Ihr Partner rund ums Rind – fair und kompetent

Rinderunion Baden-Württemberg e.V.

Home|Aktuelles|News|Aktuelles zur Braunvieh-Zuchtwertschätzung 12/2018

Aktuelles zur Braunvieh-Zuchtwertschätzung 12/2018

Marion ist die Mutter des Cadence-Sohnes Casanova, der von Jürgen Held, Donaustetten gezüchtet wurde

Weiterhin dominierend

 

Mit 4 Bullen unter den Top-5 bleibt das heimische Zuchtprogramm das erfolgreichste weltweit. Dies wirkt sich inzwischen in den genetischen Trends von Bullen und Kühen aus, die zu benachbarten Zuchtgebieten deutliche Überlegenheit zeigen. Umso erfreulicher ist es, dass neben bekannten Bullen, die nun mit Töchtern ihre Zahlen bestätigen, wieder eine interessante Zahl von neuen genomischen Bullen verfügbar ist.

 

Nachdem Cadence selbst im breiten Einsatz war und mit Cadura und Calippo auch sehr gute Söhne bereits genutzt werden konnten, laufen die letzten seiner Söhne als genomische Jungbullen an. Dabei fällt vor allem Casanova auf, der aus Huvi*Payssli*Easton gezogen, aus der Zuchtstätte von Jürgen Held, Donaustetten stammt und auf die tiefe M-Familie des Betriebes zurückgeht. Er verspricht sehr rahmige Töchter mit korrekt gestellten Fundamenten und idealen Eutern, die optimale Strichform, -länge und -stellung versprechen. Casanova läßt als kompletter Exterieurbulle Schaukühe erwarten und kann gleichzeitig zur Verbesserung von Milchmenge, Nutzungsdauer und Eutergesundheit eingesetzt werden.

 

Eine Generation weiter sind bereits die ersten Cadura-Söhne Catman und Canyon, die Cadence als väterlichen Großvater führen. Catman (GZW 130) ist aus Herkules*Vassli gezogen und verspricht bei ausreichend Größe spätreifere Typen mit guten Becken. Er wird mit +1428 kg Milch diese wesentlich steigern und kann zudem zur Verbesserung von Nutzungsdauer, Melkbarkeit und Fruchtbarkeit verwendet werden. Canyon ist ein Cadura-Sohn aus einer Huvi Mutter, dahinter eine Easton Großmutter und aktuell der höchste genomische Bulle mit GZW 134. Er stammt von Andreas Hörmann, Kirchdorf und gehört zu den komplettesten Eutervererbern der Rasse (Euter 131). Er wird Vordereuter, Hintereuterhöhe, Euteraufhängung und Strichplatzierung optimieren, gleichzeitig kann er bei einem Fitnesszuchtwert von 134 gezielt zur Verbesserung von Nutzungsdauer (ND 136) und Fruchtbarkeit (FRW 121) beitragen.

 

Vassli kommt mit den letzten Söhnen, obwohl bereits viele Bullen (wie Amorie, Ifendi, Aussi, Hessan) aus Vassli-Müttern oder Großmüttern (Catman) stammen. Mit seinen späten Söhnen kann er nochmal seine Qualitäten zeigen, auch wenn mit Vavigo bereits der erste von ihnen Nachzuchtergebnisse hat. Vavigo hält sich nun mit 172 Töchtern bei GZW 122 und bestätigt sich als überragender Euterverbesserer (Euter 124), was er mit seinen Töchtern auf der EuroTier deutlich unterstreichen konnte. Neben Vavigo gehören Valid und Volker zu den komplettesten Söhnen. Volker, der aus Volvo und Juleng gezogen ist verspricht mit einem Exterieur von 119 Typ-, Euter und Fundamentsichere Tiere.

 

Valid (GZW 131), ist von Josef Kienle, Erolzheim aus einer Anibal-Tochter gezogen und zeigt gutes Format, gute Euteraufhängung und ideale Strichlänge und kann gleichzeitig Nutzungsdauer, Eutergesundheit und Melkbarkeit nachhaltig verbessern. Über Vanpay bringen auch die Bullen Vaguno und Vortex Vasir-Blut in die Population. Vaguno ist aus Highway und Juleng gezogen und verspricht bei einer sehr hohen Euterbewertung (Euter 120) einen der höchsten ÖZW der Rasse. Vortex ist der Halbbruder von Vax und Hebroy, geht somit auf Huxoy Fini zurück und hat von ihr die excellente Exterieurvererbung sowie positive Eiweißvererbung.

 

Ausgefallenes Blut väterlicherseits bringt Hessan, ein Hebroy Sohn und damit Hegall-Enkel aus der Zucht von Klaus Hänsler, Wangen, der viel Milch verspricht (+998 kg) sowie mittelrahmige Kühe mit guten Fundamenten und Eutern hinterlassen wird. Er ist erst neu in die Produktion eingestiegen, Sperma wird nicht vor Januar verfügbar sein. Als ausgefallen gezogen kann auch Highnoon eingeordnet werden, der Hochform als Vater und Huvi bereits als Muttersvater ausweist. Bei mittlerem Format verspricht er sehr stark aufgehängte Euter mit guter Strichplatzierung bei einer überragenden Milchmenge von +1138 kg Milch. Auch Ifendi ist mit Ifeeling aus Vassli eine Alternative mit sehr hoher Milchmenge.

 

Nachdem in der Topliste eine große Anzahl von Anibal-Enkeln vertreten sind, hier vor allem die Auranto-Söhne wie Atari, Aurion oder der Amor-Sohn Amorie auffallen, kommen mit Anibay und Assay auch die ersten Söhne mit guten Ergebnissen. Anibay verspricht sehr stilvolle leistungsstarke Kühe, mit etwas knapperen Inhaltsstoffen, aber wie auf dem Waldseer Braunviehtag belegt wurde, mit gewaltigem Schaupotential. Assay bringt kalibrige Tiere mit extrem hoch aufgehängten Eutern aber nur durchschnittlicher Milchmenge.

 

Als Exterieurbullen empfehlen sich mit Antonov, Figaro, Bisto und Volker verschiedene Blutführungen, die bereits in vielen europäischen Zuchtgebieten als Bullenväter eingesetzt worden sind. Antonov und Figaro gehen auf die sichere Vavigo-Familie zurück. Antonov ist zudem mit Exterieur 128 der stärkste Anibal Enkel weltweit. Bisto entstammt der Grand Championkuh der RBW Schau 2018 und Siegerkuh alt des Waldseer Braunviehtages Easton Forteas der Albinger GbR, Hochdorf. Da Biver erheblich an Gesamtzuchtwert und Milchmenge verliert, muss auch Bisto einige Punkte abgeben, ist aber mit einem Exterieur von 128 inzwischen höher als sein Vater.

 

Die hornlosen Braunviehbullen werden dominiert von den Viper-Söhnen. Allerdings bleibt das Spektrum sehr eingeschränkt, da nur 12 Bullen einen GZW von über 120 zeigen. Nur Vipro P und Vision P zeigen einen Exterieurzuchtwert von 120 und mehr, was den Einsatz der hornlosen Genetik mit Vorsicht angehen läßt. Vision P bleibt mit einer guten Körpervererbung und sehr guten Eutern weiterhin hoch interessant.

 

Höchste nachkommengeprüfte Bullen sind Husold und Huvi. Erfreulicher Weise kann sich Vassli sehr hoch halten, auch wenn kein Sperma mehr verfügbar ist, wird er mit Söhnen und Enkeln deutliche Spuren in der Population hinterlassen. Anibay steigt ebenso wie Assay bei GZW 119 ein. Purpro bestätigt sich bei GZW 120, ebenso wie der Julau-Sohn Juradi. Julau selbst festigt sich bei GZW 121. Somit können sich viele der bereits als genomische Bullen intensiv genutzte Vererber nun mit Töchtern bestätigen und rechtfertigen einen intensiven Einsatz von hochselektierten genomischen Bullen, um den Zuchtfortschritt bei Braunvieh zu beschleunigen. Dabei zeigen gerade die jüngsten Bullen interessante Blutführungen und überzeugende Werte für funktionale Merkmale.

Marion ist die Mutter des Cadence-Sohnes Casanova, der von Jürgen Held, Donaustetten gezüchtet wurdeNoris ist die Begründerin der Kuhfamilie aus der Bullen wie Vavigo, Antonov und Figaro stammenCanyon ist der höchste genomische Bulle und wurde von Andreas Hörmann, Kirchdorf gezüchtet