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| Hinterwälderrinder
in Afrika ? |
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| Etwa zwei Jahre ist es her, dass sich
der Missionar Cosmas Dietrich, gebürtig aus Singen am Hohentwiel, vom ehemaligen
Tierzuchtleiter Dr. Otto Kötteritzsch aus Moos am Bodensee über die
Hinterwälder-Rinderrasse hat informieren lassen. Wieder in Afrika, genauer in Kamerun,
konnte der Missionar einen Farbprospekt mit Rassebeschreibung und
Hinterwälder-Bullenangebot in der Missionsstation Almé vorlegen. Seine Idee eines
Einkreuzungsversuches in der dortigen Rinderherde fand Zustimmung. Da ja die Hinterwälder
im Schwarzwald die schwierigsten Umweltverhältnisse in Baden-Württemberg meistern,
müssten sie auch unter den vergleichsweise günstigen Haltungsbedingungen im Nordwesten
von Kamerun, einer Gebirgsgegend mit 800 bis 1600 m Höhenlage, ausgeglichenem Klima, 6
Monate Regen- und 6 Monate Trockenzeit, anzusiedeln sein. Allerdings gibt es Probleme der
Tiergesundheit, da in den Rinderherden die Rinderschlafkrankheit (Trypanosoma) grassiert,
gegen die nur die einheimische, aber in ihrem Bestand gefährdete Poli-Rinderrasse (Namji)
resistent ist. Selbst die eingeführten, sonst tropentauglichen Zebu-Rinder müssen
mehrmals im Jahr dagegen geimpft werden. |
| Die Missionsstation Almé hat sich
neben der christlichen Mission die Aufgabe gestellt, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Und
43 Jahre schon leistet der 70-jährige Missionar Cosmas Dietrich dort seinen Dienst am
Nächsten. Neben einer großen Schule betreibt die Station Landwirtschaft mit Ackerbau,
Vieh- und Ziegenzucht, - Ausbildung für das Leben auf dem Lande. Durch die
leistungsstarke Ziegenherde konnte eine Ziegenkäserei aufgebaut werden, deren Käse mit
Erfolg in der nächstgelegenen Stadt, Ngaoundere, verkauft werden konnte. Mit der
Viehherde konnte der Milchertrag und die Käseproduktion erweitert werden. Nachdem die
Herde von etwa 30 Kühen jetzt steht, sucht man Leistung in die Herde zu züchten. Da kam
die Information über die Hinterwälder zur rechten Zeit. Und vor Jahresfrist wurde dann
neben Ziegensperma aus der Besamungsstation Brumath im Elsaß Hinterwäldersperma aus der
Besamungsstation Herbertingen gekauft. Ausgewählt worden waren die beiden Besamungsbullen
Fockeral und Naxler wegen der langlebigen Mütter mit bester Leistung und wegen der
einwandfreien Form der Bullen selbst. Die Fleischleistung (Bemuskelung) der Rasse wurde
von vornherein als ausreichend eingeschätzt. |
| Und jetzt sind die ersten Kälber in
Kamerun geboren. Cosmas Dietrich hat uns die ersten Bilder mitgebracht, als er am
31.10.2001 während seines Deutschlandbesuches die Hinterwälderherden der
Züchterfamilien Baur in Bernau-Kaiserhaus und Schätzle in Präg besichtigte. Ein Kuh-
und ein Bullenkalb, von Naxler, bzw. Fockeral, die also nicht verwandt sind und so beide
eine Zuchtkarriere vor sich haben zur Anpaarung miteinander und mit Namji-Rindern. Ein
Kreuzungsstatus soll erhalten bleiben. damit die Resistenz der Namji in der Herde bleibt.
Die Erwartungen an Form und Entwicklung sind voll erfüllt. Gespannt werden jetzt weitere
Kälber erwartet. Und wir sind gespannt auf den weiteren Verlauf des dortigen
Zuchtversuchs und die Informationen über die Eignung der Hinterwälder für den Einsatz
in tropischen Gebieten. |
Brodauf |
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