Ausflug
des Jungzüchterclubs
Bodensee - Oberschwaben
Vom 07.-
09.11.03 fuhr eine Gruppe von 23 Jungzüchtern zu einer Lehrfahrt nach Luxemburg.
Um 06.30 Uhr fuhren wir in Markdorf los
und waren mit mehreren Pausen gegen ca.11.30 Uhr im Süden von Luxemburg angekommen. Dort
besichtigten wir als erstes eine Morzarella Käserei in Fentage auf dem Betrieb
"Feyder", der neben der Käserei noch einen Holsteinzuchtbetrieb hat.
Fast alle Bauern aus diesem Ort liefern
ihre Milch an diese Käserei. Um ca. 15.30 Uhr fuhren wir dann zum nächsten
Holsteinzuchtbetrieb nach Goeblange, Besitzer sind "Thein & Elsen". Dieser
Betrieb liegt 340m über dem Meeresspiegel und die Böden bestehen aus lehmigem Sand bis
schwerem Tonboden. 1991 wurde dort der Boxenlaufstall für die Milchkühe mit Nachzucht
gebaut(Aussiedlungsbetrieb). 1999 wurde ein Mastbullenstall für 200 Bullen gebaut. Im
selben Jahr wurde dann in der Milchviehherde Leukose festgestellt, deshalb wurde am
09.09.99 die ganze Herde gekeult und eine neue mit ca. 70 Kühen aus Ostfriesland gekauft.
Die momentane Milchproduktion in diesem
Betrieb liegt bei 10.310 kg Milch 4.11% Fett 3.37% Eiweiß. Sehr interessant sind auf
diesem Betrieb auch die Zuschüsse von Land. Für den Milchviehstall hat er 50% Zuschuss
bekommen und für den Laufhof 75%. Diese hohen Zuschüsse sind in Luxemburg üblich!
Anders sieht es bei der Milchquote aus. Diese liegt momentan bei 2.15 Euro per kg Milch.
Anschließend fuhren wir nach Munshausen
wo wir unsere Unterkunft hatten.
Nach einer kurzen Pause fuhren wir zu
einer nahe gelegenen Gaststätte in der wir mit einigen Jungzüchtern und Betriebsleitern
zu Abend gegessen haben und in der wir danach den Abend noch mit einer gemütlichen
Kegelrunde ausklingen ließen. Am nächsten Morgen ging es dann um 8.30 Uhr wieder los.
Um ca. 9.00 Uhr kamen wir auf dem
Holsteinzuchtbetrieb "Nelser Michel" in Hamiville an. Dieser Betrieb hat eine
landwirtschaftliche Nutzfläche von 85 ha. Rindvieh hat er insgesamt 132 Stück, wovon
momentan 39 Kühe mit einem Durchschnittsalter von 4,2 Jahren sind. Der Stalldurchschnitt
liegt bei 10.512 kg Milch bei 4,18% Fett und 3,42% Eiweiß. Melktage sind es 321 bei einer
Zwischenkalbezeit von 415 Tagen. Er arbeitet mit 1,5 Arbeitskräften. Er besamt
hauptsächlich die kanadischen Bullen Spy und Champion.
Nach dieser Besichtigung fuhren wir nach
Pommerloch zum Mittagessen. So gegen 14.00 Uhr kamen wir dann zu dem Milchviehbetrieb
"Albers Molitor" in Boulande. Dieser Betrieb wird von zwei Familien
bewirtschaftet, welche sich zusammengeschlossen haben. Einer der beiden kümmert sich um
die 60 Milchkühe. Diese Kühe leben in einem Boxenlaufstall mit 70 Liegeplätzen und
werden von einem Melkroboter gemolken. Der andere Betriebsleiter kümmert sich um 800
Milchziegen, die täglich in einem Melkkarussell mit 78 Stellplätzen gemolken werden.
Erstaunlich ist hier, dass dieser Betrieb größtenteils nur durch die zwei Betriebsleiter
bewirtschaftet wird- Saisonarbeitskräfte oder Lehrlinge gibt es kaum oder gar nicht.
Nach dieser Besichtigung fuhren wir in
unsere Herberge zurück, wo wir uns frisch machten und so gegen 19.00 Uhr wieder los
fuhren um eine Brauerei zu besichtigen. Diese Brauerei heißt "Cornelishaff" und
stellt verschieden Biere (Weizenbier, Starkbier
), Senf, Speiseöl, Buchweizenmehl,
Käse
usw. her. Nach dieser Besichtigung aßen wir auf Cornelishaff zu Abend und
ließen uns von dem frisch gebrauten Bier und den verschieden luxemburgischen Gerichten
verwöhnen. Zur späteren Stunde trafen wir uns noch mit anderen luxemburgischen
Jungzüchtern und Betriebsleitern auf einem Fest, das in dem Dorf unserer Herberge war. Am
nächsten Morgen machten wir uns für die Heimreise fertig, besuchten dann aber noch den
Betrieb "Peter Meuters" in Pommersheim.
Dieser Betrieb ist 460 m über dem
Meeresspiegel. Er bewirtschaftet 143 ha Grün- und Ackerland. Sie habe 115 Milchkühe und
140 Stück weibliches Jungvieh. Des weitern hat er 20 Zuchtbullen. Dieser Betrieb hat eine
Referenzmenge von 1,05 Millionen kg . Er hat 1998 einen neuen Boxenlaufstall mit
planbefestigten Laufgängen, einem Laufhof und einem Doppelachter Fischgrätenmelkstand
gebaut. Die Baukosten lagen bei 6.800 DM je Kuhplatz. Der Betrieb wird von dem
Betriebsleiter, seiner Frau, deren Eltern und einem Azubi bewirtschaftet. Die
Durchschnittsleistung dieses Betriebes lag in diesem Jahr bei 11.500 kg Milch, 4,10% Fett
und 3,45% Eiweiß.
Nach dieser tollen und sehr interessanten
Betriebsvorstellung traten wir dann endgültig die Heimreise an.
Ich denke für alle Teilnehmer war diese
Lehrfahrt ein ganz besonderes High Light, da wir viele sehr gute Betriebe gesehen haben.
Ich denke, das diese Neu - und Umbauten, welche wir dort gesehen haben, für alle sehr
lehrreich waren und auch für ihren Betrieb zu Hause neue Denkanstöße geben konnten.
Wir möchten uns nachträglich noch einmal
bei all diesen Betrieben für die große Gastfreundschaft und das Vorstellen ihrer
Betriebe bedanken.
Wir hoffen dass wir auch im nächsten Jahr
ein solch interessanten und lehrreichen Ausflug machen können.



