Am Wochenende volle Ränge
Mit großem
Interesse verfolgten viele Zuschauer den Wettbewerb der Fleckvieh- und
Holsteinzüchter. Der Klassiker ist aber der Vorführwettbewerb der
Jungzüchter!
Seit vielen Jahren
nutzen Züchter aus Hessen und Baden-Württemberg den Maimarkt um sich im
Wettbewerb zu messen. Daß dabei weniger Fachpublikum sondern mehr
städtisch Zuschauer im großen Reitstadion der Stadt Mannheim zusehen
stört niemanden. Das Konzept der Veranstaltung wird einfach dem Publikum
angepasst. So werden die Kommentare der Preisrichter etwas ausführlicher
gestaltet, um verständlich zu machen, was die Züchter hier tun, und vor
allem, was wichtig ist, damit eine schöne Kuh auch eine gute Kuh ist.
Seit den Anfängen des Maimarktes, also seit fast 400 Jahren, sind Pferde
und Rinder hier zu sehen. Anstelle eines Viehmarktes steht nun die
Rinderschau und Schaf- oder Ziegenschau zusammen mit den Reitpferden.
Eingebettet in Reitturnieren und Reitvorführungen der Polizeistaffel
oder auch der Demonstration eines Poloturniers werden hier zudem in
einer kleinen Tierschau Schweine, Geflügel, Hasen und Produkte der Imker
ausgestellt. Auch dieses Jahr war das Interesse wieder riesig.
Aus dem nördlichen
Verbandsgebiet der Rinderunion und dem südlichen Hessen waren insgesamt
28 Tiere der Rasse Fleckvieh und 14 Tiere der Rasse Deutsche Holsteins
ausgestellt. Zudem wurden auch die Rassen Limburger, Braunvieh, rotes
Höhenvieh und Highländer präsentiert. Ein „Sahnehäubchen“ bildete ein
Fleckvieh Kuhgespann von Familie Weidner aus Mainhardt. In einer
Präsentation der Arten- und Rassenvielfalten wurde alles was Beine hatte
im großen Ring vorgeführt.
Fleckvieh im
Zweinutzungstyp
Den Kühen voraus
konnte der Bulle Martin, gezüchtet von der Familie Heilmann aus
Schrozberg, die Zweinutzungseigenschaften der Rasse Fleckvieh deutlich
machen. Mit besten funktionale Exterieurmerkmalen, wie gute Fundamenten
und allerbesten Eutern überzeugten dann die Kühe den Preisrichter Thomas
Bidlingmaier aus Eislingen.
Bei den Jungkühen
mit einer Kalbung siegte „Paris“, eine „Humid“ Tochter aus der Zucht von
Walter Lang in Herbstein-Stockhausen. Sie wurde Reservesiegerin Jung und
bekam MMM Silber und BML Bronze. Ein wenig besser aber war noch „Hanni“,
eine „Inny“ Tochter aus dem Besitz von Heinz Hagel, Sulzbach-Laufen,
wurde Sieger Jung und dafür mit MMM Gold und der ADR Plakette in Silber
ausgezeichnet.
Die Eutersiegerin
fand sich ebenfalls in der jungen Klasse. „Meggi“, eine weitere „Inny“
Tochter der Familie Hagel wurde dafür mit MMM Gold und BML Bronze
ausgezeichnet. Bei den Kühen mit 2 Kalbungen konnte sich „Nicole“, eine
„Hutmann“ Tochter von Karl Meisinger aus Brensbach-Hippelsbach vor
„Luzerne“ aus der Zucht der Familie Walter Gailing platzieren.
In der Klasse Kühe
mit 3 Kalbungen setzte sich die Kuh „Edelrose“, eine „Hofherr“ Tochter
von Familie Weber in Boxber gegen „Lissan“ von Arnold Heck aus
Wagenschwend durch. Sie wurde in Folge zur Reservesiegerin gekürt und
mit MMM Silber und dem MLR Teller geehrt. Sieger der alten Kühe mit mehr
als 4 Kalbungen wurde dann deutlich die „Zaport“ Tochter „Mirelle“ aus
der Zucht von Familie Hild/ Hillerich aus Reinheim-Überau die dafür MMM
Gold und BML Silber bekam.
Die Fleischsiegerin
entstammte auch der älteren Klasse. „Lilofee“, eine „Rumbomen“ Tochter
der Züchterfamilie Schmidt aus Bad Friedrichshall war nicht zu schlagen
und wurde dafür mit ADR Silber ausgezeichnet.
Großer Beliebtheit
erfreut sich jedes Jahr der Wettbewerb der Stallsammlungen, wo 3 Töchter
eines Betriebes gegen die Tiere anderer Züchter antreten. Wichtig ist
hierbei nicht nur die Qualität der einzelnen Tiere, sondern vor allem
auch die Harmonie der Gruppe. Sieger wurde hier dieses Jahr Walter Nagel
aus Leingarten vor Familie Hild/Hillerich und Otto Hennegriff aus
Limbach-Balsbach.
Holsteins mit
besten Eutern
Ingrid Epting aus
Königsfeld-Erdmannweiler, die für ihren dritten Auftritt als
Preisrichterin bei den Holsteins in Mannheim geehrt wurde, hätte die
Siegerkuh bei den Holsteins am liebsten mitgenommen. Die Qualität der
ausgestellten Tiere beeindruckte nicht nur sie, sondern auch das
Publikum.
Sieger bei den
jungen Kühen wurde die „Stylist“Tochter „Lena“ aus der Zucht von Manfred
Weiland, Oberschüpf. Sie gewann sicher vor den Jungkühen von u.a.
Familie Bertsch, Jagsthausen und Frank, Boxberg-Schweigern und bekam
dafür MMM Gold und BML Bronze.
Bei den Kühen mit 2
Kalbungen konnte sich Familie Maas aus Ladenburg mit Emily, einer Jose
Tochter vor Polly von der Züchterfamilie Gieser in Heidelberg Kirchheim
durchsetzen. Sie wurde auch zur Siegerin der alten Kühe gewählt und war
ebenfalls die beste Euterkuh der Holsteinkollektion. Dafür bekam sie die
Glocke der RBW und wurde mit MMM Gold ausgezeichnet.
Die Klasse der Kühe
mit mehr als 3 Kalbungen beherrschte „Marliese“, eine „Kian“ Tochter aus
dem Besitz von Rudolf Mannsperger aus Eppingen-Adelshofen. Die Tiere von
Erhard Brenner, Breitenbronn und Familie Kief aus Hockenheim wurden von
ihr auf die Plätze verwiesen. Marliese wurde mit dem Teller des Minister
Präsidenten und MMM Silber ausgezeichnet
Jungzüchterwettbewerbe als Publikumsmagnet
Die
Jungzüchterwettbewerbe erfreuen sich wachsender Beliebtheit. So nahmen
30 Nachwuchszüchter an den Beuteilungswettbewerben teil. Bei den
Holsteins waren in 2 Altersklassen Laura Burger aus Trebur und Katrin
Ferl aus Lautertal erfolgreich, bei der Rasse Fleckvieh gewannen
Katharina Plapp aus Wiesenbach und Conny Jäger aus Mörlenbach.
Der „Knaller“
schlechthin war der Kindervorführwettbewerb. Vor vollen Rängen konnten
die 14 Jungprofis einem begeisterten Publikum ihre Kälber vorführen. Bei
den Jüngsten bot Nils Jäger aus Mörlenbach-Annenhof eine tolle Show,
plauderte charmant mit der Preisrichterin Steffi Weidner aus Mainhard
und wurde dafür zum Sieger gewählt.
Bei den Kindern über
9 Jahren entschloss sich das Preisrichter Gremium unter der Leitung von
Dieter Kraft vom LWA Ilshofen für Vivien Heck aus Wagenschwend. Die
Pokale für die Jungzüchter und die Auszeichnungen für die besten Kühe
überreichten im Anschluss Herr Feike, Stadtrat der Stadt Mannheim und
der erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall, Herr Knaus.
Abschließend soll
ein Dank stehen an alle Mitwirkenden dieser schönen Veranstaltung, die
sich trotz „Silierwetter“ auf den Weg nach Mannheim gemacht und ihre
Tiere zur Verfügung gestellt haben.
M.
Ruck