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Vorderwälder (VW) Linienerweiterung mit Montbeliarde (Mb)
Ausgangslage:
1995 traten zwei Dinge in der Vorderwälderzucht stark in den Vordergrund:
 | die Stagnation in der Leistungsentwicklung und
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 | die Linienverknappung auf der männlichen, aber auch auf der weiblichen Seite.
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| Sowohl bei den MLP-Jungkühen als auch bei den Durchschnittsleistungen der
Zuchtbetriebe bewegte sich leistungsmäßig nichts zwischen 1991 und 1995. Viele Betriebe
klagten über unakzeptable Einsatzleistungen ihrer Jungkühe. |
| Die Linienverknappung dokumentierte sich darin, daß die Spermavorräte
zwischen 1992 und 1995 von 102 Bullen aus 12 Linien auf die Hälfte Bullen aus 9 Linien
zurückging; davon waren 38 Test- und Wartebullen aus 8 Linien mit sehr unterschiedlichen
Häufigkeiten (von einem bis zu 10 je Linie), die restlichen 10 waren Bullen, deren Sperma
nach dem Deckeinsatz entnommen wurde und nur 3 Bullen (Feltos, Malzer und Marschall) waren
im Zweiteinsatz. Auf der Muttersvaterseite der 38 Test- und Wartebullen dominierte mit 25
eindeutig die M-Linie, davon 10 x Markig und 8 x Marschall. |
| Diese Situation hat dazu geführt, daß 1995 eine intensive Diskussion über
die Weiterentwicklung stattgefunden hat. Es war klar, daß eine Blutauffrischung notwendig
ist, die Frage war nur, mit welcher Rasse: Red Holstein, Simmental-Red Holstein, Abondance
oder Montbeliarde. Unter anderem auch aufgrund der Entwicklung zu reinen Milchrassen kamen
die Red-Holsteins nicht zum Zuge; Abondance und Montbeliarde wurden mehrfach auf
Exkursionen begutachtet, der erweiterte Vorderwälder-Beirat stimmte am 26.11.1995 mit
großer Mehrheit für die Linienerweiterung mit der Rasse Montbeliarde. |
| Zuchtprogramm Das Zuchtprogramm sah
vor, 4 nicht miteinander verwandte, für die VW-Rasse passende Mb-Vererber über die
Gezielte Paarung einzusetzen. Passend heißt, mittlere Größe, stabile Fundamente, gute
Euterformen und positive Melkbarkeiten. 2 Vererber, Brac und Bistro wurden 1996, Brachy
und Espada 1997 gezielt angepaart, 1998 wurde Gardian, ein neuer "passender"
Spitzenvererber nachgeschoben. Selbstverständlich wurden auch die VW-Spitzenbullen
weiterhin gezielt angepaart, geplant waren je zur Hälfte Testbullen aus Mb- und
VW-Vererbern, das heißt, von den 10 - 12 Testbullen pro Jahr sollten 3 bis 4 von einem
Mb-Bullenvater abstammen. |
| Ergebnisse Soweit die Zuchtplanung.
Heute sind seit Beginn 3 ½ Jahre vergangen, was kann als Ergebnis gesagt werden?
Zunächst ist festzustellen, daß die Linienerweiterung seit Ende 1998 abgeschlossen ist.
Es sind 65 Bistro-, 31 Brac-, 71 Brachy-, 69 Espada- und - bis jetzt - 13 Gardiantöchter
geboren worden. Vom Äußeren her bringen die Tiere im Regelfall eine Verbesserung im Typ
und im Fleischansatz und die befürchtete Steigerung in der Größe ist nicht eingetreten.
Meistens sind die Köpfe - wie gewünscht - weiß, wenige Tiere sind am Körper -
unerwünscht - mit viel weiß "bemalt". 3 Brac- und 3 Bistrotöchter haben
bisher abgekalbt, im Schnitt geben sie 19 kg Tagesmilchleistung bei einem sehr jungen
Erstkalbealter von unter 27 Monaten! Daraus darf natürlich noch kein großer Schluß
gezogen werden. |
| In der Rinderzucht geht es in der 1. Zuchtentscheidung bei den
"Männern" etwas schneller, so sind seit dem Dezember 1997 bis zum Markt am 31.
März 1999 4 Bistro-, 2 Brac-, 2 Brachy- und 3 Espadasöhne in den Testeinsatz genommen
worden. Im gleichen Zeitraum wurden 6 "Eigengewächse" in den Testeinsatz
gestellt. Daß es nicht mehr waren, lag daran, daß im Betrachtungszeitraum keine
"Knaller" als VW-Bullenväter zur Verfügung standen. Interessanterweise haben
viele Söhne der Mb-Bullenväter verdrehte Vorderbeine, was teils zu heftigen Diskussionen
Anlaß gegeben hat. Ansonsten sind wir zufrieden mit den "Burschen", sie passen
prima zum Rassebild. In der Zwischenzeit gibt es auf den Kälbermärkten vermehrt 25%ige
Bullenkälber, die auch sehr gut zu gefallen wissen. Der Geburtsverlauf macht keine
Probleme, die Kälber sind im Regelfall leicht, wachsen aber gut weiter. |
| Wir sind momentan in einer spannungsreichen Zeit, weil 1. zunehmend die 50%igen
Töchter ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen müssen und 2. die
Testbullentöchter mit 25% Mb-Blutanteil sich als hoffentlich richtige Entscheidung zur
Rasse Mb erweisen werden. Dazu müssen wir aber noch etwas Geduld haben, mit den ersten
Abkalbungen ist frühestens anfangs 2001 zu rechnen! |
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