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Präsentation Bio-Wälderochsen
- Qualitätsrindfleisch -

Nach jahrelanger Vorarbeit konnten am 19. Oktober 2002 in Furtwangen- Linach Wälderochsen live erlebt und deren Fleisch beim Verkosten genossen werden. Der Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur Donaueschingen, Herr Walter Maier konnte eine Reihe von Multiplikatoren begrüßen, unter anderen den 1. Landesbeamten des Schwarzwald- Baar- Kreises, H. Joachim Gwinner, den Vorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Villingen-Schwenningen, Herrn Müller sowie Vertreter politischer und verbandlicher Gremien.

Zu Beginn stellte das Ehepaar Braun ihren Betrieb und ihre Wälderochsen vor. Sie haben sich schon lange als Betriebszweig mit der Ochsenmast und deren Vermarktung beschäftigt. In der Zwischenzeit haben sie sich im "Bioring der Schwarzwaldbauern" organisiert, deren Vorsitzender Heinz Hettich aus Königsfeld-Burgberg diese Vereinigung vorstellte: 20 Betriebe mit anerkannt ökologischer Wirtschaftsweise haben sich bisher angeschlossen, man ist offen für weitere Betriebe. Ochsenfleisch vom Wäldervieh hat eine lange Tradition als anerkannt bestes Rindfleisch. Durch die Festlegung auf Vorderwälder ist man nicht austauschbar, es ist ein echtes regionales Produkt, das auch regional über Metzger und Gastronomiebetriebe vermarktet werden soll. Die Konzentration auf "Bio" schließt an diese Tradition an und dient als Qualitätssicherung. Man ist bestrebt, das Angebot schrittweise zu steigern. Interessenten als Landwirte zum Mitmachen und als Nachfrager für Ochsenfleisch melden sich bitte bei Herrn Hettich, Tel. 07725- 3933.

Der 1. Landesbeamte, H. Gwinner sprach von einer "Steilvorlage für die Gastwirte, die nur noch ins Tor schießen müssten." Es profitierten davon fünf Beteiligte: Landwirtschaft und Gastronomie, die Fremdenverkehrsgäste, die einheimische Bevölkerung und der Schwarzwald.

Nach Besichtigung der Ochsenherde (siehe Foto) und der Vorstellung der Initiative im Gemeindehaus Furtwangen- Linach wurde Ochsenbrust von Wälderochsen kredenzt, das allen Teilnehmern hervorragend mundete.

Dr. Maus

 

Versuch bestätigt
hervorragende Fleischqualität
von Fleckvieh und Vorderwäldern

- Vorderwälderbullen enorm leistungsstark -

.
Dr. Landfried, Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Neumühle, Rheinland- Pfalz
Dr. Augustini, Bundesanstalt für Fleischforschung, Kulmbach
Dr. Maus, Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur, Referat Tierzucht, Donaueschingen
.

Über die Fleischqualität der Schwarzwälder Rinderrasse Vorderwälder lagen bisher keine wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse vor; allerdings war immer wieder von Metzgern in der Region zu hören, dass das Vorderwälderfleisch rassetypisch feinfaserig sei. Um darüber erstmals verlässliche Ergebnisse zu gewinnen, wurden Vorderwälderbullen und als Kontroll- bzw. Vergleichstiere Fleckviehbullen im Rahmen einer Intensivmast ausgemästet und die erhobenen Daten der Mast- und Schlachtleistung sowie der Fleischqualität gegenübergestellt.

Die Auswahl der Versuchstiere war etwas unterschiedlich: Die Vorderwälderkälber wurden an zwei Kälbermärkten der Rinderunion Baden- Württemberg in Donaueschingen als beste aus dem Marktangebot angekauft, die Fleckviehkälber dagegen als Durchschnittsqualitäten von einem Viehhändler geliefert. An der Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Neumühle wurden die Bullen während der Mastperiode in Gruppenbuchten mit jeweils 5 Tieren auf Spaltenboden gehalten. Die Futterration setzte sich zusammen aus 55,5 % Preßschnitzelsilage, 33,5 % Grassilage, 5,5 % Heu und 5,5 % Kraftfutter und wurde ad libitum als Totalmischration angeboten. Das Kraftfutter bestand aus 83 % Gerste, 10 % Rapsextraktionsschrot, 2 % Sojaöl und 5 % Mineralfutter (Magnaphoskal).

.

Mastleistung und Schlachtkörperqualität

Zur Auswertung kamen 16 Bullenkälber der Rasse Vorderwälder und 14 der Rasse Fleckvieh. Das Schlachtalter der Vorderwälder Bullen lag bei 16,4 und das der Fleckviehbullen bei 17,1 Monaten. In der Lebenstageszunahme unterschieden sich beide Gruppen auf überraschende Weise: Die Vorderwälder nahmen täglich durchschnittlich 30 g mehr zu (Tab.1). Entsprechendes gilt für die Tageszunahmen während der Mast. Sie dokumentieren mit 1298 g bei den Vorderwäldern und 1257 g bei Fleckvieh eine hohe Mastintensität und bestätigen gleichzeitig, dass die Vorderwälder in der Mastkapazität sehr leistungsstark sind. Das bessere Abschneiden der Vorderwälder hängt vermutlich mit dem etwas höheren Einstallgewicht und mit der unterschiedlichen Auswahl der Bullenkälber zusammen, denn wenn man die Kördaten Baden- Württembergs betrachtet, besteht eine Rassendifferenz von 100 g Zunahmen pro Tag zugunsten des Fleckviehs. Die Mastergebnisse sind aber ein Hinweis auf vorhandene individuell bedingte Streuungen, die jede Rasse aufweist und die beim Auswählen genutzt werden können.

Tabelle 1: Mastleistung und Schlachtkörperqualität
Merkmal

Vorderwälder

Fleckvieh

Schlachtalter, Monate

16,4

17,1

Lebendgewicht, kg

604

622

Lebenstageszunahme, g

1146

1116

Masttage, Tage

466

498

Masttageszunahme, g

1298

1257

Schlachtgewicht, kg

328

341

Schlachtausbeute, %1)

54,3

54,8

Nettozunahme, g

661

660

Muskelfläche des M. l. d., cm2

61,1 b

73,1 a

Fleischigkeitsklasse, EUROP2)

3,69

3,36

Fettgewebeklasse, 1 - 5

2,69

2,64

1)Ermittelt ohne Nüchterungsabzug 2) E = 1; U = 2; R = 3; O = 4; P = 5

.

In der Klassifizierung schnitten die Vorderwälder in der Fleischigkeit etwas ungünstiger ab als die Fleckviehbullen, was allerdings statistisch nicht gesichert war. In direkter Übereinstimmung mit der unterschiedlichen Bewertung der Schlachtkörper stand die Größe der Rückenmuskelfläche, ermittelt am Anschnitt zwischen 8. und 9. Rippe. In diesem Merkmal waren die Fleckviehbullen den Vorderwäldern hoch signifikant überlegen.

Die Schlachtkörper beider Rassen zeigten eine gewünschte mittlere Verfettung.

In der Schlachtausbeute unterschieden sich beide Herkünfte nur wenig. Sie lag bei Fleckvieh mit 54,8 % etwas höher als bei den Vorderwäldern mit 54,3 %. Die Schlachtausbeute war damit bei beiden Rassen relativ niedrig, allerdings wurde kein Nüchterungsabzug (normalerweise 5% des Lebendgewichts) vorgenommen.

Fleischqualität

Zur Untersuchung der Fleischqualität, auf die das Hauptaugenmerk des Versuches gerichtet war, wurde nach der Kühlung die Hochrippe (9.-11. Rippe) aus der rechten Schlachthälfte entnommen und zur Bundesanstalt für Fleischforschung nach Kulmbach verbracht.

Zunächst lässt sich festhalten, dass beide Rassen gut abschnitten, denn sie bewegten sich in der Bewertungsskala der Fleischqualität im oberen Bereich des für Jungbullen üblichen Rahmens. Allerdings waren keine statistisch gesicherten Unterschiede zwischen dem Fleckvieh- und Vorderwälderbullenfleisch zu verzeichnen.

Die einzelnen Merkmale

Bei der chemischen Zusammensetzung des Muskelfleisches ist der intramuskuläre Fettgehalt ein wichtiges Leitmerkmal, denn mit steigendem Fettgehalt verbessert sich innerhalb eines bestimmten Bereiches die sensorische Bewertung des Fleisches. Der von der Centralen Marketing Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) empfohlene Richtwert von 2,5 % Fett im Muskelfleisch wurde bei Fleckvieh im Mittelwert erreicht; die Vorderwälder lagen mit durchschnittlich 2,2 % etwas niedriger (Tab. 2). Bei Fleckvieh wurden in 57 % und bei den Vorderwäldern in 43 % der Fälle der erwünschte Fettgehalt von > 2,5 % erreicht.

Die Fleischfarbe (Helligkeit L*) bewegte sich bei beiden Rassen im erwünschten Bereich (Tab. 2). In keiner Probe wurde der CMA - Richtwert von < 34 unterschritten. Das Fleisch zeigte eine kirschrote Farbe und rötete nach dem Aufschneiden und der Sauerstoffexposition rasch auf.

Trotz des relativ hohen Anteils an Grassilage in der Fütterung von 33,5 % zeigte das Auflagefett keine unerwünschte Gelbfärbung.

Bei End-pH-Wert, Reifungsverlust und Grillverlust fallen die Unterschiede zwischen den Rassen ebenfalls nicht ins Gewicht, wenn man zwei Fleckviehbullen mit DFD - Veränderungen (hohe End - pH - Werte), die auf Stress vor der Schlachtung schließen lassen, nicht berücksichtigt. Die End - pH - Werte lagen bei beiden Rassen bei pH 5,6 und damit im erwünschten Bereich. Der Reifungsverlust von etwa einem Prozent nach 12tägiger Lagerung des Fleisches unter leichtem Vakuum ist als niedrig anzusehen, aber für Rindfleisch normal. Unter den gegebenen Grill- bedingungen liegt der Grillverlust von etwas mehr als 22 % ebenfalls für beide Rassen im Normalbereich für Rindfleisch.

.

Tabelle 2: Fleischqualität

Merkmal

Vorderwälder

Fleckvieh

CMA- Richtwerte

Intramuskuläres Fett, %

2,16

2,46

>=2,5

Fleischfarbe

38,8

40,2

>= 34

End-pH-Wert

5,56

5,56

5,5

Grillverlust, %

22,62

22,69

 

Scherkraft, kg

5,26

5,30

< 4,0

Lösliches Kollagen, %

21,47

19,34

 
Muskelfaserfläche, m m²

2284

2191

 

Marmorierung, Punkte *

1,72

2,14

 

Textur, Punkte *

3,88

3,21

 

Zartheit, Punkte *

4,15

4,14

> 3,0

Saftigkeit, Punkte *

3,94

3,60

> 3,0

Aroma, Punkte *

3,85

3,82

> 3,0

* Note 6 = bester Wert

.

Der Scherkraftwert wird als objektives Kriterium zur Erfassung der Zartheit herangezogen (Scherkraft = maximale Kraft, die zum Durchtrennen einer Grillprobe erforderlich ist). Für eine optimale Zartheit von Rindfleisch sind Scherkraftwerte von £ 4,0 kg anzusetzen. Dieser Wert wurde von beiden Rassen meist überschritten und lag im Durchschnitt bei 5,26 (Vorderwälder) bzw. 5,30 (Fleckvieh). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass bei Jungbullen im Gegensatz zu Färsen und Ochsen die Optimalwerte für zartes Fleisch nur schwer zu erreichen sind. Die Hinterwälderbullen erzielten bei einem im Jahre 1999 durchgeführten Versuch 4,73 kg.

Wesentlich mitverantwortlich für die Zartheit ist die Löslichkeit des kollagenen Bindegewebes. Bei beiden Rassen lag, bedingt durch das frühe Schlachtalter der Tiere, die Löslichkeit relativ hoch, die Vorderwälder schnitten tendenziell besser ab (Tab. 2). Damit waren von dieser Seite die Voraussetzungen für eine gute Bewertung der Zartheit gegeben.

Die Größe der Muskelfaserflächen war für Jungbullen vergleichsweise sehr gering, stimmte aber bei beiden Rassen weitgehend überein.

Auch in der subjektiven Bewertung von Marmorierung, Konsistenz und Textur des Fleisches waren die Unterschiede zwischen den beiden Rassengruppen statistisch nicht gesichert. Entsprechend des höheren Fettgehaltes war auch die Marmorierung im Hochrippenanschnitt bei den Fleckviehbullen etwas stärker ausgeprägt. Die Festigkeit des Fleisches lag mit durchschnittlich 3 Punkten (1= extrem weich; 6 = extrem fest) bei beiden Rassen im erwünschten Bereich. Die Textur des Fleisches war bei den Vorderwäldern etwas geschlossener. Es zeigten sich kaum sichtbare Bindegewebseinlagerungen.

In der sensorischen Bewertung der Merkmale Zartheit, Saftigkeit und Aroma schnitten beide Rassen gut ab. Für alle Merkmale wurden nahezu 4 Punkte vergeben. Allerdings gab es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tieren. Besonders hervorzuheben ist die gute Bewertung der Zartheit, dem wichtigsten sensorischen Merkmal bei Rindfleisch.

Im Gegensatz zu den geringen Unterschieden zwischen den Rassen in der Bewertung von Zartheit und Aroma, war der Unterschied in der Bewertung der Saftigkeit zu Gunsten der Vorderwälder deutlicher. Die Differenz zwischen den Rassen war auf Grund der großen Streuung aber auch hier statistisch nicht zu sichern.

Schlussfolgerungen

Der Versuch belegt, dass die Vorderwälder bei gezielter Auswahl der Tiere in der Mastleistung mit fast 1300 g täglichen Zunahmen sehr leistungsstark sind. In den Merkmalen der Schlachtkörperqualität waren die Vorderwälder den Fleckviehbullen in der Schlachtausbeute, in der Rückenmuskelfläche und der Fleischigkeitsklasse erwartungsgemäß tendenziell unterlegen. Statistisch gesichert allerdings waren die Unterschiede nur bei der Rückenmuskelfläche.

Das Hauptaugenmerk der Untersuchung richtete sich auf die Fleischqualität. Hier wurden bei keinem Merkmal signifikante Unterschiede zwischen den Rassen ermittelt. Beide Rassen schnitten vergleichsweise gut ab. Hervorzuheben ist dies besonders für die sensorisch und gerätetechnisch erfasste Zartheit, dem wichtigsten sensorischen Merkmal bei Rindfleisch. In der Tendenz war das Vorderwälderfleisch in der Textur etwas geschlossener und saftiger, in der Marmorierung schnitt das Fleckviehfleisch tendenziell etwas besser ab.

Das relativ frühe Schlachtalter führte neben der positiven Wirkung auf die Zartheit auch zu erwünschten Farbwerten des Fleisches und zu einer relativ hohen Löslichkeit des Bindegewebes.

Insgesamt zeigte der Versuch, dass Vorderwälderbullen in der Mast- und Schlachtleistung bei gezielter Tierauswahl fleckviehähnliche Ergebnisse erzielen können.

Die guten Fleischqualitätsergebnisse ermöglichen eine Bewerbung unter dem Rassenamen Vorderwälder im Direktabsatz oder in Vermarktungsprogrammen und leisten damit auch einen Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Schwarzwälder Rinderrasse Vorderwälder.

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"Mit 1298 g täglichen Zunahmen pro Tag während der Mastdauer sehr gute Werte".
Foto: Dr. Seibert

"Fleckviehbullen erwartungsgemäß etwas fleischbetonter als die Vorderwälderbullen".
Foto: Dr. Seibert

"Ein durchschnittlicher Vorderwälderbulle: 604 kg Endgewicht,
1124 g tägliche Lebenstageszunahmen, Fleischigkeitsklasse O".
Foto: Dr. Seibert

"Aufstallung der wüchsigen Vorderwälderbullenkälber mit dem Leiter der LVAV Neumühle,
Dr. Karl Landfried". Foto: Dr. Maus

"Obax, ein Prüfbulle im Vorderwälderzuchtprogramm, der die Fleischigkeit vorwärtsbringt,
bei der Körung mit der Note 8 in der Bemuskelung bewertet". Foto: Dr. Maus

Die Anschnittsfläche zwischen der 8. und 9. Hochrippe eines Vorderwälder R3 Bullen:
Schön zu sehen die kirschrote Fleischfarbe und die gute Marmorierung. Foto: M. Spindler

Dr. Maus

 

Mutterkuhhalter beeindruckt von
Vorderwälder-Absetzer-Ergebnissen

.

Vor ca. 35 Teilnehmern erläuterte der Vorderwäldermutterkuhhalter und -Züchter Hubert Dorer aus Schollach seine 9- jährigen Erfahrungen mit Vorderwäldern in Reinzucht. Für ihn sind die Ergebnisse in Gewicht und Handelsklasse der Absetzer so gut, dass er den Vorteil der eigenen weiblichen Nachzucht mitnehmen kann. Denn im Gespräch untereinander wurde immer wieder die Milchergibigkeit der Wälderrassen gegenüber Fleischrassekreuzungskühen hervorgehoben und bestätigt. Diese Milchergibigkeit ist der Garant für hohe Zunahmen und das Ausschöpfen der Fleischigkeitsveranlagung. Dies konnte wiederum eindrücklich anhand der diesjährigen Absetzerwiegungen unter Beweis gestellt werden.

.

Wer Vorderwäldermutterkühe braucht, am 7.11. sind auf dem Donaueschinger Zuchtviehmarkt versuchsweise neben 9 Jungkühen auch 7 Kalbinnen aus einem Betrieb angemeldet. Die Vorderwäldertiere kommen nach dem Fleckviehgroßvieh um ca. 12.00 Uhr unter den Hammer.

.

Die Tabelle zeigt die Daten. Dadurch, dass Hubert Dorer seine Kühe erst auf der Weide decken lässt, waren die Absetzer relativ jung. Die Zunahmen der männlichen Tiere (1406 g) und die der weiblichen (1211 g) lagen auf dem gewohnt hohen Niveau. Erstmals wurden die Kühe mitgewogen, die Mütter der männlichen Absetzer kamen auf 606 kg, die der weiblichen auf über 650 kg. Damit liegen sie im oberen Bereich des Zuchtziels, vererben allerdings auch die vergleichsweise große Kapazität weiter. Interessanterweise hatte die mit 490 kg Gewicht leichteste Kuh den besten Absetzer (Bild 1). Es ist das 12. Kalb, einfach beachtlich! Mit im Schnitt über 5 Kalbungen beweist die Herde die wäldertypische und wirtschaftlich bedeutsame Langlebigkeit. Wiederum bestätigte sich, dass ein fleischbetonter Bulle mit genügend Wachstumskapazität die Effizienz der Mutterkuhhaltung wesentlich beeinflusst. Der Vater der diesjährigen Nachkommen ist ein mittelrahmiger Gardiansohn mit Bestnote 9 in der Bemuskelung bei der Körung.

Die Tabelle zeigt auch die ersten Ergebnisse des Betriebes Tritschler. Die 5 Bullenabsetzer waren gut 3 Monate älter, wogen 390 kg und errreichten damit 1291 g tägliche Zunahmen. Sie schlachteten (ohne Nüchterungsabzug) mit 54 % aus und kamen alle in die geforderte Handelsklasse R. Auch auf dem Betrieb Tritschler war der Vater Malzbrunn ein mit 9 in der Bemuskelung bewerteter Deckbulle.

.

Absetzerentwicklung der VW- Herde von Familie Dorer, Schollach

(Wiegung am 18.10.2002)

Entwicklung der 8 männlichen Absetzer

Jahrgang

Anzahl

Gew.

Alter

Zun.

Bem.

Kuhgewicht

2002

8 männl.

278

172

1406

6,9

606

2001

11 männl.

277

196

1394

6,8

 

2000

11 männl.

291

166

1542

6,7

 

1999

8 männl.

364

223

1469

8,0

 

Vater der Absetzer: Rama, Kördaten: B= 9, Gew: 628 kg mit 431 Lebenstagen,
Zunahmen: 1376g, FW: 104

Entwicklung der 12 weiblichen Absetzer

Jahrgang

Anzahl

Gew.

Alter

Zun.

Bem.

Kuhgewicht

2002

12 weibl.

252

178

1211

6

654

2001

10 weibl.

261

207

1092

   

2000

8 weibl.

284

193

1289

   

1999

10 weibl.

331

231

1293

7,4

 

Erste Ergebnisse der VW- Herde von Familie Tritschler, T.-N.-Schwärzenbach

Jahrgang

Anzahl

Gew.

Alter

Zun.

Bem.

Ausschl./HKL

2002

5 männl.

390

276

1291

7,1

54%/ 5 x R

Vater der Absetzer: Malzbrunn, Kördaten: B= 9, Gew: 410 kg mit 246 Lebenstagen,
Zunahmen: 1524g, FW: 102

.

Die Vermarktung der Absetzer erfolgt zum einen über die EZG "Junges Weiderind", die ihre Produkte über Edekamärkte absetzt. Voraussetzung ist eine anerkannt ökologische Wirtschaftsweise, die Schlachtkörper dürfen im Alter und Gewicht bestimmte Grenzen nicht unter- bzw. überschreiten und die Fleischigkeitsbewertung muss "R" erreichen. Hubert Dorer belegte anhand einer vollständigen Aufstellung, dass bis auf 2 alle seine Tiere diese Forderungen erfüllten. Ein Teil der Tiere wird direkt vermarktet.

Trotz der regnerischen Witterung wurde in den nach dem Geschlecht der Absetzer geteilten Herden intensiv diskutiert. Zum Abschluss, bei Kaffee und Kuchen im Trockenen, wurden viele Tipps und Erfahrungen ausgetauscht. Es war für die Teilnehmer eine gelungene Veranstaltung, die das Landwirtschaftsamt Freiburg, Außenstelle Neustadt, in Zusammenarbeit mit dem Tierzuchtreferat Donaueschingen angeboten hatte.

.

Dr. Maus

 

Die Absetzerergebnisse 2002
bestätigen die Eignung der
Vorderwälder zur
Mutterkuhhaltung in Reinzucht

.
 

Ergebnisse der 11 Bullenabsetzer des Vorderwälder-
Mutterkuhhaltungszuchtbetrieb Martin Tritschler,
Ebenemooshof, Titisee-Neustadt im Jahre 2002

Nummer

Geb.

Wiege-und
Schlachttag

Alter

Lebend-
gew.

Zun.

Netto-
Zun.

Schlacht-
gew.

Ausschl.

Hkl.

 

Bem.

12003734

06.09.2002

22.08.2002

350

   

678

237,3

 

R

2

 

12003735

13.11.2001

18.09.2002

309

389

1146

692

213,8

54,96

R

2

7,0

12003736

20.12.2001

18.09.2002

272

360

1195

730

198,6

55,17

R

2

7,5

12003737

20.12.2001

18.09.2002

272

387

1294

739

201,0

51,94

R

2

7,0

12003738

23.12.2001

18.09.2002

269

415

1413

855

230,0

55,42

R

2

8,0

12258083

01.01.2002

18.09.2002

260

401

1408

808

210,2

52,42

R

1

6,0

12258084

02.01.2002

07.11.2002

278

   

760

211,4

 

R

2

 

12258085

05.01.2002

07.11.2002

275

   

743

204,4

 

R

1

 

12258091

04.02.2002

07.11.2002

245

   

958

234,8

 

R

2

 

12258093

08.02.2002

07.11.2002

241

   

817

196,8

 

R

2

 

12258094

14.02.2002

07.11.2002

235

   

869

204,2

 

R

2

 

Summe

   

1382

1952

6455

8650

2343

269,91

   

35,5

Durchschnitt

   

276

390

1291

786

213,0

53,98

   

7,1

Vater der Tiere (ohne 12003734): Malzbrunn DE 0811372831 (siehe Foto),
Absetzerdaten mit 246 Tagen: 410 kg, 1524 g tgl. ZN, B= 9,
bei 23 Geburten nur eine Schwergeburt

.


Deckbulle "Malzbrunn" (rechts im Bild). Links der Beste mit 1518 g tägliche Zunahmen
und Bemuskelung 7,5 Punkte.




Lebensnummer: DE 0008/12003738

Lebensnummer: DE 0008/12258093

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