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Tierschau aus Tradition - Maimarkt Mannheim 2013

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Der Mannheimer Maimarkt feierte dieses Jahr seinen 400. Geburtstag. Schon immer war dieser Verbrauchermarkt auch ein Schaufenster für landwirtschaftliche Produkte, also auch für Vieh und Fleisch. Einer der vielen Schwerpunkte der Feierlichkeiten war die Tierschau, die etwas „aufgepeppt“ Tradition und Innovation miteinander zu verbinden suchte.

 

Der Mannheimer Maimarkt war schon immer eine Verbrauchermesse. Vor 4oo Jahren wurden hier vom Pfalzgrafen Johann II. von Zweibrücken der jungen Stadt Mannheim die Marktprivilegien verliehen. Zuerst ein Markt für Krämer, Gaukler und Viehhändler präsentieren heute rund 1400 Aussteller fast 20.000 Produkte in 47 Hallen! Und trotz des Wandels vom traditionellen landwirtschaftlichen Marktes zum städtischen Verbrauchermarkt hin bleibt das Segment mit den Tierschauen für die Maimarktbesucher erhalten. 1837 ist das Jahr in dem zum ersten Mal Tiere nicht nur zum Verkauf angeboten werden, sondern auch eine Schau stattfindet, ein „Schau“- fenster für die damals überwiegen landwirtschaftlich geprägte Bevölkerung. 30 Jahre später wurde erstmals die damals ungeheure Summe von 1000 Gulden für die Prämierung gewährt – heute sind es Plaketten und Medaillen um die es sich die Aussteller streiten. Und nach wie vor versuchen die ausstellenden Tierzuchtverbände, von den Bienenzüchtern bis hin zum Landesgestüt Marbach, die Brücke vom Produzenten hin zum Verbraucher in aufklärender Art und Weise zu schlagen.

 

Dazu gehört auch die Lehrschau. Eine „Highländer“ Kuh und eine „Rotvieh“ Kuh, beide mit Kalb, sowie die „kleien Schweineschule“, Ziegen und Pferde unterschiedlichster Rassen, sowie Geflügel und Hasen machen die Lehrschau immer wieder zu einem stark frequentierten Höhepunkt des Maimarktes. Als Vielfalt aus dem Tierzelt wurde fast eine Woche lang alles präsentiert, was beweglich ist. Rinder, Pferde, Ziegen und alte landwirtschaftliche Geräte, gezogen von Kühen oder schwerem Kaltblut, vom alten „Lanz“ Bulldog bis hin zum Hightech „John Deere“ Schlepper, alles bewegte sich trotz des nicht ganz so gemütlichen Wetters im großen Ring der Mannheimer Reitsportanlage. Auch bei Regentropfen erfeuten sich die Besucher an der freilaufenden Herde von Araberstuten vom Haupt- und Landesgestüt Marbach sowie über die schauspielerische Darstellung eines Viehandels vor etwa 200 Jahren. Und anders als sonst blieben auch die Rinder, Holstein, Braunvieh, Fleckvieh und Limpurger ein paar Tage länger.

 

Die Wettbewerbe

 

Am Samstag des Maimarktwochenendes treten die Großtiere zum Wettbewerb an. Aus organisatorischen Gründen findet an diesem Tag auch immer der Tierbeurteilungswettbewerb des Züchternachwuchses statt. Bei der Rasse Fleckvieh konnte sich bei den jüngeren Uwe Jahn aus Beerfelden durchsetzen, bei den Teilnehmern über 19 Jahren gewann Marina Lang aus Herbstein-Stockhausen punktegleich mit dem Vorjahressieger Daniel Jäger, Mörlenbach. Den ersten Platz bei den Holsteins sicherte sich Marvin Baier aus Öhringen. Die Wettbewerbe erfreuen sich wachsender Beliebtheit, so reisen mittlerweile ganze Jungzüchterclubs zur Teilnahme an.

 

Beim Fleckvieh hat Hessen die Nase vorn

 

Bei Nieselregen hatte der Preisrichter beim Fleckvieh, LOR Strotz, Zuchtleiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Ansbach, schwere Entscheidungen zu treffen.

 

Siegerin bei den jungen Tieren bis 2 Kalbungen und Eutersiegerin wurde „Tropica“, eine „Solo P“Tochter aus dem Besitz der Habermehl GbR in Lauterbach-Allmenrot. „Schalmei“, eine „Romsel“ Tochter aus der Zucht von Familie Sperr, Satteldorf wurde wie im Vorjahr nur zweite, konnte aber den Titel Fleischsiegen einheimsen.. In den Klassen mit mehr als 2 Kalbungen dominierte „Paola“ von der GbR Pia & Bernhard Hillerich, Reinheim-Überau vor „Alina“, einer „Vodach“ Tochter aus dem Besitz von Walter Nagel, Leingarten. Eine Glocke vom Zuchrtverband Ansbach ging diesmal an den Betrieb Otto Hennegriff aus Balsbach, der sich mit seiner Stallsammlung endlich vor dem Sieger der letzten zwei Jahren, Walter Nagel aus Leingarten, platzieren konnte.

 

Holsteins – leider nur kleine Gruppe

 

Nach ettliche Ausfällen im Vorfeld konnte nur eine kleine Gruppe von Tieren gegeneinander antreten. Preisrichter Franz Mock aus Markdorf bestimmte die „Ashlar“ Tochter Hellen aus dem Betrieb Holger Bertsch, Jagsthausen zum Sieger der jungen Kühe. Da sie auch Eutersiegerin und die Kuh „Ashley“ aus demselben Betrieb Resevesiegerin Alt wurde, konnte Familie Bertsch mit der RBW-Glocke ausgezeichnet werden. Sieger Alt wurde „Olla“ aus dem Besitz von Manfred Weiland, Oberschüpf, von dem auch die Reservesiegerin der jungen Kühe stammte.

 

Ein Glückwunsch sei hier angebracht für alle Beschicker, die es mit ihrer züchterischen Arbeit ermöglichen, einen solchen Wettbewerb abzuhalten.

 

Vorführwettbewerb und Siegerehrung

 

Am Sonntag des ersten Maimarktwochenendes findet traditionell vor der Siegerehrung ein Vorführwettbewerb für Kinder statt. Dieser, für Zuschauer, Kinder und Züchterfamilien, attraktive Wettbewerb, findet immer mehr Teilnehmer. So traten dann 12 Kinder in drei Altersklassen an. Bei den „Streitern“ unter 9 Jahren gewann dieses Jahr Luis Heck aus Wagenschwend. Luis und sein Kalb bildeten eine Einheit die nicht zu schlagen war. In der Klasse bis 11 Jahre folgte das Kalb der neunjährigen Sophie Hettler aus Adelshofen so selbstverständlich, daß man sehen konnte, wie oft dieses „Gespann“ geübt hatte.Bei den Teilnehmern über 12 Jahren war Hessen wieder vorn mit Ida Birkenstock mit ihrem Kalb „Schneewittchen“.

 

Bei der anschließenden Siegerehrung konnte jedes Kind stolz seinen Pokal empfangen. Gleichzeitig fand die Siegerehrung der Richtwettbewerbe statt. Umramt wurde das Ganze von Sonja Keller aus Ölbronn mit ihrem gelehrigen Rind „Mimi“, das sie sowohl unter dem Sattel, als auch eingespannt, vorführte. Die Auszeichnungen, Medaillen und Plaketten der ADR, des BML und der Mannheimer Maimarktgesellschaft überreichte Stadträtin Seitz, der sich von der gesamten Veranstaltung begeistert zeigte. Wir gratulieren allen Wettbewerbsteilnehmern zu ihren guten Ergebnissen.

Anzumerken bleibt, daß sowohl beim Fleckvieh als auch bei den Holsteins seit vielen Jahren dieselben Aussteller dabei sind, die es immer wieder schaffen, trotz anstehender Feldarbeiten und familiären Feierlichkeiten rund um den 1.Mai, ihre Tiere für diese Schau zu präparieren Diese Rinderzüchter verschiedener Rassen aus zwei Bundesländern sind mittlerweile zu einer „Maimarktfamilie“ zusammengewachsen, die sich richtig freuen ihre Freunde jedes Jahr wieder zu sehen. Auch die Pferdezüchter aus der Pfalz und Baden-Württemberg gehören dazu – man hilft sich gegenseitig auch mal beim Vorführen aus. So ist über viele Jahre eine Gemeinschaft entstanden, die so wohl nirgends sonst mehr gibt und die sich schon auf das nächste Jahr freut.

 

Zugriff auf das RBW-Online-Fotoalbum

 

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