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Aktuelles zur Fleckvieh-Zuchtwertschätzung 12/2020

Mert ist ein sehr hoher Mettmach Sohn, der mit einem GZW von 138 startet und einen sehr guten Fleischwert zeigt

Ruhe vor dem Sturm

 

Mit der April-Zuchtwertschätzung kann mit einem neuen Zuchtwertschätzmodell gerechnet werden, das erhebliche Veränderungen in der Rangierung bringen wird. Mit der Einführung des Single Step Modells wird ein neues Zeitalter der Zuchtwertschätzung eingeleitet, bei dem genetische Informationen und Eigenleistung gleichzeitig in einem Gesamtmodell Berücksichtigung finden und damit theoretisch das zweistufige Verfahren ersetzen wird. Sofern die Testläufe des Januar zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, wird die jetzt vorliegende Dezemberzuchtwertschätzung wohl die letzte sein, die mit dem herkömmlichen Verfahren durchgeführt wurde und wahrscheinlich zu einer etwas zu positiven Wertung der nachkommengeprüften Bullen geführt hat.

 

Die Spitze der Rasse

 

Somit konzentriert sich das Augenmerk auf die neueren hohen Bullen. Mit Wonderland und Weston kommen die ersten Söhne von Weitblick in den Einsatz. Weston ist aus Everest gezogen und wurde von Familie Raunecker, Dischingen gezüchtet. Er verspricht ansprechende Milchmenge bei solidem Exterieur. Besonders überragend bleiben die Vollbrüder Erasmus und Ephraim. Mit GZW 138 und GZW 136 gehören sie weiter zur Spitze. Erasmus ist mit 137 im Euter einer der höchsten Bullen der Rasse. Ephraim überzeugt durch sehr ausbalanciertes Exterieur, hohe Milchmenge und überragende Werte in den funktionalen Merkmalen

 

Ausgefallene Alternativen

 

Da sich Waban als einer der höchsten nachkommengeprüften Bullen hält, kann inzwischen auch sein Sohn Weissensee einige Söhne in der Top-Liste platzieren. Bereits verfügbar ist der Bulle Wunderling, der auf eine Herzschlag-Mutter zurückgeht und sehr viel Milch, mittleres Format und gute Euter verspricht.

 

Interessant ist auch der Hollywood-Sohn Holowitz, der auf Wobbler zurückgeht und sich mit GZW 134 bestätigt. Mit seiner Milchmengenvererbung von +1152 kg und einer Eutervererbung von 121 läßt er ganz moderne, leistungsbereite Fleckviehkühe erwarten, er wird demnächst gesext verfügbar sein. Neu ist zudem der behörnte Mettmach-Sohn Mert, der sich mit GZW 138 sehr weit vorne einreiht. Er verspricht sehr viel Milch, sehr gute Nutzungsdauer und Fruchtbarkeit, bedarf aber Beachtung der Melkbarkeit. Der Zazu Sohn Zafon, kann sich erneut um 2 Punkte verbessern und gehört mit mehr als 1000 kg Milch und guten Werten für Fundament und Euter auch weiterhin zu den besten Bullen der Rasse. Auch der Husam-Sohn Humidor kann sich verbessern und steht nun bei +1235 kg Milch. Er wird viel Rahmen und beste Euter und damit sehr moderne Fleckviehkühe hinterlassen.

 

Herzpochen Söhne

 

Von den vielen Herzpochen Söhnen überzeugen Hendrix, Hauk und Hofmeister. Hendrix ist aus Monumental gezogen und kann bei hoher Milchmenge auf beste Melkbarkeit und sehr komplette Euter blicken. Hofmeister ist mit seinem GZW von 135 einer der höchsten Bullen der Liste, er geht auf eine Villeroy Mutter zurück, zeigt sich im mittleren Format mit guten Eutern und mehr als 1100 kg Milch. Hardenberg kann sich als Hokuspokus Sohn aus einer Everest Mutter sehr gut bestätigen und gehört zu den komplettesten Bullen des Angebotes. Er ist inzwischen gesext verfügbar und ermöglicht es nun, gezielt auf weiblicher Seite seine positiven Eigenschaften in Milchmenge, Fruchtbarkeit und Vitalität zu verbreiten.

 

Hornlose Genetik

 

Besonders stark ist inzwischen das Angebot an hornlosen Bullen. Neben den bereits bekannten Bullen Hamlet P (Hermelin*Mahango, GZW 130) und Horazio P (Hilfinger*Mahango GZW 134) steigen mit Marsh P, Makeba P, Marquez P und Maui PP eine Vielzahl von neuen, vor allem im Exterieur sehr hochwertigen Bullen ein. Marsh P ist ein Mettmach Sohn aus Incredible, der bei fast 1000 kg Milch positive Fett-Prozente vererbt und beste Fundamente hinterlässt.

 

Makeba P ist ein sehr früher Malaga Sohn, der auf Herzschlag zurückgeht und bei mehr als 1000 kg Milch gute Euter in Aussicht stellt. Marquez P ist ein Majestät-Sohn aus Sturmwind, der viel Format und gute Euter verspricht. Maui PP ist ein Mineral P Sohn aus einer Irokese Mutter, der ausreichend Milch mit guten Eutern und mittlerem Format verspricht. Interessant ist zudem Vasari P, einer der komplettesten hornlosen Exterieurbullen, der inzwischen auch gesext verfügbar ist und somit das Hornlosgen breit in die Population bringen kann.

 

Geprüfte Vererber

 

Villeroy und Royal bestätigen sich ebenso wie Orka. Auch Womba, der nach der letzten Schätzung wieder in den Einsatz kam, kann sich nun mit GZW 129 festigen. Inzwischen sind sehr viele Töchter in der Schätzung, was ihn zu einem sicher geprüften Bullen macht. Neu steigt zudem Whatever ein, der mit Eigenleistung von 428 Töchtern 9 Punkte zulegen kann und bei 128 steht. Er verbessert sich im Exterieur durchweg und kann bei mittlerer Milchmenge auf positive Eiweißprozente blicken. Mit einem Fleischwert von 126 gehört er zu den starken Zweinutzungsbullen.

 

Mit einem sehr starken und breiten Angebot in der Spitze kann die RBW nahezu alle Segmente im Bereich der Besamung bedienen und wird auch in der kommenden Besamungssaison als kompletter Dienstleister zur Verfügung stehen. Erfreulicher Weise sind eine Reihe von Kuhmachern inzwischen gesext verfügbar und machen so den Zuchtfortschritt auf weiblicher Seite deutlich einfacher.

Mert ist ein sehr hoher Mettmach Sohn, der mit einem GZW von 138 startet und einen sehr guten Fleischwert zeigtVasari P, gezüchtet von Martin Albrecht, Gingen ist einer der komplettesten Exterieurbullen der HornloszuchtKewana von Alfred Berger, Mieterkingen ist die Mutter von Erasmus, Ephraim, Mauritius und Vikins P