Die Konditionskarte für Fleckvieh:
 | Körperreserven benoten
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 | Fütterung überprüfen
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 | Gesundheit und Fruchtbarkeit optimieren
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 | Milchleistung ausschöpfen
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| Die Konditionskarte entstand in Zusammenarbeit mit der Lehr- und
Versuchsanstalt für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft in Aulendorf, sowie Dieter
Hanselmann, Rinderzuchtverband in Baden-Württemberg. Die Konditionskarte kann über den
RZV bezogen werden. |
| Konditionsbeurteilung: Was ist das, wie geht das ? Ob
die Fütterung stimmt, können Sie auch beim Fleckvieh direkt an den Kühen ablesen. Wir
zeigen, wie es geht. |
| Zur besseren Kontrolle der Fütterung greifen jetzt auch
Fleckviehbetriebe zunehmend auf ein System zurück, das sich bei Schwarz- und Rotbunten
bereits weltweit bewährt hat. Gemeint ist das "body condition scoring", die
Körperkonditions-Beurteilung (BCS). Dabei wird abgeschätzt, wieviel Körperreserven die
Kühe haben. Für den Umfang der Reserven werden Noten gegeben, und es wird überprüft,
ob diese - gemessen am jeweiligen Laktationsstand - optimal sind. |
Mit Hilfe der Konditionsnoten kann die Fütterung im Laufe der
Laktation angepaßt werden, wenn die Kühe stärker als beabsichtigt anfleischen, oder
wenn sie nicht genug "auf den Rippen" haben. Es soll vor allem verhindert
werden, dass altmelkende und trockenstehende Kühe zu fett werden und nach dem Abkalben
unter Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsstörungen leiden. |

(Quelle: top agrar) |
| So gehen Sie vor: Sie
beurteilen die Körperreserven, indem Sie die Fettauflage im hinteren Bereich und am
Rücken der Kuh abschätzen. Für die Beurteilung der Körperkondition werden acht
Körperstellen herangezogen (siehe Zeichnung unten).
Für die Bewertung sollten Sie zu Beginn alle genannten Körperstellen mit der
Hand abgreifen. Später, mit etwas Übung, reicht eine optische Bewertung meist aus. Hier
wird jedoch bei Fleckviehkühen etwas anders verfahren als bei den Schwarzbunten. Durch
die Bemuskelung an Lende und Keule ist die Fettauflage an einigen Stellen nicht sichtbar.
Deshalb kann man sich bei der optischen Beurteilung auf die ersten vier genannten Merkmale
beschränken. Auf der Konditionskarte sind Beispielskühe für jede Bewertungsklasse
abgebildet und entsprechend beschrieben. |

(Quelle: top agrar) |
Acht Körperstellen für die Beurteilung:
- Dornfortsätze der Lendenwirbelsäule
- Übergang von den Querfortsätzen zur Hungergrube
- Bereich zwischen den Hüfthöckern
- Beckenausgangsgrube mit Schwanzansatz
- Sitzbeinhöcker
- Hüfthöcker
- Verbindung zwischen den Dorn- und Querfortsätzen
- Querfortsätze der Lendenwirbel
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| Bei der Vergabe der Noten wird bei Schwarzbunten und bei
Fleckviehkühen grundsätzlich gleich verfahren. Für den gleichen Verfettungsgrad
bekommen die Kühe die gleiche Note. Die Notenskala reicht von 1 bis 5. Bei der
Beurteilung ist zu berücksichtigen, dass die Kühe nicht an allen Körperstellen
gleichmäßig Fett ansetzen bzw. einschmelzen. Es gibt tierindividuelle Unterschiede.
Manche Kühe mobilisieren Fett schneller im Lebenbereich, andere im Beckenbereich und an
der Schwanzfalte. Aus diesem Grund wird für die genannten Körperstellen eine
Durchschnittsnote gebildet. |
| Note 1 bedeutet, die Kuh ist hochgradig
abgemagert. Es handelt sich um ein Tier ohne eine fühlbare Fettauflage. Dies ist bei
Fleckviehkühen sehr selten. |
Bei Note 2 sind die Dornfortsätze der
Lendenwirbelsäule einzeln sichtbar. Der Übergang zur Hungergrube ist deutlisch
eingezogen, der Bereich zwischen den Hüfthöckern stark eingesunken. Die Knochen um die
eingeschnittene Höhle der Beckenausgangsgrube treten hervor. |
Eine Fleckviehkuh mit Note 3 ist
etwas knapp im Futter. Die Dornfortsätze sind noch nicht abgesetzt. Der Übergang zur
Hungergrube ist leicht eingezogen. Der Bereich zwischen den Hüfthöckern ist eingesunken.
Der Beckenausgang ist als glatte flache Grube zu bezeichnen |
Bei Note 4 sind die Dornfortsätze nicht
erkennbar. Es handelt sich um eine ebene Fläche. Der Übergang zur Hungergrube ist nicht
eingezogen. Der Bereich zwischen den Hüfthöckern ist ebenfalls eben. Der Beckenausgang
ist leicht hervorgewölbt. Eine leicht gefüllte Schwanzfalte ist zu erkennen. |
Eine Kuh mit Note 5 ist hochgradig verfettet. Die
Dornfortsätze verschwinden im Rückenfett. Der Übergang zur Hungergrube ist
hervorgewölbt, der Bereich zwischen den Hüfthöckern ist aufgewölbt. Am Schwanzansatz
sind Fettwülste deutlich zu sehen. |
| Bei gleicher Fettauflage bekommen Fleckvieh und Schwarzbunte zwar
die gleichen Noten. Was sich allerdings unterscheidet, ist der optimale Verlauf der
Körperkondition. Für Fleckviehkühe im Zweinutzungstyp wird eine um etwa eine halbe Note
höhere Kondition angestrebt als für stark umsatzbetonte Kühe wie Schwarzbunte. Für
Fleckvieh im "Milchtyp", z.B. bei der Einkreuzung von Red Holstein, liegt das
Nieveau der Noten zwischen Fleckvieh und Schwarzbunt. |
| Körperkondition von 3,5
anstreben ! |
| Folgende Faustzahlen sollten Sie sich merken: Eine
Fleckviehkuh sollte zum Abkalben höchstens die Note 4,0
haben. Dann hat sie genügend Energiereserven für die Hochlaktation. Im ersten
Laktationsdrittel werden Körperreserven in Milch umgesetzt. Dabei ist ein Rückgang der
Kondition auf 3,5 normal. Es ist aber darauf zu achten, dass die Kühe in den ersten zwei
Monaten nach der Geburt nicht mehr als eine halbe Konditionsnote verlieren. Die Note 3,25
sollte bei der Fleckviehkuh nicht unterschritten werden. |
| Am Ende des zweiten Laktationsdrittels sollte die
Körperkondition im Idealfall immer noch bei Note 3,5 liegen. Die
Fütterung der altmelkenden Kühe im letzten Laktationsdrittel sollte so gestaltet werden,
dass beim Trockenstellen die Note 4 nicht überschritten wird. |
| Während der Trockenstehzeit sollte die Kuh kein Fett ansetzen.
Eine Ausnahme bilden stark abgemolkene Kühe. Diese müssen in der Trockenstehzeit sogar
Reserven bilden. Die Konditionsnote von 4 sollte aber ebenfalls nicht überschritten
werden. Kühe, die während der Laktation zu fett geworden sind, dürfen während des
Trockenstehens auf keinen Fall abmagern, also Fett einschmelzen. Dies kann zu schweren
Stoffwechselproblemen führen. |
Folgende Punkte sind bei der Durchführung der Konditionsbewertung
zu beachten:
 | Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung, bevor Sie die Kondition der Kühe bewerten
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 | Beurteilen Sie den Übergang von der Lende zur Hungergrube nur auf der rechten
Körperseite. Denn auf der linken Seite kann der unterschiedlich gefüllte Pansen zu
Fehlbeurteilungen führen.
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 | Lassen Sie Ihre Kühe hin und wieder durch eine außenstehende Person (Berater,
Berufskollege) bewerten. Es ist wichtig, die eigene Benotung nach einiger Zeit durch eine
unabhängige Beurteilung wieder genau einzustellen.
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 | Eine feste Einplanung des BCS im Rahmen des Herdenmanagements ist notwendig.
Ideal ist eine konsequente Beurteilung der Herde z.B. nach jeder zweiten
Milchleistungsprüfung. Wenn dies nicht möglich ist, sollte jede Kuh mindestens viermal
in der Laktation beurteilt werden. Es bieten sich Zeitpunkte an, an denen die Kuh sowieso
untersucht oder betrachtet werden muss: beim Abkalben (z.B. bei der Besamung) bei der
Trächtigkeitsuntersuchung und beim Trockenstellen
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Im Betrieb der Lehr- und Versuchsanstalt Aulendorf wird die Körperkondition
monatlich zeitnah zur Milchleistungsprüfung durchgeführt. Die Konditionsnoten werden bei
der Erstellung der Kraftfutterliste berücksichtigt. |
| Wo gibt's weitere Infos? Weitere
Informationen zur Konditionsbewertung und zur notwendigen Umsetzung in der Fütterung
finden Sie in den Beiträgen "Konditionsbewertung: Jetzt auch beim Fleckvieh" in
top agrar 6/98 und "So füttern Sie Fleckvieh nach Noten" in top agrar 7/98. |
Praktisch erlernen können Sie die Konditionsbewertung
an der Lehr- und Versuchsanstalt in Aulendorf (Tel. 07525/942-300). Dort werden Kurse für
Landwirte und Berater angeboten. |
| (Auszug aus der Konditionskarte für
Fleckvieh, top agrar - das Magazin für moderne Landwirtschaft) |