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Deutsch-Schweizer Hinterwälderzüchter Treffen in Wieden

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Dieses zur Tradition gewordene Treffen zwischen den Nachbarn findet jährlich im Wechsel zwischen der Schweiz und Baden-Württemberg statt. Dieses Jahr traf man sich am 13.10.2013 in der Gemeinde Wieden bei den beiden Milchviehbetrieben Martin Lais und Florian Gutmann. Der Zuspruch war wiederum sehr gut, weit über 100 Teilnehmer nahmen daran teil. Sogar Bürgermeister Berthold Klingele machte seine Aufwartung und stellte die Gemeinde vor. Martin Lais und seine Frau Roswitha haben etwas geschaffen, was Bewunderung und Hochachtung erheischt: Sie haben eine Käserei aufgebaut, in der sie die ganze Milch ihrer 17 Hinterwälderkühe und 11 Ziegen zu Käse verarbeiten. Im Sortiment ist Bauernschnittkäse zum Teil mit buntem Pfeffer, Hartkäse, Frischkäse mit verschiedenen Kräutern und Weichkäse im Öl. Sie haben verschiedene Vermarktungswege über ihren Hofladen, über Gastronomien, Läden und über ihren fahrbaren Verkaufsladen, mit dem sie beim Markt in Schönau teilnehmen. Dass der Käse eine hohe Qualität hat, konnte an den Kostproben genossen werden und der große Zulauf am Verkaufswagen war der beste Beweis dafür. Das zweite Besondere ist, dass Martin Lais für seinen Kuhbestand einen Laufstall gebaut hat. Auch mit Hörnern kämen seine Kühe damit gut zurecht. Besonders die Melkarbeit im Melkstand sei viel gesundheitsfreundlicher geworden.

 

Sehr beeindruckt verließen die Teilnehmer den Betrieb zu Daniel/Florian Gutmann. Unterwegs konnten die Herden beider Betriebe besichtigt werden. Es kam auch zum Austausch über die beste Hinterwälderkuh und beide Seiten konnten sich schnell einigen. Unterschiede gibt es in der Gewichtung der Zusatzstriche in der Bewertung, die Schweizer bewerten das strenger. Bei Daniel/Florian Gutmann befindet sich die letzte Gemeindefarrenhaltung im Kreis Lörrach. Senior Florian Gutmann ist zu seiner Arbeit als Landwirt zusätzlich als Weidewart tätig. Auch bei ihm gab es etwas zur Stärkung und der Austausch untereinander war richtig gut.

 

Anschließend besuchten 2/3 der Teilnehmer das Besucherbergwerk Finstergrund. 4.000 bis 5.000 Besucher lassen sich jährlich an den „Schinderort“ im Bergwerk führen. Man geht hinaus mit dem Gefühl, schön, dass man damals nicht diese Arbeit tun musste. Die Anfänge mit Blei- und Silbererzabbau gehen vermutlich in das beginnende 13. Jahrhundert zurück und zog sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden durch den vermehrten Bedarf an Industriemineralien wie Fluorit (Flussspat) und Baryt (Schwerspat) die vorhandenen Minerallager erneut abbauwürdig, so dass um 1920 hauptsächlich mit dem Flussspatabbau begonnen wurde. Wegen des allgemeinen Verfalls der Rohstoffpreise wurde der Betrieb 1972endgültig eingestellt. Ein Jahr später gründeten ehemalige Bergleute den Bergmannsverein Finstergrund Wieden mit dem Ziel des Ausbaus zum Besucherbergwerk. 1982 wurde das Schaubergwerk Finstergrund der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Beeindruckend konnte die damalige Schwerarbeit mit ihrem großen Gesundheitsproblem der Staublungen nachvollzogen werden, erst ab 1948 wurden die Bohrlöcher mit Wasser satt mit Pressluft gereinigt. Viele Arbeiter wurden keine 50 Jahre alt.

 

Anschließend traf man sich wieder im Gasthaus Hirschen zum gemeinsamen Mittagsmahl. Hier konnten die interessanten Eindrücke des Tages nochmals nachgesprochen werden und jeder ging zufrieden und bereichert nach Hause.

 

Dr. Franz Maus

Bürgermeister Berthold Klingele bei der Begrüßung. Links der deutsche Vorsitzende Hubert Schätze, rechts Betriebsleiter Martin LaisDie beiden Vorsitzenden Hans Reiser, Steg, Schweiz, und Hubert Schätzle, Todtnau- Präg, Deutschland (rechts)Ein Teil der zahlreichen interessierten Teilnehmer bei der Betriebsvorstellung durch Martin LaisSo einfach und praktisch sieht der Ziegenmelkstand ausFrau Roswitha Lais (hinten links) hatte mit einer Helferin alle Hände voll zu tun, damit die Teilnehmer ihrem guten Käse erwerben konntenFritz Ritter aus Bigenthal nähert sich der für beide Seiten typvollsten Hinterwälderkuh Daniela von Daniel/Florian Gutmann. Sie hat dreimal abgekalbt und der Labflortsohn Labena ist ihr VaterBeindruckt war man von der Führung durch das Besucherbergwerk Finstergrund