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GEH ernennt Original Braunvieh zur Gefährdeten Rinderrasse 2016

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) hat für das Jahr 2016 das Original Braunvieh zusammen mit dem Glanrind und dem Deutschen Schwarzbunten Niederungsrind zur gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2016 ernannt.

 

Die GEH ernennt seit 1984 jährlich die gefährdete Nutztierrasse und zeigt damit, dass neben den Wildtieren auch landwirtschaftliche Nutztiere gefährdet sind und damit ein Verlust genetischer Vielfalt erfolgen kann.

 

Das Hauptverbreitungsgebiet des Doppelnutzungsrindes Original Braunvieh ist Bayern und Baden- Württemberg. Ab 1988 begann die Rettung dieser Rasse, die in Deutschland, durch starke Verdrängungskreuzung mit milchbetonten Brown Swiss aus USA, kurz vor dem Verschwinden war.

 

In Baden-Württemberg und Bayern wird die Erhaltung des Original Braunviehs mit Haltungsprämien für Zuchttiere staatlich gefördert. Der derzeitige Bestand in Baden-Württemberg beträgt 255 Original Braunvieh Zuchtkühe, die in 45 Zuchtbetrieben gehalten werden. Der Milchkuhbestand beträgt derzeit 192 Milchkühe und 63 Mutterkühe.

 

Einige Züchter legen Wert auf die Erhaltung der Allgäuer Linien. Der Kuhbestand der Allgäuer Linien beträgt in Baden-Württemberg derzeit 165 Kühe.

 

Das Original Braunvieh gilt als anspruchslose, robuste und langlebige Doppelnutzungsrasse mit gleicher Betonung von Milch und Fleisch. Es kann die Leistung unter sehr extensiven Produktionsbedingungen erbringen und auch nur mit Grundfutter versorgt werden. Die Rasse eignet sich daher insbesondere für Biobetriebe und extensiv wirtschaftende Betriebe.

 

Den größten Kuhbestand in Baden- Württemberg hat der Zuchtbetrieb Ruprecht Vetter aus Arnach bei Bad Wurzach. Er hält mittlerweile 57 Original Braunviehkühe, darunter 47 Allgäuer Kühe. Die Fütterung der Kühe ist denkbar einfach. Die Kühe erhalten im Winter nur Heu und im Sommer Weidegang und Grünfutter im Stall. Durch saisonale Abkalbung im Frühjahr können die Kühe ihre Leistung vornehmlich aus dem Weidegras erbringen.

 

Mit den Kühen Bella (V: Junker), Birke (V. Junker) und Rea (V: Nirkil) hat Ruprecht Vetter derzeit die 3 Kühe mit den höchsten Lebensleistungen beim Original Braunvieh in Baden- Württemberg. Diese Lebensleistungen wurden allein aus Grundfutter erbracht.

Original Braunvieh (Braunvieh alter Zuchtrichtung)

Die robuste Alternative!

 

Population:

 

Das Original Braunvieh gehört in Deutschland zu den stark gefährdeten Rinderrassen.

In Baden- Württemberg werden derzeit insgesamt 293 Zuchtkühe der Rasse gehalten (Stand 30.9.2018). Von den 293 Kühen in Baden- Württemberg  sind 201 Milchkühe und 92 Mutterkühe. Derzeit gibt es in Baden- Württemberg 24 Betriebe mit Milchleistungsprüfung und 31 Mutterkuhbetriebe.

 

Besonderheiten der Rasse:

 

Mittelrahmige Rasse mit kräftigem Knochenbau und guter Bemuskelung. Die Rasse ist langlebig, robust, hat eine gute Fruchtbarkeit sowie ein hohes Grundfutteraufnahmevermögen. Daher eignet sich die Rasse insbesondere für Biobetriebe bzw. extensiv wirtschaftende Betriebe mit wenig Kraftfuttereinsatz.

 

Geschichte des Braunviehs alter Zuchtrichtung:

 

Anfang des 19. Jahrhunderts bestimmte das Allgäuer Braunvieh die Viehbestände der Bauern im Allgäu. Dieser bodenständige „Allgäuer Dachs“ war feinknochig und von kleinem untersetztem Körperbau, wog ca. 400 kg, war genügsam, gesund, langlebig und fruchtbar. Die Milchergiebigkeit dieses Schlages war in Anbetracht der Kleinheit und des geringen Futterbedarfs vorzüglich.

 

Die im Allgäu nach 1850 immer mehr in Aufschwung kommende Milchwirtschaft verdrängte immer mehr die eigene Aufzucht. Die Bauern wollten hauptsächlich melken und beschafften das nötige Milchvieh über den Handel, so dass in den Ställen Vieh aller Schläge und Rassen zu finden waren.

 

Mit der Gründung der Allgäuer Herdbuchgesellschaft 1893 und des Württembergischen Braunviehzuchtverbandes im Jahre 1896  wurde versucht eine Verbesserung der gemischten Schläge durch Einfuhr von Zuchttieren des größeren, hochgestellten und schwereren Braunviehs  aus der Schweiz (Rigivieh) zu erreichen. Die Einfuhr von Farren aus der Schweiz erfolgte  ungefähr bis 1910.

 

Ab diesem Zeitpunkt wurde der notwendige Stierbedarf allmählich aus der eigenen Zucht ergänzt. Nur noch ab und zu wurden weitere Schweizer Farren zur Blutauffrischung importiert.

 

Während und nach dem 2. Weltkrieg wurde durch Einfuhr von Bullen des Vorarlberger Braunviehs (Montafoner) versucht, ein kleineres, tieferes, gut bemuskeltes Rind zu erzüchten, welches möglichst viel wirtschaftseigenes Futter aufnehmen kann. Gefragt war der so genannte „Wirtschaftstyp“. So wurde eine Kuh mit mittlerem Gewicht von 550 bis 600 kg  mit den Leistungsanforderungen Milch, Fleisch und Weidetüchtigkeit gezüchtet. Die Widerristhöhe der Kühe lag bei 125 bis 130 cm. Als Milchleistung wurden 4000 kg Milch bei 4 % Fett aus vorwiegend wirtschaftseigenem Futter angestrebt. Bekannte Besamungsbullen dieser Zeit waren an der Besamungsstation Bad Waldsee Denzler, Idol, Ilanz, Idar, Junker, Prodel, Radar, Signal und Wurf.

 

Ab 1965 begann der eigentliche Verdrängungsprozess des Original Braunviehs. Es wurde in Baden- Württemberg und Bayern begonnen Tiere mit sehr hoher Milchleistung zu züchten. Mit der Einkreuzung von milchbetonten, großrahmigen Brown- Swiss- Bullen aus den USA wurde dieses Ziel auch erreicht. Allerdings wurde durch diese Verdrängungskreuzung das Original Braunvieh nahezu zum Aussterben gebracht. Problematisch wurde der Bestand an Original Braunvieh Mitte der 1980er Jahre.

 

Aus diesem Grund entstand im Jahr 1988 die „Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung und Züchtung des Original Braunviehs im Allgäu“. Diese Interessenvertretung entwickelte sich im Jahr 1995 zum „Allgäuer Original Braunviehzuchtverein e.V.“

 

Im Jahre 2003 wurde in Baden- Württemberg der „Arbeitskreis Allgäuer Braunvieh e.V.“ gegründet, welcher das Ziel hat, das Original Braunvieh ausschließlich auf Basis von Allgäuer Blutlinien zu erhalten.

 

Durch die Bemühungen der Züchter hat sich der Bestand des Original Braunviehs in Bayern und Baden- Württemberg in den letzten Jahren wieder stabilisiert.

 

Bestand in Baden- Württemberg:

 

Entwicklung der Bestandszahlen der Zuchtkühe der Rasse Original Braunvieh in Baden- Württemberg

 

 

Gesamt

Davon Allgäuer

Linien

1999

39

16

2000

53

24

2001

55

27

2002

66

36

2003

68

39

2004

82

48

2005

97

57

2006

111

68

2007

131

75

2008

146

88

2009

168

99

2010

187

106

2011

215

124

2012

202

117

2013

208

131

2014

220

145

2015

255

         165

2016

256

160

2017

274

170

2018

293

179

 

Zuchtziel:

 

Das Original Braunvieh wird auf zweiseitige Nutzung, nämlich Milch und Fleisch, gezüchtet. Besonderer Wert soll dabei auf die Langlebigkeit der Tiere gelegt werden. Die langlebige Zweinutzungskuh soll nicht zu frühreif sein, aber jedes Jahr ein Kalb bringen. Sie soll einen mittleren Rahmen aufweisen, ein gesundes Fundament (gute Klauen) zeigen und ein leicht melkbares, drüsiges Euter mit gut ausgebildetem Zentralband und korrekten Zitzen haben. Neben einer guten Milchleistung ist der Bemuskelung die größte Beachtung zu schenken, damit eine wirtschaftliche Nutzung von Tieren zur Mast und Schlachtung gewährleistet ist. Die Tiere sollen Qualitätsfleisch mit einem hohen Schlachtkörperwert zeigen. Ein hohes Grundfutteraufnahmevermögen mit einer hohen Futterverwertung ist mit großer Flankentiefe und Brustbreite anzustreben. Als robustes, widerstandsfähiges Rind soll das Original Braunvieh besonders zur Weidehaltung sowohl im Flachland als auch im Gebirge geeignet sein.

 

In der Mutterkuhhaltung wird von der langlebigen Original Braunviehkuh eine regelmäßige Fruchtbarkeit und gute Aufzuchtleistung erwartet; zudem soll sie leichtfuttrig und anspruchslos sein. Vitale, frohwüchsige und gut bemuskelte Kälber sollen zum Kennzeichen des Original Braunviehs werden. Sie sollen von der ersten Stunde an einen stark ausgeprägten Saugtrieb haben. Die Grundvoraussetzungen für hohe Aufzuchtergebnisse und hohe Absetzgewichte sind gute Muttereigenschaften, wie Leichtkalbigkeit, eine ausreichende Milchleistung und ein guter Mutterinstinkt (sofortige Annahme des Kalbes nach der Geburt). Die Original Braunviehtiere sollen ein ruhiges Weideverhalten zeigen, gute Klauen besitzen und im Umgang problemlos für den Halter sein (besonders die Bullen). Die Original Braunviehbullen sollen gepaart mit anderen Mutterrassen und milchbetonten Rassen optimale Kreuzungskälber erzeugen.

 

Im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogrammes wird versucht, die genetische Vielfalt zu erhalten.

 

Es werden zwei Kategorien unterschieden:

  • Kat. A mit nachweislich 0 % Fremdgenanteil.
  • Kat. B mit nachweislich bis zu 12,5 % Fremdgenanteil. 

Milchleistung

6000 kg pro Standardlaktation; 3,8 % Fett; 3,5 % Eiweiß

Melkbarkeit

1,8 – 2,8 kg/ min

Fleischleistung

Bullenmast 1000 bis 1300 g tägl. Zunahmen, Kälbermast 1300 g und mehr

Männliche Absetzer: 1100 - 1250 g tägl. Zunahmen

Weibliche Absetzer:    950 - 1100 g tägl. Zunahmen

Fruchtbarkeit

ZKZ 365 Tage

Langlebigkeit

7 Laktationen und mehr

Widerristhöhe

Kühe:  130 - 140 cm

Bullen: 145 - 155 cm

Gewicht

Kühe:   550 - 700 kg

Bullen: 900 - 1200 kg

 

Leistung in Baden- Württemberg:

 

Milch (Original Braunvieh gesamt)

2018:  199 Abschlüsse        

4.333 kg Milch - 3,94 % Fett - 171 Fett kg - 3,44 % Eiweiß - 149 Eiweiß kg

 

Fleischleistung:

 

Bei einem Intensivmastversuch im Jahre 2003 an der LVVG Aulendorf wurden 13 Mastbullen der Rasse Original Braunvieh (Allgäuer Zuchtrichtung) gemästet. Das durchschnittliche Lebendgewicht der Bullen betrug 514,6 kg bei einem Schlachtalter von 15 Monaten. Es ergaben sich Lebenstagszunahmen von durchschnittlich 1111 g bei einer Ausschlachtung von 58,3 % sowie hervorragender Schlachtkörper- und Fleischqualität.

 

Förderung:

 

In Baden- Württemberg wird das Original Braunvieh über das FAKT- Programm gefördert. Voraussetzung ist, dass der Betrieb Mitglied beim LKV und Herdbuchzuchtbetrieb ist.

 

Weiterhin darf die Zuchtkuh nachweislich max. 12,5 % Fremdblut aufweisen. 

  

Sperma:

 

Sperma von Bullen des Original Braunviehs kann über die RBW in Herbertingen Tel. +49 (0) 7586/ 9206-41 bezogen werden.

 

Weitere Informationen zu Original Braunvieh:

 

Edwin Schick

Landratsamt Biberach

Landwirtschaftsamt

Sachgebiet Tierzucht

Bergerhauserstr. 36

88400 Biberach

Telefon: 07351/52-6736

e-mail: edwin.schick@biberach.de