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< Zuchtvereinsberichte 2006-2009 > | < Zuchtvereinsberichte vor 2006 > Jahresversammlung des
Fleckviehzuchtverein Die Fleckviehzüchter der Landkreise Schwarzwald-Baar und Tuttlingen trafen sich zur Jahresversammlung in Oberbaldingen. Der Vorsitzende, Frank Hofer, Tuttlingen eröffnete die Versammlung mit dem Geschäftsbericht der die zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2011 Revue passieren lässt. Lehrfahrt, Workshop, Züchtertreffen und Züchterstammtisch waren die wichtigsten Veranstaltungen. Nach dem Kassenbericht durch Geschäftsführer Karl Gebert wurde die gesamte Vorstandschaft entlastet. Anschließend wurde Karl Gebert für seine 40 jährige Tätigkeit als Geschäftsführer des Fleckviehzuchtvereins mit einem Geschenkkorb geehrt.
Unter Grußworte der Gäste informierte Dr.
Schwab vom Veterinäramt Tuttlingen über die Seuchenlage, den Stand der
Sanierungsmaßnahmen. LD Schwarz vom LWA Tuttlingen
überbringt die Grüße des Landratsamtes, informiert über die neue Form der
Antragsstellung ab 2014 und die Problematik der Investitionsförderung für die 10
% weniger Geld zur Verfügung steht. Den Marktbericht vom Auktionsort Donaueschingen trug RBW Mitarbeiter Matthias Schupp vor. Schupp bezeichnete den Markt vor Ort als den größten Bullenmarkt der RBW auf dem im vergangenen Jahr 44 Zuchtbullen zum Preis von 1649 € verkauft wurden. Das Angebot an Jungkühen sollte gesteigert werden, die 70 verkauften Kühe kosteten 1395 €. Leider wurden zu wenig Kühe angeboten um die Nachfrage zu befriedigen. Außerdem wurden 2437 Bullenkälber zum Preis von 5,29 €/kg versteigert. 248 Kuhkälber brachten 3,41 € / kg. Gute, gesunde Kälber sind gefragt und große Mastbetriebe verlangen ein noch höheres Angebot. Über „Aktuelles aus der Fleckviehzucht“ referierte Thomas Bidlingmaier von der Rinderunion Baden-Württemberg. Thomas Bidlingmaier informiert die Züchter über die erbrachten Milchleistungen im Jahr 2011 und überreichte goldene, silberne und bronzene Plaketten. Mit einer Vereinsleistung der 3669 Kühe von 6992 kg Milch und 529 kg Inhaltstoffen belegt der hiesige Fleckviehzuchtverein erneut nur einen Mittelplatz unter den Vereinen der Region. Die höchsten Herdenleistungen erzielten:
Fleckviehkühe mit einer Jahresleistung über 900 kg Inhaltstoffe:
Thomas Bidlingmaier informiert weiter über die Besamung und die Vermarktung. Den Ausführungen konnte entnommen werden, dass die Zahl der verkauften Zuchttiere gesteigert wurde und die Preise sehr gut waren. Die Bullenverkäufe stagnieren, aber die Nachfrage nach Jungkühen ist steigend und deshalb sollte das Angebot noch besser sein. Der Export bescherte einen Verkauf von fast 2500 Kalbinnen. Einen hohen Stellenwert nimmt die Kälbervermarktung mit 32967 verkauften Fleckvieh-Bullenkälbern auf Auktionen ein. Ein weiteres Thema war die Gründung von Eurogenetic, dem größten Fleckvieh Besamungsverbund Europas mit einem Bullenangebot für höchste Ansprüche und 1 Mio. Erstbesamungen. Thomas Bidlingmaier informiert über das Bestreben, die BHV1 im Land rasch zu tilgen. Aus diesem Grund wurde die Beihilfe für Reagenten die der Schlachtung zugeführt werden auf 300 € erhöht. Der Referent erläutert die genomische Selektion, ein für die Praktiker schwer verständliches Thema, aber sehr wichtig auch für die Fleckviehzucht. Die ersten Zuchtwerte sind bereits da und erste Genomische Bullen werden hoch gehandelt. Bidlingmaier spricht auch die Zucht auf Hornlosigkeit an, eine Maßnahme die im Rahmen des Tierschutzes wichtig wird. Die Zucht auf Hornlosigkeit beim Fleckvieh ist wegen der wenigen hornlosen Zuchtbullen mit guter Milchvererbung sehr schwierig und langwierig und nur über männliche Linien mit vielen Nachkommen zu erreichen. Ausführungen zum Zuchtprogramm und die Vorstellung der Besamungsbullen mit Nachkommenbewertungen machen das Interessante Referat komplett. Thomas Bidlingmaier beendet sein Referat mit dem Hinweis auf die RBW Schau am 10./11.03.12 in Ilshofen und der Ankündigung des Weltfleckvieh-Kongresses mit einer FV-Landesschau am 22./23.09.2012 in Ilshofen. Nach einer Diskussion über Besamungsbullen und Zuchtwerte konnte der Vorsitzende, Frank Hofer die harmonische Versammlung schließen und eine gute Zucht wünschen. Karl Gebert
Fleckviehzuchtverein
Waldshut-Bonndorf Viele Mitglieder konnte Vorsitzender Claus Schlachter begrüßen und durch eine interessante Tagesordnung leiten. Zuchtleiter Dr. Alfred Weidele gab einen umfassenden Bericht aus der Tätigkeit des Zuchtverbandes RBW. Er zählt zu den viertgrößten deutschen Organisationen. Seit der Gründung 2000 waren die Zuchtviehumsätze noch nie so hoch wie dieses Jahr. Grund sind Preiserhöhungen in allen Tiergattungen und florierende Exporte. Detailliert stellte er das Besamungsbullenangebot vor, ein Großteil der Bullen ist nicht mehr nachkommengeprüft, sondern genomisch geschätzt, was zu einem schnelleren Zuchtfortschritt führt. Das heißt, dass die Zucht auf gesunde und langlebige Kühe besser gelingt als früher. Bis auf Braunvieh und Hinterwälder gaben die Zuchtkühe im dreistelligen Bereich mehr Milch als im letzten Jahr. Den Marktort Donaueschingen nannte Dr. Weidele einen „Premiummarkt“. Er ist der Marktort für Fleckviehbullen und an keinem anderen Standort konnte das Bullenkälberaufkommen so gesteigert werden wie in Donaueschingen. Aussendienstmitarbeiter Matthias Schupp konnte diesen Sachverhalt anhand von Bildern, Grafiken und Zahlen anschaulich belegen. Einzig der Kuhmarkt sollte noch stärker beschickt werden. Mit einem Rückblick auf die hervorragende Vereinsschau im Sommer letzten Jahres konnte eine informative züchterische Veranstaltung beendet werden.
Bericht und Foto: Dr. Maus
Gaildorfer Rinderzuchtverein in der Schweiz Am zweiten Aprilwochenende fuhren neun Züchter des Rinderzuchtvereines Gaildorf und Schwäbisch Hall zur Amtsviehschau der Gemeinden Lenk, St. Stephan, Zweisimmen und Boltigen ins Simmental im Berner Oberland, um sich dort vor allem die Simmentaler Rasse anzuschauen die ab 1837 nach Bayern exportiert wurde und die Grundlage des Deutschen Fleckviehs darstellt. Zugleich ist die Gemeinde Zweisimmen auch Partnergemeinde von Oberrot so wurde die Kontakte über Bürgermeister Werner Strack ins Simmental geknüpft.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Amtsviehschau die nur alle sechs Jahre stattfindet. Aufgetrieben wurden 140 Kühe und 10 Stiere der Rassen Simmentaler, Swiss Fleckvieh und Holstein. Besonders beeindruckt waren die Gaildorfer von der hervorragenden Euterqualität der ausgestellten Simmentaler Kühe.
Die Gaildorfer Züchter wurden den ganzen Tag über vom Zweisimmener Gemeinderat Marcel Imobersteg begleitet er führte uns auf eine der Sommeralben so hatte man einen herrlichen Blick über ein Teil des Simmentales bei schönstem Wetter.
Besonders zu erwähnen war die herzliche Gastfreundschaft der Züchter vor Ort und der Gemeindepräsidentin Christiane Griessen und Gemeinderat Marcel Imobersteg, so konnten die Züchter spontan noch zwei landwirtschaftliche Betriebe besichtigen und sich intensiv mit den Schweizer Züchtern austauschen.
Am Sonntag morgen musste man leider schon früh aufbrechen um am Abend wieder im Limpurger Land zu sein , vorher war die Gruppe noch auf dem Campingplatz der Gemeindepräsidentin zu einem Frühschoppen eingeladen. Uwe Beißwenger
„Fleckviehzuchtverein Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V. auf Lehrfahrt“ Bei besten Wetterbedingungen machte sich eine kleine Abordnung des Vereins auf den Weg um Rinderzuchtbetriebe und neue Stallungen zu besichtigen. Erste Station war der Holstein – Zuchtbetrieb der Wössner GbR in Oberndorf – Boll. Ernst Wössner bewirtschaftet auf dem mittleren Schlatthof zusammen mit seinen beiden Söhnen einen Milchviehbetrieb mit 183 ha LN, davon 84 ha Grünland. Im Laufstall mit Liegeboxen, im Jahr 2002 gebaut, werden 130 Holsteins mit einer Herdenleistung von 9870 kg Milch gehalten und im 16 er Melkkarusell gemolken. Gefüttert wird TMR mit Keenan Futtermischwagen. 120 Stück weibliche Nachzucht sorgen für die notwendige Bestandsergänzung. Als weiteres Standbein betreibt die GbR eine Biogasanlage mit 110 KW die in 2011 erbaut wurde. Beim Rundgang durch den Betrieb wurden viele Fragen gestellt von Praktikern an den Praktiker. Die Fleckviehkollegen waren begeistert vor allem auch von der ehrlichen Diskussion über Vor- und Nachteile von Baumaßnahmen und betrieblichen Entscheidungen. Ganz andere Verhältnisse erwarteten die Fleckviehzüchter auf dem Mutterkuhbetrieb von Hans Joachim Burkhardt in Würzbach bei Calw. Nach einem tollen Mittagessen im betriebseigenen Gastraum wurde den Gästen vom temperamentvollen Betriebsleiter der Betrieb erklärt und die Kuhherde vorgestellt. Der Betrieb Burkhardt bewirtschaftet 175 ha, davon 125 ha Grünland. Gehalten werden 80 Mutterkühe Fleckvieh genetisch hornlos, 110 Stück Jungvieh und 3 Deckbullen. Zahlreiche Siegertiere auf großen Ausstellungen, Präsenz im Internet und eigene Zuchtviehversteigerungen auf dem Hof zeichnen den Betrieb aus.
Eine Biogasanlage mit 190 KW verwertet die Gülle und das betriebseigene Futter das nicht für die Herde gebraucht wird. Selektion, Anpaarung und Herdenmanagement sind stimmig. Der Betriebsleiter legt bei seinen Mutterkühen Wert auf gute Muttereigenschaft, gute Milchleistung für eine optimale Ernährung des Kalbes und hohe Fleischleistung. Ein neuer Zerlegeraum ermöglicht die Vermarktung der Schlachttiere ab Hof. Die Gäste von der Baar und Tuttlingen konnten sich überzeugen von einer natürlichen Haltung wo das Kalb 9 Monate an der Seite des Muttertieres auf der Weide geht und sich überwiegend von Milch ernährt. Letzte Station des Tages war der Fleckviehbetrieb von Reich-Saile GbR in Lossburg, 24 Höfe. Die GbR des Ehepaares Reich-Saile bewirtschaftet 147 ha LN, davon 100 ha Grünland. Im Boxenlaufstall werden 130 Fleckviehkühe gehalten mit einer Herdenleistung um 7000 kg Milch. Gefüttert wird eine Teil TMR, das Kraftfutter erhalten die Kühe über den Transponder, gemolken wird im Doppel 8 er Fischgrätenstand. 100 Stück weibliche Nachzucht dienen der Bestandsergänzung.
Beim Rundgang durch den Betrieb erläuterte der Betriebsleiter seine Strategie für ein gutes Betriebsergebnis und Steigerung der Milchleistung. Die Fleckviehkollegen hatten dann auch viele Fragen die Herr Saile bereitwillig beantwortete. Krönender Abschluss war die Besichtigung der Hofkäserei mit Hofladen, ein Hobby von Frau Reich-Saile. Im Käsekeller konnten die Gäste die Käseleibe sehen, Käse verkosten und einkaufen. Der Vereinsvorsitzende, Frank Hofer bedankte sich bei der Familie Reich-Saile für die Vorstellung ihres Betriebes. Der RBW Außendienstmitarbeiterin, Sarah Melzian dankte er für die Organisation und Reiseleitung. Die Fahrt endete mit einem fröhlichen Abschluss im Gasthaus „Kreuz“ in Villingendorf. Karl Gebert
Jahresversammlung des
Fleckviehzuchtverein Die Fleckviehzüchter der Landkreise Schwarzwald-Baar und Tuttlingen trafen sich zur Jahresversammlung in Oberbaldingen. Der Vorsitzende, Frank Hofer aus Tuttlingen startete die Versammlung mit dem Geschäftsbericht der die zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2010 Revue passieren lässt. Lehrfahrt, Workshop, Züchtertreffen und Züchterstammtisch waren die wichtigsten Veranstaltungen. Als Erfolg verbucht Frank Hofer die Wahl von ihm und Lothar Baumann aus Zimmern in die Vertreterversammlung der Rinderunion Baden-Württemberg. Nach dem Kassenbericht durch Geschäftsführer Karl Gebert wurde die gesamte Vorstandschaft entlastet. Unter Grußworte der Gäste informierte Dr. Langer vom Veterinäramt Donaueschingen und Dr. Schwab vom Veterinäramt Tuttlingen über die Seuchenlage und den Stand der Sanierungsmaßnahmen. Frau Dr. Kleen vom LWA Tuttlingen informiert über Betriebs – und Flurstückskontrollen. OLR Bücheler vom LWA Donaueschingen berichtet von der Fachschule und steigenden Schüleranmeldungen in Donaueschingen. Kreisobmann, K.H. Bäurer streift die Agrarpolitik und warnt vor Panikmache durch die Medien. Peter Haberkorn vom Milchwerk Omira Ravensburg berichtet von einer zunehmenden Nachfrage nach Milchprodukten und einem Milchpreis von 0,34 €/kg Milch.
Den Marktbericht vom Auktionsort Donaueschingen trug RBW Mitarbeiter Matthias Schupp vor. Schupp bezeichnete den Markt vor Ort als den größten Bullenmarkt der RBW auf dem im vergangenen Jahr 40 Zuchtbullen zum Preis von 1605 € verkauft wurden. Das Angebot an Jungkühen sollte gesteigert werden, die 64 verkauften Kühe kosteten 1329 €. Außerdem wurden 2110 Bullenkälber mit einem Kilopreis von 5,15 € versteigert. 252 Kuhkälber brachten 3,02 € / kg.. Über „Aktuelles aus der Fleckviehzucht“ referierte Zuchtleiter Dr. Alfred Weidele von der Rinderunion Baden-Württemberg. Dr. Weidele informiert die Züchter über die erbrachten Milchleistungen im Jahr 2010 und überreichte silberne und bronzene Plaketten. Mit einer Vereinsleistung von 6875 kg Milch und 523 kg Inhaltstoffen belegt der hiesige Fleckviehzuchtverein nur einen Mittelplatz unter den Vereinen der Region. Die höchsten Herdenleistungen erzielten:
Fleckviehkühe mit einer Jahresleistung über 900 kg Inhaltstoffe stehen in folgenden Betrieben.
Die Kuh mit der höchsten Lebensleistung steht im Stall von Ernst-Friedrich Maier, Trossingen. Kuh „Kathy“ gab in ihrem Leben 101.301 kg Milch. Dr. Weidele informiert weiter über die Besamung und die Vermarktung. Den Ausführungen konnte entnommen werden, dass die Zahl der verkauften Zuchttiere gesteigert wurde. Die Bullenverkäufe sind wohl rückläufig, aber die Nachfrage nach Jungkühen ist steigend. Einen hohen Stellenwert nimmt die Kälbervermarktung mit 32967 verkauften Fleckvieh-Bullenkälbern ein und mit Vieh 24 können Zuchttiere auch im Internet gehandelt werden. Dr. Alfred Weidele erläutert die genomische Selektion, ein für die Praktiker schwer verständliches Thema. Bei der genomischen Selektion wird der Zuchtwert direkt aus den Erbanlagen eines Tieres abgeleitet. Durch diese Methode soll der Zuchtwert steigen und der Einsatz von Prüfbullen entfällt da der Zuchtwert bereits beim Kalb ablesbar sein wird. Viele Fragen seien jedoch noch zu klären, sagt Zuchtleiter Dr. Weidele. Die Vorstellung der Besamungsbullen mit Nachkommenbewertungen machen das Interessante Referat komplett. Zuchtleiter Dr. Weidele beendet sein Referat mit dem Hinweis auf die RBW Schau am 12./13.03.11 in Ilshofen wo Spitzentiere der Rassen Fleckvieh, Holsteins und Braunvieh gezeigt werden. Nach einer Diskussion über genomische Bullen und künftige Rechte der Züchter, konnte der Vorsitzende, Frank Hofer die harmonische Versammlung schließen und eine gute Zucht wünschen. Karl Gebert
Neuer „Fleckviehzuchtverein Kreis Heilbronn“ An der Fusionsversammlung am 21. Dezember 2010 in Heilbronn Boeckingen stimmten die Mitglieder des Fleckviehzuchtvereins Heilbronn, des Fleckviehzuchtvereins Kraichgau und des Fleckviehzuchtvereins Kraichgau einstimmig zur Fusion zum Fleckviehzuchtverein Kreis Heilbronn ab. Damit sind alle Fleckviehzüchter aus dem Land- und Stadtkreis Heilbronn in einem Verein zusammengeschlossen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Walter Nagel aus Leingarten gewählt. Seine Stellvertreter sind Jochen Schmidt aus Bad Friedrichshall - Kochendorf und Karl Richard Sorg aus Gemmingen. In den Beirat wurden Alexander Benz aus Eppingen - Elsenz, Alexander Haug aus Bad Rappenau, Martin Gailing aus Eschenau, Herbert Golther aus Jagsthasen - Pfitzhof, Armin Mittmann aus Möckmühl - Bittelbronn und Wolfgang Obenland aus Ilsfeld gewählt.
Fleckviehzüchter aus 3
Vereinen 23 Fleckviehzüchter aus dem Raum Hegau/Bodensee, Waldshut/Bonndorf und Schwarzwald/Baar/Heuberg besuchten auf einer zweitägigen Fahrt (Juni 2010) ihre Züchterkollegen in den Landkreisen Weilheim, Bad Tölz und das während der Heuernte. Erste Station war der Herdbuch-Zuchtbetrieb von Josef Steingruber in Sindelsdorf-Füllersried. Fleckviehzüchter Steingruber bewirtschaftet 33 ha Grünland, hält 50 Milchkühe im 3 reihigen Liegeboxenlaufstall, die laktierenden Kühe werden mit TMR bis 25 kg Milch und am Transponder gefüttert. Die Herdenleistung lag im Jahr 2009 bei 9840 kg Milch bei 4,03 % Fett u. 3,58 % Eiweiß. Der Betrieb hat 34 Bullenmütter im Bestand die gezielt mit Sperma von Spitzenbullen angepaart werden. Fleckviehzüchter Josef Steingruber ist Mitglied im Zuchtverband Weilheim, ein Profi auf den Auktionen und ein erfahrener Aussteller auf renommierten Fleckviehschauen in Bayern.
Nach einem echt bayrischen Mittagessen im Gasthof Post in Sindelsdorf besuchen wir Johann Rauchenberger in Lenggries-Rieschenhöfe. Wir werden vom jungen Betriebsleiter und seinem Bruder (von Beruf Zimmerer) empfangen. Wir sind im Berggebiet angelangt wo die Verhältnisse der Landwirte nicht mit den Betrieben im Hegau und Waldshut zu vergleichen sind. Der Betrieb bewirtschaftet 30 ha Grünland im Berggebiet und 78 ha Almweide und Unland nebst 45 ha Steilhangwald. Im Laufstall mit Spaltenboden werden 22 Fleckviehkühe gehalten, von den 55 Jungrindern verbringen 35 Rinder den Sommer auf der Alm, wo Vater Rauchenberger als Almhirte nach dem Rechten sieht. Die Milchkühe werden mit Rundballensilage, Heu, Kraftfutter und Maiscobs gefüttert. Die Milchleistung lag in 2009 bei 9883 kg Milch bei 4,29 % Fett u. 3,48 % Eiweiß. Von den 22 Kühen sind 21 Kühe als Bullenmutter eingetragen von denen 7 Jungstiere für die Auktion aufgezogen werden.
Zu sehen bekamen die Besucher, schwere Fleckviehkühe mit sehr guten Eutern. Die Vorstellung der Kühe durch den Betriebsleiter und seinen Bruder, beide hoch motiviert, macht uns klar hier lebt die ganze Familie mit ihren Tieren. Johann Rauchenberger ist bekannt auf den großen Fleckviehschauen in Deutschland, seine Kuh „Sandra“ wurde auf der Bundesfleckviehschau 2009 in Ilshofen zur Bundessiegerin gekürt. Nach interessanten Diskussionen und einem Schnaps von der Altbäuerin suchten wir Entspannung am Sylvensteinstausee bei einer Tasse Kaffee und Kuchen. Der Tag klingt aus im Biergarten des Lenggrieser Hofes wo die Züchter aus Baden-Württemberg zusammen mit den bayerischen Züchterkollegen einen gemütlichen Abend bei Abendessen und einer zünftigen Maß Bier verbringen. Der zweite Tag bringt uns auf den Hof von Fleckviehzüchter, Georg Mair in Gaißach-Untersteinbach. Georg Mair bewirtschaftet 43 ha Grünland im Berggebiet und ist beteiligt an der Lärchkogel-Alm mit 8 Berechtigten wo auf 1000 ha Almland in 1200-1900 m NN, 230 Stück Jungvieh, Pferde, Schafe und Ziegen gehalten werden. Die Futterernte im Flachland erfolgt zusammen mit einem Partnerbetrieb und Häckselkette, die Hanglagen sind sehr arbeitsintensiv. Die 45 Fleckviehkühe werden im Laufstall mit Auslauf gehalten und im Fischgrätenmelkstand gemolken. Die Fütterung erfolgt mit TMR für 30 kg Milch, die Herdenleistung lag in 2009 bei 9681 kg Milch bei 3,91 % Fett u. 3,44 % Eiweiß. Die 23 eingetragenen Bullenmütter werden gezielt angepaart, die männlichen Kälber aus diesen Kühen werden für die Auktion aufgezogen. Der Betrieb Georg Mair konnte 19 Prüfstiere bei verschiedenen Besamungsstationen einstellen.
Beim Rundgang durch den Stall konnten die Besucher, schwere Kühe mit sehr guten Eutern sehen. Der erfahrene Spitzenzüchter bekannt von vielen Schauen gab Auskunft über jede Kuh, ihre Vorzüge und Mängel. Als erfahrener Kommunalpolitiker informierte Georg Mair die Gäste detailliert über die Verhältnisse im Bergvorland und über Milchpreis und EU-Prämien. Dabei wird klar, dass der um ca. 5 Cent höhere Milchpreis und die Beihilfen im Berggebiet für ein ordentliches Einkommen sorgen. Nach dem Mittagessen im Gasthof „Altwirt“ in Wackersberg fahren wir zu Peter Ginter in Wielenbach-Haunshofen. Fleckviehzüchter Peter Ginter bewirtschaftet 53 ha Grünland und 17 ha Ackerland. Seine 70 Milchkühe und 80 Stück Jungvieh werden im Boxenlaufstall mit Spaltenboden und Gummimatten gehalten. Gefüttert werden die laktierenden Kühe mit TMR aus Maissilage, Grassilage, Treber, Getreide, Soja, Raps und Stroh. Am Futtertisch gibt es zusätzlich Grummet, Körnermais und Melasseschnitzel. Die Milchleistung liegt zur Zeit bei 9744 kg Milch bei 3,89 % Fett u. 3,51 % Eiweiß. Beim Rundgang durch den Stall fühlten wir uns im Hinblick auf die Bestandsgröße wie Zuhause. Zu sehen bekamen wir aber perfekte Ausstellungskühe, kalibrig, schwer mit besten Eutern.
Peter Ginter hat 32 eingetragene Bullenmütter die gezielt angepaart werden und mit denen Embryotransfer durchgeführt wird. Der Betriebsleiter gab detailliert Auskunft über die einzelnen Kühe, die Gäste waren begeistert von den stattlichen Fleckviehkühen und der Hofanlage im Grünen mit Blick auf das Dorf. Nach einer ausgiebigen Betriebsbesichtigung mit vielen Fragen zu Zucht und Management verabschieden wir uns wie in den anderen Betrieben mit dem Dank für die Gastfreundschaft und einem Geschenk. Besonders bedanken sich die Vorstände, Klaus Schlachter und Hubert Schönenberger bei unserer Reisleiterin Ulla Scheibke, Tierzuchtberaterin beim Landwirtschaftsamt Weilheim für die fachliche Begleitung an den beiden Tagen. Auf der Rückreise gibt es eine Kaffeepause im Gasthof „Eibenwald“ in Wessobrunn, dann geht es auf die Heimreise. Im Gasthaus „Löwen“ in Aach-Linz ziehen die Vorsitzenden eine sehr positive Bilanz, die Teilnehmer nehmen positive Eindrücke mit und sind zufrieden. Karl Gebert
Lehrausflug des Fleckviehzuchtverein Bei winterlichen Wetterverhältnissen machten sich am 9. März 2010 die Fleckviehzüchter von der Baar und dem Heuberg auf den Weg um bei Züchterkollegen einen Blick durch die Stalltür zu werfen. Erstes Ziel war der Betrieb von Reinhard & Markus Rogg GbR in Stühlingen-Bettmaringen. Familie Rogg, Vater und Sohn halten im vor 8 Jahren erweiterten Boxenlaufstall, 120 Fleckviehkühe mit einer Leistung von 8500 kg Milch bei 4,20 % Fett und 3,40 % Eiweiß. Gemolken wird im Doppelacht – Melkstand der im Jahr 2009 erweitert wurde. Für Nachzucht und Mastbullen steht der alte Stall zur Verfügung. Das Futter für die Tiere liefern 130 ha Acker – und Grünland in 750 m Höhe und Böden mit 35 Punkten.
Beim Rundgang durch den Stall waren die Gäste begeistert von der Ruhe in der Herde und den schweren Fleckviehkühen. Gastgeber und Gäste diskutierten ausgiebig über TMR-Fütterung, Besamung, Anpaarung und Zuchttierverkauf. Dabei war zu erfahren, dass übrige Kälber über die Auktion der RBW vermarktet werden.
Nach einer Nachzuchtbesichtigung im alten Stall, wärmten sich die Ausflügler bei Kaffee und einem Schnaps aus eigener Brennerei. Das kalte Wetter tat der guten Stimmung in der Ausflugsgruppe keinen Abbruch.
Ein Abstecher in den Schwarzwald zu den Hinterwälder Kühen durfte nicht fehlen. Ziel war der Hinterwälder – Zuchtbetrieb von Hubert Schätzle in Todtnau –Präg. Hubert Schätzle bewirtschaftet Flächen in einer Höhenlage von 650 – 1100 m und 1500 mm Niederschlägen. Das Weideland besteht zu 50 % aus Allmendland. Im Anbindestall stehen 30 Kühe mit einer Leistung von 3800 kg Milch mit Nachzucht. Während der Weidesaison werden die Kühe vor Ort im Weidemelkstand gemolken.
Das Grundfutter ist von sehr guter Qualität, Kraftfutter wird nur wenig zugefüttert. Die Langlebigkeit der Hinterwälder in dieser Berggegend verkörpert seine 15 jährige Kuh die immer noch fit ist und bisher in ihrem Leben mehr als 60000 kg Milch gab. Neben seinen 80 Tieren betreut Hubert Schätzle in der Bergregion eine Pensionsweide mit 78 ha Fläche. Der Betriebsleiter gibt offen zu, dass ohne Ausgleichszahlungen der Verdienst eher gering wäre. Bei den Fleckviehzüchtern fand der Betrieb ein hohes Maß an Hochachtung. Die Züchter hier im Schwarzwald leben mit ihren Tieren, war oft zu hören. Nach einem üppigen Mittagessen in Schönau wurde die Fahrt in eine tiefere Region zum Hagenbacher Hof GbR in Rheinfelden-Dinkelberg fortgesetzt. Der Hagenbacher Hof ist eine ehemalige Staatsdomäne die im Jahr 2000 von den Familien Karl Friedrich & Jörg Vollmer käuflich erworben wurde. Der Hof liegt in der Vorbergzone des Markgräflerlandes in 320 – 400 m Höhe, 900 mm Regen und 50 Ertragsmesszahl. Die Fläche ist teilarrondiert, bestehend aus 50 ha Ackerland und 110 ha Grünland. Der Außenklima -Liegeboxenlaufstall für 151 Kühe wurde im Jahr 2003 gebaut. Im neuen Melkhaus befindet sich der 2 x 10 Side by Side Melkstand. Im Laufstall werden fast 150 Milchkühe der Rasse Holsteins mit einer Herdenleistung von 9789 kg Milch bei 4,21 % Fett und 3,28 % Eiweiß gehalten. Die Kühe werden in 2 Gruppen mit TMR gefüttert, Trockensteher werden nicht angefüttert. Die 33 Kalbinnen und 110 Stück Jungvieh werden in den alten Stallungen auf Tretmist und Hochboxenaufstallung gehalten.
Die Vermarktung der Zuchttiere und der Bullenkälber erfolgt über die RBW. Für die Fleckviehzüchter war die Diskussion mit dem Betriebsleiter sehr wertvoll. Agraringenieur Karl Friedrich erläutert sein Fütterungs-und Anpaarungskonzept mit viel Kompetenz und fundiertem Wissen. Kein Wunder dass die Gäste den Betriebsleiter mit Fragen überhäuften.
Nach Kaffee und Kuchen war Abschluss im „Bruckrainhof“ in Rümmingen angesagt. In der Straußwirtschaft der Familie Gempp fühlten sich die Viehzüchter sichtlich wohl. Der Bruckrainhof produziert fast alles was sich Sonderkultur nennt. Der Betrieb produziert Obst, Beeren, Gemüse, Kartoffeln und Weintrauben. Außerdem gibt es aus eigener Produktion, Brot, Hefezöpfe, Konfitüren, Wein. Schnaps und Liköre. Alle Produkte vom Hof oder Nachbarn werden im Hofladen verkauft oder in der Gaststätte verzehrt. Nach einem guten Essen und einem Einkauf im Laden ging die Fahrt in Richtung Heimat. Der neue Vereinsvorsitzende, Frank Hofer konnte befriedigt feststellen, dass die Fahrt ein voller Erfolg war. Der Vorsitzende bedankt sich vor allem bei Matthias Schupp von der RBW der die interessante Lehrfahrt bestens organisiert hat. Karl Gebert
Jahresversammlung des Fleckviehzucht-
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