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Merkblatt
Spinnengliedrigkeit (Arachnomelie)

Spinnengliedrigkeit ist eine erbliche Erkrankung, die durch Störungen der Knorpel- und Knochenbildung verursacht wird. Typische Veränderungen sind dünne, brüchige Röhrenknochen, scheinbar verdickte Gelenke, Verformungen des Schädels und Verkürzung des Unterkiefers. Der Defekt entwickelt sich schon beim Fetus, so dass bereits bei der Geburt des Kalbes Knochenbrüche zu erwarten sind und dadurch Verletzungen der Geburtswege des Muttertieres verursacht werden können.

Der Erbfehler ist erst seit kurzer Zeit für die Rasse Fleckvieh bestätigt und soll intensiv untersucht werden. Ziel ist es, mit dem verfügbaren Probenmaterial einen Marker- oder direkten Gentest zu entwickeln. Bisher gibt es aus Bayern 13 bestätigte Fälle, die auf die Bullen Rexon, Egel, Egol und Romel zurückgehen. Bestätigte Merkmalsträger sind somit die Bullen: Romel, Naab, Email, Egont, Norbert, Eitor, Normade, Landmann und Humidel. Die betroffenen Bullen werden künftig mit dem Kürzel (A) als Träger des Merkmals (durch mind. 1 Nachkommen bestätigt) versehen. Da es sich bei der Spinnengliedrigkeit wahrscheinlich um einen rezessiven Erbgang handelt, sollte Inzucht auf genannte Bullen vermieden werden.

Mit unserem computergestützten Anpaarungsprogramm AltaMate werden bis zu 4 Generationen auf evt. vorhandene Erbkrankheiten geprüft.

Zur zweifelsfreien Diagnose ist es erforderlich, evtl. betroffene Kälber zu sezieren und einer makro- und mikroskopischen Diagnose zu unterziehen. Diese soll künftig für baden-württembergische Tiere an der Staatlichen Untersuchungsanstalt in Aulendorf erfolgen. Sollten Sie ein verdächtiges Kalb haben, bitten wir Sie, sich umgehend mit

Dr. Björn Gylstorff
Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt

- Diagnostikzentrum -
88326 Aulendorf
Tel.: 07525-942252

E-Mail: bjoern.gylstorff@stuaau.bwl.de

in Verbindung zu setzen. Kälber sollen dort den entsprechenden Untersuchungen unterzogen werden. Hierfür ist es erforderlich, dass das gesamte Kalb zur Verfügung steht. Zur zweifelsfreien Abstammungsdiagnose ist zudem eine Blut oder Haarwurzelprobe der Mutter erforderlich, die mit dem Kalb in Aulendorf eingereicht werden sollte. Für Rückfragen steht Ihnen natürlich auch das Team der RBW zur Verfügung (Herr Bidlingmaier, Telefon: 0172-7471936).

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