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Aktuelle Zuchtwertschätzberichte Wäldervieh 12/2019

Das ist Olefaz als Testbulle mit Züchter Roland Fichter aus St. Georgen-Oberkirnach nach der Auswahl am 1. Oktober 2014 in der Donauhalle Donaueschingen. 8 in der Bemuskelung und 6 in der Äußeren Erscheinung lautete das Körergebnis. Wir freuen uns, dass er die Hürde zum Zweiteinsatzbullen gut überwinden konnte und auf dem dritten Platz in der Empfehlung steht. Mit ihm können wir die O-Linie gut weiterentwi-ckeln. Selbstverständlich wird er neben dem allgemeinen Einsatz auch in der gezielten Paarung eingesetzt.

Vorderwälder: Acht Bullen aus fünf Linien

 

Iggardian ist unverändert Spitzenreiter im GZW und MW. Sein FW ist um einen Punkt auf 108 gestiegen. Weitere fünf Töchter aus dem Zweiteinsatz sind in der Milch und vier im Exterieur neu hinzugekommen.

 

Mit GZW von 120 (-2) und MW 118 (-3) folgt Igamack I. Er schwächelt etwas im Fettgehalt. Die Melkbarkeit gilt es mit 94 (-1) zu beachten, die Fitness liegt bei 105 (+1) und im Zellgehalt ist er mit 110 zweitbester. Im Exterieur seiner Töchter ist er kein Held. Mit 112 (+1) FW liegt er auf Platz zwei. Seine paternalen Kalbe- und Totgeburtenwerte sind leider so, dass er nicht auf Kalbinnen passt.

 

Es folgt der Neuling vom letzten Mal, Olefaz, ein Olefelksohn aus einer Ignazmutter mit 116 (-2) GZW und 115 (-2) MW bei 77 % Sicherheit. Er ist eher ein Mengenvererber mit bestem Zellgehalt, guter Melkbarkeit und Fitness. Sein FW liegt bei 104, die Kalbeverläufe sind leicht unter dem Schnitt. 20 Töchter (+9) zeigen eine gute Größe, haben mit 107 gute Fundamente und erzielen die Euternote 105 (+2). Stark positiv ist die Voreuteraufhängung und der Eutersitz.

 

Dann kommt Igguss. Er hat einen GZW und einen MW von 110 (-2) und einen FW von guten 109 (+1). Er ist der Inhaltsstoffvererber mit plus 0,42 Fett- und 0,29 Eiweißprozent. Melkbarkeit und Zellgehalt sind positiv. Sein paternaler Geburtsverlauf hat sich um drei Punkte auf 105 verbessert. 20 (+1) Töchter sind bewertet und zeigen mit Ausnahme des Kalibers gute Werte. Ohne Schwachstelle kommt das Euter und der Euterboden auf 109. Im Fundament erreicht er 104 (+2). Eine Ausnahmeerscheinung ist er mit 111 in der Bemuskelung. Wenn Rahmen und Milchmenge verankert sind, passt Igguss gut, bei Rindern für die kräftigeren.

 

Ragos behauptet sich wacker, er hat in der Milch die meisten Töchter mit 216 (+24) Tieren. Im FW liegt er bei 95 (+1). Die Melkbarkeit von 117 Töchtern ergibt einen Zuchtwert von 99. Sein Exterieur mit 119 bewerteten Töchtern ist in den Hauptnoten Rahmen, Fundament und Euter positiv und in der Bemuskelung bei 99. Er kann nur für Kuhbesamungen verwendet werden.

 

Erfreulicher Weise ist Gipig mit 109 GZW zwei Punkte gestiegen. Mit 48 Töchtern in der Milchleistung erreicht er ebenfalls 109 Punkte im MW. Ein Wermutstropfen ist die schlechte Inhaltsstoffvererbung. In der Fitness hat Gipig nochmals einen Punkt gut gemacht auf 99. Der FW bleibt bei 101, in der Melkbarkeit ist er mit 109 zweitbester genauso wie im paternalen Kalbeverlauf mit 110 (-7). Euternote 112 bedeuten den Spitzenplatz. Es sind lange Euter, die vorne eine sehr gute Aufhängung haben, einzig die Striche tendieren etwas zu kurz (93) und dick (108).

 

Pigdian II folgt mit 108 GZW und MW. Er hat sich darin nicht verändert. In der Melkbarkeit ist er mit 111 bester, eine gute Fitness mit 108, eine gute Fundament- (103) und Eutervererbung (108) zeichnen ihn aus. Im paternalen Geburtsverlauf hat er seinen ersten Platz mit sehr guten 118 behaupten können. Zu berücksichtigen gilt es bei Pigdian II die Bemuskelungsvererbung mit 81, sowie den FW von 85 (+2). 

 

Radraul, ein Radisohn aus einer Raultochter ist ein klassischer Doppelnutzungsbulle mit 105 MW und 114 (-3) FW. Die Melkbarkeit und der Zellgehalt sind mit 103 (-2) beziehungsweise 105 (+1) in Ordnung und sein Geburtsverlauf liegt mit 97 (-1) knapp unterm Schnitt. Sein Fitnesszuchtwert ist um vier Punkte gestiegen und erreicht nun 99. In der Töchterbewertung ist Radraul als mittlerer Bulle anzusprechen. Mit 104 in der Bemuskelung seiner Töchter tendieren sie zur Stabilität.

 

Für die Fleischleistung zur Doppelnutzung und die Mutterkuhhaltung haben wir weiterhin drei Bullen anzubieten. Radraul mit FW 114, Igamack I mit FW 112 und Igguss mit FW 109.

 

Die weiteren Details entnehmen sie bitte aus der Empfehlung, die Balkendiagramme finden Sie auf der RBW-Homepage.

 

Für Rinder sind in der Reihenfolge passend: Pigdian II vor Gipig und Igguss für die kräftigeren Rinder.

 

Hornlosvererbung: Im begrenzten Umfang werden der mischerbig hornlose Wartebullen Radmig P und der reinerbig hornlose Igragar PP ausgegeben. Seine gesamte Nachzucht wird genetisch hornlos sein. Er ist ein Igfex P- Sohn aus einer Radmark P- Mutter.

 

Die vollständige Bullenempfehlung finden Sie im Internet unter www.rind-bw.de.

 


 

Hinterwälder: Walter und Fockernap bereichern das Angebot

 

Wir haben vier Bullen mit Töchterergebnisse in Milch aus vier Linien im Angebot, Bennasch, Labflort, Napfocki und Siltben. Alle vier Bullen mit 25 bis 48 Töchtern können auch für die Fleischnutzung eingesetzt werden. Beim Milchwert und der Anzahl Geburten sind die Veränderungen gegenüber der letzten Schätzung vor vier Monaten aufgezeigt. Die Geburtsverläufe sind recht günstig vor allem im Rassevergleich. Bennasch sollte wegen der höheren Totgeburtenrate nur auf Kühe eingesetzt werden.

 

Mit Fockernap und Walter können wir zwei neue Besamungsbullen sowohl für Milch- als auch für die Fleischnutzung empfehlen. Fockernap ersetzt seinen Vater Fockeral, Mutter und Sohn waren erfolgreich auf der Schau 2017, Fockernap als Reservesiegerbulle und Samia als Miss Hinterwälder.

 

Walter entstand aus der Linienneugründung mit Fäller angepaart an die Humfälb-Hummeltochter Gerda, einer euterstarken Mutterkuh. Die Großmutter stammt aus der Milchviehhaltung und erreichte sehr hohe Inhaltsstoffe. Neben Hummel findet sich auch ein anderer bekannter Bulle im Pedigree, Benbär. Auffallend ist bei Fockernap und Walter, dass ihre Kälber sehr leicht zur Welt kommen.  

 

Für die Mutterkuhhaltung sind zwei besondere Bullen in der Empfehlung, Arinax P und Siltnax P. Sie vererben in 50 % Prozent der Fälle genetisch hornlos.

 

Wir haben für die beiden Schwarzwaldrassen Hinterwälder und Vorderwälder ein ansprechendes Besamungsangebot, das auch linienmäßig genügend breit angelegt ist.

 

Die vollständige Bullenempfehlung finden Sie im Internet unter www.rind-bw.de.