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Rinderunion Baden-Württemberg e.V.

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Verbinden was zusammengehört

Anlässlich der Vertreterversammlung der Rinderunion Baden-Württemberg e.V. (RBW) konnte der Vorsitzende Josef Volkwein zusammen mit dem Geschäftsführer Dr. Alfred Weidele über ein bewegtes Jahr in der Rinderzucht Rückschau halten.

 

Dank der herausragenden Qualität an Besamungsbullen, war es erneut möglich, den Absatz von Sperma, vor allem überregional deutlich zu steigern. Dr. Weidele hob in seinem Geschäftsbericht dabei die enormen Aufwendungen im Rahmen der Zuchtprogramme hervor, die durch Typisierung in der Breite, Ankauf der Kälber im Felde, intensiven Embryonenzukauf, Halteprämien und Vererbernachzahlungen als hohe Beträge direkt den Mitgliedsbetrieben zukommen. Damit werde die bäuerliche Rinderzucht gestärkt und deutlich zur Weiterentwicklung der Populationen beigetragen.

 

Als wesentliche Stütze und weiteren Schritt im Zuchtprogramm betrachtete Dr. Weidele die Ausweitung von Herdentypisierungen und die flächendeckende Typisierung von weiblichen Tieren. Dies biete zum einen neue Managementhilfen in den Betrieben und sichere zudem die bäuerliche Rinderzucht mit der Erfassung von neuen Merkmalen und der Definition von neuen Selektionskriterien.

 

Allerdings war 2018 bereits von Einschränkungen in der Tiervermarktung gekennzeichnet, weshalb nur knapp das Vorjahresniveau im Gesamtumsatz der Tierverkäufe erreicht werden konnte. Dabei waren es die Diskussionen und damit verbundenen Einschränkungen im Export und zum Jahreswechsel hin die Beeinträchtigungen durch das Aufkommen der Blauzungenkrankheit, die die Vermarktung deutlich behinderten.

 

Dr. Weidele hob jedoch hervor, dass es wichtig sei, sich positiv zum Tiertransport nach Verordnung EU 1/2005 zu positionieren, da der überregionale und internationale Tiertransport inzwischen wichtig ist für alle Rinderhalter in Deutschland. Diese Verordnung setze einen hohen Standard im Tiertransport und sollte für alle gelten. Dabei gelte es aber auch, geltenden Recht nicht nur umzusetzen sondern auch einzufordern.

 

In der Summe konnte die RBW erneut ein positives Ergebnis ausweisen und sieht sich gerüstet für die Zukunft.

 

Neben den finanziellen Regularien wurde zudem eine grundsätzliche Satzungsänderung durchgeführt. Dabei konnte nach langer Diskussion in den vorgelagerten Gremien und in dichter Abstimmung mit dem Ministerium und dem zuständigen Regierungspräsidium der neue gesetzliche Rahmen nun endlich in Form gegossen werden und gleichzeitig die neuen Zuchtprogramme für alle Rassen beschlossen werden.

 

In einem sehr spannenden Vortrag berichtete Frau Dr. Sonja Kleinhans, Geschäftsführerin von Qnetics über die Erfahrungen einer Organisation, in der Zucht, Besamung und Leistungsprüfung unter einem Dach sind. Sie betonte, dass schon nach dieser kurzen Zeit deutliche Synergien spürbar sind und vor allem der effektivere Personaleinsatz erhebliche Erleichterungen biete. Zudem sah sie in der Einbindung der Leistungsprüfung keine Gefährdung von Fördergrundsätzen, da Qualität, Gesundheit und Robustheit im Mittelpunkt stünden und die Arbeitsweise durch ICAR-Zertifizierung den entsprechenden Rahmen erhalte. In der Summe betrachtete sie diesen gemeinsamen Schritt unter dem Slogan „Verbinden was zusammengehört“ als wichtige Weiterentwicklung in einem schrumpfenden Markt.

 

Der stellvertretende Vorsitzende Joachim Keller schloß die Versammlung mit einem Dank an alle Mitglieder und Ehrenamtlichen für die erfolgreiche Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr, einem Dank an die Mitarbeiter der RBW und einem besonderen Dank an den Vorsitzenden Josef Volkwein für sein außerordentliches Engagement.

 

Als Züchter des Jahres - für besondere züchterische Erfolge in 2018 - wurden auf der Vertreterversammlung ausgezeichnet:

  • Alfred Berger, Mieterkingen (Fleckvieh),
  • Peter Schädler, Uttenhofen (Holsteins) und
  • Andreas Hörmann, Unteropfingen (Braunvieh)

Als beste Vermarkter konnten

  • Stefan Göggerle, Dalkingen (Fleckvieh),
  • Markus und Kerstin Mock, Markdorf (Holsteins) und
  • Helmut Schöllhorn, Ummendorf (Braunvieh)

geehrt werden.