RBW-Schau 2010
Rekordauftrieb zur
Jubiläumsschau
Schau-Impressionen
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Online RBW-Fotoalbum

Mit 235
Tieren auf dem Gelände der Arena Hohenlohe von denen 218 am
Schauwettbewerb teilnahmen, erreichte die Jubiläumsschau einen neuen
Beschickerrekord. 130 Beschickerbetriebe stellten die schönsten Kühe des
Landes aus und wurden mit einem guten Publikumsbesuch belohnt.

Am
Vorabend der Schau wurde anlässlich des 10 jährigen Bestehens der
Rinderunion Baden-Württemberg e.V. RBW in einer Festveranstaltung an die
Ereignisse der letzten 10 erfolgreichen Jahre der Rinderzucht des Landes
erinnert. Der Vorsitzende Georg Häckel und der Geschäftsführer Heinz
Nüssle berichteten über die intensive Aufbauarbeit und stellten die RBW
als eine der größten Züchtervereinigungen und Besamungsstationen
Deutschlands heraus. Gleichzeitig konnten auch in diesem Jahr verdiente
Züchter geehrt werden.
Züchter
geehrt
Mit der
Auszeichnung Züchter des Jahres der Rasse Fleckvieh wurde der Betrieb
Rainer und Walter Kubach aus Langenbeutingen geehrt, der mit den Bullen
Sawart und Samen sowie überragenden Schauerfolgen wie dem Bundessieg mit
der Kuh Flowi punkten konnte. Für die Rasse Holsteins wurde der Betrieb
von Manfred Erthle, Eggingen geehrt, der sich vor allem mit Erfolgen im
Zuchtprogramm und einer Vielzahl von Bullenmüttern sowie verkauften
Prüfbullen durchsetzen konnte. Züchter des Jahres der Rasse Braunvieh
wurden punktgleich zwei Betriebe aus dem Landkreis Biberach. Der Betrieb
Josef Lang, Ringschnait sowie die Robert und Martina Heckenberger GbR,
Hochdorf konnten sich mit einer Vielzahl von Dauerleistungskühen aber
auch Kühen im Zuchtprogramm und verkauften Bullen an die Besamung vom
Feld absetzen und damit die höchste züchterische Auszeichnung der RBW
erreichen. Als beste Vermarkter der RBW wurden aus dem Bereich Fleckvieh
zum vierten Mal die Georg und Jochen Häckel GbR, Osterstetten
ausgezeichnet. Der Betrieb Markus und Franz Mock GbR, Markdorf erreichte
diese Auszeichnung in diesem Jahr zum 7. Mal. Für die Rasse Braunvieh
konnte Albert Traut aus Untermooweiler ausgezeichnet werden.
RBW-Vererber bestimmen die jungen Klassen
Nach
einem ökumenischen Gottesdienst am Sonntagmorgen begann die Schau in der
Arena Hohenlohe in zwei Ringen mit den Rassen Fleckvieh und Braunvieh.
Selten konnten auf einer Schau so gute Preisrichter für alle drei Rassen
gewonnen werden, die kurz und schlüssig kommentierten und jeder für sich
eine deutliche Linie zeigte, so dass das Richtgeschehen gut
nachvollziehbar war und zu einem grandiosen Schlußbild führte. Für die
Rasse Fleckvieh nahm Christian Straif aus Tirol die Aufgabe als
Preisrichter wahr. Von Anfang an setzte er auf die komplette sehr
euterbetonte Kuh, weshalb alle 6 Jungkuhklassen von RBW-eigenen Bullen
gewonnen werden konnten.
Besonders
positiv fielen die guten Töchter von Vandol und Vodach auf. Gleich die
erste Klasse konnte von einer sehr ausbalancierten und im Euter extrem
kompakten Vandol-Tochter aus dem Betrieb von Sabine und Norbert Bertel,
Hasenweiler gewonnen werden, sie wurde später Reservesiegerkuh der
Jungkuhklassen. Die zweite Klasse ging an eine Vodach-Tochter des
Betriebes von Franz Käppeler, Seelfingen, die sich durch ein sehr straff
ansitzendes Euter mit bester Strichplatzierung auszeichnete. Allerdings
waren beide Klassensiegerinnen chancenlos gegen die Ratgeber-Tochter
Luzifer aus dem Betrieb von Andrea und Rudolf Raff GbR, Möhringen. Diese
Kuh überzeugte von Anfang an durch ihre Größe, den Stil und die tiefe
offene Rippe in Kombination mit einem straffen drüsigen Euter trotz der
sehr hohen Einsatzleistung. So war sie klar die Gewinnerin des
Siegertitels der Jungkühe.

Siegerauswahl Jungkuh Fleckvieh 2.v.r.
Ratgeber Tochter Luzifer
von Rudolf und Andrea Raff, Möhringen
Watmorr-
Tochter erringt Siegertitel
In den
Klassen der jungen Kühe mit Zuchtwert gelang mit dem Sieg der ersten
Klasse durch die Watmorr-Tochter Herta aus dem Betrieb von Robert
Böttle, Göffingen gleich eine große Überraschung. Diese kompakte sehr
geschlossene Jungkuh mit einem extrem hoch angesetzten Euter und sehr
deutlichem Zentralband konnte sich schließlich auch gegen die beiden
anderen Klassensiegerinnen die Vandol-Tochter Bacardi aus dem Betrieb
von Georg und Ulrich Ilg, Hattenhofen und die Vandol-Tochter Vroni von
Kurt Schneider Schlossschmiedelfeld als Siegerin jung durchsetzen.
Hofherr
Edelrose wird Sieger mittel
Die drei
Klassen der 2 und 3.Kalbskühe konnten von der Hofherr-Tochter Edelrose
aus dem Betrieb von Jürgen Weber Boxberg, der Martl-Tochter Luzi von
Andrea und Rudolf Raff GbR, Möhringen und der Romel-Tochter Evi von
Werner Nübel, Oberrot gewonnen werden. Bei der Siegerauswahl konnte sich
die Hofherr Tochter von Jürgen Weber, Boxberg gegen die Romel-Tochter
aus dem Betrieb Nübel durchsetzen, weil sie mehr Feinheit im Bein zeigte
und die korrektere Strichplatzierung aufweisen konnte.
Regens
und Rentar bei den alten Kühen
Wieder
einmal konnte die Bullen Rentar und Regens wesentlich das Geschehen der
alten Kuhklassen mitbestimmen. Gleich die erste Klasse wurde von der
Rentar-Tochter Verena von Kurt Schneider, Schlossschmiedelfeld gewonnen.
Die zweite Klasse konnte die Regens Tochter Ariane von Rainer und Walter
Kubach GbR, Langenbeutingen für sich entscheiden, die dritte Klasse ging
an die Romen Tochter Ulli aus dem Betrieb Heinz Hagel, Eisenschmiede,
die die bekannte Schaukuh Bianca (von Lotarry) auf den zweiten Platz
verweisen konnte. Bei der Siegerauswahl der alten Kühe wiederholte sich
das Duell aus dem Vorjahr wo bereits Verena und Ariane aufeinander
getroffen waren. Wie im letzten Jahr konnte sich die feinere und im
Euter etwas komplettere Regens-Tochter Ariane durchsetzen und wurde nach
dem Sieg mittel nun in diesem Jahr Siegerin der alten Kuhklassen.
Spezielle
Euterauswahl
Eine
Augenweide für alle Besucher war mit Sicherheit die Auswahl der
Euterkühe. Noch nie konnte auf einer RBW-Schau eine so hohe
Euterqualität in der Breite gezeigt werden. Die deutliche Handschrift
des Preisrichters Christian Straif war vor allem bei dieser wichtigen
Entscheidung zu sehen. In fasst allen Klassen wurde die Klassensiegerin
auch beste Euterkuh und so war das Schaubild der Euterauswahl zugleich
ein Wettbewerb aller Klassensiegerinnen. Überzeugende Eutersiegerin
wurde schließlich die Ratgeber–Tochter Luzi von Andrea und Rudolf Raff,
Möhringen, die sich aufgrund ihrer Kompaktheit klar durchsetzen konnte.

Euterauswahl Fleckvieh Preisrichter
Christian Straif

alle Sieger Fleckvieh: von rechts: Sieger
alt Regens Ariane von Walter und Rainer
Kubach, Langenbeutingen, Sieger mittel und spätere Grand
Champion: Hofherr Edelrose
von Jürgen Weber, Boxberg, sieger jung Watmorr Herta von Robert Böttle,
Göffingen,
Sieger Jungkuh Ratgeber Luzifer von Andrea und Rudolf Raff, Möhringen,
Fleischsiegerkuh
Safir, Gafira Joachim Keller, Allmendingen
Grand
Champion Fleckvieh
Die
Auswahl des Gesamtchampions war jedoch noch spannender, da die vier
Siegerkühe sich doch im Stil sehr ähnelten und noch einmal die
Qualitäten des Preisrichters deutlich unterstrichen. Sehr komplette
stilvolle Doppelnutzungstiere mit feinem Knochenbau und besten Eutern
konnten sich an der RBW-Schau 2010 durchsetzen. Deshalb setzen viele der
Besucher auch auf die Siegerjungkuh, die die anderen drei deutlich im
Format überbieten konnte. Christian Straif setzte jedoch auf die
Siegerin der mittleren Klassen, die Hofherr-Tochter Edelrose von Jürgen
Weber, Boxberg, da sie in der Breite und Kapazität deutliche Vorzüge
hatte. Der Titel der Fleischsiegerin ging an die Safir-Tochter Gafira
von Joachim Keller, Allmendingen.

Grand
Champion: Hofherr Edelrose
von Jürgen Weber
Gewaltige
Typtiere
Als
Preisrichter für die Rasse Holsteins konnte Matthias Zens aus Musweiler
gewonnen werden. Er war von Anfang an mit großen und sehr hochwertigen
Klassen von jungen Kühen konfrontiert. Gleich die erste Klasse konnte
von einem Goldwin-Duo aus den Betrieben Franz und Markus Mock, Markdorf
und Josef Gloning, Buchhausen bestimmt werden. Dabei setzte sich jedoch
die Kuh Rocket aus dem Betrieb Mock deutlich durch.

Siegerauswahl Jungkuh Holsteins
Mit der
Bolton Tochter Libelle ging auch die zweite Klasse der Holsteinfärsen an
den Betrieb Mock, der vor allem in den jüngeren Kuhklassen sehr
hochwertig besetzt zur Schau angetreten war. Die dritte Färsenklasse
konnte die großrahmige Goldwin-Tochter Heide Cat für sich entscheiden,
eine der höchsten Zuchtwertkühe des Zuchtgebietes, die mit einem
gewaltigen Rahmen und dennoch sehr korrektem Euter überzeugen konnte.
Siegerfärse wurde jedoch die Bolton-Tochter Libelle von Franz und Markus
Mock, Markdorf die noch etwas mehr Geschlossenheit und Breite, sowie das
bessere Hintereuter zeigen konnte.

Holstein Färsenklasse 2, von rechts
Bolton Libelle, von Franz und
Markus Mock, Markdorf, daneben, Jose Fahra von Gerhard Fassnacht, Horb
Komplette
Kühe waren gefragt
Traditionell sehr stark besetzt sind die Klassen der Zweitkalbskühe, die
in diesem Jahr Bundesniveau hatten. Besonders die Hintereuterqualität in
Kombination mit ausreichend viel Milchcharakter und guten Fundamenten
waren für den Preisrichter Matthias Zens ausschlaggebend in seinen
Entscheidungen. So setzten sich in diesen drei Klassen mit der BG
Dante-Tochter Lottery aus dem Betrieb von Franz und Markus Mock,
Markdorf, vor der Ramos-Tochter Hillary aus dem gleichen Bestand und der
Laudan-Tochter Fina von Martin Lederer Kirchberg nicht die größten aber
die korrektesten Tiere jeweils in ihren Klassen durch. Siegerin wurde
schließlich die BG Dante-Tochter Lottery.
Doppelsieg bei älteren Kühen
Die erste
Klasse der mittleren Kühe konnte Uwe Maier, Reitprechts mit der
September Tochter Jessica vor der Lancelot-Tochter Elisa von Eugen Neher
Bopfingen für sich entscheiden. Die zweite Klasse ging an die
Rudolph-Tochter Kussi von Wilhelm Stahl, Westernbach. Hier konnte sich
Jessica als Siegerin der mittleren Klassen durchsetzen. Bei den alten
Kuhklassen konnte ebenfalls Uwe Maier, Reitprechts den ersten
Klassensieg mit der Encore-Tochter Esprit verbuchen, die trotz ihrer
Reife noch sehr viel Stil und ein gutes Euter zeigte. Der zweite
Klassensieg ging an die älteste Holsteinkuh der Schau, die Bodo Tochter
Heidi, die zudem ausgezeichnet wurde für die höchste Lebensleistung der
ausgestellten Holsteinkühe. Mit 7 Kälbern konnte sie vor allem durch
ihre Mobilität und Frische überzeugen. Der Siegertitel alt ging jedoch
an die Encore-Tochter Esprit und komplettierte die Erfolgsserie des
Betriebes Uwe Maier, Reitprechts.

Siegerkuh alt Holsteins von Uwe Maier,
Reitprechts

alle Sieger Holsteins: von links (Sieger
Jungkuh) Bolton Libelle, DG Dante Lottery (Sieger jung)
beide Betrieb M. und F. Mock, Markdorf; September Jessica (Sieger
mittel) und Encore Esprit
(Sieger alt) beide Uwe Maier Reitprechts
Grand
Champion Holsteins
Mit der
Wahl der Eutersiegerin wurde schon ein wenig die Spannung zur Wahl des
Grand Champion vorweg genommen. Denn nachdem Matthias Zens die kompakte
BG Dante Tochter mit ihrem extrem drüsigen und festen Euter als beste
Euterkuh herausgestellt hatte, gab es nur noch wenige Zweifel, dass
diese Kuh auch Grand Champion werden kann, was dann auch erfolgte,
weshalb der Titel des Grand Champions Holsteins mit der Kuh Lottery in
diesem Jahr an den Betrieb Franz und Markus Mock, Markdorf ging.

Grand Champion Holsteins: BG
Dante-Tochter Lottery
von Franz und Markus Mock, Markdorf

Grand Champion Holsteins: BG
Dante-Tochter Lottery
von Franz und Markus Mock, Markdorf
Hochwertige Testbullentöchter
Mit
Daniel Gasser konnte ein Preisrichter aus Südtirol gewonnen werden, der
neben der Euterqualität auch auf genug Kapazität in der Vorhand achtete.
So war es nicht verwunderlich, dass die erste Jungkuhklasse von der
Dalmer-Tochter Bianka von Peter Rohmer Oberopfingen gewonnen werden
konnte. Überzeugend auch in dieser Klasse die Zweitplatzierte, die
Achet-Tochter Cilly von Josef Hecht, Mittelbuch, die viel Feinheit und
ein sehr straffes Euter zeigen konnte. Die zweite Jungkuhklasse wurde
mit der Pussli-Tochter Gabi von Mathias Härle, Dellmensingen ebenfalls
von einer Testbullen-Tochter aus dem RBW-Programm gewonnen. Die
Eagle-Tochter Kalkutta von Gerhard Albinger setzte sich als
Klassensiegerin in der dritten Jungkuhklasse vor die Jackpot-Tochter
Hella von Franz und Gabriele Kramer Edelbeuren. Der Siegertitel der
Jungkühe ging jedoch an die Dalmer- Tochter Bianka vor der Pussli
-Tochter Gabi und damit an den Betrieb Peter Rohmer, Oberopfingen.
Starke
Mehrkalbskühe
Die
Zweitkalbskühe traten in einer Klasse gegeneinander an. So war die
Klassensiegerin gleichzeitig auch Siegerkuh. Aufgrund ihres besseren
Euters konnte sich die Pronto-Tochter Zitta der Keller GbR, Hürbel vor
der Spetion-Tochter Heidelbeere von Klaus Hänsler durchsetzen. Besonders
hochwertig waren die Klassen der Mehrkalbskühe besetzt. Gleich die erste
Klasse konnte mit einem überzeugenden Trio starten. Mit der bekannten
Cojak-Tochter Karmen, von Edwin Kling, der Pronto-Tochter Berta von
Mathias Härle, Dellmensingen und der General-Tochter Larry, die sich
schließlich durch ihre Vorzüge im Vordereuter und der Länge in der
Mittelhand vor die anderen beiden setzen konnte. Sehr typstark fielen
auch einige Hucos-Töchter in dieser Klasse auf. Sehr komplett zeigte
sich auch die Pronto-Tochter Fabiola nun mit vier Kälbern aus dem
Betrieb von Gerhard Heim, Tettnang. Eie sehr gute Mittelhand und eine
offene Rippe in Kombination mit einem fest aufgehängten Euter sicherten
ihr den Klassensieg. Allerdings unterlag sie schließlich in der Wahl um
den Siegertitel der mittleren Kuhklassen der überragenden
General-Tochter Larry von Friedrich Sauter, Krattenweiler, die sich noch
im Vorjahr mit dem Reservesiegertitel begnügen musste.

Siegerauswahl mittlere Kühe Braunvieh
Duell der
alten Damen
Ein
spannendes Finale boten die Klassen der alten Braunviehkühe. Mit
Finesse, Fröschle, Alica, Evita und Ines traten viele bekannte Schau und
Dauerleistungskühe in diesem Wettbewerb an. Die Klasse der 5.-Kalbskühe
konnte die in der Vergangenheit bereits hoch dekorierte Ace-Tochter
Finesse, von Friedrich Sauter Krattenweiler für sich entscheiden vor der
Mascot-Tochter Nesti von Josef Kienle Erolzheim. Die zweite Klasse
wurde gewonnen von der Videv-Tochter Evita vor der Ace-Tochter Ines,
beide aus dem Betrieb von Edwin Kling, Murrwangen. Evita hat bereits 11
Kälber und eine Lebensleistung von weit mehr als 100.000 kg Milch.
Dennoch konnte sie sich noch jugendlich und frisch mit bestem Bein und
fester Euteranbindung präsentieren. So war es nicht verwunderlich, dass
sie sich schließlich auch als Siegerkuh der alten Kuhklassen vor Finesse
durchsetzen konnte.

Siegerkuh der alten Klassen Braunvieh
Evita mit 108.000 kg Lebensleistung

alle Sieger Braunvieh von links: sieger
Jungkuh Dalmer Bianka, Peter Rohmer;
Sieger jung: Pronto Zitta, Keller GbR, Hürbel; Siegermittel und Grand
Champion,
General Larry, Friedrich Sauter, Krattenweiler,
Sieger alt Videv Evita, Edwin Kling, Murrwangen
Grand
Champion Braunvieh
Auch bei
der Wahl zur besten Euterkuh der Schau waren nahezu alle Klassensieger
der Einzelklassen im Ring und boten ein überzeugendes Bild der
Richtleistung von Daniel Gasser. Deutlich zeigten die ausgestellten
Tiere die Bedeutung der Eutervererbung in der Endauswahl. Der
Siegertitel für die Kuh mit dem besten Euter ging schließlich an die
Zweitkalbkuh Zitta, eine Pronto-Tochter aus dem Betrieb Keller GbR,
Zillishausen, die sich aufgrund ihrer Festigkeit und ihrem deutlichen
Zentralband in Kombination mit bester Beaderung gegen die
Mitbewerberinnen durchsetzen konnte. Der Champion Titel ging jedoch an
eine Kuh mit überzeugendem Bundesformat. Aufgrund ihrer Länge, ihres
soliden Fundamentes und vor allem wegen des langen und festen
Vordereuters konnte sich schließlich die Siegerin der mittleren
Kuhklassen, die General Tochter Larry von Friedrich Sauter,
Krattenweiler als Champion durchsetzen.

Grand Champion Braunvieh:GeneralTochter
Larry von Friedrich Sauter Krattenweiler

Grand Champion Braunvieh:GeneralTochter
Larry von Friedrich Sauter Krattenweiler
Über alle
Rassen hinweg war die RBW-Schau ein überzeugender Einblick in die
Zuchtarbeit des Landes Baden-Württemberg. Eine große Tierzahl von
hervorragender Euterqualität konnte dem interessierten Fachpublikum
präsentiert werden. Allerdings war das Gelingen der Schau vor allem
durch die herausragende Preisrichterleistung aller drei Preisrichter
geprägt, die brilliant kommentierten, zügig ihre Entscheidungen fällten
und großen Zuspruch durch die Beschicker und Besucher erfuhren.

Alle 3 Grand
Champions der RBW-Schau 2010

Nachzuchten auf der RBW-Schau
Watmorr
Mit
Watmorr konnte ein früher Waterberg-Sohn aus einer Morror-Mutter gezeigt
werden. Watmorr geht auf die Humberg-Familie zurück und hat damit ein
solides Bullenmutterpapier im Hintergrund. Mit 11.000 kg
Durchschnittsleistung und 13.600 kg Milch ist eine gute Milchvererbung
veranlagt, die seine ersten Töchter mit Einsatzleistungen ebenfalls
erwarten lassen. Watmorr liegt etwa 2,5 kg über dem Durchschnitt mit
seinen Einsatzleistungen und zeigt dabei eine sehr gute Melkbarkeit.

Die
gezeigten Watmorr-Tochter präsentierten sich sehr einheitlich. Sie waren
mittelrahmig, sehr kompakt und gut in den Körperübergängen. Sie zeigten
einen feinen Knochenbau mit genug Kapazität und Kaliber, worauf auch
sein positiver Fleischwert hinweist. Die Euter sind sehr kompakt und
hoch aufgehängt, zeigen eine gute Beaderung mit guter
Vordereuterausprägung. Die Striche sind ausreichend lang und gut
geformt. Watmorr erwartet im April seinen ersten Zuchtwert.
Tisar
Tisar ist
der höchste Neueinsteiger der RBW der Rasse Holsteins aus der
Januar-Zuchtwertschätzung 2010. Mit einem RZG von 128 konnte er sich
durch seine Milchmenge von +1892 kg und einer Exterieurvererbung von RZE
von 117 sofort für den Besamungseinsatz qualifizieren. Tisar geht auf
die O-Familie des Betriebes Erthle, Eggingen zurück, der ursprünglich
aus der O-Familie des Betriebes Bielefeld stammt.

Wie der
Bulle dies auch bestätigt steht diese Familie für eine solide
Leistungsvererbung in Kombination mit enstprechender Typvererbung. Die
gezeigten Tisar- Töchter zeigten sich schon sehr reif, mit guter
Mittelhand und ausreichendem Milchcharakter. Ihr Wille zur Produktion
ist den Tieren anzusehen. Dies kombinieren sie mit einer guten
Rumpftiefe und ansprechender Kapazität. Tisar-Töchter bewegen sich auf
einem guten, sehr feinknochigen Fundament mit überdurchschnittlicher
Tracht. Die Euter sind überdurchschnittlich in Hintereuterhöhe und
Zentralband. Tisar kann zudem die Melkbarkeit deutlich verbessern.
Jockorm
Mit
Jockorm wurde ein Bulle mit ersten Töchtern aus dem Wiedereinsatz
gezeigt. Dieser Jocko Besne Sohn bestimmte in den letzten Jahren
deutlich den Besamungseinsatz der RBW. Er geht über Storm auf die
bekannte 100.000 kg Kuh Starleader Lulu des Betriebes Mock, Markdorf
zurück. Inzwischen hat Jockorm einen RZG von 117 und einem Exterieur von
117 bei +825 kg Milch. Seine Herausragende Vererbung spiegelt sich in
seinem sehr hohen zuchtwert für Nutzungsdauer wieder.

Die
Jockorm-Töchter stehen im mittleren Rahmen, sind mit guter Rumpftiefe
ausgestattet und zeigen sich durchschnittlich im Milchcharakter. Jockorm
vererbt sich überdurchschnittlich im Fundament. Diese sind etwas steiler
gestellt bei knapp durchschnittlicher Knochenqualität und sehr straffer
Fessel und hoher Tracht. Die gezeigte Gruppe konnte vor allem im
Vordereuter sowie der Strichform und Länge überzeugen. Jockorm ist
weiterhin verfügbar und wird auch gesext angeboten, er ist ein sehr
guter Befruchter.
Dr.A.Weidele

