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Betriebsreportage
Vorderwälderzuchtbetrieb
Stefan Weiss, Schönwald

Mit 7 Testbullen in den letzten 9 Jahren und etlichen überregionalen Schaubeschickungen hat der Betrieb Stefan Weiss die Vorderwälderzucht mit geprägt.

Zum Betrieb: Höhenlage: 980 m NN, 5,3° Durchschnittstemperatur, 1500 mm Niederschläge; 14 ha Wald, 40 ha Grünland; 2 Schnitte, 3. Aufwuchs als Herbstweide; Sommerfütterung: Weide, teilweise Grassilage und Heu; Winterfütterung: 1/3 Heu und Öhmd, 2/3 Grassilage, Ausgleichsfütterung mit Weizen- / Gersteschrot (50: 50) und Trockenschnitzel; KF (18/4) nach Leistung im Sommer dreimal und im Winter viermal am Tag. Der Harnstoffgehalt der Herde liegt zwischen 22 und 27, die Milchleistung erreichte im Jahre 2000 7.185 kg bei 3,95 % Fett- und 3,40 % Eiweißgehalt. Die weibliche Nachzucht wird aufgezogen, Bullenkälber gehen entweder auf die Vorderwälderprüfstation in Löffingen- Göschweiler oder auf den Donaueschinger Kälbermarkt.

2/3 der Kühe und alle 7 Testbullen gehen auf die S- Linie zurück, der Besamungsbulle Markig und der Deckbulle Kantor haben die Kuhherde stark beeinflusst.

Auf der Grünen Woche in Berlin waren Kühe zweimal, auf der Badischen Landwirtschaftlichen Woche in Freiburg dreimal vertreten und dieses Jahr ist eine Kuh für das LHF in Stuttgart- Bad- Cannstatt vorgesehen. Senior Weiss zeigt sich dankenswerter Weise als aktiver Schaubetreuer.

 

Die Rasse Vorderwälder begeistert die Familie Weiss durch Leistungsfähigkeit, Weidetüchtigkeit, Robustheit und durch den niedrigen Zellgehalt. Gegenüber der Linienerweiterung mit der Rasse Montbeliarde war sie anfänglich skeptisch, in der Zwischenzeit bezeichnet Familie Weiss diese Maßnahme als Glücksgriff. Vor allem Gardiantöchter schlagen voll ein.

Der Betrieb Weiss lebt vom kombinierten Einkommen, 2/3 stammen aus Land- und Forstwirtschaft, 1/3 aus 2 Ferienwohnungen unter anderem auch über Urlaub auf dem Bauernhof mit Wäldervieh. 90 % der Buchungen erfolgen zwischenzeitlich über das Internet, der Hof wurde durch das Land Baden- Württemberg als familienfreundlich ausgezeichnet. Die Juniorchefin ist ehrenamtlich stark engagiert, zudem werden Kurkindernachmittage und Bauernhofbesichtigungen angeboten. Die Seniorchefin hält die Blumenpracht in Schuß, was für die Attraktivität des Hofes sehr wichtig ist.

Seit diesem Jahr stellt der Betrieb Weiss von der Portionsweide um auf die Kurzrasenweide. Bisher ist Herr Weiss sehr zufrieden, er stellt weniger Trittschäden und längere Fresszeiten fest, die Herde wirkt ruhiger und kann bei der Futteraufnahme selektieren.

Es ist ein Laufstall in Planung, bisher stehen die Kühe in Freianbindung auf Gitterrost. Das Jungvieh ist Tag und Nacht auf der Weide, bis zu einem Jahr wird 2 kg Getreide zugefüttert. Ein Umstieg auf Ökobetrieb kommt für Familie Weiss nicht in Frage.

Interessant ist, dass der seit 1655 existierende Betrieb erst 1996 in den Haupterwerb überführt wurde, vorher waren beide Herren berufstätig!

Es ist eine Freude, die ganze Familie engagiert auf dem Betrieb zu erleben.

Dr. Franz Maus

 

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