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Rinderunion Baden-Württemberg e.V.

 
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Süddeutsche Fleischrindertage 2008

3. Süddeutsche Fleischrindertage
am 5. und 6. Februar 2010

in Ansbach
(Rezathalle Ansbach)

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< Schaukatalog (PDF-Datei) >

< Verkaufskatalog (PDF-Datei) >

  Online RBW-Fotoalbum 

 
Die Süddeutschen Fleischrindertage sind nunmehr seit 2008 das Verkaufsevent der Fleischrinderzucht in Süddeutschland. Als Gemeinschaftsveranstaltung der Rinderunion Baden-Württemberg und des Fleischrinderverbandes Bayern sind wir in der Lage, aus dem Fundus von mehr als 8.000 Herdbuchkühen ein hervorragendes Kontingent an Zuchttieren anzubieten. Nach zwei erfolgreichen Märkten in der Arena Hohenlohe in Ilshofen war dieses Jahr das fast benachbarte Ansbach auf bayerischer Seite erstmals gemeinsamer Austragungsort.

Zahlreiche Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und den Nachbarländern konnten wieder begrüßt werden: Schweiz, Österreich, Luxemburg und Tschechien waren vertreten.

Insgesamt war der Auftrieb mehr als zufriedenstellend: jeweils 31 Auktionsbullen der Rassen Angus und Limousin wurden angeliefert und erfolgreich aufgestallt, dazu 19 Charolais Bullen und 3 genetisch hornlose Fleckvieh-Bullen. An Verkaufstieren wurden zusätzlich auch 12 Angus-Rinder aufgetrieben, von deckfähig bis sicher tragend. Dazu noch rund 20 Schautiere, einschließlich zwei Pinzgauer Bullen.

Jungzüchter und Schau

Der Freitagabend stand im Zeichen der Schautiere. Als Preisrichter konnte der bekannte Anguszüchter Werner Schmid aus Detlingen in der Schweiz gewonnen werden. Über alle Rassen hinweg richtete er sicher und nachvollziehbar, wobei er es sich nicht nehmen ließ, zwischendurch Spannung aufzubauen und das Publikum mitfiebern zu lassen.

Den Anfang machte Charolais mit drei erst rund 2½ -jährigen Bullen: Commandeur von Siegfried Schneiderbauer aus Roßbach, Hektor von Silvia Grauf aus Feuchtwangen und Hudson von Albert Randlkofer aus Attenhofen, wobei Hektor und Hudson genetisch hornlos sind. Werner Schmid entschied sich für den Bullen Commandeur, der sich am komplettesten präsentierte.

Beim Fleckvieh ging der Sieg an den mit gut drei Jahren ältesten der Konkurrenz, Benzaldik von Erwin Obermayr aus Scheyern. Der Reservesieg ging an Promi von Hans-Jochen Burkhardt aus Würzbach. Die Sieger zeigten sich als harmonische, gut bemuskelte, genetisch hornlose Stiere.

Lediglich zwei Limousin Bullen, beide in Frankreich gezogen, stellten sich der Konkurrenz der älteren. Dabei siegte der bereits 3-jährige, elegante und voll entwickelte Christobal aus dem Betrieb Weber GbR, Adelmannsfelden, vor dem ein Jahr jüngeren, noch nicht voll ausgereiften, aber harmonischen und gut bemuskelten Dahomey von Bernd Heinzmann, Engstingen.

Der stärkste Schaublock war Angus vorbehalten. Die unterschiedlichen Typen machten es Werner Schmid nicht leicht, letztlich entschied er sich für den Aberdeen Angus Bullen Dynasty vom Vornagelhof des Benjamin Junck aus Jungingen, da er durch seine enorme Entwicklung, Körpertiefe und Bemuskelung überzeugte. Der Reservesieg ging an den roten Hieronimus-Sohn Henrik.win von Rainer Bauereiß aus Colmberg.Bei den Jungrindern entschied der Preisrichter sich für die Katalog Nr 127 VG Bochica vom Vornagelhof als bestes Rind.


Dynasty von Benjamin Junck, Vornagelhof

Samstagvormittag eröffneten die Jungzüchter mit ihrem Vorführwettbewerb die Veranstaltung. 11 Jungzüchter aus Bayern und Baden-Württemberg stellten sich in zwei Altersgruppen dem Wettbewerb. Werner Schmid übernahm auch hier sehr fachkundig das Richten. In der Gruppe der jüngeren Teilnehmer konnte sich der 14jährige Paul Winhart, Herrieden, mit seinem Angusbullen gegenüber vier weiteren Mitstreitern durchsetzen. Die Gruppe der älteren Teilnehmer wurde eindeutig durch die sehr professionelle Vorführleistung des 17-jährigen Tobias Bauereiß dominiert. Er hatte seinen Angusbullen ständig gut im Griff und präsentierte das Tier im Ring sehr gekonnt und hatte dabei immer auch ein Auge auf dem Preisrichter. Mit solchen jungen Leuten muss uns um die Zukunft der Fleischrinderzucht nicht bange sein.

Körung und Auktion

Die gute Qualität der Angus Tiere zog sich durch alle fünf Altersklassen und überzeugte auch die Körkommission. An die Spitze stellte diese die Katalog-Nr. 12, Neil D 558, einen schwarzen Nemo-Sohn vom Betrieb Bernhard Delle, Gundelfingen. Mit den Körnoten Typ 8, Bemuskelung 9 und Skelett 8 würdigte die Kommission besonders die exzellente Fleischfülle dieses Ausnahmestiers. Auch der Preis war Spitze, der Hammer fiel erst bei einem Gebot von 4.600 €, was gleichzeitig auch der Tageshöchstpreis aller Verkaufstiere aller Rassen war. Er geht zu den Mariaberger Heimen und wird somit der Herdbuchzucht in Süddeutschland erhalten bleiben. An zweiter Stelle stand eines der jüngsten Tiere, ein roter Plattner-Sohn von Peter Schumacher, Heidelberg. Mit knapp 13 Monaten zeigte der Bulle bereits sehr viel Ausstrahlung und Fleischfülle. Für 2.300 € wechselte er den Besitzer. Insgesamt wurden 25 Bullen zu einem Durchschnittspreis von 2.074 € verkauft, aber leider nur 5 Rinder zu einem mittleren Preis von lediglich 1.095 €. Rinder waren wohl heuer nicht so gefragt wie in 2009.


Reserve Körsieger Angus von Peter Schumacher, Bierhelderhof

Auch wenn die Qualität über alle 19 Charolais Bullen hinweg ein wenig streute, so war doch auch für höchste Ansprüche das richtige dabei. Körsieger wurde Vlatimir (Nr. 44), ein schon weit entwickelter Vagabond Sohn von Silvia Grauf, aus Feuchtwangen. Ein wahres Fleischpaket, trotzdem auch mit sehr viel Harmonie, bei dem alleine schon die Zahlen beeindrucken: 365-Tage-Zunahme von fast 1700 g, 1612 g Tageszunahme zur Auktion, Körnoten von 8-9-7. Neben dessen 903 kg wirkte der noch sehr junge, gerade 11 Monate alte Reservesieger Artiste (Nr. 61) aus Attila und einer Fricfrac Tochter natürlich noch etwas unfertig, trotz seiner ebenfalls fast 1600 g in der Tageszunahme und 510 kg Lebendgewicht. Dieser reine Franzose aus dem Betrieb Hölzlberger, Vilshofen, überzeugte die Kommission durch sehr viel Typ und Fleischansatzvermögen, bei korrektem Skelett. Er wurde mit 8-8-8 bewertet und lässt für die Zukunft viel erwarten. Beide Bullen wurden für je 2.300 € verkauft, recht wenig für solche Qualität. Insgesamt wurden 11 der 19 Bullen verkauft, zu einem mittleren Preis von leider nur 2.027 €. Den Spitzenpreis erzielte ein Norbard Sohn aus dem Betrieb Allmannsberger, Fürstenzell, mit 2.600 €. Dieser ebenfalls sehr gut bemuskelte Bulle war mit 7-8-6 gekört und 1b prämiert.

Beim Fleckvieh, Zuchtrichtung Fleisch, stand an der Spitze ein Herrscher Sohn von Robert Deibel aus Feuchtwangen. Der mittelrahmige Bulle überzeugte mit seiner überragenden Bemuskelung, wofür er die Note 9 erhielt. Im Typ wurde er mit 8, im Skelett mit 7 bewertet. Dahinter stand ein Pauli Sohn vom Betrieb Jürgen Zill, Dietenhofen. Beide Tiere wurden für je 2.300 € verkauft.

Bei Limousin waren die Erwartungen an die Körnoten und letztlich auch an den Verkauf sicherlich recht hoch, beim Blick auf die insgesamt sehr gute Qualität der 31 Bullen. Am Körsieg der Nr. 78, einem Mozart-Sohn aus einer Stari Tochter aus dem Betrieb Weber GbR, Adelmannsfelden, bestand kein Zweifel: er überstrahlte die sehr gute Konkurrenz durch seine perfekte Harmonie bei ausgezeichneter, gleichmäßig guter Bemuskelung und fehlerfreiem Skelett. Mit den Körnoten 9-9-8 bedacht und mit einer Tageszunahme auf der Auktion von 1359 g passten letztlich auch die Zahlen. Für 3.200 € konnte ihn der Käufer mitnehmen, teuerster Limousin Bulle des Tages. Den zweithöchsten Preis erzielte der Reservesieger (Nr. 91), ein harmonischer Bulle, gut bemuskelt und eher im frühreiferen Typ, mit den Körnoten 8-8-8 von Hans Fehn aus Steinbach. Dieser Neuf Sohn aus einer Negresco Tochter erzielte 3.000 €. Insgesamt wurde der Markt der Qualität der Bullen nicht ganz gerecht, am Ende konnten 23 Bullen verkauft werden, zu einem mittleren Preis von 2.300 €. Mehrere Bullen wurden wegen unbefriedigender Preise nicht abgegeben.


Körsieger Limousin der Weber GbR aus Adelmannsfelden

Insgesamt war Ansbach eine gelungene Veranstaltung in schwierigen Zeiten. Aber in einem Punkt wissen wir schon genau, was die Zukunft bringt: wir freuen uns auf ein Wiedersehen zu den Süddeutschen Fleischrindertagen am 4. und 5. Februar 2011 in der Arena Hohenlohe in Ilshofen.

Dr. Thomas A. Schmidt (Zuchtleiter Fleischrinderzucht)

 

bullet Fleischrinderschau 2009
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