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Aktuelles zur Braunvieh-Zuchtwertschätzung 04/2019

Canyon ist als Cadura Sohn aktuell der international gefragteste Bulle, da er neben sehr hohen Einzelwerten und hohem Exterieur  über den höchstens ÖZW der Rasse verfügt

Spitze der Braunviehzucht

 

Nachdem sich die Europäische Vereinigung der Braunviehzüchter (EBSF) auf der Konferenz in Imst intensiv mit der Positionierung der Rasse beschäftigt hat, dokumentieren die nun aktuell verfügbaren Spitzenbullen die Vorteile der Rasse Braunvieh im Hinblick auf ausreichend Leistungsbereitschaft, hohe Ansprüche an Exterieur und vor allem überlegene funktionale Eigenschaften. Es waren Bullen wie Canyon und Casanova die im Dezember Aufsehen erregt hatten, nun kommen neue Bullen wie Valdino und Sansibar. Geprüfte Vererber wie Auranto und Anibay bestätigen die Richtigkeit des hohen genomischen Einsatzes, der für das Zuchtprogramm und die Weiterentwicklung der Rasse Braunvieh von großer Bedeutung ist.

 

Mit 4 der Top 5 Bullen ist es weiterhin das Zuchtprogramm der RBW, das die Top-Liste und damit die Braunviehzucht bestimmt. Dabei fallen vor allem die kompletten Bullen mit guten Exterieureigenschaften auf. Nachdem Cadence selbst im breiten Einsatz war und mit Cadura und Calippo auch sehr gute Söhne bereits genutzt werden konnten, spielen die Cadence-Enkel eine zunehmende Rolle. Allerdings bleibt Casanova als einer der komplettesten und höchsten Cadence-Söhne von besonderem Interesse, da er neben einer kompletten Körpervererbung auch die Euter entscheidend verbessern wird. Er ist aus Huvi*Payssli*Easton gezogen und stammt aus der Zuchtstätte von Jürgen Held, Donaustetten.

 

Bei den Cadura-Söhnen und damit Cadence-Enkeln sind es Canyon und Catman, die die Liste von oben her bestimmen. Canyon ist einer der höchsten genomischen Bullen weltweit und kann zudem auf eine Eutervererbung von 129 blicken. Er wurde aus Huvi und Easton gezogen und geht auf die Zucht von Andreas Hörmann, Unteropfngen zurück (GZW 133). Mit einem ÖZW von 139 ist er in diesem Merkmalen der höchste Bulle der Rasse. Catman (GZW 129) ist aus Herkules*Vassli gezogen und verspricht bei ausreichend Größe spätreifere Typen mit guten Becken. Er wird mit +1400 kg Milch diese wesentlich steigern und kann zudem zur Verbesserung von Nutzungsdauer, Melkbarkeit und Fruchtbarkeit verwendet werden.

 

Vassli kann 4 Söhne unter den Top-20 platzieren, mit Vavigo hat er zudem bereits einen sicher geprüften Sohn. Jüngere Söhne wie Volker und Valid unterstreichen seine Qualitäten als Typverstärker. Beide kombinieren zudem hohe Milchmenge mit sehr guter Eutervererbung. Zudem zeigen inzwischen viele Bullen Vassli bereits als Muttersvater so wird er mit Bullen wie Amorie, Ifendi, Aussi, Hessan auch durch die weibliche Seite sehr großen Einfluß halten. Bei Catman taucht er bereits als Urgroßvater auf. Vassli´s erster geprüfter Sohn der Bulle Vavigo konnte bereits eine Nachzucht erfolgreich präsentieren, die vor allem seine überragenden Euterwerte unterstrich. Seine mittelrahmigen Töchter zeichnen sich vor allem durch gutes Fundament sowie sehr drüsige Euter aus. Bei der Paarung ist auf Melkbarkeit zu achten. Volker stammt aus einer Volvo-Mutter und Juleng-Großmutter und verspricht mit einem Exterieur von 117 Typ-, Euter und Fundament-sichere Tiere. Valid (GZW 131), ist von Josef Kienle, Erolzheim aus einer Anibal-Tochter gezogen und zeigt gutes Format, gute Euteraufhängung und ideale Strichlänge und kann gleichzeitig Nutzungsdauer, Eutergesundheit und Melkbarkeit nachhaltig verbessern.

 

Auch Vanpay bringt als Bullenvater Vasir-Blut in die Population. Er ist mit Vortex und Vaguno gleich mit 2 Söhnen in der Top-Liste vertreten. Vaguno ist aus Highway und Juleng gezogen und verspricht bei einer sehr hohen Euterbewertung (Euter 120) einen der höchsten ÖZW der Rasse. Von ihm sind bereits viele Besamungen durchgeführt, weshalb er nicht mehr auf der Empfehlung erscheint. Vortex ist der Halbbruder von Vax und Hebroy, geht somit auf Huxoy-Fini zurück und hat von ihr die excellente Exterieurvererbung sowie positive Eiweißvererbung. Von Vax selbst ist mit Valdino (GZW 128) bereits der erste Sohn im Angebot. Er geht auf eine Huvi-Mutter zurück, steht im mittleren Rahmen, und zeigt gute Oberlinie und Beckenlage, bei kompletten Eutern läßt der optimale Strichlänge und Dicke erwarten.

 

Mit Spannung wurden auch die Söhne von Amor erwartet, der bereits mit ersten Töchterergebnissen anläuft und die Top- Bullen Aristo, Amorie und Ajax damit bereits leicht unterstützt. Alle drei waren bereits als Bullenväter im Einsatz. Amorie geht auf Vassli zurück und verbindet körperstarke Kühe mit viel Milch. Er ist mit GZW 134 der höchste genomische Bulle der Rasse Braunvieh.

 

Ausgefallenes Blut väterlicherseits bringt Hessan, ein Hebroy Sohn und damit Hegall-Enkel aus der Zucht von Klaus Hänsler, Wangen, der viel Milch verspricht (+978 kg) sowie mittelrahmige Kühe mit guten Fundamenten und Eutern hinterlassen wird. Hessan ist der Bruder des bereits genutzten Bullen Ifendi (V.: Ifeeling). Als ausgefallen gezogen kann auch Highnoon eingeordnet werden, der Hochform als Vater und Huvi bereits als Muttersvater ausweist. Bei mittlerem Format verspricht er sehr stark aufgehängte Euter mit guter Strichplatzierung bei einer überragenden Milchmenge von +1140 kg Milch. Als früher Sinatra-Sohn kommt Sansibar (GZW 126) in den Einsatz. Er ist aus Vasir und President gezogen und zeigt gute Körpervererbung, etwas steilere Beine und trotz der hohen Milchmenge sehr hoch aufgehängte Euter.

 

Als höchster nachkommengeprüfter Bullen führt Husold weiterhin die Liste an, auch Vassli bleibt hoch platziert. Inzwischen rücken zudem die ersten Anibal-Söhne mit Macht nach. So kann sich Anibay als Leistungsbulle mit sehr stilvollen Kühen bestätigen und steigt auf GZW 125. Damit kann sich sein Sohn, der Exterieurspezialist Antonov auf nun GZW 127 verbessern. Neueinsteiger sind Assay und Auranto. Auranto erfüllt seine Erwartungen, die er als Bullenvater gesetzt hatte und steigt mit GZW 125 weit vorne bei den geprüften Bullen ein. Wieder sind es die guten Ergebnisse der bereits breit eingesetzten Bullen, die die Qualität der genomischen Zuchtwertschätzung und damit den breiten Einsatz der scharf selektierten Bullen belegen. Damit kann ein wichtiger Grundstein für die Weiterentwicklung der Rasse gelegt werden und vor allem die züchterische Arbeit bei den funktionalen Merkmalen nachhaltig beeinflusst werden.

Canyon ist als Cadura Sohn aktuell der international gefragteste Bulle, da er neben sehr hohen Einzelwerten und hohem Exterieur  über den höchstens ÖZW der Rasse verfügtHuvi Marion von Jürgen Held, Donaustetten ist die Mutter des Spitzenbullen Casanova