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Rinderunion Baden-Württemberg e.V.

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Mannheimer Maimarkt 2015

Hessen haben die Nase vorn

 

Bei echtem Aprilwetter verfolgten viele Zuschauer mit großem Interesse den Wettbewerb der Fleckvieh- und Holsteinzüchter.

 

Der Mannheimer Maimarkt ist seit vielen Jahren traditionsgemäß der Ort, an dem sich Rinderzüchter aus Südhessen und Nordbaden/Nordwürttemberg messen. Aussteller aus diesen Regionen stellen sich dabei dem Wettbewerb und auch die Jungzüchter kämpfen um Plätze und Pokale. Die ganze Veranstaltung wird dem städtischen Publikum angepasst. So erläuterte auch der Preisrichter Dr. Alfred Weidele von der Rinderunion Baden–Württemberg seine Entscheidungen etwas genauer, sodass die „Laien“ unter den Zuschauern nicht vor unverständlichem „Fachchinesisch“ die Flucht ergreifen mussten. Die Ränge im großen Stadion des Reitvereins waren auch stets abhängig vom Wetter gefüllt, dass sehr aprilhaft mal Sonnenschein brachte, aber auch einmal mit einem Regenguss Vorführring und Zuschauerränge sehr schnell leerte.

 

Diese größte Verbrauchermesse Deutschlands, die ihre Ursprünge unter anderem  in Viehmärkten findet, zeigt aber nicht nur die Vielfalt der Rinderrassen wie Fleckvieh und Holsteins, Highlands, deutsches Braunvieh und vom Aussterben bedrohte Rassen wie Pustertaler und Limburger, sondern ein ganzes Kaleidoskop von Tierarten. Eingebettet in Reitturniere und Vorführungen der berittenen Polizeistaffel oder auch der Demonstration eines Poloturniers werden hier freilaufende Araberstuten, schweres Kaltblut und Kleinpferde ausgestellt.  Zudem können in einer kleinen Tierschau Ziegen, Geflügel, Kaninchen und Produkte der Imker bestaunt werden. Und für die Schweine wirbt nicht nur die „kleine Schweineschule“ mit ihren Streichelferkeln, sondern ein neu konzipierter Stand, auf dem die Maimarktbesucher alles über moderne Schweinehaltung erfahren können. Ein weiteres „Sahnehäubchen“ ist das Fleckvieh-Kuhgespann von Pit Rebel aus Mainhardt. Diese täglichen Vorführungen im großen Reitstadion machen die ganze Veranstaltung zu einem Publikumsmagneten.

 

Zum Wettbewerb der Rinder traten 32 Kühe der Rasse deutsches Fleckvieh an, bei den Holsteins waren es dieses Jahr leider nur 11 Tiere.

 

Holsteins mit besten Eutern

 

Da der Preisrichter Dr. Alfred Weidele in diesem Jahr für beide Rassen verantwortlich zeichnete, begann der Wettbewerb zügig mit den Holsteins. Bei den Kühen mit einem Kalb traten gleich 5 Züchter mit 7 Tieren gegeneinander an. Die Siegerin „Anastacia“, eine „Brawler“ Tochter aus dem Betrieb Bertsch, Jagsthausen gewann die ADR Medaille in Silber und die Maimarkt Plakette in Gold. Auf Rang 2 folgte die „Logan“ Tochter „Olive“ von  Manfred Weiland aus Oberschüpf. Die Tiere der Familie Mannsperger aus Adelshofen, der Frank GbR aus Boxberg und der Maas GbR aus Ladenburg konnten leider nur die weiteren Plätze belegen. Bei den älteren Kühen gewann „Wiebke“ von Familie Weiland vor „Ariane“ vom Betrieb Bertsch und holte sich MMM Gold und ADR Bronze. Die älteste Kuh im Ring aus dem Bestand von Familie Brenner in Breitenbronn konnte mit den jüngeren leider nicht mehr mithalten.

 

Fleckvieh vom Feinsten

 

Mit allerbesten Eutern überzeugten die Kühe den Preisrichter beim Fleckvieh. Nicht zu übersehen war „Cayenne“, eine „Rocky“ Tochter aus dem Besitz der Familie Hillerich aus Reinheim-Überau. Sie dominierte mit ihrem Typ, den Fundamenten und vor allem dem Euter die Klasse der jüngeren Kühe und wurde ausgezeichnet als Eutersieger Jung und Sieger Jung mit MMM Gold und BML Silber. Weiterhin ausgezeichnet wurde die „Herstein“ Tochter „Lena“ aus dem Betrieb Boss von Lauterbach-Maar mit MMM Bronze und ADR Bronze. Diese jungen Kühe aus Südhessen waren nicht zu schlagen, so mussten sich die Züchter aus Baden-Württemberg Familie Hess/Schönbrunn, Heck/Wagenschwendt, Heilmann/ Schrozberg und Ehrmann/Zaisenhausen mit den weiteren Plätzen zufrieden geben. Auch die sonst so erfolgverwöhnten Otto Hennegriff aus Balsbach, Walter Kubach aus Langenbrettach sowie Pit Rebel aus Mainhardt konnten nur 2. Plätze erringen. Bei den Kühen mit 3 Kälbern wurde „Nanni“ aus dem Besitz von Familie Gailing in Obersulm-Eschenau mit MMM Bronze und ADR Bronze belohnt. „Bella“, eine altgediente Schaukuh von Familie Schneider aus Suzbach-Laufen, wurde Eutersieger Alt und ausgezeichnet mit ADR Silber. In der Klasse der alten Kühe überzeugte wieder ein Tier aus Hessen. „Marry“, eine „Vidor“ Tochter von der Boss, Feick und Euler GbR aus Lauterbach-Maar dominierte diese Altersklasse und gewann MMM Gold und BML Bronze.

 

Ein ganz besonderer Wettbewerb ist jedesmal der der Stallsammlungen. Auch der Preisrichter betonte, es sei erwähnenswert, wenn ein Betrieb mit mehr als 2 Kühen auf einer Schau auftreten kann, da dies sehr viel Zeit und Mühe der Vorbereitung bedürfe. Walter Nagel aus Leingarten, ein alter Hase im Schaugeschäft, musste hier nur wegen geringster Unterschiede seinem Kollegen Hennegriff den Vortritt lassen und wurde mit MMM Silber und dem MLR Teller ausgezeichnet. Otto Hennegriff bekam für die Siegersammlung MMM Gold, den Ehrenteller des Ministerpräsidenten und die RBW Glocke. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Sammlungen von Rudolf Ehrmann und Thomas Heilmann.

 

Wenn auch die nördlichen Nachbarn dieses Mal etwas erfolgreicher waren, wurde beim Züchtertreff am Abend schon die Revanche für das kommende Jahr angekündigt!

 

Jungzüchterwettbewerbe, professioneller Nachwuchs

 

Die Jungzüchterwettbewerbe erfreuen sich wachsender Beliebtheit. So stellten sich  30 Teilnehmerinnen  und Teilnehmer dem Beurteilungswettbewerb in drei Altersklassen. Auch hier zeigte sich eine klare Dominanz!  In allen drei Klassen konnten sich Nachwuchszüchterinnen durchsetzen. So gewann bei den Jüngeren Lea Nübel aus Obersontheim vor ihrer Schwester Greta und in der Klasse bis 20 Jahren Jana Schramm aus Fichtenberg vor Bastian Hammer aus Engelhofen. Bei den Älteren setzte sich Dorothee Lang aus Stockhausen gegen Moritz Schäfer aus Beerfelden durch. Man kann den Sachverstand bei den jungen Züchtern nur bestaunen und sich darauf freuen, sie auch bald mit ihren Zuchtprodukten auf dem Maimarkt wiederzusehen.

 

Bei der Siegerehrung durch die Stadträtin Marianne Seitz betonte diese nochmals die Besonderheit der Tierausstellung auf dem Maimarkt, da es auf dem Stadtgebiet Mannheim fast keine Kühe mehr gebe, und wie wichtig es für die Bevölkerung sei, mit Nutztieren aller Art und ihren Züchtern Kontakt zu bekommen. Manch einer streichelt hier zum ersten Mal in seinem Leben eine Kuh!

 

Als Besonderheit soll noch die Ehrung des langjährigen RBW Mitarbeiters Otto Kurz aus Ruppertshofen erwähnt sein, der für seine engagierte Arbeit mit der Goldenen Ehrennadel des Maimarkts ausgezeichnet wurde.

 

Abschließend soll auch von Seiten des Veranstalters ein Dank stehen an alle Mitwirkenden dieser traditionsreichen Veranstaltung, die sich trotz der vielfältigen Aufgaben zuhause auf den Weg nach Mannheim gemacht und ihre Tiere zur Verfügung gestellt haben.

 

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