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Aktuelles zur Fleckvieh-Zuchtwertschätzung 04/2019

Giorgio ist der höchste verfügbare Gucci-Sohn und geht auf eine Schaukuhfamilie von Kurt Schneider, Sulzbach-Laufen zurück

Umfangreich in der Spitze präsent

 

Mit 4 Bullen in den Top-20 kann die RBW eine nie gekannte Präsenz in der Top-Liste aufweisen. Dabei sind es zum einen die gängigen Blutführungen mit Wobbler, Mahango, Herzschlag und Imperativ, die beste Söhne stellen, zum anderen aber auch von der RBW entwickelte neue Blutführungen aus dem eigenen Zuchtprogramm wie Gucci-, Mirolo- oder Wildonis-Söhne.

 

Selten war die EuroGenetik so dominant in der Top-Liste neben 8 der 10 besten geprüften Bullen sind es aber vor allem die jungen genomischen Bullen, die für Aufmerksamkeit sorgen. Als hohe Imperativ-Söhne, die sich zum Teil gut gegen den Zuchtwertrückgang ihres Vaters stemmen können, bestätigen sich die Bullen Immens und Impossum, beide waren bereits als Bullenväter im Einsatz. Während Immens mit GZW 140 vor allem hohe GZW-Zahlen verspricht, in Kombination mit guter Milchmenge, ist Impossum (GZW 136) etwas stärker in der Exterieurvererbung und bringt gleichzeitig sichere Inhaltsstoffe.

 

Interessant ist hierbei auch der Imperativ-Sohn Initial (GZW 129). Seine Mutter hat inzwischen zum 8.mal gekalbt und eine Lebensleistung von über 70.000 kg Milch abgeschlossen. Initial verspricht mittleres Format optimale Fundamente und sehr korrekte Euter, die vor allem durch ideal gestellte Striche auffallen. Zudem hat er mit ÖZW 136 einen der höchsten ÖZW der Rasse, da er sich durch sehr hohe Nutzungsdauer, sehr guten Kalbeverlauf und gute Persistenz auszeichnet. Sein Bruder Imiliano (GZW 125) kann ebenfalls als alternatives Blut angesprochen werden. Er geht auf eine Massimiliano-Tochter des Betriebs Markus Scheuing, Berg zurück und kann mit 122 im Euter überzeugen.

 

Waban, der als geprüfter Bulle bei GZW 139 steht, kann mit Weissensee (GZW 140) seinen höchsten Sohn auf Platz 9 positionieren. Weissensee zeigt bei durchschnittlichem Format fehlerfreie Euter und sehr hohe Milchmenge mit guten Inhaltsstoffen. Er geht als Waban-Sohn auf Vulcano und Impossum zurück und kann somit recht breit genutzt werden.

 

Neu in der Top-Liste ist der Weidenberg-Sohn Weltmacht (GZW 138), der sehr hohe Leistungen verspricht und zudem positive Inhaltsstoffe zeigt. Er ist nahezu alternativ gezogen. Als weiterer Weidenberg-Sohn kommt Weitflug ins Gespräch, der auf Waldbrand und Rumgo gezogen ist und neben äußerst korrekter Eutervererbung vor allem durch sehr gute funktionale Merkmale überzeugen kann.

 

In diese Kategorie gehört auch Jaron, ein Janda-Sohn mit überraschend hoher Eiweißvererbung, guten Körpermerkmalen und vor allem sehr hohen Fitnessmerkmalen. Er kann in Nutzungsdauer, Persistenz und Fruchtbarkeit punkten und kommt somit auf einen sehr hohen GZW von 133. Als Janda aus Wikinger ist er alternativ und kann breit eingesetzt werden.

 

Mit Vestria und Wildner kann die RBW zudem ganz ausgefallene Genetik bieten. Vestria ist ein Vest-Sohn, der auf eine Dax-Mutter zurück geht und eine Kuhfamilie mit hoch typisierenden weiblichen Tieren im Hintergrund hat. Er selbst ist extrem korrekt, steht im mittleren Rahmen und verspricht excellente Euter. Dies kombiniert er mit +1063 kg Milch und sehr guten Werten für Nutzungsdauer. Wildner hat Wildonis als Vater, ist somit ein Wildwest Ur-Enkel. Er wurde von Daniel Schneider, Gantenwald gezogen, bringt bei knapperen Inhaltsstoffen +1205 kg Milch und zeigt sich sehr komplett in den funktionalen Merkmalen sowie im Euter. Beide Bullen sind erst ab Mai verfügbar.

 

Mit Giorgio besitzt die RBW zudem den höchsten verfügbaren Gucci-Sohn und damit ausgefallene Genetik, die sehr komplette Euter verspricht. Giorgio geht auf die B-Familie von Kurt Schneider, Sulzbach-Laufen zurück, die mit Bianca eine Championkuh auf der RBW-Show stellen konnte. Giorgio ist mit einem GZW von 133 deutlich höher als sein Vater, zeigt zudem einen sehr hohen Fleischwert; er wird gute Zweinutzungstypen hinterlassen. Seine Eutervererbung von 118 läßt keine Wünsche offen.

 

Von den vielen Mint-Enkeln, die demnächst zu erwarten sind, heben sich aktuell die Mirolo-Söhne Mirror und Mirage ab. Beide zeigen sich sehr fein in der Vererbung mit excellenten Eutern, wobei Mirror noch etwas stärker im Körper ist, Mirage, der auf Waban-Halma des Betriebes Fassnacht, Horb zurückgeht zeigt sich etwas kompletter im Euter. Mirage ist zugleich der Halbbruder von Voyage.

 

Als erste Miami-Söhne kommen die Bullen Minzio, Mischko und Mabuso. Mischko ist aus einer Wikinger-Tochter gezogen und kann neben seinem ansprechenden Gesamtzuchtwert von 131, der auf sehr hoher Milchmenge und guten Fitnesswerten beruht, durch sehr viel Rahmen, modernen Stil, gute Fundamente und sehr gute Euter in die Fußstapfen seines Vaters treten. Minzio geht auf eine Reumut-Mutter zurück, zeigt bei guter Milchmenge positive Inhaltsstoffe, sowie bei sehr korrekten Fundamenten ideale Strichausprägung. Er wurde von Thomas Wecker, Öhringen gezüchtet. Mabuso geht auf eine Hurly-Mutter zurück, zeigt sich in der Leistungsausprägung ähnlich komplett wie Minzio, etwas stärker noch im Fundament, bei der Paarung ist auf die Ausprägung des Zentralbandes zu achten.

 

Von Perfekt sind inzwischen 12 Söhne auf Besamung, wobei Pinola einer der höchsten ist. Er geht auf Waban-Boston von Alfons Bochtler, Ingoldingen zurück, und ist damit Halbbruder von Habart, der bereits in der letzten Saison im Einsatz war. Pinola (GZW 131) zeigt sich sehr hoch in der Milchmengenvererbung, durchschnittlich im Format und mit 117 im Euter sehr hochwertig in allen Eutermerkmalen.

 

Herzschlag, der mit einem Paukenschlag in der letzten Zuchtwertschätzung mit Töchtergebnissen und einer sehr hohen Milchmenge angelaufen war, hat inzwischen allein in Baden-Württemberg 240 Töchter in Milch, die mit 28,5 kg ein bisher nicht gekanntes Niveau zeigen. Deshalb kann er sich bei +1836 kg Milch und GZW 141 noch einmal deutlich verbessern, er ist der höchste geprüfte Vererber der Rasse. Das hilft seinen in der Top-Liste verbliebenen Söhnen. Allein im Gebiet der RBW wurden inzwischen 12 verschiedene Söhne breit eingesetzt und auch Herzschlag selbst intensiv genutzt. Somit sollte man sich beim künftigen Einsatz vor allem auf die aktuelleren Söhne konzentrieren.

 

Die aktuellsten und höchsten Söhne hierbei sind sicher Hooligan, Herzpochen, Herzau, Hayabusa, Herzbrand, Hazard, Harvey und Hermes. Aktuell sind hierbei vor allem Hazard und Harvey. Hazard (GZW 138) geht auf Evergreen und Vogt zurück und wurde von Alfred Berger, Mieterkingen gezüchtet. Bei sehr hoher Milchmenge verspricht er gute Fundamente sehr gute Euter und läßt leichte Geburten erwarten. Harvey (GZW 134) geht auf eine Hurrican-Mutter von Martin Bosch, Börslingen zurück. Er wird sehr viel Rahmen und Format bringen, ebenfalls sehr viel Milch, einen guten Fleischwert und sehr gute Euter mit längeren Strichen. Als besonderer Geheimtipp wird immer noch Herzau gehandelt, der sich auf GZW 134 verbessert und mit Euter 128 überzeugen kann.

 

Auch Henderson und Highway führen als Hendorf- bzw. Huerde-Söhne Hutera-Blut. Henderson ist aus Royal gezogen, selbst als Bulle sehr komplett mit viel Wuchs und Kaliber ausgestattet. Er wird sehr viel Milch mit guten Eutern, die vor allem im Vordereuter und der Vorderstrichplatzierung überzeugen können, hinterlassen. Er wurde von der Meister GbR, Stühlingen gezüchtet. Highway ist mit Hürde*Everest aus der tiefen R-Familie des Zuchtbetriebes Bürger in Bad Windsheim gezüchtet. Er kann neben seiner Milchmengenvererbung zur Verbesserung von Fleischwert und Kaliber eingesetzt werden. Er musste einige Punkte abgeben, da sein Vater mit ersten Töchterinformationen an Zuchtwert verloren hat.

 

Kaluga ist der höchste verfügbare Palut-Sohn und kann mit der Kombination Palut*Williams*Hupsol schon als alternativ angesprochen werden. Er kann sich auf nun GZW 130 verbessern. Kaluga hat seine Wurzeln in der A-Familie von Simpert Dangelmaier, Simmisweiler, aus der Bullen wie Odin und Ogad stammen. Kaluga überzeugt in Rahmen, Fundament und Euter und kann auf deutlich mehr als 1000 kg Milch blicken.

 

Mit Walcott ist ein später Wattking-Sohn im Einsatz, der auf eine Evergreen-Mutter zurückgeht und neben hoher Milchmenge gute Eiweißprozente vererbt, sehr viel Format verspricht und zudem Euter mit sehr straffen Zentralbändern sowie enger Strichplatzierung vorne sowie idealer Strichform zeigt. Er ergänzt den bereits sehr stark genutzten Halbbruder Weyer, der sich GZW 135 in der Spitze hält.

 

Mit Stern kommt eine interessante Blutalternative in den Einsatz. Stern ist ein Strumwind-Sohn und damit Strellas-Enkel, der aus einer Manigo-Mutter und Mertin-Großmutter gezogen wurde. Neben durchschnittlichem Format wird er mit 126 beste Euter hinterlassen, die bei etwas kürzeren Strichen in allen Euterkörpermerkmalen überzeugen können. Zudem verspricht er gute Nutzungsdauer, leichte Geburten und beste Werte für Fruchtbarkeit, was ihm einen hohen ÖZW von 129 beschert.

 

Von den Wobbler Söhnen waren bereits Wellinger und Wotana im Einsatz. Wellinger geht auf Weburg zurück, vererbt fast 1000 kg Milch und kombiniert dies mit sehr guter Eutervererbung, dabei fallen vor allem die deutlichen Zentralbänder und die hoch aufgehängten Euter auf. Wotana geht auf Waldbrand zurück und kombiniert viel Rahmen mit guter Eutervererbung und optimaler Strichstellung.

 

Mit Ethos und Exklusiv verbleiben zwei interessante Etoscha-Söhne im Einsatz, die sich beide leicht verbessern können. Exklusiv, der aus Waban gezogen ist, zeigt nun einen GZW 133 und kann seine Euterbewertung mit 118 bestätigen. Auch Ethos bestätigt mit GZW 134 sein hohes Niveau. Er entstammt einer Wendlinger-Tochter bringt fast 1000 kg Milch und kann, wie Exklusiv auf eine gute Fundamentvererbung blicken.

 

Verhaag bleibt der aktuell höchste Vernando-Sohn, der auf Hutera und Reonis zurück geht und von der Haag GbR, Berwinkel gezüchtet wurde. Er kombiniert mit +978 kg Milch eine enorme Leistungsbereitschaft mit fehlerfreier Eutervererbung, die sich vor allem in Strichstellung und Euterkörper hervorheben kann. Die Hinterbeine sind ideal gestellt, er wird zudem Größe und Länge verbessern.

 

Hornlose Bullen

 

Bei den hornlosen Bullen dominieren immer noch die Mahango-Söhne, wobei der höchste Mahango-Sohn Mainhattan mit einem Zuchtwert von GZW 139 behörnt ist. Er geht auf Hurrican und Rave zurück, verspricht viel Format und gut durchschnittliche Euter, er wird voraussichtlich ab Mai verfügbar sein. Die interessantesten hornlosen sind die mischerbig hornlosen Mahango-Söhne Mato P und Malaga P. Mato P war aufgrund der hohen Zahlen bereits im breiteren Einsatz. Er verspricht eine ansprechende Körpervererbung, gute Milchmenge und etwas längere Striche. Malaga P ist als Eutervererber mit viel Stil und Format ein Glücksgriff der genomischen Zuchtwertschätzung und hat bereits eine intensive Nutzung auch als Bullenvater erfahren. Mischerbig ist zudem der Versace-Sohn Vendetta P aus der Zucht der Familie Endres, Taisersdorf.

 

Bei den reinerbigen Bullen heben sich die Bullen Vollkommen PP und Rakete PP ab. Vollkommen PP ist der interessanteste verfügbare Versace-Sohn, der viel Milch mit einer guten Körpervererbung und einer hohen Einschätzung der Euter kombiniert. Seine bisher begrenzte Samenverfügbarkeit dürfte sich die nächsten Monate deutlich entspannen. Rakete PP ist ein Riemenschneider-Sohn aus einer Hubraum Mutter, die von ihrer Mungo-Mutter das Hornlos-Gen bekommen hat. Damit ist der Bulle etwas alternativ für die Hornloszucht. Er vererbt etwas knappere Milchmenge, durchschnittliches Format und wird gute Fundamente und Euter hinterlassen.

 

Geprüfte Vererber

 

Die Liste der nachkommengeprüften Bullen wird nun von Herzschlag mit einem GZW von 141 angeführt, da er noch einmal deutlich in der Leistung zulegen konnte. Seine Spermaverfügbarkeit wird allerdings auf absehbare Zeit schwierig bleiben. Gefolgt wird er von Waban, der sich bei GZW 139 bestätigt. Der bereits intensiv genutzte Evergreen kann sich auf GZW 132 verbessern und legt zudem leicht in Fundament und Euter zu. Royal kann sich bei GZW 130 bestätigen. Orka, der bereits vielversprechende Töchter in unserem Gebiet hat, kann um 4 Punkte auf nun GZW 126 zulegen. Ebenso baut Witonis seine Zahlen aus. Einer der interessantesten Neueinsteiger könnte Isimo werden. Dieser Iwinn-Sohn startet mit GZW 122, zeigt mit +1085 kg Milch sehr viel Leistung in Kombination mit viel Typ, Kaliber und besten Eutern.

 

Somit können sich die intensiv genutzten nachkommengeprüften Bullen sehr gut bestätigen und untermauern das Vertrauen in die genomische Selektion.

Giorgio ist der höchste verfügbare Gucci-Sohn und geht auf eine Schaukuhfamilie von Kurt Schneider, Sulzbach-Laufen zurückPinola geht als hoher Perfekt-Sohn auf eine bekannte Waban-Tochter des Betriebes Alfons Bochtler, Ingoldingen zurückSonate ist als Dax Tochter die Mutter des Outcross-Bullen Vestria, er stammt von Franz Wagner, Breitenstein