ZWS Wälder April 2022

Piwer und Igragar PP neu dabei, Igamack I draußen - Zuchtwertschätzung Wäldervieh

Mit einem Paukenschlag betritt Piwer die Bühne eindeutig auf dem ersten Platz: 128 GZW, 119 MW, 111 FW und 112 FIT zeichnen ihn aus. Nicht genug damit, auch in der Melkbarkeit, im Rahmen, im Eiweißgehalt, in der Nutzungsdauer, im FRW und VIW findet man ihn in den Vererbungsschwerpunkten. Spitzenwerte hat er zudem in der Persistenz mit 116 und im maternalen Kalbeverlauf mit 118. 12 Töchter sind bewertet, in der Bemuskelung schneiden sie unterdurchschnittlich ab, im Fundament muss die Fesselung (94) beachtet werden. Die Euter sind lang und könnten etwas höher (95) sitzen, im Strichbereich gibt es nichts zu bekritteln. Der hohe Fleischwert kommt vor allem von den hohen Zunahmen und nicht von Fleischanteil und Handelsklasse, weswegen er nicht für Fleischleistung empfohlen wird. Piwer ist ein Pirbrachy-Sohn aus einer Igachy-Mutter.

Es folgt Olefaz mit 116 in GZW und 116 im MW auf Grundlage von 46 Töchterleistungen. Er ist ein Milchmengenvererber mit gutem EGW und ordentlicher Melkbarkeit (102 -1). Sein FW liegt bei 100 (+1), der paternale Kalbeverlauf bei 96 (-1) und gut ist er im VIW mit 109. 28 Töchter zeigen alle Hauptnoten dreistellig, haben eine gute Größe mit 140 cm Kreuzbeinhöhe, mit 111 das beste Fundament und erzielen die Euternote 104. Stark positiv sind die Voreuteraufhängung und der Eutersitz.

Dann kommt Magnus, der je drei Punkte gewann mit 114 GZW und 115 MW mit 27 Töchtern (+2), in Fitness kommt er auf 99 und im FW auf 100. Die Inhaltsstoffe sind unterdurchschnittlich, Melkbarkeit und EGW durchschnittlich. Die Rahmennote der 15 bewerteten Töchter liegt bei 95 mit 139,7 cm Kreuzbeinhöhe, Bemuskelung, Fundament und Euter sind dreistellig. Mit Kalbeverlauf paternal von 102 und VIW 107 kann Magnus auch für Rinder eingesetzt werden.

Bei Igguss kommen 28 weitere Töchter aus dem Zweiteinsatz in die Milchleistung. Dies führte zu 3 Punkten Anstieg in GZW und MW auf 112 und 109. Im FW erreicht 110 und wird wegen guter Fleischfülle der Söhne für die Fleischleistung hervorgehoben. Igguss ist der Inhaltsstoffvererber mit plus 0,44 Fett- und 0,32 Eiweißprozent. Die Melkbarkeit ist mit 110 gut und der EGW ist mit 105 positiv. Sein paternaler Geburtsverlauf liegt bei 104 (+1). 33 Töchter (+3) sind bewertet und zeigen mit Ausnahme des Rahmens gute Werte. Wenn Rahmen und Milchmenge verankert sind, passt Igguss gut, bei Rindern für die kräftigeren.

Radgipa, ein Radraulsohn aus einer Gipadamutter, erreicht 109 GZW (-2) und 108 MW (-2). Sein FW liegt bei 96. Ein ordentliches Plus vererbt er im Fettgehalt. Seine Melkbarkeit liegt bei 105 und die Fitness bei 105. Bestens ist der paternale Kalbeverlauf mit 115 und noch besser der Vitalitätswert mit 121. Ein Rinderbulle ohne Wenn und Aber. Das ist auch nicht verwunderlich, denn seine Rahmennote beträgt 79. Allerdings liegt die mittlere Kreuzbeinhöhe der 31 Töchter bei 135,3 cm, was noch gut in die Vorderwälder-Landschaft passt. Bemuskelung (113) und Fundament der Töchter (109) sind gut, sehr gut ist die Eutervererbung mit 115.

Gipirgi stammt von Gipada ab aus einer Pirastochter. Er ist der Verlierer dieser Schätzung mit 107 (-4) GZW und mit 105 (-5) MW. Die Fitness liegt bei 105 genauso wie der FW. 36 (+12) Töchter sind in der Milchzuchtwertschätzung. In der Töchterbewertung liegen 17 Tiere zugrunde. Bis auf den Rahmen mit 88 sind alle Noten im dreistelligen Bereich, Bemuskelung 106, Fundament 108 und Euter 109. Die Kreuzbeinhöhe von 137,3 cm liegt im ordentlichen Bereich. 30 Töchter bringen eine Melkbarkeit von 104. 114 (+3) im EGW sprechen für sich, Kpat 106 und VIW von 104 erlauben auch den Einsatz auf Rinder.

Ragos behauptet sich wacker, er hat in der Milch die meisten Töchter mit 339 (+17) Kühen, die einen MW von 115 (-1) erzielen. Der GZW beträgt 108, im FW liegt er leider nur bei 95. Die Melkbarkeit von 177 Töchtern ergibt einen Zuchtwert von 103. Sein Exterieur mit 121 bewerteten Töchtern ist - wie bei Olefaz - in allen Hauptnoten dreistellig. Er sollte allerdings nur für Kuhbesamungen verwendet werden.

Radraul blieb stabil. Bei ihm sind 8 Töchter hinzubekommen. Er ist der klassische Doppelnutzungsbulle mit 103 (-2) MW und 110 FW. Die Melkbarkeit und der EGW sind mit 107 beziehungsweise 103 als gut zu bezeichnen, aber sein Geburtsverlauf liegt mit 85 unterm Schnitt und sollte nicht auf Rinder kommen. In der Töchterbewertung ist Radraul in Bemuskelung, Fundament und Euter dreistellig, vier Töchter sind dazugekommen. Im GZW liegt er bei 107 (-1). VIW und FRW liegen bei 103.

Hornlosvererbung:

Zum ersten Mal in der Zuchtgeschichte haben wir mit Igragar PP einen reinerbig hornlosen Bullen im Zweiteinsatz. Damit soll der Druck aufs Enthornen vor allem im Biobereich genommen werden. Er stammt ab von Igfex P aus einer Radmark P Mutter. 65 Töchter bringen einen Milchwert von 101 und einen Melkbarkeit von 105. Der GZW liegt er auch bei 101. Im Rahmen gehört er zu den vier besten mit 140 cm Kreuzbeinhöhe und Rahmen 100, Die Bemuskelung der Töchter ist mit 124 hervorragend bewertet, der über die Söhne erfasste FW liegt leider nur bei 90. Das Fundament liegt bei 99, die Fessel erreicht gute 112 und die Trachtenhöhe liegt bei 104. 96 ist die Euterbewertung, die Voreuteraufhängung erreicht nur 92, die restlichen Balken streuen wenig um den Mittelwert. Leider liegt der Kalbeverlauf paternal nur bei 85 und Igragar PP kann nur auf Kühe eingesetzt werden. Der VIW erreicht gute 112 Punkte.

Nachdem Igamack I im Kalbeverlauf paternal bei 68 gelandet ist, haben wir ihn aus der Empfehlung genommen.

Empfehlung Fleisch:

Für die Fleischleistung zur Doppelnutzung und die Mutterkuhhaltung haben wir zwei Bullen anzubieten. Igguss und Radraul mit FW 110 mit Schwerpunkten in Fleischanteil und Handelsklasse

Die weiteren Details entnehmen sie bitte aus der Empfehlung, die Balkendiagramme finden Sie auf der RBW- Homepage.

Seit kurzem haben wir für die Mutterkuhhalter und für die Fleischerzeugung mit Igfingo PP einen Spezialbullen im Angebot. Er bringt nur hornlose Nachkommen. Details finden Sie hier.

Anmerkung zur Besamung von Rindern:

Kalbinnengeburten sind mit doppelt bis mehrfach häufigeren Schwierigkeiten verbunden wie Kuhgeburten. Von der Empfehlung her müssen wir sagen, dass der Radgipa toll ist. Ein Nachteil sind die teilweise leichten Kälber. Gipirgi und Magnus können auch für Rinder eingesetzt werden. Nach wie vor ist für gut entwickelte Rinder Igguss eine Alternative.

Gesextes weibliches Sperma:

Es ist ein Ziel, von allen Testbullen gesextes weibliches Sperma für 28 € pro Dosis anzubieten. Dazu sollten etwa 100 Dosen pro Testbulle nachgefragt werden. Es gibt noch Restposten von Ramos und Obelix läuft im Moment an. Da wir dadurch mehr weibliche Tiere bekommen, sollten wir mehr Testbullen pro Jahr durchziehen können.

Die vollständige Bullenempfehlung finden Sie im Internet unter www.rind-bw.de.


Zuchtwertschätzung Hinterwälder: Silbenap neu in der Besamung

Das ist Silbenap. Ihn empfehlen wir sowohl für die Milch- als auch für die Fleischleis-tung. Er stammt aus der S-Linie als fünfte Generation nach dem Besamungsbullen Siltben. „Ben“ im Namen steht für Bennasch als Muttersvater und „nap“ für Napost als Großm

Wir haben sechs Bullen mit Töchterergebnissen in Milch aus sechs Linien im Angebot, Benforal, Fockernap, Labflort, Napfocki, Ronlab und Siltben. Alle sechs Bullen mit neun bis 54 Töchtern können auch für die Fleischnutzung eingesetzt werden. Beim Milchwert und der Anzahl Geburten sind die Veränderungen gegenüber der letzten Schätzung vor vier Monaten aufgezeigt. Leider sind die Milchwerte bis auf den von Ronlab teilweise deutlich zurückgegangen. Die Geburtsverläufe sind recht günstig vor allem im Rassevergleich.

Neu dabei ist Silbenap. Ihn empfehlen wir sowohl für die Milch- als auch für die Fleischleistung. Details finden Sie hier.

Für die Mutterkuhhaltung sind neben den elf aufgeführten Bullen auch zwei besondere Bullen in der Empfehlung, Arinax P und Siltnax P. Sie vererben in 50 % Prozent der Fälle genetisch hornlos.

Wir haben für die beiden Schwarzwaldrassen Hinterwälder und Vorderwälder ein ansprechendes Besamungsangebot, das auch linienmäßig genügend breit angelegt ist.

Die vollständige Bullenempfehlung finden Sie im Internet unter www.rind-bw.de.


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