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Aktuelles zur Brown Swiss Zuchtwertschätzung 08/2021

Caracala ist ein interessanter Casanova Sohn, der viel Typ verspricht

Die Erfolgsgeschichte setzt sich fort

 

Nachdem das RBW-Zuchtprogramm über Jahre eine dominierende Rolle gespielt hatte, kann die intensive Nutzung der heimischen Brown Swiss-Population erneut zu Spitzenbullen in einer bisher nicht gekannten Breite beitragen. In gewohnter Weise bestimmen genomische Bullen die Spitzenplätze, aber auch einige interessante neue geprüfte Bullen laufen an. Mit 6 Bullen unter den Top-10 der Rasse, dem höchsten genomischen Bullen und dem höchsten nachkommengeprüften Bullen, kann das heimische Zuchtprogramm erneut seine Qualitäten untermauern. Noch nie war ein Zuchtprogramm so bestimmend, wie aktuell das Brown Swiss-Programm der RBW.

 

Nr. 1 der Rasse ist der Canyon-Sohn Chagall (GZW 146), der auf eine Seasidebloom-Mutter zurückgeht und seinen Ursprung in der Kuhfamilie von Even Bounce, und damit in der Payssli- und Vassli-Kuhfamilie hat. Er wurde von der Familie Riedesser in Neukirch gezüchtet. Chagall wird bei mittlerem Format korrekt gestellte Fundamente hinterlassen. Die Euter werden lang im Vordereuter, sowie hoch und breit im Hintereuter bei guter Strichform und -platzierung sein. Daneben zeigt er eine sehr hohe Milchmengenvererbung (+1.389 kg) und durchweg positive funktionale Merkmale. Zudem waren die Canyon-Söhne Calvino (GZW 139) und Capone (GZW 128) im Einsatz, müssen aber aufgrund der großen Zahl an nachrückenden Bullen jedoch auf der Bullenempfehlung Platz machen. Beide Bullen sind weiterhin auch gesext verfügbar. Mit den hohen Casanova-Söhnen Caracala und Calderon kann zudem eine weitere Cadence-Blutführung eingesetzt werden. Caracala bringt neben der sehr kompletten Körpervererbung beste Becken und ideale Strichform und -ausrichtung. Er geht auf Voicemail und Huxoy zurück. Calderon (Casanova x Cadura) war bereits als liniengezogener Bulle und Typverstärker im breiten Einsatz und kann sich bei GZW 136 halten.

 

Neben den Cadence-Blutführungen fallen die vielen Amor-Blutführungen auf. Mit Albany und Austria waren es im April die Amorie-Söhne, die überzeugen konnten. Beide Bullen können ihre sehr hohen Werte von GZW 143 und 141 halten und bleiben vor allem wegen der sehr hohen Milchmengenvererbung unter den besten Bullen der Rasse, während sie sich etwas in der Körper- und Fundamentvererbung unterscheiden und damit einen breiten Einsatz, je nach Schwerpunkt, ermöglichen. Da Austria schon intensiv genutzt wurde und die ersten Söhne typisiert sind, wurde er von der Bullenempfehlung genommen.

 

Interessant aufgemischt wird das Feld nun von den zahlreichen Ajax-Söhnen. Mit Arnimo, Arkin, Alvarez, Axa und Avadi laufen gleich fünf neue und extrem hohe Bullen an. Arnimo (GZW 143) ist aus Seasidebloom gezogen und zeigt bei durchschnittlichem Fundament und Körper passende, fehlerfreie Euter, verspricht viel Milch, vitale Kälber und eine sehr gute Persistenz. Er wird international als Bullenvater eine herausragende Rolle spielen. Alvarez (GZW 141), der aus Cadura gezogen ist, und Axa (GZW 140), der auf Bisto zurück geht, können vor allem zur Leistungssteigerung eingesetzt werden. Dabei zeigt Alvarez zudem durchweg positive funktionale Merkmale und Axa eine positive Inhaltsstoffvererbung. Zur Verbesserung der Körpermerkmale kann Axas‘ Vollbruder Arkin (GZW 142) eingesetzt werden. Als Euterverbesserer (Euter 122) kann Avadi genutzt werden. Diese vier Bullen werden in den günstigeren Preiskategorien angeboten, um speziell die hohe Milchvererbung und die guten funktionalen Merkmale in der Breite der Population noch stärker zu etablieren. Aus diesem Grund sind Axa, Alvarez, Arkin und auch Avadi bereits sehr günstig auch gesext verfügbar. Komplettiert werden die Amor-Blutführungen mit dem Aristo-Sohn A1, der lange Zeit nicht verfügbar war, und nun in den breiteren Einsatz gelangen kann. Er verspricht sehr gute Euter und eine hohe Milchmenge bei guter Melkbarkeit und Eutergesundheit.

 

Mit Piccard, Volantis, Dimitri und Vance kommen zudem vier Alternativen in den Einsatz. Piccard (GZW 142) ist ein früher Piano-Sohn aus einer Huvi-Mutter. Er verspricht eine sehr korrekte Körpervererbung mit langen und breiten Becken. Zudem kann er Euterkörper und Strichplatzierung verbessern. Bei knapp durchschnittlicher Melkbarkeit vererbt er positive Inhaltsstoffe. Piccard wird nicht vor Anfang Oktober verfügbar werden. Volantis (GZW 141) ist ein Vorsprung-Sohn aus einer Amor-Mutter, der bereits als Bullenvater im Einsatz war. Er kombiniert viel Milch mit sehr hoch aufgehängten Eutern. Dimitri (GZW 128) ist der einzige Dixieboy-Sohn, der körperhafte Kühe mit besten Eutern und positiven Eiweißprozenten hinterlassen wird. Mit Vance (GZW 140) kommt zudem als Volker-Sohn aus Auranto und Easton, eine etwas ausgefallenere Kombination ganz hoch in die Bestenliste. Er wird sehr breite und tiefe Kühe hinterlassen, die zudem ideale Striche und beste Euter zeigen werden. Vance wird wie viele der genannten Bullen zügig als Bullenvater Einsatz finden. Als weitere Alternative verbleibt der Bulle Bloomlord auf der Bullenempfehlung. Als Blooming-Sohn verspricht er beste Typkühe mit sehr guten Becken und Eutern.

 

Mittlerweile kann die Rasse Brown Swiss auf ansprechende, hornlose Bullen blicken. Visor P*S, der bereits als geprüfter Bulle weit oben in der Liste steht, kann sich erneut um 4 Punkte verbessern und festigt sich direkt hinter Husold bei GZW 143. Zudem bleiben Daim P, Don PP, Virus P und Sagan P*S interessant. Da einige David P*S-Söhne bereits genutzt wurden und weitere nachrücken, wurden Daim P und Don PP von der Empfehlung genommen. Einer der nachrückenden Bullen ist Design PP, ein neuer reinerbig hornloser Bulle. Als David P-Sohn aus Visor PS kombiniert er aktuellste Genetik, positive Inhaltsstoffe und sehr komplette Euter. Er ist sicher der aktuell beste reinerbige Bulle. Interessant ist auch der Vasmor-Sohn Varianz P*S (GZW 133) der positive Inhaltsstoffe und ein sehr komplettes Exterieur verspricht.

 

Die nachkommengeprüften Bullen werden weiterhin von Husold (GZW 144) angeführt, dem inzwischen Visor P*S auf den Fersen ist. Einer der interessantesten neuen geprüften Bullen ist Dorian, der zwar nur mit mittlerer Milchmenge anläuft, allerdings zu den besten Eutervererbern der geprüften Bullen gehört und dies bereits mit einer herausragenden Nachzucht belegen konnte. Er wird trotz seiner knapperen Milchmenge in die Bullenempfehlung aufgenommen, da er mit seinen sehr überzeugenden Eutern und deutlich positiven Inhaltsstoffen eine wichtige Lücke schließen kann. Dorian ist mit GZW 136 einer der höchsten neuen geprüften Bullen. Cadura, der schon längere Zeit im Einsatz war und in vielen Bullenmutterpedigrees auftaucht, kann sich erneut auf GZW 124 verbessern, wurde aber aufgrund seines bisher schon sehr umfangreichen Einsatzes von der Empfehlung genommen. Daneben bestätigen sich auch Bullen wie Huvega, (GZW 125, Euter 117), Helau (GZW 126, Euter 115) oder Vavio (GZW 130, Euter 111), die zwar alle verfügbar sind, jedoch aufgrund der sehr harten Konkurrenz, den Sprung in die Bullenempfehlung nicht geschafft haben.

 

Mit der nun vorliegenden Bullenempfehlung konnte das bisherige Programm komplett erneuert werden, da eine Vielzahl von noch besseren jungen Bullen nachrückt und gleichzeitig die hohen nachkommengeprüften Bullen belegen, dass das genomische System funktioniert und damit den Zuchtfortschritt beschleunigt. Das sind gute Gründe auch weiterhin die hohen genomischen Bullen breit einzusetzen, zumal viele von ihnen bereits weiblich gesext verfügbar sind, oder in den nächsten Monaten verfügbar sein werden.

 

 

Bjalla, die Mutter der neuen Nr. 1 Chagall entstammt der Payssli KuhfamilieCaracala ist ein interessanter Casanova Sohn, der viel Typ versprichtGruppenbild Dorian Töchter: Dorian ist einer der interessantesten Neueinsteiger bei den nachkommengeprüften Bullen, der vor allem durch fehlerfreie Euter überzeugtVance ist als Volker-Sohn aus Auranto alternativ gezogen