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Rinderunion Baden-Württemberg e.V.

 
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Süddeutsche Fleischrindertage 2008

4. Süddeutsche Fleischrindertage
am 4. und 5. Februar 2011

in der Arena Hohenlohe
(Ilshofen)

.

< Schaukatalog (PDF-Datei) >

< Verkaufskatalog (PDF-Datei) >

< Versteigerungsreihenfolge (PDF-Datei) >
(mit Körergebnisse und Ultraschallmessung)

< Liste der auf das Doppellendergen untersuchten Angusbullen (PDF-Datei) >

 
Das erste Februarwochenende ist inzwischen bei vielen süddeutschen Fleischrinderzüchtern fest gebucht für unsere Fleischrindertage, die Einkaufsgelegenheit passend vor dem Frühjahrsaustrieb. Bereits das dritte Mal war Ilshofen Austragungsort dieser Gemeinschaftsveranstaltung der Rinderunion Baden-Württemberg und des Fleischrinderverbandes Bayern. Züchter und Gäste aus allen Regionen Deutschlands und des angrenzenden Auslands waren hier, einschließlich eines Fernsehteams des ZDF. Es gab viel zu sehen, 70 Verkaufstiere, ein Rahmenprogramm mit 16 Schaubullen und weiteren Schautieren, alles hervorragend dargeboten in den perfekten Räumlichkeiten der Arena Hohenlohe.

Angus war mit einer starken Verkaufskollektion vertreten, 30 Bullen plus 7 Rinder im Alter von 9 bis 15 Monaten. Bei Limousin kamen 22 Bullen zum Verkauf, Charolais bot 8 Bullen auf , inklusive eines genetisch hornlosen mit besonders interessanter Blutführung. Komplettiert wurde das Angebot durch drei sehr junge, genetisch hornlose Fleckvieh-Fleischbullen. Bei Anlieferung wurden alle Tiere gewogen und im Rückenmuskel per Ultraschall vermessen. Diese zusätzliche objektive Information zur Bemuskelung der Tiere wurde allen Interessenten zur Verfügung gestellt, ebenso die Ergebnisse der freiwilligen Testung auf das Doppellendergen bei den Angusbullen. Die Marktbullen wurden am Freitag in zwei Ringen gekört und gereiht, wobei bereits auffiel, dass der eine oder andere ganz besondere Kandidat dabei war.

Jungzüchter und Schau

Der Züchterabend am Freitag war ganz den Jungzüchtern und Schautieren gewidmet. Dr. Josef Dissen vom Fleischrinderherdbuch Bonn ging als Preisrichter in bekannt lockerer und für das Publikum sehr informativer Art zu Werke. 13 hochmotivierte Jungzüchter stellten sich in zwei Altersklassen seinem Urteil. Bei den Junioren schnitt der erst 12-jährige Tobias Schneider aus Adelmannsfelden, Württemberg, als Sieger am besten ab, er konnte mit der Präsentation des rahmigen Limousinbullen sehr beeindrucken. Die „Alten“ unter den Jungzüchtern gingen sehr professionell zu Werke; hier konnten selbst gestandene Züchter sich noch etwas abschauen. Reservesieger wurde Aaron Fellmann (20) vom Angus-Zuchtbetrieb in Löwenstein, Württemberg. Den roten Körsieger Angus durfte Laura Winhart (16) erfolgreich präsentieren, auch als bayerisches Tandem im Jungzüchterwettbewerb waren beide nicht zu schlagen.


Laura Winhart (16) und Tobias Schneider (12) waren die besten der Jungzüchter


Jungzüchterchampion Tobias Schneider (12) aus Adelmannsfelden präsentiert gekonnt seinen Bullen


Auch Rebecca Böttinger (12) aus Gechingen zeigte keine Angst vor großen Tieren

Der gesamte Schauwettbewerb wurde überstrahlt von der beeindruckenden Kollektion an Limousinbullen. Sieben Zuchtbullen aus dem Herdeneinsatz demonstrierten die Bandbreite bester Limousingenetik in Baden-Württemberg. Zusätzlich wurden einige besonders attraktive Rinder im Stall gezeigt, u.a. aus den RBW-Besamungsbullen Eldorado und Vagner. In der Klasse der älteren Bullen zeigte sich der knapp vierjährige Calvi von Gebhard Spieler aus Eberhardzell-Ampfelbronn, gezogen in Frankreich aus Timide x Nounours, als der kompletteste Bulle mit überragender Bemuskelung. Unter den drei jüngeren war Boyson, ein Boyscout-Sohn von Bernd Heinzmann, Engstingen, aus dem Zuchtbetrieb von Andreas Lamparth, Altensteig, unschlagbar.


Bester Limousin und auch Interbreed-Champion Intensiv wurde Calvi von Gebhard Spieler, Ampfelbronn


Bernd Heinzmann, Engstingen, war mit Boyscout bei den jüngeren Schaubullen Limousin unschlagbar

Bei den Altbullen Angus setzte sich der sehr elegante, typstarke, in Irland gezogene DM Rossiter aus dem bekannten Zuchtbetrieb von Bernhard Delle, Gundelfingen, gegen den sehr gut bemuskelten Sulmboy aus dem Zuchtbetrieb von Hannes Fellmann in Löwenstein durch.


Anguszucht global zeigt DM Rossiter von Berhard Delle mit amerikanisch-europäisch-neuseeländischer Blutführung

DM Rossiter weist eine interessante globale Angusabstammung auf: USA, Kanada, Neuseeland und Großbritannien finden sich im Pedigree. Zum Interbreed-Champion Intensiv reichte es jedoch auch für ihn nicht ganz gegen den übermächtigen Limousinsieger Calvi, der somit auch den top-bemuskelten, sehr korrekten Salerbullen Bebert der Universität Hohenheim sowie den mittelrahmigen, sehr fleischreichen Fleckviehbullen Promi von Hans-Jochen Burkhardt, Würzbach, schlagen konnte.


Fleckvieh-Fleisch Altbulle Promi aus der Zucht von Hans-Jochen Burkhardt, Würzbach

Bei den Extensivrassebullen traten zwei rote Galloways aus den Zuchtbetrieben von Hubert Mielke (Dornstadt) und Karl Ederle (Bissingen) gegen zwei Zwergzebus von Franz Unseld (Donaurieden) und Michael Kubisek (Karben) sowie einen jungen, sehr typstarken Highland von Josef Stützle aus Bad Schussenried an. Letztlich siegte der älteste, der bereits 12-jährige, überragend bemuskelte Zwergzebubulle Ilja von Franz Unseld. Trotz seines Alters zeigte sich Ilja in bester Schaukondition mit top-Fundament, typisch für die extrem langlebigen Zwergzebus, die nicht selten 20 Jahre und älter werden.


Karl Ederle mit Caruso, ein Traumpaar bei Galloway,
Preisübergabe durch die Herdbuchführerin der RBW, Andrea Nüssle


Noch sehr jung aber typstark zeigte sich der Highlandbulle von Josef Stützle


Bebert der Uni Hohenheim: ein traumhaft gut bemuskelter Salers


Michael Unseld (16) aus Donaurieden präsentierte den späteren Interbreed-Champion Extensiv Ilja (12),
Symbol für langlebige Zwergzebus

Körung und Auktion


Aufstellung der Körsieger vor der Auktion


Karl Ederle ganz in seinem Element: bei den heiß Begehrten machte das Versteigern Freude

Das breite Angebot der Rasse Angus bot für jeden Kaufinteressenten das, was er sucht: schwarz oder rot, Deutsch Angus oder Aberdeen, besonders typstark oder extrem fleischreich. Unangefochtener Siegerbulle war der mit Typ 8. Bemuskelung 9 und Skelett 8 gekörte rote Siegerbulle von Manfred Winhart aus Herrieden (Zuchtwert Fleisch RZF 106, Tageszunahme 1389 g), der sich trotz extremer Fleischfülle und 729 kg elegant auf korrektem Fundament bewegte.


Top-Körsieger Angus von Manfred Winhart ging für 4600 € zu Klaus Helms ins Badische

Für den Höchstpreis bei Angus mit 4100 € sicherte sich Klaus Helms aus dem badischen Neckargerach diesen Ausnahmebullen. Der sehr elegante schwarze Reservesieger, mit 8-8-8 gekört und RZF 111 bei 1325 g Tageszunahme, aus dem Zuchtbetrieb Hertfelder (Kreßberg) ging für 2500 € von Hohenlohe nach Brandenburg.


Der Reservesieger Angus von Hertfelders deckt künftig in Brandenburg

Ebenfalls hohe Preise erzielten zwei weitere Klassensieger mit 3400 €, ebenfalls ein roter Bulle, und 2700 €, beide mit Tageszunahmen über 1350 g und RZF von 109 und 111. Sie gingen in den Kreis Göppingen und in den Schwarzwald. Festzuhalten bleibt, hohe Tageszunahmen und gute Zuchtwerte in der Fleischleistung waren bei Angus gefragt, rote Farbe ebenso, Doppellender waren unerwünscht, alle fünf positiv getesteten bekamen kein Gebot. 20 von 30 Bullen wurden verkauft, einige zu guten, aber viele auch nur zum Mindestgebot von 1800 €, im Mittel wurden 2185 € erzielt. Fünf der sieben Rinder wurden verkauft, jedoch konnten die Preise nicht befriedigen, lediglich ein Rind erzielte mit 950 € einen akzeptablen Preis, die übrigen wurden zum Anschlagspreis von 800 € verkauft.

Bei Charolais wurden sechs der acht Bullen vermarktet, hier wurden gute Preise von 2000 € aufwärts erzielt, im Mittel 2967 €. Der Körsieger mit 8-8-8 aus der bekannten bayerischen Zuchtstätte Allmansberger, 1458 g Tageszunahme und RZF 114, ging für 2800 € in den Betrieb Bischoff nach Obersulm.


Nach Württemberg ging der Charolais Körsieger von Allmannsberger

Sehr gefragt und besonders teuer war der einzige genetisch hornlose Bulle aus dem Zuchtbetrieb Randlkofer, vorgestellt von Silvia Grauf, Feuchtwangen. Dieser Kör-Reservesieger, gut bemuskelt, elegant und dabei mit bester Tageszunahme von 1483 g, war heiß umworben. Letztlich sicherte sich die bekannte Zuchtstätte für hornlose Charolais, Familie Sauer aus dem badischen Dielheim, diesen hoch veranlagten Vererber für 4500 €.


Heiß umworben: Charolais, genetisch hornlos, für 4500 € zum Zuchtbetrieb Sauer, Dielheim

Von den drei genetisch hornlosen Fleckvieh-Bullen konnten zwei ihren Käufer finden, wobei der Sieger, ein sehr typstarker, eleganter und gleichmäßig bemuskelter Maximilian-Sohn mit seinen erst 11 Monaten sehr beeindruckte. Mit 7-8-8 gekört und 1439 g Tageszunahme blieb er für 2000 € in Württemberg.


Mit 11 Monaten schon top in Form der Körsieger Fleckvieh Fleisch

Höhepunkt der Auktion war die Rasse Limousin: der Kör-Reservesieger erzielte dabei mit 5300 € den Tageshöchstpreis aller Rassen. Mit 8-9-8 gekört, mit bestem RZF (115) und bester Tageszunahme (1372 g) aller Limousin-Bullen war es nur logisch, dass auch die Besamung an ihm interessiert war. Doch der Zuchtbetrieb Lamparth aus Altensteig sicherte letztlich diesen Top-Bullen von Hans Fehn aus Oberfranken für die Zucht in Württemberg. Dafür ging der 8-8-8 gekörte Siegerbulle für 2600 € aus dem württembergischen Zuchtbetrieb von Gebhard Spieler aus Ampfelbronn ins benachbarte Bayern nach Leipheim.


Körsieger Limousin aus dem Betrieb Spieler, Ampfelbronn

Drei der insgesamt 22 angebotenen Bullen waren genetisch hornlos, sie erzielten 2600 € im Mittel, während das Gesamtmittel bei 2505 € lag. Also auch hier war genetisch hornlos gefragt!


Reservesieger ganz vorne: zum Tageshöchstpreis von 5300 € vom Limousinbetrieb Fehn in
Oberfranken nach Altensteig zum Zuchtbetrieb Lamparth

Als Fazit kann festgehalten werden: Viele Zucht- und Haltungsbetriebe haben heuer in Ilshofen die Chance verpasst, sich für überschaubares Geld aus breitem Angebot mit bester Genetik einzudecken. Am 4. Februar 2012 bietet sich allen in der Arena Hohenlohe eine neue Gelegenheit zum Kauf, die sich niemand entgehen lassen darf, der Wert auf gute Zuchtbullen zu vernünftigen Preisen legt.

Bericht: Dr. Thomas A. Schmidt; Fotos: Dieter Kraft, Sarah Melzian

 

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