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Fleischrindertage in der Arena Hohenlohe – mit Pinzgauer Bundesschau

Alle Körsieger und die Bundessieger Pinzgauer-Fleisch vor der Auktion am Samstag, ein tolles Bild! (Foto: Habel)

Unsere 13. Süddeutschen Fleischrindertage 2020 in der Arena Hohenlohe können erneut als Erfolg verbucht werden. Ein sehr schönes Rahmenprogramm bildete diesmal – neben unserem Jungzüchterwettbewerb - die 2. Deutsche Fleischrinderschau der Rasse Pinzgauer.

 

Hierfür hatten die engagierten Zuchtbetriebe insgesamt 41 Tiere aus ganz Deutschland aufgetrieben, vom Kalb bis zum sechsjährigen Altbullen. Zahlreiche Freunde dieser Rasse waren aus allen Bundesländern nach Ilshofen angereist, dazu noch ein ganzer Bus interessierter Züchter aus Kärnten. An Besucher mangelte es sicher bei diesen Fleischrindertagen insgesamt nicht. Die Zuchtleiter aus Bayern und Baden-Württemberg, Konrad Wagner und Dr. Thomas Schmidt, hatten die Ehre und auch Freude, die tollen Klassen richten zu dürfen.

 

Die Stimmung unter den Pinzgauer-Züchtern war sehr gut, gespannt und hoch motiviert bestritten sie mit gut vorbereiteten Tieren den Richtwettbewerb. Der dreijährige Siegerbulle Maik PP präsentierte mit seinen 1080 kg viel Rassetyp und das beste Gesamtpaket. Und sein Besitzer Marcus Mihm aus dem hessischen Tann zeigte, wie sich erfolgreiche Züchter so richtig freuen können. Sieger weiblich wurde die sehr elegante und fundamentstarke Kuh Sofi von unserer Familie Leibold, Meßstetten, mit ihrem bestens entwickelten Bullenkalb bei Fuß.

 

Bei den Züchtersammlungen stand ebenfalls Familie Leibold mit ihrer beeindruckenden, extrem harmonischen Pinzgauer-Kollektion an der Spitze der vier Konkurrenten. Die Nachzuchtsammlungen der Bullen Horio, Nupur und Basti konkurrierten danach noch als Krönung der Bundesschau und Abschluss des Rahmenprogrammes zum Züchterabend am Freitag. Zur Freude seines Besitzers Norbert Uebler aus dem bayerischen Hirschbach setzte sich hier Nupur mit seinen eleganten und sehr einheitlichen Nachkommen klar an die Spitze.

 

Noch vor der Bundesschau Pinzgauer wurden am Freitagnachmittag die Marktbullen gekört. Zum Verkauf kamen am Samstag insgesamt 75 Bullen und 6 Rinder. Letztlich konnten 65 Bullen zu einem mittleren Preis von 2802 € sowie leider nur eins der Rinder verkauft werden. Trotz der tollen Schau fehlten bei den verkäuflichen Pinzgauern leider die Käufer, hier wurden nur 2 von 8 Tieren verkauft. Angus war am stärksten vertreten mit 29 aufgetriebenen Bullen, von denen 26 verkauften werden konnten.

 

Siegerbulle wurde mit den Körnoten 8/8/8 der rote Lanny.ot aus dem Betrieb Markus Ott, Unterleinleiter. Mit RZF 117 brachte er den Angus-Spitzenpreis von 4000 €, verkauft an den Starnberger See. Reservesieger mit identischen Körnoten wurde der ebenfalls rote Nobi 27 aus dem Betrieb von Roland Reißlein (Bubenheim), mit 1709 g die höchste Tageszunahme aller Marktbullen und dabei noch BIO. Für 3500 € deckt er nun in Mittelfranken. Der Angus-Bemuskelungssieger von Tobias Bauereiß, Auerbach, wurde für 3800 € nach Polen verkauft. Erfreulich, dass auch unsere Betriebe insgesamt gut verkaufen konnten. Peter Schumacher aus Heidelberg konnte seine vier Marktbullen gut verkaufen, darunter einen Klassensieger für 3400 € in den Raum Tuttlingen.

 

Erfreulich war das breite Angebot von 12 aufgetriebenen Charolais-Bullen. Hier war für jeden Geschmack was dabei, 11 fanden ihren Käufer. Ganz vorne positionierte sich Rigobert von Christian Spona, Markt Bibart. Er war der einzige genetisch gehörnte (enthornte) Charolais-Bulle und überzeugte durch sehr viel Typ und die beste Bemuskelung, dazu RZF 106. Mit 8/8/7 wurde er Kör- und Bemuskelungssieger, brachte jedoch nur 2400 €. Den Spitzenpreis Charolais sicherte sich mit 4600 € und identischen Körnoten der knapp jährige, reinerbig hornlose Reservesieger von Kirzingers aus Pfaffenhofen. Beide Bullen gingen in die Schweiz. Sehr erfolgreich war auch Thomas Rott aus Aidlingen, der seine fünf jungen Bullen alle vermarkten konnte, im Mittel zu knapp 2500,- €. Sein Klassensieger, 7/8/7 gekört mit RZF 103 und dazu noch PP, darf künftig für 2700 € in Badenweiler decken.

 

Bei Fleckvieh-Simmental fanden alle vier Bullen neue Besitzer. Der Betrieb Fech GbR, Buttenwiesen, verkaufte den reinerbig hornlosen Sieger Elias, 8/8/8 gekört mit RZF 113, für 3600 € nach Bayern. Den Reservesieger Gustl stellte Robert Deibel, Unterransbach. Ebenfalls PP und 8/8/7 gekört kauften in Schweizer für 2700 €.

 

Limousin zeigte über die 24 angebotenen Bullen - von denen 23 verkauft wurden - ein sehr breites Angebot, von mittelrahmigen, eher frühreifen und sehr gut bemuskelten Tieren, bis hin zu extrem typvollen Vertretern, viele von ihnen reinerbig hornlos PP. Klarer Sieger wurde der stärkste Typbulle, der großrahmige, lange Pedro von Josef Lang, Waldmünchen, mit bereits 746 kg bei 1416 g Tageszunahme und RZF 111. Mit 9/8/7 gekört wollte ihn jeder, für den Tageshöchstpreis von 4700 € bekam ihn schließlich ein slowakischer Top-Zuchtbetrieb.

 

Reservesieger wurde der einzige enthornte Limousin, der bestens bemuskelte, sehr korrekte, hell gefärbte junge Einstein von Willi Streng, 7/9/8 gekört. Für 4100 € deckt er nun auf der Ostalb, ebenso wie der Bemuskelungssieger für 2900 € von Robert Frank, 7/9/6 gekört und mit 125 höchster RZF des Tages. Schon kurios, dass sie von zwei Züchtern aus dem bayerischen Schillingsfürst auf zwei Betriebe in den Raum Abtsgmünd verkauft wurden. Unsere Züchter aus Baden-Württemberg konnten zwei Klassensieger Limousin stellen. Familie Spieler freuten sich, dass ihr schöner 1a Terron-Sohn Tilly, 8/8/7 gekört und Pp, für 3000,- € in die Schweiz ging. Dorthin wurde auch der Klassensieger von Andreas Lamparth, 8/7/8 gekört und RZF 106, für 2500 € verkauft.

 

Aus Anlass der 2. Bundesschau Pinzgauer war das Angebot mit sechs Pinzgauer-Jungbullen diesmal recht groß, leider zu groß für die Nachfrage. Nur der Körsieger UE Nick (Pp) von Norbert Uebler, auch Reservesieger der Bundesschau, konnte für 2500 € seinen neuen Besitzer in Österreich finden. Reserve- und Bemuskelungssieger wurde der sehr gut entwickelte Max (Pp) von Familie Leibold, Meßstetten, mit den identischen Körnoten 8/7/7. Er wird sicher noch seinen Käufer in den kommenden Wochen finden.

 

Traditionell werden unsere Fleischrindertage am Samstagvormittag vor der Auktion abgerundet durch den engagierten Auftritt unserer Jungzüchter, kompetent und kurzweilig gerichtet von Tobias Bauereiß und Franz Büchelmaier, ein bereits eingespieltes Duo. 14 Jungzüchter, von 12 bis 22 Jahren präsentierten sich in drei Altersklassen, und das schon sehr professionell. Zur Siegerin gekürt wurde Sandra Hartenstein (21, Triesdorf), knapp vor Matthias Schneider (19, Waldmünchen).

 

Fazit der Fleischrindertage 2020: viele Bullen konnten gut verkauft werden, insbesondere in die Nachbarländer, wohin sage und schreibe 24 Bullen vermarktet wurden, sehr viele in die Schweiz, aber auch nach Tschechien, Slowakei, Polen und Österreich. Bemerkenswert auch, dass nur 3 von 46 aufgetriebenen Bullen der Rassen Charolais, Fleckvieh, Limousin und Pinzgauer Hornstatus H (enthornt) aufwiesen. Bezahlt macht sich die angebotene Qualität.

 

Jedes Tier ist vorselektiert und auf väterliche und mütterliche Abstammung geprüft, alle genetisch hornlosen Tiere gehörnter Rassen auf Hornstatus untersucht, Angusbullen auf Doppellender getestet, alle Tiere BT-geimpft, Transporte organisiert. Wer bei unseren Fleischrindertagen kauft, bekommt echten Gegenwert! Das Preisniveau war gut und angemessen, aber auch echte Schnäppchen wieder dabei. Nächste Chance sind die 14. Fleischrindertage in Ansbach, am 5./6. Februar 2021.

 

 

 Dr. Schmidt

 

 

Die Pinzgauer Siegerbullen der Schau: Maik li. von Marcus Mihm (Sieg) und Reservesieger UE Nick von Nobert Uebler re. (Foto: Kraft)Pinzgauer Siegerkuh Sofi mit Kalb von Familie Leibold, Meßstetten (Foto: Kraft)Pinzgauer Kör-Reservesieger Max Pp von Familie Leibold (Foto: Kraft)Der Körsieger Angus von Markus Ott, mit RZF 117 und 8/8/8, für 4000 € nach Bayern zugeschlagen (Foto: Habel)Gleich vier Angusbullen konnte Peter Schumacher aus Heidelberg verkaufen, hier sein Klassensieger Bernd (AA) li., 8/8/7 gekört, für 3400 EUR auf die Alb verkauft (Foto: Kraft)Der Reservesieger Charolais von Anton Kirzinger - wie der Sieger 8/8/7 gekört und in die Schweiz verkauft - brachte als PP-Bulle mit 4600 € jedoch viel mehr (Foto: Kraft)Sogar fünf Charolais-Bullen konnte Thomas Rott aus Aidlingen verkaufen, hier sein Klassensieger Candus PP, für 2700 € ging’s nach Badenweiler (Foto: Kraft)Rahmig und typstark, der beeindruckende Körsieger Limousin von Josef Lang, zum Tageshöchstpreis von 4700 € in die Slowakei verkauft (Foto: Habel)Der imposante Sieger Fleckvieh der Fech GbR: keine 1 ½  Jahre, aber schon 860 kg, RZF 113, PP und 8/8/8, er blieb für 3600 € in Bayern (Foto: Kraft)Das Siegertrio Limousin von vorne: Sieger, Reserve und Bemuskelungssieger (von li.) (Foto: Kraft)Das Siegertrio Limousin von hinten: Bemuskelungssieger, Reserve und Sieger (von li.) (Foto: Habel)Limousin Altersklasse 1, der Klassensieger (ganz li.) der Spieler GbR, Eberhardzell, 8/8/7 gekört, für 3000 € in die Schweiz, einer von vier ihrer vermarkteten Bullen (Foto: Kraft)Auch der 8/7/8 gekörte Klassensieger der Limousin-Klasse 2 von Andreas Lamparth, Altensteig, wurde in die Schweiz verkauft (Foto: Kraft)Unser ambitionierter Nachwuchs zeigte sein Können in einem schönen Wettbewerb am Samstagmorgen, alle Teilnehmer und beide Preisrichter hier, die Sieger mit ihren Tieren (Foto: Habel)Alle Körsieger und die Bundessieger Pinzgauer-Fleisch vor der Auktion am Samstag, ein tolles Bild! (Foto: Habel)