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Präsentation
Bio-Wälderochsen
- Qualitätsrindfleisch -
Nach jahrelanger
Vorarbeit konnten am 19. Oktober 2002 in Furtwangen- Linach Wälderochsen live erlebt und
deren Fleisch beim Verkosten genossen werden. Der Leiter des Amtes für Landwirtschaft,
Landschafts- und Bodenkultur Donaueschingen, Herr Walter Maier konnte eine Reihe von
Multiplikatoren begrüßen, unter anderen den 1. Landesbeamten des Schwarzwald- Baar-
Kreises, H. Joachim Gwinner, den Vorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverbandes
(DEHOGA) Villingen-Schwenningen, Herrn Müller sowie Vertreter politischer und
verbandlicher Gremien.
Zu Beginn
stellte das Ehepaar Braun ihren Betrieb und ihre Wälderochsen vor. Sie haben sich schon
lange als Betriebszweig mit der Ochsenmast und deren Vermarktung beschäftigt. In der
Zwischenzeit haben sie sich im "Bioring der Schwarzwaldbauern" organisiert,
deren Vorsitzender Heinz Hettich aus Königsfeld-Burgberg diese Vereinigung vorstellte: 20
Betriebe mit anerkannt ökologischer Wirtschaftsweise haben sich bisher angeschlossen, man
ist offen für weitere Betriebe. Ochsenfleisch vom Wäldervieh hat eine lange Tradition
als anerkannt bestes Rindfleisch. Durch die Festlegung auf Vorderwälder ist man nicht
austauschbar, es ist ein echtes regionales Produkt, das auch regional über Metzger und
Gastronomiebetriebe vermarktet werden soll. Die Konzentration auf "Bio"
schließt an diese Tradition an und dient als Qualitätssicherung. Man ist bestrebt, das
Angebot schrittweise zu steigern. Interessenten als Landwirte zum Mitmachen und als
Nachfrager für Ochsenfleisch melden sich bitte bei Herrn Hettich, Tel. 07725- 3933.
Der 1. Landesbeamte, H. Gwinner sprach von einer
"Steilvorlage für die Gastwirte, die nur noch ins Tor schießen müssten." Es
profitierten davon fünf Beteiligte: Landwirtschaft und Gastronomie, die
Fremdenverkehrsgäste, die einheimische Bevölkerung und der Schwarzwald.
Nach Besichtigung der Ochsenherde (siehe Foto)
und der Vorstellung der Initiative im Gemeindehaus Furtwangen- Linach wurde Ochsenbrust
von Wälderochsen kredenzt, das allen Teilnehmern hervorragend mundete. |

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Dr. Maus |
Versuch bestätigt
hervorragende Fleischqualität
von Fleckvieh und Vorderwäldern
- Vorderwälderbullen enorm leistungsstark
- |
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Dr. Landfried, Lehr- und
Versuchsanstalt für Viehhaltung Neumühle, Rheinland- Pfalz
Dr. Augustini, Bundesanstalt für Fleischforschung, Kulmbach
Dr. Maus, Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur, Referat Tierzucht,
Donaueschingen |
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Über die Fleischqualität der
Schwarzwälder Rinderrasse Vorderwälder lagen bisher keine wissenschaftlichen
Untersuchungsergebnisse vor; allerdings war immer wieder von Metzgern in der Region zu
hören, dass das Vorderwälderfleisch rassetypisch feinfaserig sei. Um darüber erstmals
verlässliche Ergebnisse zu gewinnen, wurden Vorderwälderbullen und als Kontroll- bzw.
Vergleichstiere Fleckviehbullen im Rahmen einer Intensivmast ausgemästet und die
erhobenen Daten der Mast- und Schlachtleistung sowie der Fleischqualität
gegenübergestellt.
Die Auswahl der Versuchstiere war etwas
unterschiedlich: Die Vorderwälderkälber wurden an zwei Kälbermärkten der Rinderunion
Baden- Württemberg in Donaueschingen als beste aus dem Marktangebot angekauft, die
Fleckviehkälber dagegen als Durchschnittsqualitäten von einem Viehhändler geliefert. An
der Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Neumühle wurden die Bullen während der
Mastperiode in Gruppenbuchten mit jeweils 5 Tieren auf Spaltenboden gehalten. Die
Futterration setzte sich zusammen aus 55,5 % Preßschnitzelsilage, 33,5 % Grassilage, 5,5
% Heu und 5,5 % Kraftfutter und wurde ad libitum als Totalmischration angeboten. Das
Kraftfutter bestand aus 83 % Gerste, 10 % Rapsextraktionsschrot, 2 % Sojaöl und 5 %
Mineralfutter (Magnaphoskal). |
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Mastleistung und
Schlachtkörperqualität
Zur Auswertung kamen 16 Bullenkälber der
Rasse Vorderwälder und 14 der Rasse Fleckvieh. Das Schlachtalter der Vorderwälder Bullen
lag bei 16,4 und das der Fleckviehbullen bei 17,1 Monaten. In der Lebenstageszunahme
unterschieden sich beide Gruppen auf überraschende Weise: Die Vorderwälder nahmen
täglich durchschnittlich 30 g mehr zu (Tab.1). Entsprechendes gilt für die Tageszunahmen
während der Mast. Sie dokumentieren mit 1298 g bei den Vorderwäldern und 1257 g bei
Fleckvieh eine hohe Mastintensität und bestätigen gleichzeitig, dass die Vorderwälder
in der Mastkapazität sehr leistungsstark sind. Das bessere Abschneiden der Vorderwälder
hängt vermutlich mit dem etwas höheren Einstallgewicht und mit der unterschiedlichen
Auswahl der Bullenkälber zusammen, denn wenn man die Kördaten Baden- Württembergs
betrachtet, besteht eine Rassendifferenz von 100 g Zunahmen pro Tag zugunsten des
Fleckviehs. Die Mastergebnisse sind aber ein Hinweis auf vorhandene individuell bedingte
Streuungen, die jede Rasse aufweist und die beim Auswählen genutzt werden können. |
Tabelle 1: Mastleistung und
Schlachtkörperqualität
| Merkmal |
Vorderwälder |
Fleckvieh |
| Schlachtalter, Monate |
16,4 |
17,1 |
| Lebendgewicht, kg |
604 |
622 |
| Lebenstageszunahme, g |
1146 |
1116 |
| Masttage, Tage |
466 |
498 |
| Masttageszunahme, g |
1298 |
1257 |
| Schlachtgewicht, kg |
328 |
341 |
| Schlachtausbeute, %1) |
54,3 |
54,8 |
| Nettozunahme, g |
661 |
660 |
| Muskelfläche des M. l. d., cm2 |
61,1 b |
73,1 a |
| Fleischigkeitsklasse, EUROP2) |
3,69 |
3,36 |
| Fettgewebeklasse, 1 - 5 |
2,69 |
2,64 |
1)Ermittelt ohne Nüchterungsabzug 2) E = 1; U = 2; R = 3;
O = 4; P = 5 |
| . |
In der Klassifizierung schnitten die
Vorderwälder in der Fleischigkeit etwas ungünstiger ab als die Fleckviehbullen, was
allerdings statistisch nicht gesichert war. In direkter Übereinstimmung mit der
unterschiedlichen Bewertung der Schlachtkörper stand die Größe der
Rückenmuskelfläche, ermittelt am Anschnitt zwischen 8. und 9. Rippe. In diesem Merkmal
waren die Fleckviehbullen den Vorderwäldern hoch signifikant überlegen.
Die Schlachtkörper beider Rassen zeigten
eine gewünschte mittlere Verfettung.
In der Schlachtausbeute unterschieden sich
beide Herkünfte nur wenig. Sie lag bei Fleckvieh mit 54,8 % etwas höher als bei den
Vorderwäldern mit 54,3 %. Die Schlachtausbeute war damit bei beiden Rassen relativ
niedrig, allerdings wurde kein Nüchterungsabzug (normalerweise 5% des Lebendgewichts)
vorgenommen.
Fleischqualität
Zur Untersuchung der Fleischqualität, auf
die das Hauptaugenmerk des Versuches gerichtet war, wurde nach der Kühlung die Hochrippe
(9.-11. Rippe) aus der rechten Schlachthälfte entnommen und zur Bundesanstalt für
Fleischforschung nach Kulmbach verbracht.
Zunächst lässt sich festhalten, dass
beide Rassen gut abschnitten, denn sie bewegten sich in der Bewertungsskala der
Fleischqualität im oberen Bereich des für Jungbullen üblichen Rahmens. Allerdings waren
keine statistisch gesicherten Unterschiede zwischen dem Fleckvieh- und
Vorderwälderbullenfleisch zu verzeichnen.
Die einzelnen Merkmale
Bei der chemischen Zusammensetzung des
Muskelfleisches ist der intramuskuläre Fettgehalt ein wichtiges Leitmerkmal, denn mit
steigendem Fettgehalt verbessert sich innerhalb eines bestimmten Bereiches die sensorische
Bewertung des Fleisches. Der von der Centralen Marketing Gesellschaft der Deutschen
Agrarwirtschaft (CMA) empfohlene Richtwert von 2,5 % Fett im Muskelfleisch wurde bei
Fleckvieh im Mittelwert erreicht; die Vorderwälder lagen mit durchschnittlich 2,2 % etwas
niedriger (Tab. 2). Bei Fleckvieh wurden in 57 % und bei den Vorderwäldern in 43 % der
Fälle der erwünschte Fettgehalt von > 2,5 % erreicht.
Die Fleischfarbe (Helligkeit L*) bewegte
sich bei beiden Rassen im erwünschten Bereich (Tab. 2). In keiner Probe wurde der CMA -
Richtwert von < 34 unterschritten. Das Fleisch zeigte eine kirschrote Farbe und rötete
nach dem Aufschneiden und der Sauerstoffexposition rasch auf.
Trotz des relativ hohen Anteils an Grassilage in der
Fütterung von 33,5 % zeigte das Auflagefett keine unerwünschte Gelbfärbung.
Bei End-pH-Wert, Reifungsverlust und Grillverlust fallen
die Unterschiede zwischen den Rassen ebenfalls nicht ins Gewicht, wenn man zwei
Fleckviehbullen mit DFD - Veränderungen (hohe End - pH - Werte), die auf Stress vor der
Schlachtung schließen lassen, nicht berücksichtigt. Die End - pH - Werte lagen bei
beiden Rassen bei pH 5,6 und damit im erwünschten Bereich. Der Reifungsverlust von etwa
einem Prozent nach 12tägiger Lagerung des Fleisches unter leichtem Vakuum ist als niedrig
anzusehen, aber für Rindfleisch normal. Unter den gegebenen Grill- bedingungen liegt der
Grillverlust von etwas mehr als 22 % ebenfalls für beide Rassen im Normalbereich für
Rindfleisch. |
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Tabelle 2: Fleischqualität
Merkmal |
Vorderwälder |
Fleckvieh |
CMA-
Richtwerte |
Intramuskuläres
Fett, % |
2,16 |
2,46 |
>=2,5 |
Fleischfarbe |
38,8 |
40,2 |
>=
34 |
End-pH-Wert |
5,56 |
5,56 |
5,5 |
Grillverlust, % |
22,62 |
22,69 |
|
Scherkraft, kg |
5,26 |
5,30 |
<
4,0 |
Lösliches
Kollagen, % |
21,47 |
19,34 |
|
| Muskelfaserfläche, m m² |
2284 |
2191 |
|
Marmorierung,
Punkte * |
1,72 |
2,14 |
|
Textur, Punkte * |
3,88 |
3,21 |
|
Zartheit, Punkte * |
4,15 |
4,14 |
>
3,0 |
Saftigkeit, Punkte
* |
3,94 |
3,60 |
>
3,0 |
Aroma, Punkte * |
3,85 |
3,82 |
>
3,0 |
* Note 6 = bester Wert |
| . |
Der Scherkraftwert wird als objektives
Kriterium zur Erfassung der Zartheit herangezogen (Scherkraft = maximale Kraft, die zum
Durchtrennen einer Grillprobe erforderlich ist). Für eine optimale Zartheit von
Rindfleisch sind Scherkraftwerte von £ 4,0 kg anzusetzen. Dieser Wert wurde von beiden
Rassen meist überschritten und lag im Durchschnitt bei 5,26 (Vorderwälder) bzw. 5,30
(Fleckvieh). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass bei Jungbullen im Gegensatz zu
Färsen und Ochsen die Optimalwerte für zartes Fleisch nur schwer zu erreichen sind. Die
Hinterwälderbullen erzielten bei einem im Jahre 1999 durchgeführten Versuch 4,73 kg.
Wesentlich mitverantwortlich für die Zartheit ist die
Löslichkeit des kollagenen Bindegewebes. Bei beiden Rassen lag, bedingt durch das frühe
Schlachtalter der Tiere, die Löslichkeit relativ hoch, die Vorderwälder schnitten
tendenziell besser ab (Tab. 2). Damit waren von dieser Seite die Voraussetzungen für eine
gute Bewertung der Zartheit gegeben.
Die Größe der Muskelfaserflächen war für Jungbullen
vergleichsweise sehr gering, stimmte aber bei beiden Rassen weitgehend überein.
Auch in der subjektiven Bewertung von Marmorierung,
Konsistenz und Textur des Fleisches waren die Unterschiede zwischen den beiden
Rassengruppen statistisch nicht gesichert. Entsprechend des höheren Fettgehaltes war auch
die Marmorierung im Hochrippenanschnitt bei den Fleckviehbullen etwas stärker
ausgeprägt. Die Festigkeit des Fleisches lag mit durchschnittlich 3 Punkten (1= extrem
weich; 6 = extrem fest) bei beiden Rassen im erwünschten Bereich. Die Textur des
Fleisches war bei den Vorderwäldern etwas geschlossener. Es zeigten sich kaum sichtbare
Bindegewebseinlagerungen.
In der sensorischen Bewertung der Merkmale
Zartheit, Saftigkeit und Aroma schnitten beide Rassen gut ab. Für alle Merkmale wurden
nahezu 4 Punkte vergeben. Allerdings gab es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen
Tieren. Besonders hervorzuheben ist die gute Bewertung der Zartheit, dem wichtigsten
sensorischen Merkmal bei Rindfleisch.
Im Gegensatz zu den geringen Unterschieden
zwischen den Rassen in der Bewertung von Zartheit und Aroma, war der Unterschied in der
Bewertung der Saftigkeit zu Gunsten der Vorderwälder deutlicher. Die Differenz zwischen
den Rassen war auf Grund der großen Streuung aber auch hier statistisch nicht zu sichern.
Schlussfolgerungen
Der Versuch belegt, dass die Vorderwälder
bei gezielter Auswahl der Tiere in der Mastleistung mit fast 1300 g täglichen Zunahmen
sehr leistungsstark sind. In den Merkmalen der Schlachtkörperqualität waren die
Vorderwälder den Fleckviehbullen in der Schlachtausbeute, in der Rückenmuskelfläche und
der Fleischigkeitsklasse erwartungsgemäß tendenziell unterlegen. Statistisch gesichert
allerdings waren die Unterschiede nur bei der Rückenmuskelfläche.
Das Hauptaugenmerk der Untersuchung
richtete sich auf die Fleischqualität. Hier wurden bei keinem Merkmal signifikante
Unterschiede zwischen den Rassen ermittelt. Beide Rassen schnitten vergleichsweise gut ab.
Hervorzuheben ist dies besonders für die sensorisch und gerätetechnisch erfasste
Zartheit, dem wichtigsten sensorischen Merkmal bei Rindfleisch. In der Tendenz war das
Vorderwälderfleisch in der Textur etwas geschlossener und saftiger, in der Marmorierung
schnitt das Fleckviehfleisch tendenziell etwas besser ab.
Das relativ frühe Schlachtalter führte
neben der positiven Wirkung auf die Zartheit auch zu erwünschten Farbwerten des Fleisches
und zu einer relativ hohen Löslichkeit des Bindegewebes.
Insgesamt zeigte der Versuch, dass
Vorderwälderbullen in der Mast- und Schlachtleistung bei gezielter Tierauswahl
fleckviehähnliche Ergebnisse erzielen können.
Die guten
Fleischqualitätsergebnisse ermöglichen eine Bewerbung unter dem Rassenamen Vorderwälder
im Direktabsatz oder in Vermarktungsprogrammen und leisten damit auch einen Beitrag zur
Erhaltung und Weiterentwicklung der Schwarzwälder Rinderrasse Vorderwälder. |
| . |

"Mit 1298 g täglichen Zunahmen pro Tag während der
Mastdauer sehr gute Werte".
Foto: Dr. Seibert

"Fleckviehbullen erwartungsgemäß etwas fleischbetonter
als die Vorderwälderbullen".
Foto: Dr. Seibert

"Ein durchschnittlicher Vorderwälderbulle: 604 kg
Endgewicht,
1124 g tägliche Lebenstageszunahmen, Fleischigkeitsklasse O".
Foto: Dr. Seibert

"Aufstallung der wüchsigen Vorderwälderbullenkälber
mit dem Leiter der LVAV Neumühle,
Dr. Karl Landfried". Foto: Dr. Maus

"Obax, ein Prüfbulle im Vorderwälderzuchtprogramm, der
die Fleischigkeit vorwärtsbringt,
bei der Körung mit der Note 8 in der Bemuskelung bewertet". Foto: Dr. Maus

Die Anschnittsfläche zwischen der 8. und 9. Hochrippe eines
Vorderwälder R3 Bullen:
Schön zu sehen die kirschrote Fleischfarbe und die gute Marmorierung. Foto: M.
Spindler |
Dr. Maus |
Mutterkuhhalter
beeindruckt von
Vorderwälder-Absetzer-Ergebnissen |
| . |
Vor ca. 35 Teilnehmern
erläuterte der Vorderwäldermutterkuhhalter und -Züchter Hubert Dorer aus Schollach
seine 9- jährigen Erfahrungen mit Vorderwäldern in Reinzucht. Für ihn sind die
Ergebnisse in Gewicht und Handelsklasse der Absetzer so gut, dass er den Vorteil der
eigenen weiblichen Nachzucht mitnehmen kann. Denn im Gespräch untereinander wurde immer
wieder die Milchergibigkeit der Wälderrassen gegenüber Fleischrassekreuzungskühen
hervorgehoben und bestätigt. Diese Milchergibigkeit ist der Garant für hohe Zunahmen und
das Ausschöpfen der Fleischigkeitsveranlagung. Dies konnte wiederum eindrücklich anhand
der diesjährigen Absetzerwiegungen unter Beweis gestellt werden. |
| . |
Wer
Vorderwäldermutterkühe braucht, am 7.11. sind auf dem Donaueschinger Zuchtviehmarkt
versuchsweise neben 9 Jungkühen auch 7 Kalbinnen aus einem Betrieb angemeldet. Die
Vorderwäldertiere kommen nach dem Fleckviehgroßvieh um ca. 12.00 Uhr unter den Hammer. |
| . |
Die Tabelle zeigt die
Daten. Dadurch, dass Hubert Dorer seine Kühe erst auf der Weide decken lässt, waren die
Absetzer relativ jung. Die Zunahmen der männlichen Tiere (1406 g) und die der weiblichen
(1211 g) lagen auf dem gewohnt hohen Niveau. Erstmals wurden die Kühe mitgewogen, die
Mütter der männlichen Absetzer kamen auf 606 kg, die der weiblichen auf über 650 kg.
Damit liegen sie im oberen Bereich des Zuchtziels, vererben allerdings auch die
vergleichsweise große Kapazität weiter. Interessanterweise hatte die mit 490 kg Gewicht
leichteste Kuh den besten Absetzer (Bild 1). Es ist das 12. Kalb, einfach beachtlich! Mit
im Schnitt über 5 Kalbungen beweist die Herde die wäldertypische und wirtschaftlich
bedeutsame Langlebigkeit. Wiederum bestätigte sich, dass ein fleischbetonter Bulle mit
genügend Wachstumskapazität die Effizienz der Mutterkuhhaltung wesentlich beeinflusst.
Der Vater der diesjährigen Nachkommen ist ein mittelrahmiger Gardiansohn mit Bestnote 9
in der Bemuskelung bei der Körung.
Die Tabelle zeigt
auch die ersten Ergebnisse des Betriebes Tritschler. Die 5 Bullenabsetzer waren gut 3
Monate älter, wogen 390 kg und errreichten damit 1291 g tägliche Zunahmen. Sie
schlachteten (ohne Nüchterungsabzug) mit 54 % aus und kamen alle in die geforderte
Handelsklasse R. Auch auf dem Betrieb Tritschler war der Vater Malzbrunn ein mit 9 in der
Bemuskelung bewerteter Deckbulle. |
| . |
Absetzerentwicklung
der VW- Herde von Familie Dorer, Schollach |
(Wiegung
am 18.10.2002) |
Entwicklung
der 8 männlichen Absetzer |
Jahrgang |
Anzahl |
Gew. |
Alter |
Zun. |
Bem. |
Kuhgewicht |
2002 |
8 männl. |
278 |
172 |
1406 |
6,9 |
606 |
2001 |
11 männl. |
277 |
196 |
1394 |
6,8 |
|
2000 |
11 männl. |
291 |
166 |
1542 |
6,7 |
|
1999 |
8 männl. |
364 |
223 |
1469 |
8,0 |
|
Vater
der Absetzer: Rama, Kördaten: B= 9, Gew: 628 kg mit 431 Lebenstagen,
Zunahmen: 1376g, FW: 104 |
Entwicklung
der 12 weiblichen Absetzer |
Jahrgang |
Anzahl |
Gew. |
Alter |
Zun. |
Bem. |
Kuhgewicht |
2002 |
12 weibl. |
252 |
178 |
1211 |
6 |
654 |
2001 |
10 weibl. |
261 |
207 |
1092 |
|
|
2000 |
8 weibl. |
284 |
193 |
1289 |
|
|
1999 |
10 weibl. |
331 |
231 |
1293 |
7,4 |
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Erste
Ergebnisse der VW- Herde von Familie Tritschler, T.-N.-Schwärzenbach |
Jahrgang |
Anzahl |
Gew. |
Alter |
Zun. |
Bem. |
Ausschl./HKL |
2002 |
5 männl. |
390 |
276 |
1291 |
7,1 |
54%/ 5 x R |
Vater
der Absetzer: Malzbrunn, Kördaten: B= 9, Gew: 410 kg mit 246 Lebenstagen,
Zunahmen: 1524g, FW: 102 |
|
| . |
Die Vermarktung der
Absetzer erfolgt zum einen über die EZG "Junges Weiderind", die ihre Produkte
über Edekamärkte absetzt. Voraussetzung ist eine anerkannt ökologische
Wirtschaftsweise, die Schlachtkörper dürfen im Alter und Gewicht bestimmte Grenzen nicht
unter- bzw. überschreiten und die Fleischigkeitsbewertung muss "R" erreichen.
Hubert Dorer belegte anhand einer vollständigen Aufstellung, dass bis auf 2 alle seine
Tiere diese Forderungen erfüllten. Ein Teil der Tiere wird direkt vermarktet.
Trotz der regnerischen Witterung wurde in
den nach dem Geschlecht der Absetzer geteilten Herden intensiv diskutiert. Zum Abschluss,
bei Kaffee und Kuchen im Trockenen, wurden viele Tipps und Erfahrungen ausgetauscht. Es
war für die Teilnehmer eine gelungene Veranstaltung, die das Landwirtschaftsamt Freiburg,
Außenstelle Neustadt, in Zusammenarbeit mit dem Tierzuchtreferat Donaueschingen angeboten
hatte. |
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Dr. Maus |
Die
Absetzerergebnisse 2002
bestätigen die Eignung der
Vorderwälder zur
Mutterkuhhaltung in Reinzucht |
| . |
Ergebnisse
der 11 Bullenabsetzer des Vorderwälder-
Mutterkuhhaltungszuchtbetrieb Martin Tritschler,
Ebenemooshof, Titisee-Neustadt im Jahre 2002 |
Nummer |
Geb. |
Wiege-und
Schlachttag |
Alter |
Lebend-
gew. |
Zun. |
Netto-
Zun. |
Schlacht-
gew. |
Ausschl. |
Hkl. |
|
Bem. |
12003734 |
06.09.2002 |
22.08.2002 |
350 |
|
|
678 |
237,3 |
|
R |
2 |
|
12003735 |
13.11.2001 |
18.09.2002 |
309 |
389 |
1146 |
692 |
213,8 |
54,96 |
R |
2 |
7,0 |
12003736 |
20.12.2001 |
18.09.2002 |
272 |
360 |
1195 |
730 |
198,6 |
55,17 |
R |
2 |
7,5 |
12003737 |
20.12.2001 |
18.09.2002 |
272 |
387 |
1294 |
739 |
201,0 |
51,94 |
R |
2 |
7,0 |
12003738 |
23.12.2001 |
18.09.2002 |
269 |
415 |
1413 |
855 |
230,0 |
55,42 |
R |
2 |
8,0 |
12258083 |
01.01.2002 |
18.09.2002 |
260 |
401 |
1408 |
808 |
210,2 |
52,42 |
R |
1 |
6,0 |
12258084 |
02.01.2002 |
07.11.2002 |
278 |
|
|
760 |
211,4 |
|
R |
2 |
|
12258085 |
05.01.2002 |
07.11.2002 |
275 |
|
|
743 |
204,4 |
|
R |
1 |
|
12258091 |
04.02.2002 |
07.11.2002 |
245 |
|
|
958 |
234,8 |
|
R |
2 |
|
12258093 |
08.02.2002 |
07.11.2002 |
241 |
|
|
817 |
196,8 |
|
R |
2 |
|
12258094 |
14.02.2002 |
07.11.2002 |
235 |
|
|
869 |
204,2 |
|
R |
2 |
|
Summe |
|
|
1382 |
1952 |
6455 |
8650 |
2343 |
269,91 |
|
|
35,5 |
Durchschnitt |
|
|
276 |
390 |
1291 |
786 |
213,0 |
53,98 |
|
|
7,1 |
Vater der
Tiere (ohne 12003734): Malzbrunn DE 0811372831 (siehe Foto),
Absetzerdaten mit 246 Tagen: 410 kg, 1524 g tgl. ZN, B= 9,
bei 23 Geburten nur eine Schwergeburt |
|
| . |

Deckbulle "Malzbrunn"
(rechts im Bild). Links der Beste mit 1518 g tägliche Zunahmen
und Bemuskelung 7,5 Punkte.



Lebensnummer: DE 0008/12003738

Lebensnummer: DE 0008/12258093 |
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