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Aktuelle Zuchtwertschätzberichte Wäldervieh 04/2019

Er ist neu in der Empfehlung, Igamack, ein Igachysohn aus einer Mackdianmutter hier bei der Auswahl als Testbulle in Donaueschingen fotografiert. Seine Stärken sind Milchmenge, Zellgehalt und Fleischwert, seine Schwächen der Fettgehalt, ein stärkerer Winkel im Sprunggelenk und der Kalbeverlauf Waltersöhne dominierten den Frühjahrsmarkt 2019 für Hinterwälder. Hier der jüngste, Walsil, der wie die anderen im mittleren Rahmen stand und etwas stärker gewinkelt war

Vorderwälder: Igamack I neu, Marfelk draußen

 

Acht Besamungsbullen aus fünf Linien können wir unseren Besamungsbetrieben empfehlen.

 

Iggardian ist mit einem Minuspunkt unverändert Spitzenreiter im GZW und MW. Im FW ist er zweiter. Iggardian ist sehr gut in der Melkbarkeit und hat positive Inhaltsstoffe trotz der hohen Mengenleistung. Die Eutervererbung ist so, dass er auf Kühe kommen sollte, die einen guten Eutersitz aufweisen und deren vordere Striche mittig bis innen sitzen. Im Fundament gilt es die Fesselung zu berücksichtigen. Zurzeit kommen viele Zuchtbullen und Kälber auf die Märkte, die seine gute Fleischvererbung bestätigen.

 

Nach GZW mit 122 kurz dahinter folgt der Neuling Igamack I, ein Igachysohn aus einer Mackdiantochter. Er hat mit +1016 kg die höchste Milchmengenveranlangung, schwächelt etwas im Fettgehalt bei leichtem Minus im Eiweißgehalt. Die Milchzuchtwerte sind mit 78 % recht sicher geschätzt. Die Melkbarkeit ist knapp unterdurchschnittlich, die Fitness liegt bei 101 und mit 109 im Zellgehalt ist er der beste. Im Exterieur der Töchter ist er kein Held. In allen vier Hauptnoten liegt er unter 100. Am meisten weichen ab die Körperlänge mit 87 das gesäbelte Sprunggelenk mit 114, der Euterboden und die Strichstellung nach außen mit 92. Die Striche sind etwas dicker mit 110. Mit 111 FW liegt er mit Iggardian zusammen auf Platz zwei. Seine paternalen Kalbe- und Totgeburtenwerte sind leider so, dass er nicht auf Kalbinnen passt.

 

Auf Platz drei liegt nun Igguss, der von Igdian aus einer Gushalltochter abstammt. Er hat seinen GZW mit 112 behauptet und einen Minuspunkt im MW. Igguss ist der Inhaltsstoffvererber mit plus 0,39 Fett- und 0,28 Eiweißprozent. Melkbarkeit und Zellgehalt sind deutlich positiv. Igguss punktet mit FW 105 (-1). Leider ist er im paternalen Geburtsverlauf um drei Punkte auf 103 gesunken. 20 Töchter sind bewertet und zeigen mit Ausnahme des Kalibers gute Werte. Ohne Schwachstelle kommt das Euter auf 108, wobei der Euterboden mit 110 am besten ist. Im Fundament mit 103 sticht die gute Fessel (108) ins Auge. Die Größe ist mit 102 dreistellig, Länge, Breite und vor allem die Tiefe sind unterdurchschnittlich. Wenn Rahmen und Milchmenge verankert sind, passt Igguss gut, bei Rindern für die kräftigeren.

 

Ragos ist im GZW (110) und im MW (113) geblieben, im FW (94) hat er leider einen verloren. 176 Töchter sind nun in der Leistungsprüfung, 21 mehr als im Dezember. Die Melkbarkeit von 99 Töchtern ergibt einen Zuchtwert von 100. Sein Exterieur mit 117 bewerteten Töchtern ist in den Hauptnoten Rahmen, Bemuskelung, Fundament und Euter positiv. Er kann nur für Kuhbesamungen verwendet werden.

 

Pigdian II folgt mit 108 GZW und MW. In der Melkbarkeit ist er mit 112 bester, eine gute Fitness mit 106, eine gute Fundament- (102) und Eutervererbung (108) zeichnen ihn aus. Im paternalen Geburtsverlauf hat er drei Punkte gewonnen, er liegt mit guten 116 gemeinsam mit Gipig auf dem ersten Platz. Zu berücksichtigen gilt es bei Pigdian II die Bemuskelungsvererbung mit 81, sowie den FW von 83.

 

Leider ist Gipig mit 107 GZW um 7 Punkte gefallen. Gipada ist sein Vater, die Mutter Silvia eine Ignaztochter. Mit 48 Töchtern in Milch sind zwölf weitere dazugekommen, er landet bei 108 MW. Ein Wehrmutstropfen ist die schlechte Eiweißvererbung mit -0,30 %. In der Fitness ist Gipig leider auch um 6 Punkte auf 95 gefallen. Im FW stieg er einen Punkt auf 102, in der ME ist er mit 111 der zweitbeste. Mit 116 im paternalen Kalbeverlauf ist er gemeinsam mit Pigdian II Spitzenreiter. Es sind 14 neue Töchter im Exterieur dazugekommen. Im Rahmen liegt er im Vergleich mit 89 unter dem Mittel, vor allem in Breite und Tiefe. Das Fundament ist auf 95 gesunken wegen der Fesselung 93. Mit 112 ist Gipig der beste Eutervererber. Es sind lange Euter, die vorne eine sehr gute Aufhängung haben, einzig die Strichdicke neigt mit 110 zu dick. Mit 100 in der Bemuskelung tendieren die Töchter zur Stabilität.

 

Radraul, ein Radisohn aus einer Raultochter ist ein klassischer Doppelnutzungsbulle mit 106 MW und 116 FW. Er bringt plus 498 kg Milchmenge, seine Melkbarkeit ist mit 105 in Ordnung und sein Geburtsverlauf liegt mit 99 im Mittel. Aufpassen muss man auf die Fettvererbung, im Fitnessbereich ist er mit 91 am Ende der acht Bullen. In der Töchterbewertung ist Radraul als mittlerer Bulle anzusprechen. Die Körperlänge ist etwas kurz, im Fundament fallen das volle Sprunggelenk (83) und die gute Fessel (106) auf. Das Euter kommt auf 99, positiv sind der Euterboden mit 104 und die Strichstellung hinten nach innen (119). Zu beachten sind die Vordereuteraufhängung (91) und die dünnen Striche (81).

 

Olefelk hat 9 weitere Töchter in der Leistungsprüfung, insgesamt sind es jetzt 188. Nach wie vor ist er ein guter Inhaltsstoff- und Fundamentvererber.

 

Marfelk haben wir aus der Empfehlung genommen, weil in GZW und MW unter 100 gefallen ist.

 

Für die Fleischleistung zur Doppelnutzung und die Mutterkuhhaltung haben wir nun drei Bullen anzubieten. Radraul mit FW 116 und Iggardian und Igamack mit FW 111.

 

Die weiteren Details entnehmen sie bitte aus der Empfehlung, die Balkendiagramme finden Sie auf der RBW- Homepage.

 

Für Rinder sind in der Reihenfolge passend: Gipig und Pigdian II gemeinsam vor Igguss.

 

Hornlosvererbung: Im begrenzten Umfang werden die beiden mischerbig hornlosen Wartebullen Radmig P und Igfex P und der reinerbig hornlose Igragar PP ausgegeben. Er war vor kurzem Testeinsatz. Seine gesamte Nachzucht wird genetisch hornlos sein. Er ist ein Igfex P- Sohn aus einer Radmark P- Mutter.

 

Die vollständige Bullenempfehlung finden Sie im Internet unter www.rind-bw.de.

 


 

Hinterwälder: Walter und Fockernap bereichern das Angebot

 

Wir haben vier Bullen mit Töchterergebnisse in Milch aus vier Linien mit Milchwerten von 89 bis 104 für die Milchviehhaltung im Angebot, Bennasch, Labflort, Napfocki und Siltben. Alle vier Bullen mit 28 bis 48 Töchtern können auch für die Fleischnutzung eingesetzt werden. Beim Milchwert und der Anzahl Geburten sind die Veränderungen gegenüber der letzten Schätzung vor vier Monaten aufgezeigt. Die Geburtsverläufe sind recht günstig vor allem im Rassevergleich. Bennasch sollte wegen der höheren Totgeburtenrate nur auf Kühe eingesetzt werden.

 

Mit Fockernap und Walter können wirzweineue Besamungsbullen sowohl für Milch- als auch für die Fleischnutzung empfehlen. Fockernap ersetzt seinen Vater Fockeral, der mit MW 107 nach Hummel den zweiten Platz einnimmt. Seine Mutter Samia stammt von Napfock ab und hat aktuell einen MW von 112. Mutter und Sohn waren erfolgreich auf der Schau 2017, Fockernap als Reservesiegerbulle und Samia als Miss Hinterwälder.

 

Walter entstand aus der Linienneugründung mit Fäller angepaart an die Humfälb-Hummeltochter Gerda, einer euterstarken Mutterkuh. Die Großmutter stammt aus der Milchviehhaltung und hat 105 MW bei 5,14 % Fett und 3,97 % Eiweiß. Neben Hummel findet sich auch ein anderer bekannter Bulle im Pedigree, Benbär. Auffallend ist bei Fockernap und Walter, dass ihre Kälber sehr leicht zur Welt kommen.  

 

Für die Mutterkuhhaltung sind zwei besondere Bullen in der Empfehlung, Arinax P und Siltnax P. Sie vererben in 50 % Prozent der Fälle genetisch hornlos.

 

Wir haben für die beiden Schwarzwaldrassen Hinterwälder und Vorderwälder ein lukratives Besamungsangebot, das auch linienmäßig genügend breit angelegt ist.

 

Die vollständige Bullenempfehlung finden Sie im Internet unter www.rind-bw.de.