Am 1. und 2. Februar 2008
veranstalteten die Rinderunion Baden-Württemberg e.V. (RBW) und der
Fleischrinder-Verband Bayern e.V. (FVB) die 1. Süddeutschen
Fleischrindertage in der Arena Hohenlohe in Ilshofen.
Um es direkt vorweg zu
nehmen, es wurde ein voller Erfolg. Insgesamt wurden von den Züchtern 193
Tiere zu dieser ersten gemeinsamen Veranstaltung aufgetrieben. Davon fanden
sich 80 Tiere im Schauwettbewerb und 161 Tiere auf der Auktion wieder.
Die Körung
Bereits zur Körung am Freitag konnten
zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland begrüßt werden. Die Körkommissionen
zeigten sich hoch erfreut über die guten Qualitäten der vorgestellten Tiere
und wünschten sich so manches Mal auch halbe Noten vergeben zu dürfen, um
den Tieren, die sich zum Teil nur in Nuancen voneinander unterschieden,
gerecht zu werden. Körungssieger bei den Angus wurde ein vom Betrieb
Manfred & Christine Winhart, Herrieden gezogener Hieronimus-Sohn. Dieser
sehr typvolle Bulle war extrem gut bemuskelt und bewegte sich auf einem
fehlerfreien Fundament, was ihm dann folgerichtig die Körnoten 8-8-8
bescherte.
Den Körungsreservesieger stellte die
Zuchtstätte Norbert Schiller aus Eppenschlag mit einem Bartl-Sohn, der sich
mit einer Bewertung von 8-8-7 nur knapp geschlagen geben musste. Bei der
Rasse Charolais war die Zuchtstätte Robert Allmannsberger aus
Fürstenzell an diesem Tag nicht zu überbieten. Sie stellte mit ihrem rein
französisch gezogenen Ananas-Sohn sowohl den Körungssieger als auch mit
einem Royal-Sohn den Reservesiegerbullen.
Beim Fleckvieh wurde der genetisch
hornlose Pako-Sohn Planet aus der Zucht von Robert Deibel, Feuchtwangen mit
einer Bewertung von 8-8-8 zum Körungssieger ernannt. Ihm folgte ein
ebenfalls genetisch hornloser Pauli-Sohn aus der Zucht von Jürgen Zill,
Dietenhofen. Sein herausragender Typ und die weit über dem Durchschnitt
liegende Bemuskelung bescherte dem aus der Zucht von Karl Ederle,
Bissingen-Teck stammenden Neandertal Chikago Red-Sohn den Körungssieg bei
den Galloway. Gefolgt wurde er von dem Bullen Silas aus dem Betrieb
Hubert Mielke, Dornstadt.
Bei den Highland wurde nur ein Tier
zur Körung vorgestellt. Dieser aus der Zucht von Hubert Langwalder,
Eberhardzell stammende Bulle war allerdings mit der Bewertung von 8-8-6 ein
würdiger Vertreter seiner Rasse.
Die Jungbullen der Rasse Limousin
waren in breiter Masse von herausragender Qualität. Zum Körungssieger wurde
ein Phoenix-Sohn von Andreas Lamparth aus Altensteig gekürt. Dieser Bulle
zeigte sich herausragend im Typ bei bester Bemuskelung und sehr gutem
Skelett. Seine leichten Vorzüge im Fundament waren dann auch ausschlaggebend
dafür, dass er vor dem Reservesieger der Körung, einem extrem gut
bemuskelten Utrecht-Sohn aus der Zucht der JVA Schwäbisch Gmünd in
Kapfenburg, lief. Dieser Bulle erhielt für seine Bemuskelung die Traumnote
9.
Die Schau
Mit der Schau am Samstag erreichten die 1.
Süddeutschen Fleischrindertage einen vorläufigen Höhepunkt. Vor
vollbesetzten Rängen galt es aus insgesamt 17 Klassen die jeweiligen
Rassesieger und Rassereservesieger zu ermitteln. Diese Aufgabe übernahm Frau
Cornelia Buchholz von der Rinderproduktion Berlin-Brandenburg, die in ihrer
Funktion als Preisrichterin eine bravouröse Leistung ablieferte. Nicht
selten wurden ihre Richtentscheidungen, die sie darüber hinaus hervorragend
kommentierte, vom Publikum mit lautem Beifall bedacht.
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Aktuelle Richtergebnisse aller Schautiere
(PDF-Datei) >
Neben den für den Schauwettbewerb gemeldeten
Tieren, nahmen auch alle Körsieger und Körreservesieger des Vortages am
Richtgeschehen teil. Bei den Angus siegte der gut dreijährige Bulle
Prime Time aus der Zuchtstätte Benjamin Junck, Jungingen souverän und
unangefochten.

Dieser auf US-Genetik zurückgehende schwarze
Angusbulle bestach durch seinen Typ, seine hervorragende Bemuskelung und
sein sehr feines und korrektes Fundament. Reservesieger bei der Rasse Angus
wurde der bereits bei der Körung am Vortag nach vorne gestellte rote
Hieronimus-Sohn Henrik der Familie Winhart aus Herrieden.
Zum Rassesieger bei den Charolais
wurde ein auf französische Zucht zurückgehender Nectargerc-Sohn aus dem
Betrieb Thomas und Renate Hölzlberger, Vilshofen ernannt.

Dieser im Dezember 2006 geborene Jungbulle
stand noch voll in der Entwicklung und bestach durch seine hervorragende
Bemuskelung in Verbindung mit einem fehlerfreien Skelett. Auf den zweiten
Platz stellte Frau Buchholz den aus der Zucht von Robert Allmannsberger
stammenden Körungssieger des Vortages, der neben seinen guten
Exterieureigenschaften, mit 1640 g täglichen Zunahmen eine enorme
Zuwachsleistung aufwies.
Das Duell um das beste Fleckvieh-Tier
gewann der erst im September 2006 geborene Bulle Planet (Körungssieger des
Vortages) aus der Zucht von Robert Deibel aus Feuchtwangen, der in seinem
äußeren Erscheinungsbild keine Wünsche offen ließ. Gefolgt wurde er von dem
typvollen Altbullen Lupo aus der bekannten Zuchtstätte Hans-Jochen
Burkhardt, Oberreichenbach-Würzbach.
Rassesieger bei den Galloway wurde
der bereits erwähnte, von Karl Ederle, Bissingen-Teck gezogene, Neandertal
Chikago Red-Nachkomme. Ein Erfolg der nicht von ungefähr kam, da sein Vater
bereits auf einer Bundesschau und seine Mutter auf Landesebene erfolgreich
waren.
Bei den Highland siegte ein von
Karl-Heinz Jansen gezogener und von Klaus und Karin Schütz aus Gschwend
vorgestellter gut bemuskelter und typvoller Bulle.
Der Anblick der zur Schau vorgestellten
Limousin-Tiere ließ dann gegen Ende der Schau alle anwesenden
Züchterherzen höher schlagen. Letztlich an die Spitze stellte die, von der
Qualität offensichtlich ebenfalls beeindruckte, Preisrichterin Cornelia
Buchholz den in Frankreich gezüchteten Bullen Sam. Dieser Pardi-Sohn, im
Besitz von Helmut und Martin Weber, Adelmannsfelden, punktete nicht nur mit
seiner herausragenden plastischen Bemuskelung.

Er vereinte Ausdruck, Bemuskelung und
korrekte Körpermerkmale nahezu in Vollendung und war an diesem Tag daher
nicht zu schlagen. Reserverassesieger bei den Limousin wurde der von der JVA
Schwäbisch Gmünd vorgestellte Utrecht-Sohn, der bereits am Vortag, durch
seine extreme gute Bemuskelung, von sich Reden machte.
Abgerundet wurde das Schaugeschehen durch
eine Demonstrationsgruppe von sehr guten Hereford-Tieren.
Mit diesem eindrucksvollen Schauprogramm war
dann auch die richtige Einstimmung für die darauffolgende Auktion
geschaffen.
Die Auktion
Auktionator Karl Ederle konnte zur großen
Freude der Organisatoren pünktlich die Versteigerung der insgesamt 161 Tiere
eröffnen. Verkauft wurden die Tiere in der alphabetischen Reihenfolge ihrer
Rassenbezeichnung, beginnend jeweils mit den Körsiegern und -reservesiegern.
Wie mit einem Paukenschlag wurde dann auch
der erste Angus-Bulle der Versteigerung seinem neuen Käufer zugeschlagen.
Der Körungssieger aus der Zucht von Manfred & Christine Winhart erlöste nach
eifrigem Bieterduell 5000 € und ging an einen Käufer im bayrischen
Zuchtgebiet. Dieser Preis wurde im weiteren Verlauf der Auktion lediglich
nur noch einmal übertroffen. Ein aus der bekannten Zucht von Bernhard Delle,
Gundelfingen stammender, sehr korrekter Ulong-Sohn wurde für 6000 € an eine
Zuchtgemeinschaft aus der benachbarten Schweiz verkauft. Ebenfalls 5000 €
erlöste ein in seiner Körgruppe an der Spitze gehender, roter Angus-Bulle
aus der Zucht von Klaus Raps aus Bindlach. Bei flottem Auktionsverlauf
wurden 35 Angus-Bullen zu einem Durchschnittspreis von 2533 € verkauft. Bei
den 13 verkauften weiblichen Angus konnten im Schnitt 1246 € erlöst werden.
Den Tageshöchstpreis von 1800 € erlöste ein sehr typvolles Regio-Rind aus
der Zucht von Hannes Fellmann, Löwenstein. Es ging an einen bekannten
Zuchtbetrieb aus Baden-Württemberg.
Im Schnitt 2540 € erzielten die 10
verkauften Charolais-Bullen. Den Tageshöchstpreis von 4000 € konnte der
Zuchtbetrieb Albert Randlkofer für seinen sehr ausgeglichenen, genetisch
hornlosen Gwinn-Sohn für sich beanspruchen. Fünf Charolais-Rinder fanden
für einen Durchschnittspreis von 1440 € einen neuen Besitzer. In der
Käufergunst am höchsten stand dabei ein Manitou-Rind aus dem Zuchtbetrieb
Thomas Rott, Aidlingen, das zum Tageshöchstpreis von 1650 € den Besitzer
wechselte.
Die beiden verkauften Fleckviehbullen
erlösten im Schnitt 1750 €, wobei der Körungs- und Schausieger Planet aus
der Zucht von Robert Deibel mit dem Tageshöchstpreis von 1800 € bedacht
wurde.
Für die zum Verkauf stehenden Galloway- und
Highland-Tiere ergab sich an diesem Tag leider keine Absatzmöglichkeit.
Mehr Interesse zeigten
die Käufer an den zum Verkauf angebotenen Limousin-Bullen. Für
durchschnittlich 2119 € konnten 26 Tiere aus der Verkaufskollektion
veräußert werden. Der Körungssieger und der Reservekörungssieger des
Vortages, erlösten dabei mit 3100 € bzw. 2900 € die höchsten Preise an
diesem Tag. Beide Bullen verblieben in Süddeutschland und werden zukünftig
in Baden-Württemberg bzw. Bayern versuchen der Limousinzucht ihren Stempel
aufzudrücken. Bei den Limousin-Rindern waren mehrmals die Preisforderungen
der Züchter nicht mit den Geboten der Kaufinteressenten in Einklang zu
bringen, so dass nur 8 Tiere einen neuen Besitzer fanden. Im Durchschnitt
wechselten die weiblichen Limousin für 1500 € vom Verkäufer- in den
Käuferstall.
Dr.
Holger Mathiak, RBW
