gute, dauerhafte Euter erwarten.

 

Im Bereich der reinerbig hornlosen Bullen überzeugen nach wie vor Mailand PP (GZW 129), Must Have PP und Verratti PP. Ungeschlagen in der Nachfrage bleibt Vollkommen PP einer der komplettesten reinerbigen Bullen, auch wenn seine Leistungszahlen etwas nachgegeben haben.

 

Wenig Überraschungen gab es bei den nachkommengeprüften Bullen. Bullen wie Waban, Herzschlag, Sehrgut, Villeroy, Royal, Orka und Evergreen bestätigen sich alle auf sehr hohem Niveau. Neu kommen nur sehr wenige hinzu. Auffallend sicher bestätigt sich Sehrgut. Neu kommt zudem der Bulle Irregut PS. Einer der interessantesten Neueinsteiger dürfte jedoch Mirolo sein, der bereits in der Vorbereitung einer Nachzucht für die RBW-Schau 2020 gezeigt hatte, dass er eine außerordentliche Qualität an Töchtern hinterlassen kann. Er entstammt als Mint-Sohn einer sehr guten Renwart-Tochter des Betriebes Hof Aischland. Mit 127 zeigt er nahezu perfekte Fundamente, was er mit sehr korrekten Eutern kombiniert. Zudem sind die Töchter - wie die Mutter selbst - groß und mit guter Rumpftiefe ausgestattet. Auch die bereits diskutierten Bullen Hotrocket und Mannus können sich sehr gut auf ansprechendem Niveau bestätigen bzw. erneut verbessern, so dass Mannus inzwischen einen GZW von 121 und Hotrocket GZW 120 ausweist.

 

In der Summe kann somit das Angebot der RBW auf sehr hohe und komplette Bullen blicken und gleichzeitig mit neuen Blutführungen auch das Bullenvätersegment sehr umfangreich bedienen.

Barse – Mutter von WassermannVespucci GZW 130Nachzuchtgruppe Mirolo 2020