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Die Ergebnisse der Bundesfleckviehschau in Miesbach

RBW auf Bundesfleckviehschau in Miesbach erfolgreich

 

Mit 12 Schaukühen und 5 Vorführrindern startete die RBW am 24. und 25. Oktober nach Miesbach zur Bundesfleckviehschau, die zum ersten Mal überhaupt auf bayrischem Grund abgehalten wurde. Auch wenn die Rahmenbedingungen in der Halle in Miesbach nicht ganz mit dem Umfeld der letzten Bundesfleckviehschau in Ilshofen 2009 vergleichbar waren, war die Bundesschau wieder eine ideale Bühne um für die Rasse Fleckvieh zu werben, auch wenn man sich an vielen Stellen etwas mehr Modernität gewünscht hätte.

 

 

Bundessieger aus Baden-Württemberg

 

Gleich mit einem Knaller startete die RBW in das Fleckviehschau-Wochenende. Insgesamt traten 30 Jungzüchter aus ganz Deutschland mit ihren Fleckviehrindern an, um die Entscheidung um den besten Vorführer unter sich auszumachen. Für RBW gingen Jana Schramm, Lisa Binder, Max Beißwenger, Florian Waibel und Maximilian Hartmann ins Rennen. Maximilian Hartmann konnte seine Klasse souverän gewinnen, Lisa Binder wurde Zweite in ihrer Klasse. Allerdings konnte Maximilian Hartmann mit seiner Darbietung in der Siegerauswahl das Ganze noch krönen, denn er wurde klar zum Bundessieger der Jungzüchter gekürt und holte damit den Bundessiegertitel nach Baden-Württemberg. Der Siegertitel für das beste Typrind ging eindeutig an den Betrieb Herbert Lang, Herbstein aus dem hessischen Zuchtgebiet. Die hessische Jungzüchtergruppe konnte sich zudem dem Gruppentitel sichern.

 

Starke Euterqualität

 

Am Samstag startete dann der langersehnte Richtwettbewerb, der für die heimischen Beschicker mit besonderen Erschwernissen verbunden gewesen war, da die heimischen Züchter erst nach einer 4-wöchigen Quarantäne in Miesbach anreisen konnten, ein Nebeneffekt der langsamen heimischen BHV1-Sanierungspolitik. Souverän traf Christian Straif aus Tirol seine Entscheidungen und legte in bekannter Weise sehr viel Wert auf den modernen euterbetonten Typ, auch wenn dabei auf ausreichend Typ und Kaliber achtete. Die RBW hatte in der Auswahl vor allem auf bewährte ältere Kühe als Ausdruck des balancierten Zuchtprogrammes gelegt, weshalb nur wenige Kühe in den 1. und 2. Kalbskuhklassen liefen. Allerdings waren diese Kühe umso erfolgreicher.

 

Die Opstein-Tochter Leandra aus der bekannten Schau- und Zuchtkuh Limette, der Mutter von Vlinno aus dem Betrieb Sabine und Norbert Bertel, Hasenweiler, konnte ganz frisch gekalbt mit einem extrem beaderten Euter gleich in der ersten Gruppe den zweiten Platz sichern. Erstaunlicher Weise brachten die bayrischen Verbände vor allem junge Kühe zur Schau, allein 60 Katalognummern waren Erstkalbskühe, 25 waren 2. Kalbskühe. Siegerin der Erstkalbskühe wurde die moderne stilvolle Ikebana-Tochter von der Mosandl GbR in Dietfurt, vor der sehr großen Pandora-Tochter Pixel von Michael Walser, Eurasburg.

 

RBW-Champion hoch platziert

 

Bei den Zweitkalbskühen waren die recht altmelkenden Rau-Töchter Emilia, von Hof Aischland und Bella von Kurt Schneider, Schloßschmiedelfeld am Start, die sich beide trotz der fortgeschrittenen Laktation sehr frisch und lebendig im Euter zeigten und seit ihren letzten Schauauftritten in Baden-Württemberg noch erheblich an Kapazität und Fülle gewinnen konnten. So konnte sich Emilia auch als zweite in ihrer Klasse platzieren. Siegerin der Zweitkalbskühe war eine sehr gute Ilion-Tochter die Kuh Anke von Franz Vordermayer aus Riedering, die sich auch als Siegerin mittel gegen die Siegerin der 3. Kalbskühe der Rau-Tochter Fifi von Peter Ginter, Wielenbach durchsetzen konnte.

 

Überzeugende Winnor-Töchter

 

Entsprechend dem Zuchtziel der RBW mit Blick auf alte, haltbare Produktionskühe mit guten Eutern zeigten die weiteren von der RBW ausgestellten 9 Kühe 3-6 Kälber und hatten aufgrund der dünnen bayrischen Konkurrenz das Pech, z.T. gegeneinander antreten zu müssen. Bei den Drittkalbskühen gingen die typstarke Wigli-Tochter Gold-Winner von Joachim Keller, Allmendingen, die Rau Tochter-Gieschen aus dem gleichen Bestand, die Homorry-Tochter Susanne von Hubert Ewald Bräunlingen und die extrem euterstarke Vanrog-Tochter Jana von Armin Winterhalder, Tannheim für die RBW an den Start. Jana konnte sich den zweiten Platz in der Klasse sichern und wurde gleichzeitig Gruppenreservesiegerin, da sie den Preisrichter durch ihre komplette Erscheinung und ein überragendes Euter für sich gewinnen konnte.

 

Mit Limette und Waldfee zeigte der Betrieb Sabine und Norbert Bertel, Hasenweiler zwei extrem komplette und eutersichere Winnor-Töchter mit bereits 4 Kälbern. Folgerichtig wurde Limette, die Mutter von Vlinno auch zweite in der Klasse und spielte auch beim Klassensieg noch eine Rolle.

 

Omine holt erneut einen Titel

 

Bei den 5. Kalbskühen stellte die RBW mit der Robi-Tochter Bastei von Thomas Bidlingmaier, Eislingen und der Romart-Tochter Terme von Franz Käppeler, Seelfingen zwei sehr unterschiedliche Tiere. Bastei war als Eutersiegerin bereits bei der RBW-Schau erfolgreich gewesen, Terme zeigte sehr guten Typ, bei viel Länge und ein fest ansitzendes Euter. Terme wurde Zweite in der Klasse und Klassenreservesiegerin, Bastei konnte sich auf dem dritten Rang hinter Terme platzieren. Siegerin der alten Kühe (4+5 Kälber) wurde die Round up Tochter Olinka von der Lechner GbR, Sauerlach vor der Perino-Tochter Serina von Rudolf Kaltner aus Seeon.

 

Bei den Lebensleistungskühen trat die bekannte Romsel-Tochter Omine von Georg Henner Ballendorf an und konnte sich bei den 6. Kalbskühen behaupten als Zweiplatzierte in der Gruppe und Klassenreservesiegerin. Siegerin wurde die Humid-Tochter Bluna vor der Zehntkalbskuh London, einer Hochtor-Tochter aus der letzten Klasse.

 

In der Summe war die Bundesfleckviehschau 2014 für die RBW ein voller Erfolg und schließt nahtlos an die Erfolgsgeschichte der Fleckviehbundesschau in Ilshofen 2009 an. Wieder einmal konnte die RBW ihre Exterieurorientierung unter Beweis stellen. Speziell die Euterqualität der ausgestellten Kühe war überragend und wurde mit den vielen Reserveklassensiegplatzierungen belohnt. Zu verdanken war dies vor allem dem Betreuungsteam der Schaukühe unter Federführung der Familie Keller und den RBW-Mitarbeitern sowie der Bereitschaft der Züchter, ihre Kühe zur Verfügung zu stellen. Besonders erfreulich war zudem, dass mit der Mutter von Vlinno, der Mutter von Siwil und der Mutter von Manuap gleich drei Kühe in Miesbach auf der Schau zu sehen waren, die Mütter von wichtigen Besamungsbullen der RBW sind und zeigt, dass sich korrektes Exterieur und Bullenmuttereignung nicht ausschließen müssen.

 

Dr. A. Weidele