FleckviehHolsteinsBraunvieh Rinderunion Baden-Württemberg AngusLimousinHinterwälder

 
 

Rinderunion Baden-Württemberg e.V.

 
       Home  Kontakt  Impressum  Suche  News  
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Web-Navigation
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. News
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Bulleninfos
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Fleckvieh
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Holsteins
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Braunvieh
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Wäldervieh
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Vermarktung
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Termine
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Veranstaltungen
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Berichte
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Fachberichte
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Jungzüchter
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Serviceangebote
Klicken, um den Ordner zu erweitern oder zusammenzuziehen. Kontakte

 


< weitere Wälderberichte >
 

Dritter Hinterwälderbulle zu Alexander Lässer aus A-Geboltskirchen

- Hinterwälder-Fleckviehkreuzungsmilchkühe bestätigen Betriebsstrategie -

Vor knapp vier Jahren fragte Alexander Lässer aus Geboltskirchen in Oberösterreich nach, ob es Beispiele gäbe, in denen mit Hinterwälderstieren Fleckviehherden umgezüchtet werden. Da ich damals passen musste, aber Rudi Odermatt aus Fischingen in der Schweiz  ins Spiel bringen konnte, der in den 90 er Jahren seinen Braunviehbestand durch reine Hinterwälder aus dem Zuchtgebiet ersetzt hatte, war Herr Lässer überzeugt, diesen Weg zu gehen. Wir konnten damals den knapp zweieinhalb jährigen Benschi anbieten.

In der Zwischenzeit haben über 20 seiner Töchter abgekalbt und es sieht sehr erfolgversprechend aus.  Auf jeden Fall so gut, dass der Betrieb Lässer die Strategie der Umzüchtung weiterverfolgt und kürzlich den dritten Bullen eingeführt hat. Den zweiten hatten wir auf dem Frühjahrsmarkt 2010 ersteigert, es war der älteste Marktbulle, Humnap, ein mittelrahmiger Vertreter mit dem bekannten Besamungsbullen Hummel im Pedigree. Familie Lässer hat uns seine Schlachtzahlen zur Verfügung gestellt, lebend wog er 654 kg, das Schlachtgewicht betrug stolze 392 kg und die Handelsklasse war U 2.

Also, der nächste Hinterwälderbulle musste her, weil Familie Lässer nicht gerne besamt. Nachdem auf dem Frühjahrsmarkt 2012 die Auswahl zu klein war, tat sich überraschend etwas auf: Der Bulle Ronfock, den wir gerne in den Besamungseinsatz genommen hätten, regierte in einem Test positiv auf Blauzungenantikörper und fiel für diese höheren Weihen aus. Ronfock blieb im Überstand auf dem Frühjahrsmarkt 2011 und deckte einen Großteil der Herde von Züchter Hubert Schätzle durch. Die R-Linie haben wir vor einigen Jahren in den lebenden Bestand zurückgeholt aus der Samenreserve von Friedbert.

Das Hinterwälder Zuchtkonzept sieht unter anderem vor, dass wir aus dieser Rückführung einen guten Bullen in die Besamung schicken, um wieder aktuell zu sein. Ein Beispiel hierfür ist der Bulle Labflort. Zurück zu Ronfock: von ihm werden wir genügend Nachkommen bekommen, um in der nächsten Generation einen Besamungsbullen auswählen zu können. Ich schickte Bilder des Bullen von der Körung und aktuelle per E-Mail nach Geboltskirchen, wir besprachen die Abstammung und Familie Lässer entschied sich für ihn.


So sah Ronfock bei der Körung im April 2011 aus, als Klasse II Bulle verließ er den Ring (Foto Dr. Maus)

Dann ging es in die Quarantäne hier in Deutschland, es wurden die notwendigen Untersuchungen durchgeführt und am 2. Juni 2012 war es endlich soweit, Ehepaar Johanna und Alexander Lässer reisten an, um Ronfock persönlich abzuholen.


Ehepaar Johanna und Alexander Lässer, Hubert und Felix Schätzle
bei der kurzen Herdenbesichtigung (Foto Dr. Maus)


Gitte, die Mutter von Ronfock gefiel Alexander Lässer sehr gut. Sie demonstrierte
eindrücklich die Bergtauglichkeit der Rasse (Foto Dr. Maus)

Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Familie Schätzle musste natürlich die Milchviehherde auf der Weide noch besichtigt werden. Unter anderem war dabei die Mutter von Ronfock, die Fockeraltochter Gitte, die Herrn Alexander Lässer sofort  imponierte. Gitte wiederum geht zurück auf die legendäre Bentochter Goldi, die auf den Hinterwälderschauen mächtig abgeräumt hat.


So verließ Ronfock Todtnau- Präg in Richtung Oberösterreich nach Geboltskirchen.
Er wird umrahmt (von links) vom Veterinär Herrn Dr. Fesseler, von Alexander Lässer,
Lukas und Hubert Schätzle, von Johanna Lässer und von Felix Schätzle (Foto Dr. Maus)

Nach der langen Rückfahrt kam Ronfock auch in Österreich in Quarantäne und kam, nachdem die erforderlichen Untersuchungen hinsichtlich BHV 1 Ende Juni abgeschlossen waren, endlich zur Milchviehherde. Dort ist er voll gefordert, denn die Kühe sollen vor dem nächstjährigen Weideaustrieb abgekalbt haben. Als 2 ½ jähriger Bulle dürfte ihm das sicherlich auch gelingen, sonst wäre er kein richtiger Hinterwälder.


Im Vordergrund sind fünf F1- Kühe mit Benschi als Vater zu sehen, im Hintergrund zum
Vergleich eine Fleckviehkuh. Mit diesen Kühen ist der Betrieb Lässer zufrieden. (Foto Jana Lässer)


Drei F1- Kühe, die jeden Milchkuhhalter erfreuen: Fitte Kühe mit guten Euterformen und Fundamenten und
rumpfige Tiere, die eine hohe Grundfutteraufnahme erwarten lassen. Diese drei Kühe haben mit 15,6 kg
Milchmenge pro Tag eingesetzt, ihre Melkbarkeit liegt bei 1,77 kg pro Minute. Das Erstkalbealter
dieser Jungkühe beträgt 26,4 Monate. (Foto Jana Lässer)

Wir hoffen, dass die Strategie weiterhin erfolgreich ist. Die Strategie lautet: Eine leichte weidetüchtige Kuh im Doppelnutzungstyp, die in der Fütterung ohne Kraftfutter auskommt und keine Stoffwechselprobleme macht. Dass der Betrieb Alexander Lässer biologisch wirtschaftet und ein Low-Input-System fährt, sei ergänzend erwähnt. Was bisher noch fehlt, ist die Möglichkeit, das Hinterwälderqualitätsfleisch höherpreislich zu vermarkten. Vielleicht führt der Sieg eines Hinterwälderochsensteaks im Wettstreit unter 500 Herkünften in Neuseeland zu einer positiven Veränderung.

Dr. Maus

 

Hinterwäldersteak gewinnt nationalen
Fleischqualitätswettbewerb in Neuseeland

Steakfleisch eines Hinterwälderochsens hat beim diesjährigen nationalen Wettbewerb in Neuseeland einen sensationellen ersten Platz erzielt.  Zunächst wurde es Siegersteak in der Abteilung „Europäische Rassen“. Die anderen beiden Abteilungen sind „Englische Rassen“ und „Kreuzungen. Die drei Siegersteaks der Abteilungen werden gegeneinander getestet und Gesamtsieger wurde das Hinterwäldersteak.  Bereits im Jahre 2007, also vor fünf Jahren, hat ein Ochsensteak der Kreuzung Jerseymutter mal Hinterwäldervater in der Abteilung „Fleisch von Kreuzungstieren“ den Sieg davongetragen. Damals hatte Werner Gut, der Neuseeländer Hinterwälderpionier, teilgenommen, dieses Mal war es Alex Macmillan, ein Kunde von Werner Gut.

Stolz hält Alex Macmillan den Siegerpokal „Steak of Origin“ in Händen.
 

Diesen hat er mit Hinterwälderochsenfleisch gewonnen

   


Die zehn Tester warten gespannt auf die zubereiteten Steaks

Einzige Bedingung für die Teilnahme ist eine Weidemast der Tiere ohne Kraftfutterfütterung, Alter und Geschlecht sind nicht vorgeschrieben. Vom Alter her ist es wegen der Fleischzartheit ein Ziel, dass die Tiere vor dem zweiten Winter geschlachtet werden können.

"Wir freuen uns sehr auf die
besten Steaks“
scheinen Sie zu sagen

Werner Gut berichtete, dass 500 Steaks am Wettbewerb teilnahmen. Dieses Jahr wurde zudem das 10 jährige Wettbewerbsjubiläum gefeiert. Nach den Vorausscheidungen verblieben in jeder Kategorie vier Rassen beziehungsweise Herkünfte.  Bei den europäischen Rassen war die Reihenfolge: Hinterwälder, Simmentaler, Aubrac und nochmals Simmentaler. Im Pedigree des Hinterwälderochsens waren die vier bekannten Besamungsbullen Arida, Hummel, Benforal und Siltben zu finden.

Es brutzelt schon in der Pfanne,
die letzte Phase des
Fleischwettbewerbs ist eingeläutet
   
„Guten Appetit“,
der eine mit ernster,
der andere mit fröhlicher Miene

In der Endausscheidung lag das Hinterwälderfleisch vor dem Fleisch der Rasse Piemontese. Dies ist ein beeindruckendes Ergebnis hinsichtlich der Fleischqualität der Rasse Hinterwälder vom anderen Ende der Welt. Werner Gut hofft, dass das zu mehr Interesse an der Rasse Hinterwälder allgemein und speziell für eine Deckbullennachfrage auf Frisian- und Jerseyrinder führt. Denn der leichte Geburtsverlauf und das Fleischansatzvermögen der Hinterwälder bringt Nachkommen mit Fleischfülle und bester Fleischqualität. Werner Gut berichtet, dass die Mitbewerber es kaum fassen konnten, dass sie auf den Plätzen gelandet sind.


So sehen Sie aus, die Hinterwälder.
Hier eine Mutterkuh mit Ihrem prächtigen Absetzer

Wünschenswert wäre, wenn aus diesem Ergebnis positive Impulse sowohl im Zucht- und Verbreitungsgebiet als auch international hinsichtlich einer rassebezogenen Vermarktung gesetzt werden könnten. Der Züchter des Siegertieres, Alex Macmillan jedenfalls hat bereits signalisiert, dass er Hinterwäldersperma ordern will.

Bericht und Fotos: Dr. Maus

 

Zwei mischerbig hornlose Hinterwälderbullen
im Doppelpack auf einen Streich in der Besamung

von Dr. Franz Maus, Zuchtleiter der Wälderrassen

Die Hornlosigkeit bei den Hinterwäldern hat ihren Ursprung in der LAZBW- Mutterkuhherde  von Aulendorf. Dorf hatte eine HW-Fabeltochter Wackelhörner und deren Tochter mit dem Vater Flortus war mischerbeig hornlos. Diese hornlose Kuh brachte die beiden Söhne Naxtus P (Vater Naxler) und Focktus P (Vater Fockeral), die im Natursprung bei der Köpfer/Spiegelhalter GbR in Bernau im Einsatz waren. Dort sind eine größere Anzahl  hornloser weiblicher Tiere zur Welt gekommen, ein paar weibliche und der Sohn Naxtoll P sind nach Aulendorf zurückgekommen. Naxtoll P wurde mit der Bestnote 9 in der Bemuskelung bewertet und hatte sehr gute 1.180 g tägliche Zunahmen.


Naxtoll P ist der Vater der hornlosen Mutter von Siltnax P. Auch er erhielt die
Bestnote 9 in der Bemuskelung und hatte ebenfalls sehr gute tägliche Zunahmen von 1.180 g pro Tag

Ziel in der damaligen Zeit war es, dass die Aulendorfer hornlosen Kalbinnen und Kühe mit Besamungsbullen  verschiedener Linien besamt werden. So sind in Aulendorf zwei hornlose Siltbensöhne entstanden, der eine deckt seit 2011 einen Teil der Herde von der Köpfer-Spiegelhalter GbR in Bernau. Der andere stammt als Erstgeburt aus einer hornlosen Tochter des Prachtburschen Naxtoll P, er wurde am 24. Juli 2010 geboren. Bei der Körung im Dezember wog er 540 kg, erreichte damit gute Zunahmen von 998 g und zeigte eine sehr gute = Note 8 Bemuskelung. Nach dem Durchlaufen der Quarantäne ist nun genügend Sperma gewonnen worden. Der Name des Burschen ist Siltnax P.


Das ist der quellige ebenfalls mischerbig hornlose Siltnax P, auch mit 8 in der Bemuskelung
bewertet und 998 g tägliche Zunahmen aufweisend;
auch er wird in der Fleischleistung Fortschritte bringen (Foto: RBW)

Der zweite entstammt aus dem Natursprung mit dem Bullen Arasty. Arasty war auf dem Hinterwäldermarkt im April 2009 der am besten bemuskelte Bulle, er  erhielt die Bestnote 9 und kam auf tolle 1.141 g tägliche Zunahmen. Armin Roser aus Müllheim-Muggardt hat Arasty in der Mutterkuhhaltung gezüchtet, gekauft wurde von der Köpfer/Spiegelhalter GbR nach Bernau auch mit dem Ziel, bei der A-Linie durch Anpaarung an die hornlosen weiblichen Tiere ein hornlose Vatervariante zu bekommen.


Zuchtbulle Arasty ist der Vater des hornlosen Besamungsbullen Arinax P.
Die Kördaten im Frühjahr 2009 waren enorm:
1.141 g tägliche Zunahmen und Bestnote 9 in der Bemuskelung


Das ist der rumpfige mischerbig hornlose Arinax P, 8 in Bemuskelung und 1.027 g tägliche
Zunahmen stehen zu Papier und lassen gute Fleischzahlen erwarten (Foto: RBW)

So war es dann auch, aus der Anpaarung mit der hornlosen Naxtustochter Ime P wurde ein männlicher hornloser Nachkomme am 8. Juli 2010 geboren und bei der Körung im Dezember 2011 auch mit 8 in der Bemuskelung eintaxiert, die Zunahmen lagen mit seinen 554 kg Gewicht bei guten 1.027 g pro Tag. Der Name dieses zweiten hornlosen Besamungsbullen heißt Arinax P. Er geht nach der Samenentnahme zurück zum Deckeinsatz in den Züchterstall. Gerne kann er auch von Interessenten angekauft werden.

Wir freuen uns, dass innerhalb kurzer Zeit gute hornlose Vererber mit sehr guter Fleischveranlagung gleich im Doppelpack aus zwei Linien in die Besamung genommen werden konnten.

Bericht und Fotos: Dr. Maus

 

Fundament und Euter nun besser beschrieben

Bei der Rasse Vorderwälder wird die Bewertung der Nachzucht auf das bisher bereits beim Fleckvieh verwendete System umgestellt. Die wichtigsten Änderungen zeigt der  folgende Beitrag auf.

Die Hauptnoten Rahmen, Bemuskelung und Euter bleiben beim neuen Bewertungssystem, die Formnote wird durch die Fundamentnote ersetzt. Testbullen, deren erste Töchter ab dem Frühjahr dieses Jahres zur Bewertung anstanden, werden nun nach dem neuen System bewertet. Die Nachkommen der älteren Testbullen werden weiter nach dem bisherigen System taxiert.

Bemuskelung

Bei der Bemuskelung wird nur noch die Keulenbemuskelung bewertet, die Vor- und Mittelhand nicht mehr. 

Rahmen

Beim Rahmen wird aus den gemessenen beziehungsweise auf der Weide geschätzten Werten für Größe, Länge, Breite und Tiefe die Rahmennote vorgeschlagen. Die Gewichtung der Maße erfolgt so: Kreuzbeinhöhe 50%, Mittelhand- und Beckenlänge je 8,3%, Hüftbreite und Rumpftiefe je 16,7%. Die bekannte Widerristhöhe entfällt; sie war sowieso etwas unsicher, weil sich die Kühe beim Messen gerne "duckten". Da zurzeit vergleichsweise große Tiere den Mittelwert bilden, liegen die Noten zwei Punkte tiefer als bei der Herdbuchaufnahme.

Im alten System gab es eine fixe Basis für Größe und Rahmen, sodass man Rahmenvergrößerer deutlich erkennen konnte. Inwieweit man diese auch beim neuen System kenntlich machen kann, muss sich noch zeigen. Es gibt unter anderem die Möglichkeit, dass im Balkendiagramm der Bullen der gewünschte Bereich gekennzeichnet wird. Die Beckenneigung wird linear beschrieben, wie bisher auch.


Bei einer Schulung auf dem Betrieb Eugen Tritschler in Titisee-Neustadt wurde den Rasseausschussmitgliedern
die Bewertung nach dem neuen System demonstriert: Der langjährige Vorderwäldernachzuchtbewerter
Leonhard Maier zeigt hier, wie die Hüftbreite gemessen wird. Er ist inzwischen pensioniert, seine Nachfolgerin
ist Steffi Nübel (links im Bild)

Fundament- statt Formnote

Jetzt kommt der Hauptunterschied: Die Fundamentnoteanstatt der Formnote. Der Sprunggelenkswinkel wird von steil zu säbelbeinig beschrieben. Dies ist ein großer Fortschritt zum alten System. Sprunggelenksausprägung, Fessel und Trachten werden wie bisher auch bewertet. Leider entfällt die Beschreibung für den Klauenschluss. Schulter, Rücken und Spreizklaue werden als Mängel mit Stufe1 oder 2 gekennzeichnet. Sie tauchen bei entsprechender Häufigkeit im Bericht auf.

Euter

Am meisten ändert sich  bei der Euterbewertung: Es wird klar die Voreuter- und die Schenkeleuterlänge beschrieben. Neu ist die Vordereuteraufhängung. Damit wird der Winkel des Voreuters zum Bauch der Kuh geschätzt: Je flacher es verläuft, umso höher ist die Note. Der Euterboden entspricht dem Eutersitz, je höher über dem Sprunggelenk, umso besser. Neu ist das Merkmal Zentralband als Einkerbung im Schenkeleuter.


Nachzuchtbewerter Simon Beth erläutert, dass der Euterboden bei dieser Kuh
deutlich über dem Sprunggelenk sitzt

Ein deutlicher Fortschritt ist die Differenzierung der bisherigen Strichausbildung in Strichlänge und Strichdicke. Die Strichstellung ist wie bisher eingestellt. Neu ist die Strichplatzierung vorne. Hier wird bewertet, wo am Voreuter die Striche angesetzt sind: mittig als ideal, außen oder innen als negativ. Insgesamt finden mehr Merkmale als früher bei mittlerer Ausprägung ihre Bestnote: Beispielhaft seien die weiteren Strichmerkmale Strichlänge, -dicke und -stellung sowie die Sprunggelenkswinkelung genannt. Andere haben im Balkendiagramm weiterhin einen möglichst weiten Balken nach rechts als Optimum: Trachtenhöhe, Vor- und Schenkeleuterlänge, Voreuteraufhängung und Euterboden. Bei anderen, wie Fessel und Beckenneigung, wird der Optimalbereich im Diagramm eingezeichnet. Die Euterreinheit erfasst wie bisher die Zusatzstriche.

Warum jetzt und warum dieses System?

Das bisherige Bewertungssystem wurde bei der Rasse Vorderwälder deshalb so lange beibehalten, weil man nach der Linienerweiterung durch fünf Montbéliard-Bullen Ende der 90er-Jahre keinen Bruch in den Merkmalen wollte. Die Zahlen sollten voll vergleichbar sein mit den Daten der bis dahin bewerteten Tiere.

Nun aber war es an der Zeit, auf ein aktuelleres System der Nachzuchtbewertung umzusteigen. Zunächst sollte aus den verschiedenen Bewertungssystemen der anderen Rassen das Beste zusammengestellt werden. Nachdem dieser Wunschtraum aber an den finanziellen Möglichkeiten scheiterte, einigte sich der Rasseausschuss im Frühjahr dieses Jahres darauf, das beim Fleckvieh verwendete System eins zu eins umzusetzen.

Fazit

Das neue Bewertungssystem bringt Änderungen, an die man sich gewöhnen muss. Vorteilhaft ist, dass Fundament und Euter besser beschrieben sind. Mit dem Wegfall der Bemuskelung der Vor- und Mittelhand kann man leben, wenngleich auch bei den Wäldern die  Rückenbemuskelung oft besser ist als die Keule.

Ein großer Vorteil bei der neuen Bewertung ist auch, dass die Rinderzuchtberater ihre Daten nicht mehr auf Papier notieren und daheim eintippen müssen, sondern über ihr Handgerät "Palmpilot" direkt im Stall eingeben können.

Klar ist, dass beim neuen System die alten Daten nicht mehr zum Vergleich herangezogen werden können. Andererseits können die Zuchtwerte der Testbullen erst bei einer größeren Anzahl von Töchtern zuverlässig geschätzt werden. Trotzdem wird man in der Übergangsphase die guten Exterieurbullen anhand von Mittelwerten in den Merkmalen erkennen können.

In den Winterversammlungen wird das neue Bewertungssystem eingehender vorgestellt werden.

Bericht und Fotos: Dr. Maus

 

Studentengruppe der Hochschule Anhalt aus Bernburg
in Sachsen-Anhalt  im Wäldergebiet unterwegs

Im Zuge einer einwöchigen Exkursion widmeten sich 29 Studenten und drei Begleiter der Hochschule Anhalt aus Bernburg einen Tag dem Wäldervieh. Vormittags wurde die Vorderwälderherde von Hans- Georg Eble im Glottertal- Föhrental besichtigt, wie es sich gehört auf der Weide am Hang. Es war beeindruckend, wie engagiert das Interesse der Truppe war.


Die Anhalt/Bernburger Studentengruppe hinter der bekannten Zuchtkuh Desiree,
die bereits zehnmal abgekalbt und zwei Testbullen geboren hat. Man sieht schön
die Hangneigung der Weide. Rechts das Betriebsleiterehepaar Luzia und
H
ans-Georg Eble, Glottertal-Föhrental

Der Besuch erhielt  fast Unterrichtscharakter, indem einige Aspekte  der praktischen Tierzucht bearbeitet wurden.  Dozent Dr. Scholz zeigte sich beeindruckt vom Wissen seiner Studenten. Die Bedingung, dass der Vorderwälder nicht zu schwer und groß werden darf, konnte eindrucksvoll untermauert werden. Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und bester Zellgehalt im Ländle sprechen für die Wälder. Anschließend gab es auf dem Betrieb von Familie Eble etwas für den Geist und den Leib, Anfragen zur Buchung der betriebseigenen Ferienwohnung ergaben sich noch vor Ort.

Nach der Besichtigung gab es auf dem Hof etwas für den Geist, Luzia Eble schenkt konzentriert ein

Der anschließende Besuch der Winzergenossenschaft Glottertal mit Weinprobe und echtem badischen Mittagessen in Form von Schäufele mit Kartoffel- und sonstigen Salaten ließen die Eindrücke des Vormittags  vertiefen.


Zum Abschlussfoto traf man sich vor den stark mit Preistafeln verzierten Futtertischtoren.
Martin Pfefferle aus Aitern- Rollsbach freut sich mit, er ist der Mann mit Hut in der Mitte

Nach einer langen Busfahrt- Odyssee traf man sich am späten Nachmittag  auf dem Hinterwälderzuchtbetrieb Martin Pfefferle in Aitern- Rollsbach. Nachdem sich die Studenten von der Berg-und Talfahrt erholt hatten, zeigten sie sich auch hier sehr interessiert. Pfefferles  Kühe waren auf der Weide und warteten auf den Heimgang zum Melken. Herr Pfefferle hat im vergangenen Jahr als Biobetrieb fast 4.000 kg Milchmenge als Stalldurchschnitt erreicht.  Als Hauptgrund nennt er die Kurzrasenweide als Weidemanagement, das ein sehr frühes Austreiben der Kühe im Frühjahr beinhaltet.


Martin Pfefferle aus Aitern- Rollsbach bei seinen Erläuterungen zu den Hinterwäldern.
„Die Kurzrasenweide ist ein Grund, dass ich im letzten Jahr als Biobetrieb fast
4.000 kg Stalldurchschnitt erreicht habe“

Schön  konnte gesehen werden, dass die  Hinterwälderkühe  starke „Einzelpersönlichkeiten“ sind, die Platz um sich herum einfordern. Herr Pfefferle besamt seine Kühe und Rinder, was eher ein Ausnahmefall im Hinterwäldermilchbereich ist. Es war fast schon Nacht geworden, als die Studenten weiter in Richtung Freudenstadt zogen.

Es hat sehr viel Freude gemacht, junge Menschen mit so viel Interesse am Wäldervieh erleben zu dürfen.

Bericht und Fotos: Dr. Maus

 

Sechs Vorderwälderkalbinnen in Milchviehbetrieb
in Vorarlberg

Für Mitte September hatte sich das Ehepaar Claudia und Dietmar Baldauf aus Sulzberg in Vorarlberg angemeldet, um die Rasse Vorderwälder  live kennenzulernen.  Hierzu wurden die Herden von Stefan Weiss und Richard Fehrenbach in Schönwald aufgesucht. Was bewog das Ehepaar, seinen Viehbestand rassemäßig zu verändern? Im Gespräch auf den Weiden wurde die Gründe zunehmend deutlich: Der Milchviehbetrieb ist seit über 15 Jahren auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt und die Milch wird zu Biokäse verarbeitet. Dies bedeutet, dass in der Fütterung keine Grassilage eingesetzt werden kann, sondern nur Heu und Öhmd.


Das Ehepaar Claudia und Dietmar Baldauf bei der Besichtigung der alten Kühe
von Stefan Weiss aus Schönwald

Und das macht Herr Baldauf hervorragend, schon seit Jahren ist er mit seinen Proben österreichweit bei den besten dabei. Im letzten Jahr hatte er die besten Werte, wofür ihm der  Titel „Heumeister“ zugesprochen wurde. „Mit dieser Situation kommen meine Holsteins nicht mehr richtig zurecht“ führte er weiter aus. Sie geben zwar mit 8.200 kg pro Jahr viel Milch, aber Fruchtbarkeit, Eutergesundheit und Stoffwechsel der Kühe machen Probleme. „Ich will keine Zwischenkalbezeit von über 400 Tagen“ sagte er zur Fruchtbarkeit. 

Nun ein Rassewechsel  macht man nicht von jetzt auf nachher.  Und einer mit Ankauf im Ausland schon zweimal nicht.  Deswegen suchte Herr Dietmar Baldauf zunächst einmal in Österreich. Nachdem ihn die Pinzgauer nicht überzeugen konnten und ihm das Tiroler Grauvieh mit etwa 2.000 € für die Kalbin zu teuer war,  suchte er im Internet weiter. Dabei stieß er auf die Rasse Vorderwälder.  Dort las er, dass sie im Zellgehalt die beste Rasse im Ländle ist, in der Fruchtbarkeit mit 384 Tagen Zwischenkalbezeit gut ist und mit 24 % Kühen in der fünften  und weiteren Laktation Langlebigkeit beweist. Nachdem alles so zwei Monate hin und her gewogen wurde, kam der Schritt zum Schwarzwaldbesuch. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit stand der Ankaufswunsch fest.


Diese sechs sind die auserwählten Österreichexportkalbinnen

Nun ging es als nächstes an die Formalitäten: Aufgrund der Freiheit von Österreich hinsichtlich BHV1 und MD/BVD müssen die in Frage kommenden Tiere vier Wochen in Deutschland und vier Wochen in Österreich in Quarantäne gestellt werden. Außerdem mussten alle Tiere gegen die Blauzungenerkrankung geimpft sein. Da alles nur Sinn macht, wenn  dies auf einer Weide gemacht wird, kamen nur Kalbinnen in Frage.  Als Biobetrieb natürlich vorzugsweise Biotiere.  Nach einer Telefonabfrage bei Züchtern wurden 15 Fotos von Kalbinnen mit den Abstammungen zu Herrn Dietmar Baldauf  gemailt.


In diesen schönen Räumen sind die Kalbinnen bei Baldaufs in Quarantäne (Foto: Baldauf)

Übers Wochenende hatte er Zeit, sich ein Bild zu machen und am Montag wurden  in einem längeren Gespräch die Tiere festgemacht. Es gab dann noch so kleine Überraschungen, dass ein Tier  ausfiel, weil es nicht trug und ein anderes, weil  es MD- Antikörper hatte. So kamen dann zusammen drei Kalbinnen von Eberhard Beha, zwei Biokalbinnen von Markus Klausmann aus Furtwangen- Linach und eine Kalbin von Stefan Weiss aus Schönwald.  Am 25. Oktober 2011 war es dann soweit, sämtliche veterinärhygienischen Bedingungen waren erfüllt und der Transport nach Sulzberg in Vorarlberg konnte von statten gehen. Väter der Tiere sind die erbwertgeprüften Besamungsbullen Oleander, Pigas, Piras, Pirmar, Radi und Ricky.

Also, normaler Weise dürfte mit der Leistungserwartung nichts schief gehen. Als erstes kalbt die Pirmarkalbin am 14. 12. 2011 ab, als letztes die Pigastochter am 30. Januar 2012. „Was mir gefällt, die Kalbinnen fressen ausgesprochen gut“ stellt Herr Baldauf nach eine paar Tagen Österreichaufenthalt fest. Es liegt eine spannende Zeit vor uns und vielleicht bringt dieses Projekt einen Schub in Richtung Vermarktung des  robusteren  Vorderwälderrindes nach außerhalb des Zuchtgebietes.


Wird diese wunderschöne Pigastochter mit vorgeschätztem Milchwert von 128
die beste der sechs Stück? Alle anderen haben aber auch die Chance dazu

Bericht und Fotos: Dr. Maus

 
Zuchtleiterbericht von den
Hinterwälder-Züchterversammlungen 2010/2011

< PDF-Datei - zum Öffnen hier anklicken >

Dr. Maus

 

 

Staatssekretär Dr. Robert Kloos auf Stippvisite im Schwarzwald
Vorderwälderrasse im Fokus

Auf Einladung eines ehemaligen Studienkollegen konnten wir den „neuen“ Staatsekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Robert Kloos gewinnen, aus Anlass des 49. Kreiserntedankfestes in Hausen vor Wald seinen „Antrittsbesuch“ zu machen.  


Konnten sich ein gutes Bild vom Betrieb der Familie Riesle in Gütenbach und der Vorderwälderrasse machen,
die Teilnehmer auf der Weide (von links): Walter Maier, Landwirtschaftsamt Donaueschingen,
Züchter Klaus Riesle, Dr. Robert und seine Frau Uli Kloos, Bernhard Bolkart, BLHV- Kreisvorsitzender,
Konrad Schwär, VW- Rasseauschußvorsitzender, Leistungsinspektor Franz Josef Sulzmann und Dr. Karl Eduard Landfried,
Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt Neumühle in der Pfalz

Passend zum Jahr der Biodiversität stand am Freitagmittag der Besuch von zwei unterschiedlich ausgerichteten Vorderwälderzuchtbetrieben auf dem Programm. Für beide Betriebe bilden die Vorderwäldermilchkühe die Grundlage der betrieblichen Existenz, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß: Der Betrieb von Klaus und Birgit Riesle wird konventionell geführt, die 38 Kühe sind im Laufstall und werden im Doppel-5-Fischgrätenmelkstand gemolken. Klaus Riesle will schnell mit dem Melken fertig werden.

Eine Besonderheit, die man nicht so häufig sieht, ist das Weelingfütterungssystem, wodurch er mehr Kuhplätze in den Stall bringen konnte. Außerdem kann er im Winter die Grassilage eine Woche lang im Trockenen lagern. Dies ist ein großer Vorteil bei der Gütenbacher Schneesituation. Mit 1,5 Tonnen pro Kuh und Jahr Kraftfutter erzielen seine Vorderwälder 8.000 kg Milch pro Jahr, was einer tollen Grundfutterleistung von 5.000 kg Milch entspricht. Interessant ist, dass die Kühe von Riesles ihre Transponder ums Fußgelenk haben, damit sie um den Hals Kuhglocken tragen können. Beim Besichtigen der Kühe konnte schön der Doppelnutzungtyp gesehen werden.

Der Betrieb Riesle hat als weitere Einkommensstandbeine 15 ha Wald, eine 30 KW- Solar- und eine Hackschnitzelheizanlage. Birgit Riesle backt an drei Tagen Brot, Klaus hat samstags die Wertstoffhofbetreuung der Gemeinde Gütenbach übernommen. 

In der Diskussion wurde Dr. Robert Kloos als ein wichtiges Anliegen mitgegeben, dass die Förderung auch eine Tierkomponente beinhalten sollte, um die viehhaltenden Betriebe den viehlosen gleichzustellen. Außerdem überreichte der VW- Rasseauschussvorsitzende Konrad Schwär die Resolution der FERBA zur Weiterentwicklung der Bergrinderassen.

Der zweite Betrieb gehört Elke und Ewald Bähr aus Oberkirnach. Hier werden knapp 20 Kühe seit dem 1. 1. 2010 in biologischer Wirtschaftsweise gehalten. Die Kühe geben 5.300 kg Milch pro Jahr bei 400 kg Kraftfuttereinsatz, so dass gute 4.500 kg Milch aus dem Grundfutter stammen. 45 % des Einkommens der Familie stammt von den fünf Ferienwohnungen auf dem Betrieb. Sie werden mit „Urlaub auf Bauernhof mit Wäldervieh“ beworben, eine Initiative von Birgit Schwarzmeier vom Landwirtschaftsamt Donaueschingen. Vor etwa 15 Jahren fing es an mit der Auslage im Schaubauernhof des Zoos Wilhelma in Stuttgart und nach wie vor läuft die Sache rund.

Die Belegung der Ferienwohnungen vor allem mit Familien ist gut. Ein gemeinschaftlich betriebener Skilift wirft etwa 20 % des Einkommens ab. Spannende Zeiten stehen der Familie bevor, die Frage des Stallumbaus in einen Laufstall oder eine komfortablere Anbindelösung steht an. Die FERBA- Resolution fordert im Übrigen, dass die Bergrinderrassen unabhängig von der Wirtschaftsform und der Bestandsgröße angebunden werden dürfen. Bährs hoben auch den Vorteil der Anbindehaltung für die Urlaubsgäste hervor, den man beim Laufstall nicht mehr so hat.

Beide Betriebe haben einen Bullen, Betrieb Riesle besamt noch zu 50 Prozent, der Betrieb Bähr lässt den Bullen mitlaufen. Dies ist auch ein Vorteil gegen die Inzuchtgefahr bei kleinen Rassen und im Schwarzwald hat man dadurch etwa 10 % mehr Kälber als bei reiner Besamung.  

Dr. Robert Kloos zeigte sich sehr angetan von den beiden Familien, sah er doch deutlich, wie weit die Diversifizierung im Schwarzwald fortgeschritten ist und wie flexibel die Bauersfamilien sind.

Bericht und Fotos: Dr. Maus

horizontal rule

Ferba-Treffen 2010 in Albertville

Wie in jedem Jahr fand auch 2010 eine FERBA-Vollversammlung statt. Am 23./24. April luden Vertreter der Rasse Tarentaise nach Albertville in Frankreich ein. Der äußere Rahmen dieses Treffens dort war die Rasseschau in der ehemaligen Olympiahalle. Parallel zum FERBA- Treffen organisierten die Ausrichter ein zweites internationales Treffen der Tarentaiserassevertreter. Leider konnten die asiatischen Delegationen aufgrund des wegen Vulkanasche zu der Zeit herrschenden Flugverbotes nicht teilnehmen.


Ein Teil der FERBA-Teilnehmer (links): Vorsitzender Johann Weißensteiner,
Christian Moser, Direktorin Christina Müller, Otto Hausegger, stellvertretender
Vorsitzender Erich Scheiber, D. Franz Maus und Gottfried Hainz

Nachdem in der Vollversammlung die FERBA-Regularien erledigt waren, stellte man die neue Website vor. Sie wurde von den Teilnehmern für gut empfunden und befürwortet. Zu finden ist sie unter www.ferba.info.

Anschließend wurde ein Dokument an die EU verfasst. Es beinhaltet Anträge zur Ausrichtung der Agrarpolitik nach 2013. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Berglandwirtschaft mit den Bergrinderrassen gelegt. Wesentliche Punkte dabei sind:

bulletdie Aufrechterhaltung der Förderung der Leistungsprüfung und der Zuchttätigkeit durch die öffentliche Hand,
bulletdie Fortführung der Zuchttierförderung für die FERBA-Rassen, nicht nur nach der Stückzahl begrenzt, sondern aufgrund der Funktion im Berggebiet,
bulletkeine Diffamierung der Anbindehaltung, denn sie ist unentbehrlich für die Bewirtschaftung der Berggebiete. Über den Weidegang und die Alpung in der Vegetationsperiode ist der notwendige Bewegungsausgleich geschaffen. Wieso sonst sind die FERBA-Rassen langlebig und fruchtbar?
bulletEs wird gefordert, dass die Anbindehaltung für diese Rassen auch in der Bioproduktion uneingeschränkt erlaubt wird.
bulletGefordert wird ebenfalls eine Förderung der Qualitätserzeugung und Kennzeichnung von Nahrungsmitteln, die von diesen Rassen abstammen.

Am Abend gab die Stadt im Rathaus einen Empfang für die FERBA-Delegationen und die Tarentaise-Rassevertreter. Wie in Frankreich üblich, wurden die Nationalflaggen der Teilnehmer gezeigt und beim Stehempfang kam man sich näher.


Beim Empfang im Rathaus von Albertville wurden Grußworte ausgeteilt,
von links ist zu sehen Johann Weißensteiner, der Bürgermeister, Christina Müller
und der Rassevertreter der Rasse Tarentaise

Sehr informativ war der Besuch der Käserei in Beaufort am zweiten Tag. Dort wird aus der Milch der Rasse Tarentaise der bekannte Beaufortkäse hergestellt. Ein Großteil des Käses kann über den Großhandel zu einem guten Preis abgesetzt werden.


Hier reifen unzählige Wagenräder des beliebten Käses aus Tarentaise- und Abondancemilch

Anschließend stand ein Besuch eines Zuchtbetriebes auf dem Programm, der seine Milch an diese Käserei liefert. Dafür erhält der Betrieb einen Auszahlungspreis von 75 Cent und im Sommer 10 Cent zusätzlich.


Eine herrliche Tarentaisemilchviehherde kurz vor Beaufort mit typischem Alpenpanorama

Diese bewundernswerte Sache kann nur gelingen, weil der qualitativ gute Käse zu einem hohen Preis abgesetzt werden kann. Eine Herausforderung für den Betrieb ist die Winterfütterung ohne Silage, was aber durch den guten Milchpreis wettgemacht wird.


So sieht er aus, der typische Kopf der Tarentaisekuh mit schwarzem
Flotzmaul und schwarz umrandeten Augen und Ohren

Vor der Rückfahrt konnte man sich auf der Schau in der Olympiahalle ein Bild von der Rasse Tarentaise machen und die Reihung der Kühe in Augenschein nehmen.


Rehfarben sehen sie aus die Tarentaisekühe. Auf dem Bild eine
leistungs- und exterieurstarke Schaukuh in der Olympiahalle in Albertville

Die Verzahnung von Rasse, Produkt und Region hat in Frankreich eine Tradition, die bei uns in Deutschland nie so entstanden ist. Für die kleinen Rassen muss diese Verzahnung aber immer im Blickpunkt bleiben und, wo möglich, eingeführt werden.

Bericht und Fotos: Dr. Maus

horizontal rule

Schwarzwälder Füchse und Vorderwälder Mutterkühe
auf der Landesgartenschau

Auf einer unterteilten Weidefläche im Randbereich des Landesgartenschaugeländes gegenüber dem Helios Eisstadion grasen „Schwarzwälder Perlen“: Ausgestellt sind zwei Schwarzwälder Füchse, eine jung gebliebene Retter-Tochter mit 24 Jahren und eine jährige Jungstute mit Wildhüter als Vater. Birgit und Arnold Schütz aus Obereschach- Sommertshausen, bekannt als Kutschenfahrer bei vielen Veranstaltungen, beschicken die Landesgartenschau und übernehmen auch zum Großteil die Betreuung der Tiere.


Das österreichische Ehepaar Gastager aus Thalgau war bereits am Eröffnungstag von den
Vorderwäldern aus dem Betrieb Beate und Heinz Hettich, Königsfeld-Burgberg beeindruckt

Mit Vorderwäldern konnte der andere Teil der Fläche beschickt werden, zwei Mutterkühe, Mutter und Tochter, mit ihren Absetzern aus dem Zuchtbetrieb Heinz und Beate Hettich aus Königsfeld-Burgberg zeigen dort, durch wen Wiesen und Weiden offengehalten werden. Auf dem Betrieb Hettich liegt eine der Keimzellen der Hornloszucht, drei der vier ausgestellten Tieres sind genetisch mischerbig hornlos. Sehr interessant ist der ausgestellte hornlose Radisohn, der einen guten Fleischansatz zeigt und nach der Landesgartenschau zum Einsatz in Zuchtbetrieben zur Verfügung steht.


Bis auf den kleinen alle genetisch hornlos, links der interessante Radisohn,
der im Herbst in den Zuchteinsatz gehen kann

Die kleine, aber feine Beweidungsfläche macht ein gutes Bild, dazu tragen der stabile und schöne Holzzaun, gestiftet vom Zaunteam in Volkertshausen und die beiden Unterstände, gestiftet von der Firma Sulzberger aus Freiamt wesentlich bei. Beides kann nach der Schau erworben werden.


Ein schönes Bild machen die 24-jährige Retter- und die einjährige Wildhüter-Stute,
die von Birgit und Arnold Schütz aus Obereschach- Sommertshausen gezüchtet wurden

Bericht und Fotos: Dr. Maus, Zuchtleiter der Wälderrassen

horizontal rule

Die Schweizer Hinterwälderzüchter kaufen neue Linien ein

Im Vorfeld des Hinterwäldermarktes erkundigte sich die Schweizer Zuchtleiterin Christine Kölla nach dem Bullenangebot: „Wir sind auf der Suche nach einer Blutauffrischung der  H-, L- und der N- Linie“. Wichtig waren langlebige weibliche Vorfahren und Bullenmütter mit maximal 122 cm Widerrist. „Wir können bei den Importbullen keine anderen Grenzen setzen als bei den eigenen“ sagte Frau Kölla.

Also, der Markt kam und der vorausgewählte „Humbel“ aus der Zucht von Helmut Dietsche aus dem Münstertal passte zu den Schweizer Vorstellungen. Da nicht nur sie an ihm interessiert waren, wurde er mit 1.700 € netto der teuerste Bulle des Frühjahrsmarktes. „Humbel“ war mit 6 in der Bemuskelung und 5 in der Äußeren Erscheinung bewertet, seine Abstammung besticht mit der Mutter Gritle, die auf zwei Hinterwälderschauen in Folge Jungkuh- und Mittelaltersiegerin wurde. „Die mittlere Größe des Bullen selbst und die 120 cm Widerrist der Mutter überzeugten uns voll“ begründete auch Maja Ritter, die Vorsitzende des Schweizer Hinterwälderzuchtvereins den Ankauf. Mit der N- Linie hat es leider nicht geklappt, dafür wurde eine schöne Kalbin von Siegfried Wasmer ersteigert. Von  der  L-Linie aber konnte ein passender Labflortsohn bei Joachim Wasmer in Bernau gefunden werden. Seine Mutter misst nur 117 cm im Widerrist, der Bulle selbst ist ein Prachtexemplar mit 7 in der Bemuskelung und 8 in der Äußeren Erscheinung.

Auf dem Bild sind zu sehen die vierköpfige Ankaufskommission aus der Schweiz mit der Zuchtleiterin Christine Kölla und der Vorsitzenden Maja Ritter und Veronika Dietsche mit ihrer Tochter aus dem Münstertal.

Bericht und Foto: Dr. Maus (Zuchtleiter)

horizontal rule

Hinterwälderkuh mit Kalb nach Thüringen

Ein “viehverrückter” Junge im Alter von 12 ½ Jahren war Auslöser einer für seine Familie größeren Aktion.

Bereits mit fünf Jahren antwortete er dem Weihnachtsmann auf einem Weihnachtsmarkt auf seine Frage, was er sich denn wünsche, eine Kuh. Dazu kam es durch einen Besuch auf einem Milchviehbetrieb ein halbes Jahr vorher. Der Wunsch wurde nicht schwächer, wie man meinen könnte, sondern immer stärker, nicht zuletzt durch einen viermaligen Urlaub auf dem Bauernhof in Österreich. Dort half er tatkräftig mit, er erlernte das Melken und weiteres Drumherum. Hühner, Enten, Gänse, Ziegen und Schweine hat die Familie bereits angeschafft und Max hat sich als zuverlässiger Betreuer erwiesen. Deswegen konnte sie ihm nun seinen nach wie vor bestehenden Wunsch nach einer Kuh nicht mehr verwehren.

Klar war man sich, dass es eine kleine Milchkuh sein sollte und man kam bei der Rassenstudie zuerst auf das kleinste europäische Rind, die Rasse Dexter. Leider war es in Thüringen nicht möglich, eine Kuh in dieser oder ähnlicher Größenordnung zu finden. So kam man über viele Umwege und andere Rassen zuletzt über die Vermittlung durch die Gesellschaft zur Erhaltung der Haustierrassen im Dezember 2009 zum Wäldervieh. Die Mutter rief beim Zuchtleiter an und schilderte ihr Anliegen nach einer kleinen Kuh, die ordentlich Milch gibt und am besten ein Kälbchen dazu. Da der Stall noch umfangreich in Eigenarbeit der Eltern, Max und seinem älteren Bruder von einem Schweine- in einen Kuhstall umgebaut werden musste, wurde der Bestelltermin Mitte März 2010 ins Auge gefasst.

Hinterwälder kleineren Schlages findet man im Kleinen Wiesental bei Familie Benedikt Schmidt in Raich-Oberhäusern. So war es auch. Benedikt Schmidt hat sich Gedanken gemacht und Lina, eine Kuh, die Ende Februar zum zweiten Mal abkalben sollte, ausgewählt. Klein sollte sie ja sein. Mit gemessenen 117 cm im Widerrist gehört sie tatsächlich zu den kleineren Rassevertreterinnen. Fotografiert und per E-Mail nach Meuselbach-Schwarzmühle geschickt, löste Lina bei Familie Lück Begeisterung aus.   So hatte sie sich “ihre” Kuh vorgestellt, ein richtiger Volltreffer! Hin und her ging es nochmals um die Preisfindung. Bestehende Gerüchte waren schnell überholt, denn Qualität hat bekanntlich auch seinen Preis. Dass im Zuchtbereich sehr viel Wert auf Qualität gelegt wird, erkannte Familie Lück schnell und so kam es kurzer Hand zu einer Einigung.


Dieses Bild mit Züchter Benedikt Schmidt aus Raich-Oberhäusern wurde
zu Familie Lück gemailt und löste Begeisterung aus

Es wurde Ende Februar, Lina kalbte, wie bei Hinterwäldern der Regelfall, normal ab und brachte ein Kuhkälbchen zur Welt. Als Übergabezeitraum wurde die 11. KW ins Auge gefasst. Jetzt galt es endgültig die Transportfrage zu  klären. Guido Kimmel, Viehhändler und Metzger aus St. Blasien, der öfters nach Thüringen fährt, war vom Zuchtleiter schon vorab gefragt worden und erklärte: ”Wenn Lina und ihr Kalb zu mir nach St. Blasien gebracht und am Endpunkt Hildburghausen abgeholt werden, kostet der Transport nichts.”  Wau, das war ein Angebot! Frau Lück sind vor Freude die Tränen in die Augen geschossen.

Am 17. März war es dann endlich soweit. Benedikt Schmidt brachte das Gespann nach St. Blasien, ein Mitarbeiter von Herrn Kimmel fuhr weiter und Familie Lück, die sich ein passendes Fahrzeug besorgt hatte, nahm glücklich beide in Obhut. Der Stall wurde gern angenommen, Lina gab 12 kg Milch mit reiner Heufütterung. Das Kälbchen hatte etwas Umstellungsschwierigkeiten beim Saufen, aber nach zwei Tagen war alles in Butter.


Kurz vor der Abfahrt nach Hildburghausen, von links Benedikt Schmidt, Martina,
Gertrud und Guido Kimmel aus St. Blasien und Christian Gehrke, der die Fahrt durchführte

Nachdem Familie Lück ein Foto mit einer Reiterin auf einer Hinterwälderkuh zugemailt bekam, konnte Sohn Max nicht mehr davon abgehalten werden, auch Sitzversuche auf Lina zu machen und es funktionierte problemlos. Lina ist übrigens die einzige Milchkuh in der 1.200 Seelengemeinde und entsprechend in vielerlei Munde. In der Zwischenzeit haben sich Mensch und Tier aneinander gewöhnt, mit Lina werden die ersten Weidebegehungen gemacht und der überglückliche Max führt “sein” Kälbchen aus.


Dieses Bild zeigt, wie gut es Familie Lück und den beiden Hinterwälderdamen
in Meuselbach-Schwarzmühle geht: Von links Benny, Katrin, Max und Steffen Lück im Grünen

Bericht und Fotos: Dr. Maus, Zuchtleiter

horizontal rule

Zuchtleiterbericht von den
Vorderwälder-Züchterversammlungen 2009/2010

< PDF-Datei - zum Öffnen hier anklicken >

Zuchtleiterbericht von den
Hinterwälder-Züchterversammlungen 2009/2010

< PDF-Datei - zum Öffnen hier anklicken >

Dr. Maus

Vorderwälderkuhgespann  bei 1.050 Jahrfeier in Helferskirchen

Anfang des Jahres 2007 kam ein Anruf von Herrn Menges aus Helferskirchen nach Donaueschingen: „Wir wollen drei Vorderwälderkuhkälber kaufen, die im Mai 2009 im Gespann beim Umzug zum 1.050 jährigen Stadtjubiläum mitfahren“. Auf die Frage, wieso Vorderwälder, kam als Antwort: „Weil das ausgestorbene Westerwälder Rind in etwa wie das Vorderwälder Rind ausgesehen hat, rot gedeckt mit weißem Kopf und Augenbrillen“.

Prompt wurden auf dem Februarmarkt 2007 in Donaueschingen drei schöne Kälber angekauft, bei Klaus Duffner einen Tag zwischen stationiert und dann in Helferskirchen bei Familie Menges untergebracht. Dort wurden Sie sogar vom Oberbürgermeister Klaus Hardy begrüßt und in Augenschein genommen. Das Projekt „vom Kalb zum Gespann“ konnte starten: Schon sehr bald wurde regelmäßig mit ihnen am Kopfseil spazieren gegangen.


Erfolgreiches Projekt „vom Kalb zum Gespann“ mit (von links) Stefan Menges, Manuel Müller und
Thomas Menges und den VW- Klabinnen Ella und Ronja mit dem Leiterwagen beim Festumzug
zur 1.050 Jahrfeier von Helferskirchen im Westerwald

Die drei wuchsen und gediehen, sie nahmen im Oktober 2007 und 2008 an Tiersegnungen teil. Im Herbst 2008 wurden die jungen Damen ans Joch und im Frühjahr 2009 ans Gespannfahren gewöhnt. Eine Kalbin versagte den Zugdienst und wurde verkauft, aber zwei machten hervorragend mit und zogen den Heuleiterwagen als Attraktion des Jubiläumsumzuges durch Helferskirchen. Beide Zugtiere sind tragend, so dass die nächste Vorderwäldergeneration im Westerwald am Werden ist.

Dr. Maus

horizontal rule

FERBA-Treffen 2009 in Großarl südlich von Salzburg

Zur diesjährigen Vollversammlung trafen sich die Mitglieder der Europäischen Förderation der Bergrinderrassen (FERBA) in Großarl südlich von Salzburg im Nationalpark Hohe Tauern. Für das Wäldervieh waren Vorderwälder-Rasseausschuss-Vorsitzender Konrad Schwär und Zuchtleiter Dr. Franz Maus angereist. Auf dem Programm standen unter anderem die Vorstandswahlen und die Entscheidung über die Einrichtung einer FERBA- Homepage. Nachdem der Geschäftsführer Gottfried Heinz für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand, konnte Frau Dr. Christina Müller vom Südtiroler Grauviehzuchtverband zur Nachfolgerin gewählt werden. Gottfried Heinz wird sie in Ihrem Amt tatkräftig unterstützen. Johann Weißensteiner ist alter und neuer Vorsitzender, seine Stellvertreter sind Erich Schreiber vom Tiroler Grauvieh und Konrad Schwär.

Zwei Rasseverbände stellten einen Antrag auf Mitgliedschaft, die Tux- Zillertaler und die Cika, eine kleinerer Pinzgauerschlag aus Slowenien. Zuchtleiter Christian Moser erläuterte den Stand der Zucht der Tux- Zillertaler und nach kurzer Diskussion wurde der Verband einstimmig aufgenommen. Nachdem für die Cika noch keine Herdbuchanerkennung vorliegt, wurde die Abstimmung vertagt. Vorgestellt wurde der dreisprachige Kurzbericht 2008, worin die wichtigen Kenngrößen festgehalten sind und jede Rasse einen Rück- und Ausblick über ihre Aktivitäten präsentiert.

Die Antwort der EU- Kommission auf die letzt jährige Resolution konnte verteilt werden. Konform mit den Regeln für den Gemeinsamen Markt sind zumindest bis 2013 Beihilfen für das Führen des Zuchtbuches. Eine Lockerung der Ökorichtlinie für die Berglandwirtschaft hinsichtlich der Anbindung lehnt die EU- Kommission strikt ab. Man müsse nicht ökologisch wirtschaften, wird ausgeführt. Die Aufrechterhaltung der Berglandwirtschaft wird aus dem ELER- Fonds finanziert, spezielle Programme können ebenfalls aufgelegt werden: Agrar-Umweltzahlungen zum Erhalt der Weidetierhaltung, der Biodiversität und Kulturlandschaftspflege, Unterstützung von Verarbeitung, Vermarktung, Qualitätsproduktion und der Diversifizierung zum Beispiel im Tourismusbereich.

Für dieses Jahr steht die Komplettierung der Homepage der FERBA auf dem Programm, der Kurzbericht 2009 wird als Nächstes erstellt. Eine zukünftige Mengensteuerung im Milchbereich und ein hartes Vorgehen gegen den „Imitatsschwindel“ sollen in einem weiteren Memorandum thematisiert werden.

Interessant war auch der Vortrag des Direktors des Nationalparks Hohe Tauern über die vielfältigen Angebote und Aktivitäten zum Schutz des Lebensraumes der Alpenregion.


Die Teilnehmer des FERBA- Treffens 2009 vor dem Informationszentrums Nationalpark Hohe Tauern.
In der Bildmitte die neue Direktorin Frau Dr. Christina Müller umrahmt vom Vorsitzenden Johann
Weißensteiner (rechts) und dem Stellvertreter Erich Scheiber. Kniend rechts Konrad Schwär,
der weitere Stellvertreter

Bericht und Foto: Dr. Maus

horizontal rule

Hinterwälderbulle kommt nach Österreich
in eine Fleckviehmilchviehherde

- Alexander Lässer aus A-Gebolzkirchen möchte leichtere Kühe -

Vor etwa zwei Monaten meldete sich Alexander Lässer aus Gebolzkirchen in Oberösterreich - 80 Kilometer östlich von Passau gelegen -, er sei im RBW-Internet auf die Rasse Hinterwälder gestoßen. Er berichtete, dass seine Fleckviehkühe für seine Betriebsform, Weidegang und keine Maissilagefütterung, zu schwer seien und dadurch nicht richtig ausgefüttert werden können, was altbekannte Auswirkungen auf Gesundheit und Fruchtbarkeit habe.

Er denke, dass es Sinn machen könnte, mit einem Hinterwälderstier zu kreuzen, um sein Ziel, leichtere, „leicht futtrigere“ Kühe zu bekommen, relativ schnell zu erreichen. Er fragte, ob es schon Beispiele in diese Richtung gebe, worauf nur die Antwort kommen konnte: „Nein, aber es wird Zeit, dass ein Pionier wie Sie damit anfängt und damit sicherlich Erfolg haben wird. Einzig Werner Gut aus Neuseeland, der einen Teil seiner Fleckviehherde ebenfalls mit Hinterwälder aufkreuzte, vor allem im Mutterkuhbereich, hat hin und wieder eine solche weibliche Kreuzung in der Milchviehherde und ist damit zufrieden.


Sie müssen sich zusammenraufen, Alexander Lässer und der sehr korrekte
Hinterwälderbulle Benschi. Mit auf dem Bild (von links) Herbert Zauner, Frau Dorothea
Dietsche, Herr Dr. Fesseler vom Veterinäramt Lörrach und Dominik Dietsche

Ich gebe Ihnen die Telefonnummer von Herrn Rudi Odermatt aus CH-Fischingen, der hat vor etwa 10 Jahren seine Braunviehkühe mit Hinterwälder ersetzt und sagt, er habe durch diesen Rassewechsel mehr Geld zur Verfügung“. Dies tat Herr Alexander Lässer sofort, und er war bestärkt in seinem Vorhaben, weil Herr Odermatt ihn voll überzeugen konnte: 5.200 kg Milch Jahresleistung ohne Kraftfutter, mehr Eiweißprozente als seine Braunviehkühe, kaum Tierarztkosten und eine hervorragende Herdenfruchtbarkeit. Nun galt es zu handeln: Auf dem Markt einen jährigen bis 15 Monate alten Hinterwälderbullen zu nehmen, war uns doch zu risikoreich; denn, wenn auch die Hinterwälder als geschickte Deckbullen bekannt sind, so dürften sie in dem Alter sicherlich Schwierigkeiten bekommen, eine Fleckviehherde mit 40 Kühen zu beglücken.

Doch es ergab sich eine Lösung: Über den RBW- Außendienstmitarbeiter Alfred Preiser wurden wir auf einen 2 ½ jähriger Benbärenkel aufmerksam, der sehr korrekt ist, mittelgroß und sehr lang. Er stammt zwar von einer Mutterkuh ab, aber sie beweist an Hand Ihrer bisherigen drei Kälber, dass sie Milch gibt, eine gutes Euter ausweist, so dass alles dafür spricht, dass leistungsmäßig nichts in „die Hosen gehen“ dürfte. Von ihm selbst gibt es schon sehr schöne Nachkommen im jungen Alter. Nachdem dann noch die Hürden der veterinärhygienischen Bestimmungen gemeistert waren, kamen Alexander Lässer und Herbert Zauner und nahmen den zahmen Benschi mit nach Gebolzkirchen. Dort muss er, weil Oberösterreich nach EU- Recht IBR/IPV- frei ist, noch eine Zeitlang separat gehalten werden, bevor er seine Aufgabe in der Fleckviehherde erfüllen darf.

Bericht und Foto: Dr. Maus

horizontal rule

Die  Vorderwälderbullenprüfstation Eva-Maria Agostini
in Löffingen-Göschweiler zeigt sich der Öffentlichkeit
nach umfangreichen Umbaumaßnahmen

Besichtigungstermin für interessierte Landwirte am Freitag, 24. Oktober 2008 ab 14.00 Uhr

Ursprünglich aus der Not heraus geboren, nahm die Vorderwälderbullenprüfstation am 6. Februar 1996 ihren Betrieb in Löffingen-Göschweiler auf. Georg Scherer aus St. Peter hatte als erster den Mut, die Beschickung mit zwei Bullenkälbern zu beginnen.

Vorher war es so, dass die Vorderwälderbullen auf der staatlichen Bullenprüfstation am Haupt- und Landgestüt in Marbach zusammen mit Braunvieh und Fleckvieh auf Grassilagebasis geprüft wurden. Nachdem feststand, dass aus Kostengründen die Einrichtung in Marbach aufgelöst wird, gab es drei Möglichkeiten: Keine Prüfung mehr zu machen,  die Beschickung der bestehenden Prüfstation in Horb bei Ravensburg oder im Schwarzwald einen Betrieb zu finden, der als Beauftragter des damaligen Rinderzuchtverbandes die Prüfung durchführt.

Die Zuchtverantwortlichen  waren sich einig, dass man die Prüfung weiter durchführen sollte; denn die unter einheitlicher Umwelt zustande gekommenen Zahlen sind für züchterische Entscheide sehr wichtig, weil aus der Nachkommenprüfung in der Wälderzucht so gut wie keine Daten vorlagen. Gerade vor dem Hintergrund des 1995 beschlossenen Zuchtprogramms, wegen Inzuchtgefahr mit der Rasse Montbeliarde eine Veredlungskreuzung durchzuführen, kam einer Prüfstation eine besondere Bedeutung zu. Gegen Horb bei Ravensburg sprachen die sehr weite Entfernung und die Futtergrundlage Maissilage. Man wollte weiterhin, wie im Schwarzwald üblich, die Selektion auf Grasprodukten als Grundfutterbasis vornehmen, um in der Selektion nicht auf „Maissilagefresser“ zu selektieren.


Alle vier Wochen werden die Bullen durchgewogen, um ggf. korrigierend eingreifen zu können.
Auf dem Bild zu sehen Karlheinz Agostini und die zuständige Leistungsinspektorin Michaela Reinhart

Also war klar, es sollte im Schwarzwald ein Betrieb sein. Man schrieb diese Sache über die BBZ aus, worauf sich fünf Betriebe bewarben. Nachdem alle abgefahren waren, entschied man sich für den Betrieb Agostini in Löffingen-Göschweiler, der kurz zuvor die Jungkuhproduktion aufgegeben hatte, einen leeren Stall besaß, der kostengünstig umgebaut werden konnte und der auch von Donaueschingen aus – als dem zuständigen Tierzuchtreferat - gut anzufahren war. Man war gespannt, wie die Sache sich entwickelt, ob die Station gut angenommen wird und es zeigte sich, dass das der Fall war. Denn seit Beginn bis heute haben über 425 Bullen die Station als geprüfte Bullen verlassen, Ausfälle in den 12 Jahren gab es nur vier Stück. Dies ist Anlass genug, der Betreiberfamilie und dem zuständigen Hoftierarzt Dr. Michael Benz ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz zu sagen. Die Prüfung beginnt am 112. Tag und endet am 350. Die Kälber sollten bis zum 90. Tag aufgetrieben sein, damit sie sich bis Prüfbeginn anpassen können. Alle vier Wochen werden die Bullen gewogen, damit man erkennen kann, ob korrigierend eingegriffen werden muss. Die Beschickung und Abholung hat normaler Weise auch diesen 4-Wochenrhythmus.


Es treten kaum Verschmutzungen im Liegebereich auf durch das „Holzdach“ darüber:
denn  die jungen Tiere koten und urinieren außerhalb des Liegebereiches ab.
Das Holzdach kann in der Höhe gruppenweise angepasst werden

Am Prüfende werden die „Internatsschüler „ gewogen, damit die Zunahmen im Prüfabschnitt ermittelt werden können, die auch eine Grundlage sind für die Zuchtwertschätzung. Das andere Merkmal, das für die Zuchtwertschätzung vergeben wird, ist die Bemuskelungsnote. Daneben werden eine Reihe von Maßen erfasst, um den Trend der Rasse abzuschätzen. So ist es erfreulich, dass die Bullen im Mittel nicht größer werden, weil die Vorderwälderrasse ihre Daseinsberechtigung von den mittleren Maßen und Gewichten her nachweist. Die täglichen Zunahmen im Prüfabschnitt sind als sehr gut einzustufen, sie lagen die letzten Jahre immer um die 1.300 g pro Tag.


Auf dem Bild sieht man den Stallbereich der älteren Bullen mit der Freianbindung.
An einem Halsband sind die Bullen über ein weiteres Band am vorderen Rohr befestigt.
So gibt es keine Belastungen für den Schulterbereich

Der Hauptzweck der Bullenprüfstationen ist zum einen,  wie oben beschrieben, für vergleichbare Zahlen zu sorgen. Zum anderen werden dort Kälber aufgestellt, die von der Abstammung her geeignet sind, in den Testeinsatz genommen zu werden. Von den 425 geprüften Bullen sind 60 Bullen in den Testeinsatz genommen worden, was erwünschter Maßen einem Großteil der ausgewählten Testbullen entspricht. Im Zweiteinsatz waren beziehungsweise befinden sich unter anderem Ignaz, Piras, Oleander, Gerold, Radi und Rack, sowie die aktuell  in der Diskussion stehenden Pigas und Ignachy, die alle das „Bulleninternat“ erfolgreich abgeschlossen haben.

War es so, dass bis vor zwei Jahren die Anbindehaltung für alle Tiere toleriert war, so kam die unumstößliche Aufforderung, auch auf der Bullenprüfstation die Bullen bis zu 6 Monaten nicht anzubinden. Nach langem Hin und Her bezüglich der Planung und der Finanzierung des Umbaus konnte im Frühjahr diesen Jahres die Station umgebaut und modernisiert ihren Betrieb aufnehmen: Für die Bullen bis zu einem Alter von sechs Monaten in einem Laufstall mit planbefestigtem Fress- und eingestreuten Liegebereich und für die älteren Tiere bis zum Prüfende mit Freianbindung.

Nach ein paar Monaten des Lernens und des Erfahrungen Sammelns kann festgestellt werden, dass es für die Fundamente ein Segen ist, wenn die Tiere bis zu sechs Monate freie Bewegung haben und die Freianbindung bei den älteren ebenfalls dem Schulterapparat bekömmlich ist. Die Wiegungen gestalten sich allerdings etwas „sportlicher“, was zumindest für den Zuchtleiter nicht von Nachteil ist. Summa summarum denken wir, dass wir eine gelungene Lösung gefunden haben. Wir dürfen bei der Gelegenheit dem Kreis Breisgau- Hochschwarzwald, dem Land Baden-Württemberg und nicht zuletzt der Rinderunion Baden- Württemberg ein herzliches Dankeschön für die finanzielle Beteiligung an diesen tiergerechten Umbaumaßnahmen sagen.

Nachdem der Betrieb jetzt „rund“ läuft, wollen wir allen Interessierten die Einrichtung vorstellen und präsentieren. Deswegen freuen wir uns sehr, wenn wir am Freitag, den 24. Oktober 2008 ab 14.00 Uhr auf der Station viele interessierte Landwirte begrüßen dürfen.

Bericht und Fotos: Dr. Maus

horizontal rule

Zuchtleiterbericht von den
Hinterwälder-Züchterversammlungen 2007/2008

< PDF-Datei - zum Öffnen hier anklicken >

Fotos von den Züchterversammlungen

Dr. Maus

Zuchtleiterbericht von den
Vorderwälder-Züchterversammlungen 2007/2008

< PDF-Datei - zum Öffnen hier anklicken >

Fotos von den Züchterversammlungen

Dr. Maus

Erfreulicher Zuwachs bei den „Hinterwäldern“

Bei der Jahresmitgliederversammlung des Hinterwälder-Zuchtvereins am 23. Februar 2008 in der „Eiche“ in Utzenfeld  konnte der Vorsitzende Hubert Schätzle über einen erfreulichen  Mitgliederzuwachs vor allem im Bereich der HW- Mutterkuhbetriebe berichten. 

Die mit 75 Personen bestens besuchte Versammlung bot viel  Informatives, denn neben den alljährlichen Berichten  und Regularien der Vorstandschaft  konnte im Anschluss daran  Zuchtleiter Dr. Franz Maus sieben Betriebe, welche in der Milchleistung einen Stalldurchschnitt von über 4000 kg aufweisen, mit den begehrten RBW- Stallplaketten ehren. Es waren dies in der Reihenfolge die Betriebe  Klaus Wetzel, Utzenfeld, Helmut Dietsche, Münstertal, Thomas Kiefer, Pfaffenberg, Manfred Kuttler, Raich, Siegfried Wasmer, Bernau, Klaus Kiefer, Aitern und Fridolin Wiesler, Münstertal.


Die Vorstandschaft der Vereins (von rechts) Konrad Klingele, Fridolin Wiesler, Siegfried Wasmer,
der Vorsitzende Hubert Schätzle und Zuchtleiter Dr. Franz Maus

Ebenfalls mit Stallplaketten konnte der Zuchtleiter anschließend 17  Kühe mit hohen Lebensleistungen (über 30.000 kg Milch) ehren. Die höchste Leistung erzielte dabei die bekannte Altkuh Goldi aus dem Betrieb Hubert Schätzle aus Todtnau- Präg, welche es bei 13 Kalbungen  auf über 54.000 kg. Milch bei 4.058 kg Fett- und Eiweißmenge brachte und derzeit kurz vor der Geburt des 14. Kalbes steht. Ihr folgt die Kuh Flecki aus dem Betrieb Arnold Schelb, Münstertal, danach die bekannte Gabi vom Betrieb Helmut Dietsche, Münstertal, an vierter Stelle die Liesa von Benedikt Schmid, Raich und an fünfter Stelle steht die Walli aus dem Betrieb Martin Pfefferle, Aitern-Rollsbach.


Sie ist jetzt Champion, die Bentochter Goldi mit über 54.000 kg Lebensleistung.
Das Bild mit Felix Schätzle ist von der Schau 2005 aufgenommen, wo sie Miss Hinterwälder wurde

Anschließend berichtete Leistungsinspektorin Michaela Reinhart in ihrem Bericht über das abgelaufene MLP-Jahr  aufgrund der teilweise ungünstigen Witterung über einen leichten Leistungsrückgang gegenüber dem Vorjahr bei den ganzjährig geprüften HW-Kühen von 76 kg Milch.

Aber trotz allem konnte sie  vier Züchter für  sechs Kühe beglückwünschen, welche im Jahr 2007 mehr als  5.000 kg Milch bei über 400 kg Fett- und Eiweißmenge gaben: Es waren dies die Kühe Fortuna und Gemsi aus dem Betrieb Helmut Dietsche und die Ola aus dem Betrieb Fridolin Wiesler, beide aus dem Münstertal, die Lara von Thomas Kiefer, Zell- Pfaffenberg  und die beiden Kühe Daniela und Dachsi  aus dem  Betrieb Klaus Wetzel aus Utzenfeld.

Zuchtleiter Dr. Maus konnte anschließend in seinem Bericht  zum einen  über die guten Wiegeergebnisse bei den HW- Absetzern und zum anderen über gute bis sehr gute Ausschachtungsergebnisse der HW-Bullen berichten. Ein Schwerpunkt waren die Maße der 31 Zuchtbullen auf den Körungen in Schönau, denn der Hinterwälder soll nicht größer, aber auch nicht kleiner werden. Mit 118,2 cm im Alter von 14 ½ Monaten entsprechen die Werte den langjährigen Mittel.


Ein Blick in den gut besuchten Saal der Eiche in Utzenfeld

Die Blutliniensituation  bei den Hinterwäldern  konnte durch die Hereinnahme der beiden Besamungsbullen „Siltben“ und „Napbär“,  welche sowohl für die Milchvieh- als auch für die Mutterkuhbetriebe als geeignet erscheinen, verbessert werden. Hier darf man auf die Nachzucht der beiden gespannt sein.

Zum Thema Marktgeschehen berichtete Alfred  Preiser von der RBW über den guten Absatz und die ungebrochene Nachfrage nach weiblichen Tieren zu guten Preisen. Dagegen  lässt der Absatz von Bullen hauptsächlich beim Herbstmarkt in Schönau sehr zu wünschen übrig, unter anderem auch, weil die Bullenhaltungen in den Gemeinden weiter rückläufig sind.

Sehr interessant  und informativ war der Bericht über die Blauzungenkrankheit und deren Behandlung sowie über die MD/BVD- Erkrankung durch Herrn Dr. Albrecht Schwarzmeier von Rindergesundheitsdienst in Freiburg. Die diesjährige Schau am 26. und 27. April 2008 in Utzenfeld war ein weiterer Tagesordnungspunkt der Versammlung.

Konrad Klingele, Schriftführer des Hinterwälderzuchtvereins, Fotos: Dr. Maus

HW Zuchtbulle aus dem Ursprungsgebiet in den Süden Frankreichs

Nachdem  Martin Behringer, der Pionier der Hinterwäldermutterkuhhaltung zwischen 2000 und 2003 mit einem Teil seiner Hinterwälderherde von Utzenfeld nach Cubieres  in das Zentralmassiv nach Frankreich ausgewandert ist, hat er zum ersten Mal im Ursprungsgebiet der Hinterwälder zur Blutauffrischung einen schönen Deckbullen bei Joachim Wasmer in Bernau gekauft.


Martin Behringer mit dem Neuankömmling in Cubieres in Südfrankreich

Bisher hat er jährlich aus der eigenen Nachzucht einen Deckbullen nachgezogen und eingesetzt. Mit Naxler auf der Vater- und Singler auf der Mutterseite hat er die passende Linie für seine aus 23 Kühen und 11 Rinder bestehende Herde gefunden. Wichtig war auch, dass der Bulle zahm und umgänglich ist, was bei dem Burschen sehr gut der Fall ist. Die Formalitäten gestalteten sich wegen der Blauzungenkrankheit etwas schwierig, trotzdem verlief der Transport dann überraschend gut und zügig und „Naxsis“ hat ihn gut überstanden und er lebt sich seit Mitte Januar 2008 in seiner neuen Umgebung ein.

Dr. Maus

Werner Gut gewinnt mit Jersey- mal Hinterwälderfleisch
in Neuseeland Fleischqualitätswettbewerb

Werner Gut aus Neuseeland bewarb sich mit 240 anderen Teilnehmern um den Sieg im Rindfleischqualitätswettbewerb, der dieses Jahr zum fünften Mal von der Vermarktungsorganisation "Lamb and Beef" durchgeführt wurde. Es geht um das zarteste und geschmacksvollste Lendenwirbelsteak, das Sirloin Steak, ein Fleischstück mit Knochen, das aus dem flachen Roastbeef geschnitten wird. Dieser Wettbewerb ist der einzige im Lande und hat eine große Bedeutung hinsichtlich der eingesetzten Vatertierrassen in der Mutterkuhhaltung und für die Kreuzungszucht in den Holstein- und Jerseymilchviehherden. Der Wettbewerb ist in vier Kategorien ausgeschrieben: Das beste Fleisch von europäischen Fleischrinderrassen, von britischen Fleischrinderrassen, von Kreuzungsrassen und die vierte Kategorie besteht aus Fleisch von Metzgereien und Anbietern aus dem Groß- und Einzelhandel. Zum Schluss wird ein Gesamtsieger gekürt.


Von diesem Hinterwälder mal Jerseyochsen stammte
das Fleisch, dass in der Kategorie Kreuzungen den
ersten Platz belegte

Der Verlauf ist recht umfangreich: Zunächst wird nach dreiwöchiger Vakuumlagerung die Zartheit, die Marmorierung, der Bratverlust und der pH- Wert an der Universität in Christchurch erfasst. Der Scherkraftwert des 18 Monate alten Ochsen als Zartheitsmaß lag bei guten 4,37 kg, zum Vergleich, die 11 Hinterwälderbullen von Aulendorf erreichten 4,73 kg. Aufgrund dieser Messwerte und von Geschmackstests von 10 Chefköchen und von Besuchern von Supermärkten kamen von den 240 Proben 37 in das Halbfinale, wovon acht aus der Kategorie Fleisch von Kreuzungen stammten. Diese wurden von den Chefköchen weiter getestet und zum Finalwettbewerb wurden je vier Proben pro Kategorie ausgewählt, und …… Werner Guts Steak war unter den letzten vier dabei !

Dieses Finale fand im Novhotel in Palmerston North vor 240 geladenen Gästen, Journalisten und natürlich den Beschickern der Finalproben statt. Vier berühmte Neuseeländer nahmen die Bewertung der gleichbehandelten Fleischproben vor, und ….. Werner Guts Steak vom Hinterwälder mal Jerseyochsen gewann den Wettbewerb vor dem Fleisch einer Limousin mal Jerseykreuzung, dritter wurde das Fleisch einer Piemontesekreuzung. Erst beim Gesamtsieg musste sich Werner Gut geschlagen geben, es siegte Angusfleisch.

Aufgrund des Sieges war und ist Werner Gut ein stark gefragter Mann in Sachen Hinterwälder. Geduldig gibt er Auskunft über die Rasse und über seine Zielsetzung, die er mit der Rasse Hinterwälder verfolgt: Er will den Jerseybetrieben mit dem Hinterwälderbullen einen Kreuzungspartner anbieten, den sie zur Steigerung der Fleischfülle einsetzen können; denn es störte ihn seit langem, dass Reinzuchtbullenkälber zu Tierfutter verarbeitet werden, weil sie nicht mastfähig sind. Zum anderen war er von Anfang an überzeugt, dass die Fleischqualität der Kreuzungsprodukte hervorragend sein muss, weil die Feinfasrigkeit auch in der Jerseyrasse verankert ist. Aus seinen Besuchen im Schwarzwald bei den Hinterwälderzüchtern wusste er um die Leichtkalbigkeit der Hinterwälderrasse, die für die Anpaarung an Jersey wichtig ist.

Sein Gedanke mit der Fleischqualität ist voll aufgegangen, er hat das Jerseykreuzungsfleisch der bekannten Fleischrassen Limousin, Piemontese und Angus hinter sich gelassen. Auch seine Söhne, – Werner Gut ist 78 Jahre alt - die seine Gedanken sehr skeptisch verfolgten, zollen ihm nun Respekt. Große Hoffnungen auf eine Weiterentwicklung seiner Idee setzt Werner Gut auf seinen Enkel Daniel. Werner Gut hat die Hinterwälder über Sperma in seine Fleckviehherde eingekreuzt und besitzt in der Zwischenzeit Tiere mit 7/8 Hinterwälderanteil. Er und seine Söhne sind die einzigen, die in Neuseeland mit Fleckvieh melken und dazu hin besitzen sie Fleckvieh in der Mutterkuhhaltung, aus der heraus sie schon einen guten Namen als Bullenlieferanten für die Rein- und Kreuzungszucht haben. Mit Fleckviehsperma hat sich Werner Gut jahrzehntelang in der Steiermark eingedeckt, das Hinterwäldersperma stammt logischerweise von der Besamungsstation Herbertingen.


Das glückliche Ehepaar Gut bei der Siegerehrung
im Novhotel in Palmerston North

Man darf gespannt sein, ob der Fleischqualitätssieg die Nachfrage nach der Hinterwälderrasse in Neuseeland ankurbeln wird. Etliche Presseartikel haben die Hinterwälder mit zum Thema gehabt. Sicher ist, dass der Sieg in der Kreuzungskategorie über die Fleischrassen Angus, Limousin und Piemontese ein weiterer Meilenstein sind, was die Fleischqualität der Hinterwälderrasse anbelangt.

Dr. Maus

horizontal rule

Besamungsstation Marktredwitz-Wölsau unterwegs im HW-Gebiet

Die Belegschaft, Vorstandschaft und der Aufsichtrat der Besamungsstation Marktredwitz-Wölsau war unter anderem unterwegs im Hinterwäldergebiet.

Auf der Fahrt zu Benedikt Schmid nach Raich-Oberhäusern waren die Teilnehmer beeindruckt vor der Steilheit der Gegend, die sie aus ihrem Gebiet, in dem überwiegend mit Fleckvieh gearbeitet wird, nicht kennen. Vor seiner über 40 köpfigen Hinterwälderherde erläuterte Benedikt Schmidt seinen Betrieb und seine Wirtschaftsweise: 70 ha Grünland, Anbindestall mit Melkstand, 3.050 kg Milch bei 3,43 % Eiweiß in den letzten beiden MLP-Jahren ohne Kraftfuttereinsatz (als Lockfutter für den Melkstand werden 1/2 kg Kleie pro Kuh und Tag verabreicht), Gewinnsteigerung nach Buchführung um 1/3 durch den Kraftfutterverzicht, Deckbulle, Mast von 5 bis 6 Ochsen pro Jahr für die Direktvermarktung.

Herr Schmidt betonte, dass er durch die Beweidung seit Jahren keine Klauenpflege mehr machen muß und dass der Tierarzt nur etwa 5 mal pro Jahr auf seinen Betrieb kommt. Ein weiterer Vorzug seiner Rasse, die Langlebigkeit der Tiere, ist auch auf seinem Betrieb gegeben, denn seine Kühe haben im Durchschnitt 5,2 Laktationen erreicht.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der Kleinheit der Rasse, den weidetüchtigen aufmerksamen Hinterwäldertieren mit ihrem feinen Knochenbau.

Auf dem Bild zu sehen ist links mit Hut Benedikt Schmidt mit seinen Söhnen und in der Mitte mit Brille der Geschäftsführer, Dr. Knut Springmann, der übrigens ein gebürtiger Rheinfelder ist und in Zürich Tiermedizin studiert hat."

Dr. Maus

horizontal rule

Drei Vorderwälderkuhkälber
in den Westerwald als zukünftiges Kuhgespann

Übers Internet hatte Thomas Menges aus Helferskirchen im Westerwald die Schwarzwaldrasse Vorderwälder als rotgefärbte Viehrasse kennengelernt. "Unsere Kühe sahen früher so ähnlich aus und deswegen will ich 3 Kuhkälber dieser Rasse ankaufen", erläuterte er am Telefon. Noch interessanter wurde die Geschichte, als Herr Menges erklärte, dass er mit diesen Kälbern später einmal im Gespann fahren will.

Neue Heimat Helferskirchen im Westerwald Die neuen Besitzer : Stefan Menges mit Kuhkalb "Emma",
Manuel Müller mit "Ella", Thomas Menges mit "Ronja" und
der Ortsbürgermeister von Helferskirchen Klaus Hardy

Der Unterzeichner erklärte, dass wir selbstverständlich etwas arrangieren können und dass es am besten sei, wenn wir auf dem monatlich am 1. Donnerstag in der Donauhalle Donaueschingen stattfindenden Viehmarkt drei passende Kälber aussuchen und ankaufen. So ist es dann am 1.2.2007 geschehen, es waren drei herrliche Kuhkälber da, die über Kaufauftrag ersteigert wurden. Weil Herr Menges erst tags darauf die Kälber abholen konnte, erklärte sich Vorderwälderzüchter Klaus Duffner aus Haslach (rechts auf dem Bild) bereit, die Kälber solange in Obhut zu nehmen.

Jetzt sind wir mal gespannt, was aus der Geschichte weiter wird, ob die Tiere sich ans Gespann gewöhnen, aber das dauert bekanntermaßen noch eine Weile. Im Übrigen will Herr Menges die Kühe in der Mutterkuhhaltung nutzen.

So sehen die DREI heute (10/2007) aus:


Emma, sowie Ella und Ronja im "Gleichklang" werden von Pfarrer Fuhrmann gesegnet


Bereits die Kleinsten haben hautnahen Kontakt zu den Tieren.
Hier Schwester und Patenkind.

Dr. Maus

horizontal rule

Drillinge bei den Vorderwäldern

Am 15. April 2006 hat die Kuh Sahne, eine Roberttochter vom Vorderwälderzuchtbetrieb Konrad Hermann aus Gütenbach bei ihrer dritten Abkalbung gesunde und vitale Drillinge, zwei Mädchen und einen Jungen zur Welt gebracht. Dies kommt recht selten vor, die wesentlich häufiger anfallenden Zwillingsgeburten gibt es in 2,4 % aller Geburten.

Auf dem Bild waren die Kälber erst 19 Tage alt, man sieht, dass die hübschen Kälber bestens entwickelt sind. Bekanntermaßen werden die Mehrlingsgeburten gerne über die weibliche Seite weitervererbt, so auch in diesem Fall: sieben der insgesamt 27 Geburten über fünf Generationen waren Mehrlingsgeburten, wobei dieses Mal erstmals Drillinge geboren wurden. Dass die Mutter diesen Stress gut durchstanden hat, ist auf dem Bild gut zu sehen.

Vater der Tiere ist der Vorderwäldertestbulle Karmark. Von den beiden weiblichen Kälbern wird eine Blutprobe an das GeneControl Institut nach München- Grub geschickt, denn es besteht bei ungleichgeschlechtlichen Mehrlingen eine immerhin fünf bis zehnprozentige Chance, dass die Kuhkälber fruchtbar sind.


Auf dem Bild links steht Konrad Hermann, rechts seine Frau Angelika.

Dr. Maus

Zuchtleiterbericht von den
Hinterwälder-Züchterversammlungen 2006

< PDF-Datei - zum Öffnen hier anklicken >

Dr. Maus

Zuchtleiterbericht von den
Vorderwälder-Züchterversammlungen 2006

< PDF-Datei - zum Öffnen hier anklicken >

Dr. Maus

Werner Gut aus Neuseeland zum 6. Mal
im Hinterwäldergebiet

Demnächst werden die ersten Kälber Jersey mal 75 % igem Hinterwälderbullen geboren

Bereits zum 6. Mal seit 1999 besuchte im Juli 2005 der Neuseeländer Exilschweizer Werner Gut das Hinterwäldergebiet, um seine Kenntnisse über diese Rasse zu vertiefen. Er hat auf seiner Fleckviehmutterkuhherde Hinterwäldersamen zuerst von Arida, dann von Hummel und zuletzt von Benforal und Siltben eingesetzt.


Werner Gut im Fachgespräch mit (von rechts) Dr. Otto Kötteritzsch, Theresa Gut,
Thomas Spiegelhalter und Markus Köpfer in Bernau (Foto Dr. Maus)

Momentan tragen zwei ¾ blütige Hinterwälderkalbinnen von Benforal, so dass in Kürze die ersten 7/8 Hinterwäldertiere zur Welt kommen. Desweiteren deckt ein ¾ blütiger Hinterwälderbulle eine Herde von 28 Jerseykalbinnen.


Eine von Benforal tragende 75 % igen Arida mal Hummeltochter
von Werner Gut in Neuseeland (Foto Werner Gut)

Das ist auch das langfristige Ziel von Werner Gut, mit Hinterwälderbullen den männlichen Jerseykälbern einen Fleischwert zu "verpassen", denn die sind bis jetzt "nichts" wert. Die bekannte Leichtkalbigkeit und die gute Fleischqualität der Hinterwälder tun ein übriges für diese Entwicklung.


Werner Gut beim Fotografieren eines Marktaspiranten für den Hinterwälder-
Herbstmarkt von Manfred Schelshorn in Bernau (Foto Dr. Maus)

Werner Gut berichtete, dass in Neuseeland jedes Jahr im Mai/Juni ein zentraler Fleischrinderbullenmarkt in Palmerston North stattfindet, der eine Woche lang dauert. Bei diesem Zentralmarkt für die Fleischrinderzüchter findet ein vielbeachteter Steakverkostungswettbewerb mit den verschiedenen Rassen statt. Das Ergebnis dieses Wettbewerbs beeinflusse natürlich auch die Auswahl der angebotenen Rassen. Anno 2007 wird Werner Gut Steakproben aus den oben erwähnten Anpaarungen mit Jersey bei diesem Wettbewerb anbieten, dann wird man sehen... Erste sehr positive Erfahrungen mit der Fleischqualität gibt es bereits von Kreuzungstieren Arida mal Jersey.

Dieses Jahr besuchten wir den Betrieb Manfred Schelshorn in Bernau. Hier war Werner Gut von der Frühreife der Bullen beeindruckt, denn von einem 11 monatigen Deckbullen waren die ersten Kühe tragend.


Frau Schelshorn Ehepaar Theresa und Werner Gut, Dr. Otto Kötteritzsch und Koni
Uhlmann vor der altehrwüdigen Kulisse des Hofes von Familie Schelshorn in
Bernau-Dorf (Foto Dr. Maus)

Nebenbei wurde er in die "Körkommission" berufen, denn besagter Bursche wurde mit zweimal 7 in Bemuskelung und Äußerer Erscheinung gekört. Danach wurden die prächtigen Siltbenabsetzer und die Mutterkuhherde von der Köpfer- Spiegelhalter GbR in Bernau inspiziert sowie der dort deckende hornlose Hinterwälderbulle "Naxtus". Zum Abschluss ging es zu Hubert Schätzle nach Todtnau- Präg, wo der Siegerbulle der Hinterwälderschau, "Labflort" mit seiner sehr guten Bemuskelung in Augenschein genommen wurde.

Dr. Maus

FERBA-Arbeitstagung in Donaueschingen

Link zur FERBA-Homepage

.
Erstmals seit Bestehen der FERBA (Europäische Föderation der Rinderrassen des Alpinen Systems) im Jahre 1992 trafen sich die Mitglieder in Deutschland zu ihrer Vollversammlung in Donaueschingen. Als Einstieg wurde eine DVD mit der Präsentation der Bergrinderrassen der Mitgliedsverbände beim Weideabtriebsfest im letzten Jahr in Aosta vorgestellt und Mehrfertigungen allen Teilnehmern überlassen. Diese Präsentation der Rassen wurde von allen begrüßt und ein besonderer Dank erging an Dr. Vevey, Geschäftsführer der FERBA, für die Organisation sowie an die Region Aosta, die sämtliche Transportkosten übernommen hatte.


Diese Kuh aus der Herde von Klaus Riesle (rechts) aus Gütenbach gefiel
Abondance- Zuchtleiter Dr. Thierry Curdy (links) und Züchter Clavel (2. von rechts)
am besten. Mit auf dem Bild Vorderwälderrasseausschussvor-sitzender Konrad
Schwär aus St. Peter (Foto: Wolf Brodauf)

Von Deutschland boten wir uns an, im Rahmen des Rossfestes in St. Märgen oder anlässlich eines Kreiserntedankfestes im Schwarzwald- Baar- Kreis eine Wiederholung der Präsentation mit Tieren zu organisieren. Anschließend ging es um Formalien wie Rechnungsprüfung und Vorbereitung der Vorstandswahlen. Vor dem Abendessen wurde die Hinterwäldermutterkuhherde des Hauses Fürstenberg beim Schlosspark besichtigt. Es konnte die Frohwüchsigkeit der Absetzer sowie die rassetypischen Eigenschaften Kleinheit im Wuchs und feiner Knochenbau eindrucksvoll demonstriert werden. Nach einer Stadtführung klang der Abend mit Fachgesprächen in freundschaftlicher Runde aus.


Die Teilnehmer der FERBA bei der Besichtigung der Hinterwäldermutterkuhherde
des Hauses Fürstenberg neben dem Schlosspark in Donaueschingen (Foto: Wolf Brodauf)

Am 2. Tag wurde die Vollversammlung durch Präsident Augusto Chatel eröffnet. Die erstellten Broschüren in den drei Sprachen Italienisch, Französisch und Deutsch wurden verteilt. Sie sind im Internet veröffentlicht unter www.rind-bw.de. In ihnen sind die wichtigsten Ereignisse des Vorjahres, sowie die Beschlüsse, Änderungen und Vorhaben im aktuellen Jahr festgehalten. Nach der Entlastung von Vorstandschaft und Geschäftsführung wurden auf Vorschlag von Gottfried Hainz (Grigio Alpina) die Mandate der Mitglieder in der Vorstandschaft einstimmig um ein Jahr verlängert.


Fototermin zum Abschluss des Treffens im Gasthaus Hirschen in Donaueschingen. In der Mitte
Präsident Augusto Chatel, rechts daneben GF Dr. Mario Vevey und Ehrenmitglied
Helmut Agostini (Foto: Wolf Brodauf)

Ein Teil der Mitglieder berichtete über positive Reaktionen auf das Manifest von der letzten Versammlung. Auch dieses kann unter www.rind-bw.de nachgelesen werden. Es wurde aber auch herausgestellt, dass es momentan sehr schwierig ist, weitere Förderungen für die Bergrinderrassen auf EU- Ebene zu erzielen. Um die Strukturen und Organisationsformen in Zucht, Besamung, Vermarktung und Herdbuchführung der einzelnen Rasseverbände zusammenzustellen, wurde eine Arbeitsgruppe beauftragt.

Insgesamt war das Treffen ein weiterer Meilenstein zum intensiveren Kennenlernen und zur Verfolgung gemeinsamer Ziele in der Weiterentwicklung der Erhaltung und der Werbung für die besonderen Bergrinderrassen. Die nächstjährige Versammlung wird von den Züchtern der Rendena-Rasse in Trient organisiert. Nach dem gemeinsamen Mittagessen besichtigten die Abondance- Rassevertreter auf dem Rückweg die Vorderwälderherde von Klaus Riesle in Gütenbach, manche blieben noch einen Tag zum Kennenlernen der schönen südwestdeutschen Landschaft und die übrigen fuhren wieder in die Alpen.

>> Das Manifest der letzten Vollversammlung von 2004 (1 - 2 - 3) <<

Dr. Maus

.

Hinterwälder in Neuseeland
von Werner Gut, Kaponga, Taranaki, Neuseeland

Ich wurde gefragt, ob ich einen Artikel schreiben könnte, welcher erklärt, wieso ich denke, dass die Hinterwälder Rasse einen Platz haben könnte in der Viehzucht im Lande der langen weißen Wolke, also mit anderen Worten in Neuseeland.

Zuerst muss ich sagen, dass ich bis jetzt der einzige Hinterwälderzüchter in Neuseeland bin und ich genug Schwierigkeiten habe, meine Söhne zu überzeugen, die Hinterwälderzucht ernst zu nehmen. Da ich ja schon über 75- jährig bin, ist es doch notwendig, mit der ganzen Sache schnell Fortschritte zu machen; denn in absehbarer Zeit werden einmal andere Viehzüchter damit weiter machen müssen, ich hoffe sehr einer oder zwei meiner Söhne, wir werden sehen.

Am Anfang kommt der Aufbau einer reinrassigen Herde, so dass man damit reinrassige Zuchtbullen produzieren kann. Wir haben bereits zwei 3/4 Hinterwälderkalbinnen, welche wir schon besamt haben, um 7/8 blütige Hinterwälder zu bekommen. Ein schnellerer Weg wäre die Einfuhr von Embryonen oder Kalbinnen gewesen, beides, vor allem letzteres, wäre teuer geworden.

Ich wollte auch zuerst an den F1- Tieren sehen, wie sie sich bewähren auf unseren reicheren Grasstandorten, wir fanden damit keine Probleme. Dazu kommt, dass wir anfangs nur Tiere hatten vom Bullen "Arida", der zweite Stier war "Hummel", ich denke mir, dass es auch Unterschiede geben müsste zwischen individuellen Hinterwälderstieren. Nun haben wir noch  Samen von zwei neuen Stieren, "Benforal" und "Siltben", so dass die ganze Sache jetzt interessanter wird.

Wir sind von Haus aus Fleckviehzüchter, und zwar in Neuseeland als einzige auch in der Milchviehproduktion, so dass wir auf von dieser Basis kreuzen.

Wenn wir gute nahezu reinrassige Kalbinnen haben, könnten wir auch mit diesen Embryonen produzieren, um schneller eine Zuchtherde aufzubauen. Das kann alles in der Zukunft geschehen. 


Beide Fotos: 75%-ige Töchter (Hummel aus Arida-Mutter)

In Neuseeland haben wir viele Jerseys, welche erstklassige Milchkühe sind. Die nicht für die Nachzucht gebrauchten Kälber sind jedoch sehr wenig wert, da nicht viel Fleisch an den Knochen hängt, obwohl das Jerseybeef sehr schmackhaft ist. Diese Kälber werden mit 4 Tagen für einen Pfifferling zum Schlachten verkauft, oder, wenn sie ganz klein sind, einfach getötet. Es hat mich immer aufgeregt, dass eine Kuh ein Kalb über 9 Monate trägt, und dass dann davon nichts produziert wird. Wenn man Kuhkälber will, gibt es natürlich auch Bullenkälber. Bis man den Samen sexen kann, wird das immer so bleiben.

Die meisten Farmer mit Jerseys haben separate Herden von Aufzuchtrindern, die mit Jerseybullen im Alter von 15 Monaten im Natursprung gedeckt werden. Mein Ansatz ist es, ob man diese Betriebe überzeugen kann, einen Hinterwälderbullen einzusetzen, der den Kälbern einen Fleischwert gäbe, ohne dass man Angst haben müsste, Schwergeburten zu bekommen, da beide Rassen etwa gleich groß und die Hinterwälder bekannt für leichte Geburten sind. Natürlich wären Hinterwälderbullen auch günstig für 15- monatige Kalbinnen anderer Rassen.  

Dass diese Jersey- Hinterwälder- Kreuzungstiere ein ganz erstklassiges Fleisch liefern, haben wir im Jahre 2004 schon bestätigt bekommen: Ein Nachbar mit einer großen Jerseyherde kaufte mir vor drei Jahren ein paar Dosen Hinterwälder Samen ab, setzte sie ein und die entstandenen Kreuzungstiere wurden mit 18 Monaten geschlachtet. Die Kommentare über die Qualität des Fleisches bewiesen, was wir immer dachten, es sei ein ganz erstklassiges Fleisch gewesen. Der Nachbar wird mehr Samen wollen, da bin ich mir sicher. 

Nun muss ich noch erklären, dass mir vor etlichen Jahren Herr Dr. Kötteritzsch ein Büchlein gab, welches er schrieb, über die Hinterwälderrasse. Hätte er mir das nicht geschenkt, hätte ich wohl nie zu hören bekommen von der edlen Hinterwälderrasse, das wäre sehr schade gewesen. Seitdem kommen wir jedes Jahr und reisen herum mit Dr. Kötteritzsch und Dr. Maus und sehen ein paar Herden, haben etliche Diskussionen, so dass wir auch bald Experten über die Hinterwälderzucht sein werden.

Goethe wurde berühmt für seine literarischen Werke, Johann Strauss für seine Musik, vielleicht werde ich einmal ein klein wenig berühmt für die Einführung der Hinterwälder in Neuseeland.......

Werner Gut, Kaponga, Neuseeland

Wälderzüchter in Aosta bei
Kuhkämpfen und Weideabtriebsfest

FERBA- Vollversammlung tagte

Alle 2 Jahre finden in Aosta in Norditalien ein Weideabtriebsfest und die Endausscheidungen der Kuhkämpfe der Rinderrasse Valdostana statt. Daran gekoppelt wurde die Vollversammlung der FERBA sowie eine Demonstration der 11 Mitgliedsrassen beim Umzug durch die Stadt mit Besprechung vor dem Rathaus vor Tausenden von Zuschauern. Diese Gelegenheit nutzen die Wälderzüchter zu einem zweitägigen Ausflug.


Die Vorderwälderkalbinnen im dichten Gedränge der Altstadt von Aosta
Foto: H. Brodauf


Die Wälderteilnehmer nach dem Umzug durch Aosta. Foto: Dr. Maus

Für uns völlig ungewohnt sind die Kuhkämpfe der schwarzen Valdostaner Rasse. Die Kühe verhalten sich gegeneinander so kämpferisch wie spanische Bullen, viele Kühe hatten sich schon am Anbindeplatz bis zu einem halben Meter eingebuddelt. In drei Gewichtskategorien kämpft jeweils eine Kuh mit einer anderen, bis eine aufgibt. Manche Kämpfe dauerten über eine halbe Stunde und häufig siegte nicht die am Anfang als sichere Siegerin aussehende Kuh. Manche Kämpfe waren beim ersten Angriff entschieden. Man spürte, dass oft die Nervenstärke ausschlaggebend ist. Erstaunlich war, dass trotz der starken Hörner nur ab und zu leichte Schrammen zu sehen waren, weil die Tiere im Regelfall Kopf gegen Kopf kämpfen. Das andere Erstaunliche ist die gutmütige Art der Kühe den Menschen gegenüber.


Kuh beim "Einbuddeln" am Standplatz. Foto: H. Brodauf


Zwei kämpfende Kühe mit Alpenpanorama im Hintergrund. Foto: H. Brodauf


Kampf zweier Kühe. Foto: H. Brodauf

Am zweiten Tag wurde im Zentrum von Aosta das Weideabtriebsfest gefeiert. Dabei nutzte die FERBA die Gelegenheit, Ihre 11 Mitgliedsrassen in einem gesonderten Zug zu präsentieren. Bis auf die Vogesenrinder waren alle präsent, bei den Wäldern waren es zwei Vorder- und drei Hinterwälderkalbinnen. Im Anschluß daran wurden die "Kampfkühe" und die gescheckten Milchkühe der Rasse Valdostana durch die Stadt getrieben, ein Ereignis, dass wir uns in einer deutschen Stadt absolut nicht vorstellen können.

In der Vollversammlung wurde über ein Manifest zur Erhaltung der Bergrinderrassen beraten mit dem Tenor: "Gegen die Ungerechtigkeit der Gleichbehandlung trotz unterschiedlicher Ausgangsbedingungen". Als konkrete Punkte wurde die Reduzierung des Tieralters von 36 auf 30 Monate bei Exporterstattungen als ungerecht für die Bergrinderrassen gerügt, weil durch die Sommerbeweidung des Jungviehs viele Exporttiere über diese Grenze kommen.


Die Teilnehmer der FERBA- Vollversammlung, 2. von links Herr Konrad Schwär
aus St. Peter als Wälderviehvertreter. Foto: Dr. Maus

Angesprochen wurde die stärkere Unterstützung für Schauen. Hier war interessant zu hören, dass in Südtirol und in Aosta über eine EU- anerkannte Rechtgrundlage bis zu 70 % der Schauaufwendungen erstattet werden können. Die Verknüpfung von Rasse und Produkt wurde als ein entscheidendes Kriterium für das Überleben der Bergrinderrassen herausgestellt.

 

Dr. Maus

Werner Gut aus Neuseeland wiederum auf
Tour im Hinterwäldergebiet

Auch dieses Jahr besuchte der Neuseeland- Schweizer Werner Gut Betriebe im Hinterwäldergebiet, um seine Eindrücke über die Rasse weiter zu vertiefen. Sein Anliegen ist es, in Neuseeland ein Hinterwälderbullenangebot zur Gebrauchskreuzung vor allem an Jerseybetriebe zu machen, damit die männlichen Tiere dieser Rasse mastfähig werden. Bekannt ist er schon als Anbieter von Fleckviehbullen für die Gebrauchskreuzung auf Holsteinkühe. Er hat die ersten weiblichen 75 % igen Hinterwälderkreuzungen auf Fleckviehbasis. Für diese hat er Samen der beiden neu in den Besamungseinsatz genommenen Hinterwälderbullen Benforal und Siltben nach Neuseeland exportiert. Seine Idee mit den Hinterwälder auf Jersey basiert auf den leichten Geburtsverläufen der Hinterwälderrasse, des bekanntermaßen feinfaserigen Fleisches und der fleckviehähnlichen Bemuskelung der männlichen Tiere bei intensiver Ausmast.


Werner Gut mit Frau (rechts) bei der Besichtigung der Mutterkuhherde
der Köpfer- Spiegelhalter GbR in Bernau.

Dr. Maus

Österreichische Rinderzüchter
unterwegs im Schwarzwald

Drei interessante Betriebsbesuche auf dem Programm

Rinderzüchter aus Waidhofen an der Ybbs im österreichischen Mostviertel unternahmen eine viertägige Fahrt in den Schwarzwald und ins Elsass. Dabei stand auch die Viehzucht im Gebiet auf dem Programm. Am Anreisetag wurde der Vorderwälderzuchtbetrieb Paul Buchholz in Mühlenbach aufgesucht. Der Betrieb Buchholz ist ein typischer Betrieb im Westschwarzwald, in der Höhenlage kein Problem (zwischen 230 und 700 m über NN), aber mit starken Hangneigungen: 36 % der Fläche weisen mehr als 35 % Hangneigung auf und 40 % der Fläche liegen im Bereich von 25 bis 35 %. Mit einer Leistung von 6.610 kg Milch und 3,48 % Eiweiß mit Portionsweide ohne Silomais beeindruckte der Betrieb die Gäste. Hier passen sie hin, die mittelrahmigen Vorderwälderkühe, die übrigens über den Sommer immer schöne Glocken anhaben. Paul Buchholz stellte mit der Idefixtochter Fixi die Miss Haslach bei der Schau im Frühjahr 2004. Typisch ist auch das Ferienwohnungsangebot, 190 Belegungstage entsprechen einer guten Auslastung, ebenso die Kleinbrennerei mit 300 Liter Alkohol. Etwas Besonderes ist die Mitgliedschaft im Bullenhaltungsring Mühlenbach, 3 Testbullen stehen auf Betrieben verteilt; etwa die Hälfte der weiblichen Tiere werden von ihnen gedeckt, die andere Hälfte wird besamt. Interessant ist auch die 50 %- ige Beschäftigung der Betriebsleitergattin außerhalb der Landwirtschaft.


Nach 12 stündiger Fahrt mit Hefezopf und Druckmost auf
dem Betrieb Paul Buchholz in Mühlenbach

Am 2. Tag war der Schwarzbuntzuchtbetrieb Ingrid und Willi Epting in Königsfeld- Erdmannsweiler Startpunkt. In der Ostrandzone des Schwarzwaldes ist Acker- und Silomaisanbau möglich und die Flächen sind relativ eben und damit gut zu bewirtschaften. Der Betrieb Epting hat einen Namen in der Scharzbuntzucht, so ist Frau Epting Mitglied im Rasseausschuß, eine versierte Preisrichterin und aus dem Betrieb stammen die aktuellen Vererber Ferrara und Arkas. Hier waren die Besucher beeindruckt vom tollen Tierkomfort und von den hervorragenden, sehr gut konditionierten Tieren, die 9.735 kg Milch mit 3,47 % Eiweiß im Jahre 2003 lieferten. Interessiert lauschten die Besucher den Ausführungen von Frau Epting zu Ihrem Betrieb, zu Zucht- und Managementfragen sowie zur Eigenbestandsbesamung, was in Österreich noch wenig verbreitet ist und von den Tierärzten teilweise nicht gerne gesehen wird. Die Kühe werden mit einer TMR gefüttert, die auf 31,6 kg Milch nach NEL und 33,0 kg Milch nach Eiweiß ausgelegt ist. Im Sommer erhalten die Kühe 2 Stunden Auslauf.


Gespannte Zuhörer bei den Ausführungen von Frau Epting in Erdmannsweiler

Anschließend ging es nach Furtwangen ins Linachtal zum Betrieb Klausmann. Hier spielt die Höhenlage eine entscheidende Rolle, die Grünlandflächen liegen zwischen 850 und 1000 m über NN. Aufgrund der reichlichen Flächenausstattung hat sich der Betrieb auf biologische Wirtschaftsweise (Bioland) umgestellt, wie übrigens alle Milchlieferanten in Linach. Mit der Leistung von 5.759 kg Milch mit 3,26 % Eiweiß bei seiner Vorderwälderherde ist der Betriebsleiter Markus Klausmann zufrieden, es passt zu seinem Betrieb mit starkem Waldanteil. Er erwähnte die zusätzlichen Nebenleistungen wie Kälber- und Schlachtvieherlöse. Hier waren interessant der im Eindachhof eingebaute Laufstall für Kühe und die Rinder. Des weiteren konnte eine modifizierte Form der Kurzrasenweide gezeigt werden, eine Weideform, welche die österreichischen Züchter noch nicht kannten. Auch an der Milchviehherde vom Betrieb Klausmann konnte man auf der Weide die Wichtigkeit von mittleren Maßen und Gewichten im Zuchtziel der Rasse Vorderwälder gut demonstrieren und sehen.


Herr Klausmann bei der Vorstellung seines Betriebes in Furtwangen- Linach


Der Vorsitzende des Viehzuchtvereins, Herr Franz Ritt bei
der Geschenkübergabe an das Ehepaar Klausmann

Zum Abschluß gab es Rindsgulasch vom Wälderochsen im Michelhof, was sehr gut ankam und dieses Wälderochsenprojekt wieder etwas bekannter machte. Ortsvorsteher Erich Straub stellte dabei den Ortsteil, seine Struktur und Entwicklung interessant dar. Mit vielen Eindrücken von den drei Betrieben ging die Reise weiter zu den touristischen Attraktionen von Schwarzwald und Elsass.

Dr. Maus

.

Hinterwälderfamilie vom Hause
Fürstenberg jetzt vollständig

Das Haus Fürstenberg hat seine Hinterwälderfamilie mit dem bekannten Deck- und Besamungsbullen Benforal vervollständigt. Aufmerksam geworden war Fürst zu Fürstenberg über den Zeitungsbericht zur Auswahl von Benforal zum Europachampion bei der 4. Europäischen Fleischrinderschau im fränkischen Schönbronn. Er gefiel ihm so gut, dass er sich entschloss, Benforal von Michael Birk zu erwerben, nachdem Birks Hinterwälderherde auf der Mundelfinger Viehweide von Benforal guter Hoffnung sind. Der Bulle besticht durch seine gute Fleischfülle, ein sehr wichtiges Kriterium in der Mutterkuhhaltung. Nachdem bei einem Essen von Hinterwälderkalbfleisch in allen Variationen die bekannte Zartheit des Fleisches voll überzeugt hat, bietet das Haus zu Fürstenberg Hinterwälderfleisch - natürlich noch nicht aus seiner Herde, sondern von anderen Hinterwälderzuchtbetrieben auf Bestellung an.


"Prachtbursche Benforal mit Michael Birk aus Hüfingen und Fürst
zu Fürstenberg bei der Übergabe"


"Benforal muß sich erst den nötigen Respekt verschaffen..."

Bericht und Fotos: Dr. Maus

horizontal rule

Fürstenhaus zu Fürstenberg gründet
eine Hinterwäldermutterkuhherde

Kürzlich startete das Fürstenpaar zu Fürstenberg eine Ankaufstour für 7 Hinterwälderkalbinnen ins Zuchtgebiet südlich des Feldberges. In der Zwischenzeit sind die Tiere wohlbehalten in Donaueschingen gelandet und grasen gelassen und friedlich auf den Feldern westlich der B 27.

Es waren 2 Gründe ausschlaggebend für die Anschaffung der Hinterwälderrinder: Zum einen werden die Tiere im Sommerhalbjahr die Freiflächen in den fürstenbergischen Waldungen offen halten. Diese Offenhaltung ist gesetzlich vorgeschrieben und wurde bisher von ortsansässigen Landwirten durchgeführt. Durch die Aufgabe der Landwirtschaft entstand vielerorts ein Vakuum, so dass die geforderte Offenhaltung schwierig wurde. Die Verwertung des Gras-aufwuchses über den Rindermagen ist die sinnvollste Möglichkeit. Und da es sich oftmals um Steilflächen handelt, fiel die Wahl des Fürstenhauses auf die leichten und damit bergtauglichen Hinterwälder. Im Winterhalbjahr werden die Tiere gemeinsam mit der Araberherde in Donaueschingen gehalten.

Der zweite Grund ist die hervorragende Qualität des Hinterwälderfleisches. Durch die wissenschaftlich belegte feine Faserung ist das Fleisch besonders zart, nach dem Motto: Woran erkennt man Hinterwälderfleisch? Man benötigt nach dem Essen keinen Zahnstocher.... Dadurch können bei Festanlässen kulinarische Delikatessen angeboten oder bei der bereits bestehenden Wildbretvermarktung Hinterwälderfleisch mit ins Sortiment genommen werden. Nebenbei leistet das Fürstenhaus durch die Haltung und Züchtung der Hinterwälderrasse einen Beitrag zur Erhaltung der Rasse.


Begeistert von der Landschaft und den Hinterwäldern: Das Fürstenpaar zu
Fürstenberg beim Ankauf mit Ernst Senn (rechts), Seniorchef des Hinterwälder-
betriebes in Neuenweg- Hinterheubronn.
Links hinten der dritthöchste Schwarzwaldberg, der Belchen


Auswahl einer Kalbin durch das Fürstenehepaar mit Frau Kiefer in Zell-Pfaffenberg


Die sieben Hinterwälder neugierig in ihrer neuen Umgebung


"Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste..." - Erste Kontakte mit den Arabern

Bericht und Fotos: Dr. Maus

.

Nach 26 Jahren Wechsel im Vorsitz

Interessante Züchterversammlung bei den Hinterwäldern

Bei der diesjährigen Hinterwälderzüchterversammlung wurde Hubert Schätzle aus Todtnau- Präg mit einstimmiger Wahl zum Nachfolger von Adolf Dietsche aus dem Münstertal gewählt, der 26 Jahre lang die Geschicke des Vereins sehr erfolgreich geleitet hat. Herr Adolf Dietsche verstand es gut, die Hinterwälderzüchter zu einer eingeschworenen Truppe zusammen zu schweißen und sein züchterischer und landwirtschaftlicher Sachverstand ist beeindruckend. Franz Käppeler als Vorstandsmitglied bedankte sich bei Herrn Dietsche für seine jahrzehntelange Führungsposition im Namen der Rinderunion mit einem Weingeschenkkorb, nach dem Motto: "Rotwein ist für alte Knaben eine der ganz besonderen Gaben". Der Zuchtverein wird Adolf Dietsche in einer gesonderten Veranstaltung verabschieden.


Wechsel nach 26 Jahren: Links Herr Adolf Dietsche aus dem Münstertal,
rechts der neue Vorsitzende Hubert Schätzle aus Todtnau-Präg


Herr Franz Käppeler bei der Geschenkübergabe an Adolf Dietsche:
"Rotwein ist für alte Knaben eine der ganz besonderen Gaben"

Die Versammlung war trotz einer am gleichen Tag stattfindenden Exkursion für Fleischrinderhalter mit 61 Teilnehmern gut besucht. Drei Teilnehmer aus der Schweiz und Gerold Wein und Hans Frick aus der Zuchtinsel Nordschwarzwald gaben der Veranstaltung eine grenzüberschreitende Komponente. 6 Betriebe erhielten eine Auszeichnung für über 4000 kg Stalldurchschnitt, angeführt von Johann Kiefer aus Aitern, der über 4500 kg erreichte, gefolgt von Helmut Senn aus Neuenweg- Hinterheubronn, Siegfried Wasmer aus Bernau, Friedolin Wiesler, Veronika Dietsche und Arnold Schelb alle aus dem oberen Münstertal. Für 22 Kühe aus 12 Betrieben wurden Plaketten für das Erreichen von 30.000 kg Lebensleistung vergeben, Benedikt Schmidt aus Raich hatte beachtenswerter Weise 4, Fridolin Wiesler und Arnold Schelb, beides Münstertäler, jeweils 3 Kühe. Intensive Diskussionen ergaben sich nach dem Vortrag von Frau Diethild Wanke von der Uni Kassel, die eindeutig die Chancen der Hinterwälder in extensiven Weidesystemen herausstellte, weil sie durch Ihre Genügsamkeit und Leichtigkeit bestens dafür geeignet seien. Gerold Wein bestätigte diese Aussage aufgrund seiner Erfahrungen im Nordschwarzwald u.a. auf dem Schliffkopf. Adolf Rombach brachte es auf den Punkt: "Was nützen die Rassenvorzüge, wenn durch Haltungsbeschränkungen im Biobereich (keine Anbindung mehr ab 2010) in Kleinbetrieben die Stalltüren zugemacht werden". Eine alte Idee ist die rassespezifische Vermarktung von Hinterwälderfleisch, das sich ja bekanntlich durch seine Zartheit von großrahmigen Rassen abhebt. Gerold Wein berichtete, dass er schon über 250 Tiere aus dem Zuchtgebiet und im letzten Jahr 72 Tiere vermarktet hat. Er behauptete, dass er den Absatz in 1 bis 2 Jahren verdoppeln könnte, wenn er eine Anschubfinanzierung für die Vermarktung in Anspruch nehmen könnte. Zum Mittagessen gab es .... natürlich Hinterwäldersteak und - braten, ein Hochgenuß, Zahnstocher wurden nicht benötigt...


Die beste Leistungskuh "Gabi" (aufgenommen   beim Besuch von Werner Gut aus
Neuseeland); Foto: Dr. Maus

Im Zuchtleiterbericht wurden die Besamungsbullen erläutert, Spitze in Milch ist Benbär, neu mit Töchterleistungen Hummel. Die Größenentwicklung der Marktbullen ist über die Jahre konstant, sicher wichtig, damit die Hinterwälder nicht größer, aber auch nicht kleiner werden. Beeindruckend sind die Abgangsursachen, wo sich die Hinterwälderkühe im Verkauf zur Zucht (34,6 zu 6,8 %), hohes Alter (29,3 zu 6,7 %), Unfruchtbarkeit (11,8, zu 23,7) und Abgang wegen Beinwerksproblemen (0,4 zu 8,6%) deutlich positiv von den anderen Rassen abheben. Die Hinterwälderkuh ist mit 7,1 Jahren 1,9 Jahre älter als alle Rassen Baden- Württembergs, was zum Teil den etwas hohen Zellgehalt erklärt. Zur Linienauffrischung werden die ersten Fablersöhne auf die Märkte kommen, mit Siltben soll die S- Linie in die Besamung genommen werden. Werner Gut aus Neuseeland will wieder Sperma ausführen, um seine 75 %igen Arida- mal Hummeltöchter weiter aufzukreuzen. Mit Benforal denken wir den passenden anbieten zu können.

RBW- Rassebetreuer Herr Preiser lobte die Hinterwälder für Ihren Einsatz in der Vermarktung, denn keine andere Rasse erzielte einen solch hohen Umsatz auf die Bestandskühe bezogen. Er stellte weitere Nachfrage in Aussicht. Wichtig ist, dass die Tiere führig sein müssen, damit die Käufer ihre Freude an den Tieren haben.

Leistungsinspektor Herr Bach stellte in seiner Milchleistungsübersicht über die Jahre fest, dass im Hinterwäldergebiet einfach die Witterungseinflüsse eine größere Rolle spielen als in besseren Standorten. Er präsentierte die besten Kühe in der Jahres- und Dauerleistung:

Kühe mit der höchsten Jahresleistung 2003

Name Vater Milch kg Fett % Eiw. % F + E kg Besitzer
Gabi Älpler 5.369 4,19 3,63 420 Veronika Dietsche, Münstertal
Fricka Folder 5.176 4,12 3,50 394 Siegfried Wasmer, Bernau
Sterni Fokler 5.163 4,03 3,58 393 Klaus Wetzel, Utzenfeld
Laura Ben 4.786 4,78 3,38 391 Thomas Kiefer, Zell- Pfaffenberg

Die besten Dauerleistungskühe

Susi Faller 62.483 4,33 3,71 5029 Johann Kiefer, Aitern
Wilma Silder 61.172 3,58 3,23 4170 Johann Kiefer, Aitern
Wanda Fakir 52.500 4,21 3,52 4065 Martin Pfefferle, Aitern-Rollsbach
Sterni Sirius 50.698 3,97 3,29 3683 Georg Gutmann, Münstertal

Dr. Maus

.
.
FERBA-Arbeitstagung in Innsbruck
.
Anbindehaltung mit Weidegang auch artgerecht - Diskriminierung dieser Haltungsform gefährdet die kleinen Rassen.
Link zur FERBA-Homepage
.
Beim diesjährige Arbeitstreffen der elf Mitglieder der Europäischen Förderation der Bergrinderrassen (FERBA) wurden zum einen die Tätigkeiten der einzelnen Rassen dargestellt und diskutiert. Dazu wurde eine dreisprachige Broschüre verfasst, in der die Schwerpunkte der züchterischen Arbeit, der Vermarktung und der mittelfristigen Ziele erläutert wurden.

Interessant ist dabei festzustellen, dass immer wieder die Verknüpfung von Rasse, Landschaft, Produkt und Tourismus ein wichtiger Ansatz zur Stabilität der Rassen angesehen wird. Aus Wälderseite wurden die Initiativen Urlaub auf dem Bauernhof mit Wäldervieh und das Vorderwälderochsenprogramm angesprochen, beim Tiroler Grauvieh wird eine Schokolade nur aus Grauviehmilch hergestellt. Etabliert ist bei den französischen Rassen Tarentaise und Abondance die Spezialkäseproduktion, genauso bei der italienischen Rasse Rendena. Auch von geführten Wanderungen auf Almen, die sehr gut ankommen, wurde berichtet. Interessant war zu hören von einem Mastitisbekämpfungsprogramm bei der Valdostaner Rasse, eine EU anerkannte regionale Maßnahme mit 800 EUR Zuschuß bei Schlachtung von Mastitiskühen.

Am zweiten Tag wurde das Problem erötert, dass die Diskriminierung der Anbindehaltung für die Mitgliedsrassen mit ihren im Regelfall kleinen Tierbeständen kritisch gesehen werden muß. Neben der unwirtschaflichen Umstellung auf Laufstallhaltung wurde auch der Aspekt einer notwendigen Enthornung angesprochen. Denn dies ist bei vielen Rassen untypisch für das Äußere Erscheinungsbild. Man beschloß daher nach intensiver Diskussion, ein Manifest an die EU zu verfassen, in dem auf diese Sachverhalte hingewiesen wird. Ein Aufhänger ist die Langlebigkeit und Fruchtbarkeit der beteiligten Rassen in diesem Haltungssystem. Eine vernünftige Anbindehaltung gekoppelt mit Weidegang im Sommer sollte als artgerecht eingestuft und damit auch langfristig förderungswürdig angesehen werden.

.

Dr. Maus

.
Besuch von Werner Gut aus Neuseeland
.
Werner Gut aus Neuseeland besuchte wiederum das Hinterwäldergebiet. Auf dem Bild ist er mit seiner Frau zu sehen mit dem Hinterwälderzuchtvereinsvorsitzenden Adolf Dietsche aus dem Münstertal und Herrn Dr. Otto Kötteritzsch aus Radolfszell, dem Tierzuchtbeamten a.D., der die Verbindung von Werner Gut zu den Hinterwäldern hergestellt hat. Nicht zu vergessen die Kuh Gabi im Vordergrund, die bei der letztjährigen Schau in Utzenfeld Altsiegerin geworden ist und sich mit dem 7. Kalb tragend hervorragend präsentiert.

Werner Gut erwartet demnächst Hummelkälber aus Aridatöchtern, so dass der Hinterwälderanteil auf 75 % steigt. Seine Strategie verfolgt das Ziel, den Jerseyhaltern in Neuseeland ein Hinterwälderbullenangebot zur Steigerung des Fleischerlöses bei leichtem Geburtsverlauf anbieten zu können. Er brachte Schlachthofergebnisse mit, die eine hervorragende Ausschlachtung von Aridasöhnen (59,14 %) im Vergleich zu reinen Fleckviehbullen (57%) zeigten. Im Jahre 2005 benötigt Werner Gut Sperma eines weiteren Hinterwälders, um die Hummeltöchter damit anpaaren zu können.

.
Hinterwälder nach Neuseeland

Werner Gut, hier im Bild mit seiner Frau Theresa, mit Michael Birk aus Hüfingen-Mundelfingen und mit dem Hinterwälderbesamungsbullen Hummel, führt wiederum Hinterwäldersperma nach Neuseeland ein, damit seine Hinterwälder- Arida-Fleckviehkreuzungsrinder mit Hummel besamt werden können. Damit soll ein Bullenangebot zur Kreuzung mit reinen Milchrassen gemacht werden, um die verlorene Fleischigkeit wiederzugewinnen bei Beibehaltung eines unproblematischen Geburtsverlaufes. Werner Gut ist aus der Schweiz nach Neuseeland ausgewandert und hält Fleckvieh in Mutter- und als einziger Neuseeländer in Milchviehhaltung. Er hat sich einen Namen verschafft als Anbieter von Bullen für die Kreuzungszucht zur Rindfleischerzeugung

Dr. Maus

 

  Copyright © 1998-2010 RBW
Ölkofer Strasse 41 · 88518 Herbertingen
  Tel. 07586 / 9206-0, Fax: 5304
E-Mail:
Info@Rind-BW.de
 
      Website-Entwicklung:
M. Proissl (RBW) -
Proissl@rind-bw.de