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Die Wälderrassen im Jahre 2018

Pigrag ist der erste Pigdian II Sohn aus einer Ragosmutter mit MW 122 im Testeinsatz. Er war als erstes Kalb der Kuh gut entwickelt und mit je 6 in B und AE bewertet. Stefan Weiss aus Schönwald hat den Bullen gezüchtet Der Fällersohn Walter ist neu im Besamungseinsatz bei den Hinterwäldern. Damit können wir wieder eine neue Linie weiterverbreiten. Auf der Schau 2017 in Utzenfeld war er drittplatziert

Bei den gefährdeten Rassen ist die Bestandsentwicklung immer im Fokus.Mit Stand 30.September 2018 gibt es 306 VW-Betriebe (-18) mit 5.852 Milchkühen (-242) und 143 VW-Betriebe (+3) mit 1.483 Mutterkühen (-3) sowie 30 HW-Betriebe (-1) mit 394 Milchkühen (-5) und 203 HW-Betriebe (-2) mit 1.736 Mutterkühen (-3).

 

Die Betriebs- und Tierzahlen sind vor allem bei den Hinterwäldern gegenüber dem Vorjahr in etwa gleichgeblieben, bei den Vorderwäldern gab es eine merkliche Reduzierung im Milchbereich.

 

Die Vorderwälderkuh erzielte mit 5.563 kg Milchmenge bei guten Inhaltsstoffen die höchste Fett- und Eiweißmengensteigerung aller Rassen im Lande, die Hinterwälderkuh gab mit 2.900 kg etwas mehr als im Vorjahr. Hauptgrund war das gute Winterfutter 2017/2018. Sicherlich sind die beiden Wälderrassen mit überwiegender Grünland- und Weidegrundfütterung den Witterungs- und Qualitätsschwankungen mehr ausgesetzt als die Hauptrassen.

 

Die FAKT- Maßnahme der Förderung gekörter Bullen hat ihr Ziel der Inzuchtvermeidung nach wie vor erreicht, bei den Hinterwäldern wurden 46 Bullen aus zehn Linien ab Stall gekört. Erfreulicher Weise konnte mit Walter ein weiterer Hinterwälderbulle nach dem Deckeinsatz abgesamt werden. Er wird Stammvater dieser auf Fäller zurückgehenden alten Linie. Bei den Vorderwäldern wurden 37 Zuchtbullen aus acht Linien ab Stall gekört. Wie 2017 konnten drei Testbullen, zwei Iggardian- und ein Pigdian II-Sohn, ausgewählt werden. Mit Gipig gelangte Mitte des Jahres ein G-Linienvertreter in den Zweiteinsatz. Er ist nach GZW auf dem zweiten Platz der Empfehlung platziert.

 

Führende Rassen im Biobereich

 

Bei den Wälderrassen gibt es nochmal einen Schwung mehr Biobetriebe. Im Milchbereich wird in 30 % der Vorderwälderbetriebe mit über 40 % Vorderwälderkühen biologisch gewirtschaftet. Bei den Hauptrassen ist der Anteil auch etwas größer geworden, aber deutlich niedriger. So sind zum Beispiel bei Fleckvieh knapp 14 % der Zuchtkühe Biokühe. Klar, Grünlandstandorte wie der Schwarzwald sind natürlich prädestiniert für diese Wirtschaftsweise. Die Milchleistung dieser Wälderbiobetriebe unterscheidet sich minimal von allen Wälderbetrieben. Bei den Hauptrassen sind die Unterschiede sehr groß.

 

Maße und Gewichte sind Alleinstellungsmerkmale

 

Die Besonderheit der beiden Rassen sind ihre Maße und Gewichte, die sie befähigen, die Schwarzwaldhänge zu beweiden. Dieses Jahr haben wir Maße von der Schau in Görwihl am 30. September 2018. Die 29 Milchkühe wogen 619 kg und maßen 138,7 cm im Widerrist. Diese Maße passen nach wie vor gut zum Zuchtziel der Rasse mit 138 cm Widerrist und der Spanne im Gewicht von 550 bis 650 kg Gewicht bei ausgewachsenen Kühen. Bei den Hinterwäldern steht die Widerristhöhe der Bullen von den zweimaligen Märkten im Jahr zur Verfügung. Seit 1989 sind das 739 Tiere. Es ist eine Konstanz wie bei einer Schweizer Uhr festzustellen, im Schnitt liegen die Burschen mit etwa 14 Monaten bei 118 cm Widerrist. Es ist also keine Befürchtung einer Größensteigerung im Mittel zu erkennen.

 

Langlebigkeit ist verankert

 

Nach wie vor sind die Hinterwälder in punkto Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Fundamentqualität Spitze im Rassenvergleich, im Zellgehalt liegen sie am Ende der Rangierung. Zwar ist das Abgangsalter der Milchkühe etwas zurückgegangen auf 7,5 Jahre, sie liegen aber immer noch 1,8 Jahre über dem Mittelwert. Die Vorderwälder landen nach den Hinterwäldern auf dem zweiten Platz hinsichtlich Langlebigkeit. Der Anteil der Kühe mit fünf und mehr Laktationen hat sich gegenüber dem letzten Jahr um 1 % auf 27,5 % erhöht, die anderen Rassen liegen zwischen 13 % für Deutsche Schwarzbunte und 20,4 % bei Braunvieh. Erstmals erreicht die Melkbarkeit der 635 gestoppten Vorderwälderjungkühe 2,04 kg pro Minute.

 

 

Doppelnutzung als wichtiger Punkt der beiden Rassen

 

Die Doppelnutzung, Milch- und Fleischleistung, ist bei beiden Rassen bedeutsam. Die Bullenkälberqualität der Vorderwälder bei den Donaueschinger Märkten hat ein noch nie dagewesenes gutes Niveau erreicht. 1.127 Bullenkälber konnten in Donaueschingen und in Bad Waldsee vermarktet werden. Sehr gut lief es auf der Prüfstation, 1.300 g Zunahmen bei 50 Bullen im Prüfabschnitt vom 112. bis 350. Tag sind ein sehr gutes Ergebnis. Sieben neue männliche und drei weibliche Vorderwälderreinzuchttiere sind vom Betrieb Familie Dorer in Eisenbach-Schollach 2018 aus der Vermarktung über die EZG „Junge Weiderind“ dazugekommen. Neun wurden als R-Schlachtkörper klassifiziert, ein tolles Ergebnis. Dass das keine Eintagsfliege ist, zeigen die Ergebnisse über sechs Jahre: 30 von 32 männlichen Schlachtkörpern erzielten die geforderte Handelsklasse R und die günstige Fettstufe 2 erreichten 27. Das Schlachtgewicht betrug 267 kg. Mit guter Genetik kann in der Mutterkuhhaltung in Reinzucht erfolgreich gewirtschaftet werden.

 

Nach dem Spitzenjahrgang der männlichen Absetzerschlachtgewichte von Adeline Stadtmüller in Kraichtal-Neuenbürg mit 159 kg Schlachtgewicht und 578 g Nettozunahmen war der jetzige deutlich schwächer: 134 kg und 477 g Nettozunahmen. Hauptgrund war die extreme Hitze und Trockenheit, ein Nebengrund das eingesetzte Vatertier mit Bemuskelungsnote 5.

 

Erbfehler Epidermolysis bullosa bald verbannt

 

Deutlich rückläufig ist die Anzahl der Erbfehlerkälber „unvollständige Haut- und Haarbildung“, Epidermolysis bullosa. Die Maßnahme, dass nur noch anlagefreie Deck- und Besamungsbullen in den Einsatz kommen, zeigt Wirkung. Damit wird dieser Erbfehler bald der Vergangenheit angehören.

 

Gute Bezirksschau in Görwihl

 

Das Erntedankfest am 30. September 2018 in Görwihl bildete einen hervorragenden Rahmen für die Bezirksschau des Vorderwälderzuchtvereins Südlicher Schwarzwald. Bei Schauen kann man den Stand der Rasseentwicklung präsentieren. Das ist gut gelungen. Ein Bulle und 29 Milchkühe wurden ausgestellt, und erstmals in der Vorderwäldergeschichte wurden vier Mutterkühe mit ihren Absetzern gezeigt. Alle vier männlichen Absetzer waren genetisch hornlos, einer sogar reinerbig. Bestens wurde der Kinderwettbwerb angenommen: Zehn Kinder aus sechs Familien nahmen daran teil. Für die Kinder ist es der erste öffentliche Auftritt und sie meisterten ihn hervorragend.

 

Eine Hinterwäldermutterkuh mit Kalb war auf der Badenmesse ausgestellt, beim 100. Landwirtschaftlichem Hauptfest in Stuttgart Bad-Cannstatt präsentierten sich die Wälderrassen mit je zwei Milchkühen und einer HW-Mutterkuh mit Kalb.

 

Dr. Franz Maus, Zuchtleiter

Das war der Spitzenbulle vom Augustmarkt 2018, einer der 35 über den Markt verkauf-ten Zuchtbullen. Er war begehrt, bei 1.900 € endete die Versteigerungsfahrt. Im Schnitt wurden im Zuchtjahr 1.651 € erzielt. Angeboten wurde Igpiri von Franz Buchholz aus MühlenbachGipig kam 2018 in den Zweiteinsatz. Salute ist eine ausgezeichnete Tochter vom Be-trieb Stefan Weiss in Schönwald. Ein einheitlich gutes Exterieur mit der Euternote 8 ist zu sehen. Mit Milchwert 119 ist Salute auch im Bullenmütterregister eingetragen. Im Kalbeverlauf ist Gipig sehr gutAls Jungkuhsiegerin der Görwihler Schau war die Pirbrachytochter Sally mit 125 GZW, sehr guter Melkbarkeit und der Bewertung 8-7-7-8 nicht zu schlagen. Sie stammt von Lothar Ebner aus Höchenschwand-UnterweschneggDas ist der Vater des guten Absetzerjahrgangs 2018 auf dem Betrieb der Familie Dorer in Eisenbach-Schollach. Kabwald erzielte dreijährig 494,2 kg Schlachtgewicht und die sehr gute Klassifizierung U 2In der Langlebigkeit punkten die Wälderrassen. Hier ein Beispiel, die Respatochter Kati von der Breiteckhof GbR aus Gütenbach auf der Verbandsschau in St. Märgen 2017. Sie war die Kuh mit der höchsten Lebensleistung aller Schaukühe und mit Ihren neun Abkalbungen zweite in der starken Euterkonkurrenz Erstmals in der VW-Schaugeschichte wurden in Görwihl Mutterkühe mit Absetzern ausgestellt. Siegerin wurde diese schöne Erstlingskuh mit 25 Monate Erstkalbealter, sie hatte einen tollen knapp 6 Monate alten Bullenabsetzer, der 260 kg wog und gute 1.270 g tägliche Zunahmen erzielte. Züchter dieses Gespannes ist Gerhard Hilpert aus Görwihl-HartschwandDieses Ragosbullenkalb von Roland Fichter aus St. Georgen-Oberkirnach ist ein Bei-spiel der guten Kälberqualitäten. Mit 90 kg Gewicht erzielte es 390 kg, das entspricht guten 4,33 € pro Kilogramm LebendgewichtAuf jeder Wälderschau kann man auch Zuchtbullen bewundern. Hier Pirgiodian, der mit 7 in Bemuskelung und 6 in der Äußeren Erscheinung Siegerbulle der Schau 2018 in Görwihl wurde. Lothar Ebner aus Höchenschwand-Unterweschnegg freut sich über seinen stallgekörten ZuchtbullenPigrag ist der erste Pigdian II Sohn aus einer Ragosmutter mit MW 122 im Testeinsatz. Er war als erstes Kalb der Kuh gut entwickelt und mit je 6 in B und AE bewertet. Stefan Weiss aus Schönwald hat den Bullen gezüchtetEine Vorderwälder- und eine Hinterwäldermilchkuh beim 100. LHF in Stuttgart Bad Cannstatt bei der Vorführung. Schön sind die Größenunterschiede der beiden Rassen zu sehenDas ist der beste Absetzer 2018 vom Betrieb Adeline Stadtmüller aus Kraichtal-Neuenbürg: Mit neun Monaten erreichte er 151 kg Schlachtgewicht, was 559 g Netto-zunahmen entsprichtDieser Ronlabsohn aus der Zucht von Arnold Schelb, Münstertal, aufgezogen von Hu-bert Schätzle aus Todtnau- Präg und gesteigert von Manfred Schelshorn aus Bernau-Hof traf mit 116 cm Widerrist im Alter von 13,5 Monaten ziemlich genau die schon jahr-zehntelang erreichte Mitte in der GrößeImmer wieder kann man die Hinterwälderkühe bei Laubfressen beobachten wie hier bei Heinrich Till in Schluchsee-Äule an einem WeidenbuschDas Jugendwachstum der Hinterwälder ist beeindruckend. Hier zu sehen beim sechs Monate alten Kuhkalb auf der Badenmesse in Freiburg ausgestellt von Johannes Wies-ler aus Bollschweil-Gütle. Ebenso beim knapp sieben Monate alten Kuhkalb aus einer Jungkuh beim 100. LHF in Stuttgart Bad Cannstatt ausgestellt von Klaus Nittel aus Kel-ternDas Jugendwachstum der Hinterwälder ist beeindruckend. Hier zu sehen beim sechs Monate alten Kuhkalb auf der Badenmesse in Freiburg ausgestellt von Johannes Wies-ler aus Bollschweil-Gütle. Ebenso beim knapp sieben Monate alten Kuhkalb aus einer Jungkuh beim 100. LHF in Stuttgart Bad Cannstatt ausgestellt von Klaus Nittel aus Kel-ternHinterwälder mit ihrer Kleinheit halten die schwierige Topografie des Verbreitungsge-bietes offen. Bild 1 ist die Milchviehherde von Manfred Schelshorn aus Bernau-Hof und Bild 2 die Mutterkuhherde von Ewald Kiefer aus Fröhnd-Ittenschwand wirdHinterwälder mit ihrer Kleinheit halten die schwierige Topografie des Verbreitungsge-bietes offen. Bild 1 ist die Milchviehherde von Manfred Schelshorn aus Bernau-Hof und Bild 2 die Mutterkuhherde von Ewald Kiefer aus Fröhnd-Ittenschwand wirdDer Fällersohn Walter ist neu im Besamungseinsatz bei den Hinterwäldern. Damit kön-nen wir wieder eine neue Linie weiterverbreiten. Auf der Schau 2017 in Utzenfeld war er drittplatziertDer Betrieb Martin Falger aus Todtnau-Gschwend beim abendlichen Weideabtrieb sei-ner Hinterwälderherde auf öffentlicher Straße in den Stall