Deutsche
Fleckviehschau 2009
RBW setzt neue Maßstäbe auf der
Bundesfleckviehschau
Mit zwei Champion, einem Reservechampion,
vier Klassensiegen, sieben 1a Platzierungen, fünf 1b Platzierungen und vier
1c Platzierungen holt die RBW etwa die Hälfte der zu vergebenden Titel auf
der Bundesfleckviehschau in Ilshofen und unterstreicht damit in
eindrucksvoller Weise die euterbetonte Zuchtphilosophie der heimischen
Fleckviehzucht. Zudem konnten noch einige weitere gute Platzierungen erzielt
werden. Damit war die RBW so erfolgreich wie noch nie auf einer Bundesschau
und zugleich der erfolgreichste teilnehmende Verband der Veranstaltung. Vor
allem das sehr zahlreich vertretende ausländische Publikum, aber auch die
bayrischen Nachbarn zeigten sich von der Qualität der Kühe sehr beeindruckt.
Online RBW-Fotoalbum

Züchterabend bereits gut besucht
Bereits zum Jungzüchterwettbewerb am
Vorabend begann sich die Arena Hohenlohe deutlich zu füllen und vor einem
interessierten Fachpublikum konnten die Jungzüchter aus Baden-Württemberg,
Hessen und Bayern ihr Können in Einzel- und Gruppenwettbewerben beweisen.
Erstaunlich hoch war das Niveau der Vorführleistungen. Der Titel des besten
Vorführers ging nach Mühldorf, der Reservetitel im Einzelwettbewerb konnte
sich Christine Kuppler aus Schrozberg sichern. Der Sieg im Gruppenwettbewerb
ging an drei Jungzüchterinnen aus Hessen, die unter dem Motto
Fleckvieh-Racing Team das Publikum in den Bann zogen.
Im Rahmen des Jungzüchterwettbewerbs wurden
dann unter den Augen von mehr als 1100 Besuchern die Nachzuchtgruppen von
Malibu, Diomar, Holzmichl, Sawart, Solo und Shoot gezeigt, die einen kleinen
Eindruck von der aktuell verfügbaren Genetik ablieferten. Dabei waren die
Nachzuchten sowohl in Leistungswerten als auch im Exterieur sehr
unterschiedlich.
Sehr unterschiedliche Nachzuchten
präsentiert
Mit viel Spannung war der Bulle Malibu der
Station Greifenberg erwartet worden, da er mit einem Gesamtzuchtwert von 140
zu den besten Bullen der Rasse gehört. Allerdings konnten sich die Töchter
nicht wesentlich vom Linearprofil abheben, weshalb bei der Paarung auf die
Eutermerkmale zu achten ist. Auch der hohe Leistungsvererber Holzmichl
zeigte sich mit Schwächen im Zentralband und der Hintereuteranbindung. Zudem
waren die Töchter im zweiten Kalb und zeigten sich komplett in der
Mittelhand aber knapp im Rahmen. Holzmichl ist unterdurchschnittlich in der
Melkbarkeit, was bei der Paarung zu beachten ist. Überzeugend waren dagegen
die Nachzuchten der Bullen Diomar und Sawart. Diomar zeigte jugendliche,
stilvolle Jungkühe, die beste Euteraufhängung, feine Fundamente und genug
Rahmen zeigten. Sawart zeigte sich mit seinen Töchtern bereits sehr reif,
mit kompletter Mittelhand und deutlichen Stärken in der Vordereuteranbindung
und Strichplatzierung. Überraschend positiv viel die Nachzucht des Bullen
Solo auf. Solo ist ein mischerbig hornloser Vererber, der überraschend viel
Rahmen zeigt, und auch sehr korrekte Euter vererbt. Er gehört sicherlich zu
den Ausnahmeerscheinungen im Feld der genetisch hornlosen Bullen.
Bis auf den letzten Platz gefüllt
Mit besonderer Erwartung startete am
folgenden Tag sehr früh der Schauwettbewerb. 130 Tiere aus Deutschland
stellten sich den geschulten Augen der Preisrichter DI Peter Stückler,
Steiermark und Dr. Josef Miesenberger, Oberösterreich. Die 130 Kühe wurden
in 17 Einzelringen gerichtet, die wieder in 10 Altersklassen zusammengefasst
wurden, aus den 10 Klassensiegern und Reservesiegern wurden dann die
Champion jung, mittel, alt und Lebensleistung gekürt. Beide Preisrichter
sind für ihre guten Kommentierungen und konsequenten Richtentscheidungen
bekannt und gehören zu den überzeugendsten Fleckviehpreisrichtern. So gab es
weder am Rande noch nach der Schau Diskussionen um Richtentscheidungen,
zumal es ihnen immer wieder gelang, in der bis auf den letzten Platz
gefüllten Arena Hohenlohe, die Zuschauer mit Spannung in die Entscheidungen
einzubeziehen.
Große Jungkuhklassen
Mit zum Teil 10 Tieren je Ring waren die 6
Jungkuh-Ringe nicht nur sehr groß sondern konnten auch sehr hochwertig
besetzt werden. Von diesen 6 Einzelringen konnte die RBW gleich 3 für sich
entscheiden, so gingen der Betrieb Hans Wirth, Hermaringen mit Halicante,
der Betrieb Kubach GbR, Langenbrettach mit Flowi und der Betrieb Hubert
Schönenberger, Windegg mit Roxantana als Ringsieger hervor. Die Kühe
Halicante und Flowi wurden später auch jeweils Klassensiegerinnen, Roxantana
Klassenreservesiegerin. Allein nach diesen Ergebnissen aus den ersten Ringen
waren die Erwartungen der RBW überschritten worden, aber es lagen noch 3
Stunden Schaugeschehen vor den Zuschauern und dem RBW-Team.

Die Zahner Tochter Flowi von Walter
und Rainer Kubach, Langenbeutingen,
setzte sich als Champion der jungen Kuhklasse durch

Hacinta wird Klassensiegerin und
erhält die Siegerschleife
Rentar überzeugt im Ring
Die Ringe der Zweitkalbskühe konnten sich
die bekannten Zuchtbetriebe Johann Kraus, Patersdorf, Dieter Bürger
Windsheim und Johann Rauchenberger sichern. Ein Ring konnte die Familie
Layher aus Kirchberg für sich entscheiden. Die Überraschung war perfekt, als
bei der Wahl der Klassensiegerin der Klasse 5, die Wahl der
Klassenreservesiegerin auf Sierra von Reinhold Haag fiel, die sich gegen die
Erstplatzierte des vorherigen Ringes durchsetzen konnte und zuvor im
Einzelring eine 1b-Platzierung erringen konnte. Bei den Kühen mit drei
Kälbern trat die RBW allein mit 4 Töchtern des Bullen Rentar an. Nachdem die
erste Ring der 3. Kalbskühe von der späteren Klassensiegerin, der Kuh Greta
der Familie Lechner aus Sauerlach gewonnen wurde, konnte dann der zweite
Ring von der Rentar-Tochter Heidi von Alfred Berger, Mieterkingen gewonnen
werden.
RBW zeigt viele alte Kühe
Bei den mittleren Kuhklassen trat die RBW
nur mit wenigen Kühen an, so dass die Klasse VIII, der Sieg der 5. Kalbskühe
dem Betrieb Josef Kaiser aus Traunstein überlassen werden musste. Umso
überzeugender war aber dann das Ergebnis der 6. und 7. Kalbskühe, da sowohl
der Klassensieg als auch der Klassenreservesieg an die RBW ging. Die
Horwart-Tochter Rosalin aus dem Bestand von Hubert Schönenberger, Windegg
konnte sich den Sieg, die bekannte Zeris-Tochter Bärbel aus dem Bestand der
Familie Klenk, Kirchberg den Reservesieg sichern.

Neben den ganz jungen Klassen war
die RBW sehr stark besetzt in den alten Kuhklassen.
So wurde auch die Klasse der Kühe mit 6 und 7 Kälbern von H. Schönenberger
(rechts)
und der Familie Klenk (links Th. Klenk) gewonnen
Die Sensation zum Schluß
Geradezu spektakulär war die
Richtentscheidung in der ältesten Kuhklasse, Kühe mit mehr als 7 Kälbern.
Selten waren so viele altverdiente Kühe auf so hohem Niveau gezeigt worden.
Gleich drei 100.000 kg Kühe stellten sich den Preisrichtern. Darunter mit
Erina, der Horwein-Tochter aus dem Bestand von Josef Wagner, Antdorf die
bekannteste Schaukuh Bayerns. Allerdings hatte sie an diesem Tag ein
Konkurrentin, die nach Auskunft der Preisrichter nicht zu schlagen war.
Diese Entscheidung wurde aber bis zum Schluß der Veranstaltung
hinausgeschoben, weshalb die Championentscheidungen mit sehr viel
Aufmerksamkeit und vollen Rängen verfolgt wurden.

Die Auswahl der Champion wurde
dominiert von Kühen aus Baden-Württemberg,
was schließlich zu 2 Champion-Titeln führte
RBW holt 2 Championtitel
Dabei folgten beide Preisrichter ihrer
klaren Linie, bei der die moderne, leistungsbereite Fleckviehkuh im
Vordergrund stand. Sie legten sehr viel wert auf fehlerfreie Euter und
funktionale Fundamente. Dies lag ganz in der Richtung der RBW-Zuchtpolitik,
weshalb konsequenter Weise der Champion-Titel und Reservetitel der jungen
Kühe mit Flowi aus dem Bestand der Familie Kubach und Halicante aus dem
Bestand der Familie Wirth an die RBW ging. Champion mittel ging mit dem
Betrieb Johann Rauchenberger an den Zuchtverband Miesbach, Champion alt mit
Ronda von Josef Kaiser an den Zuchtverband Traunstein. Mit viel Spannung war
bis zum Schluß die Entscheidung des Klassensieges und damit des Champion der
Lebensleistungskühe erwartet worden. Die sehr kalibrige, großrahmige Erina
stellte sich ihrer schärfsten Konkurrentin, der bekannten Romen-Tochter
Roesromen. Trotz des Bekanntheitsgrades von Erina hielten die Preisrichter
klar Linie und würdigten den feinen Fuß und das sehr ausbalancierte Euter
sowie die korrekte Oberlinie der späteren Championkuh Roesromen. Damit war
die Sensation perfekt und die RBW konnte neben vielen Einzeltiteln
schlussendlich mit 2 Championtiteln für die Kühe Flowi und Roesromen das
erfolgreichste Ergebnis einer Bundesschau mit nach Hause nehmen.

Champion der Lebensleistungskühe wird verdient Roesromen von Thomas
Zimmerer, Eselsmühle,
die bereits 2008 Grand Champion der RBW-Schau geworden war.
|
Platzierungstabelle: |
|
|
Anzahl Kälber |
Platzierung |
Name |
Vater |
Besitzer |
Verband |
|
Ring 1 |
1 Kalb |
1a |
Marlie |
Magirus |
Paul Wies, Freiensteinau |
ZBH |
|
Ring 2 |
1 Kalb |
1a |
Halicante |
Wal |
Wirth GbR, Hermaringen |
RBW |
|
Klasse I |
|
Sieg |
Halicante |
Wal
|
Wirth GbR,
Hermaringen |
RBW |
|
Ring 3 |
1 Kalb |
1a |
Rocher |
Varus |
Fragner GbR, Feuchtwangen |
Ansbach |
|
|
|
1b |
Oresia |
Weinold |
E. Hammer, Eggenhausen |
RBW |
|
Ring 4 |
1 Kalb |
1a |
Flowi |
Zahner |
Kubach G., Langenbrettach |
RBW |
|
Klasse II |
|
Sieg |
Flowi
|
Zahner |
Kubach G.,
Langenbrettach |
RBW |
|
Ring 5 |
1 Kalb |
1a |
Traudl |
Varus |
J. Rauchenberger, Lenggries |
Miesbach |
|
Ring 6 |
1 Kalb |
1a |
Roxantana |
Winnipeg |
H. Schönenberger, Windegg |
RBW |
|
Klasse III |
|
Sieg |
Traudl |
Varus |
J.
Rauchenberger, Lenggries |
Miesbach |
|
|
|
Reservesieg |
Roxantana |
Winnipeg |
H. Schönenberger, Windegg |
RBW |
|
Ring 7 |
2 Kä |
1a |
Elfe |
Samut |
Johann Kraus, Patersdorf |
Niederbayern |
|
|
|
1b |
Rupie |
Diomel |
M. Schlatterer, Orsingen |
RBW |
|
Ring 8 |
2 Kä |
1a |
Bamira |
Romel |
Dieter Bürger, Bad Windheim |
Ansbach |
|
KlasseIV |
|
Sieg |
Elfe |
Samut |
Johann Kraus,
Patersdorf |
Niederbayern |
|
Ring 9 |
2 Kä |
1a |
Sandra |
Weinold |
J. Rauchenberger, Lenggries |
Miesbach |
|
|
|
1b |
Sierra |
Rolian |
Reinhold Haag, Berwinkel |
RBW |
|
Ring 10 |
2 Kä |
1a |
Gesi |
Martl |
G. u. I. Layher , Kirchberg |
RBW |
|
Klasse V |
|
Sieg |
Sandra |
Weinold |
J.
Rauchenberger, Lenggries |
Miesbach |
|
|
|
Reservesieg |
Sierra |
Rolian |
Reinhold Haag, Berwinkel |
RBW |
|
Ring 11 |
3 Kä |
1a |
Greta |
Marmara |
A.u.M. Lechner, Sauerlach |
Miesbach |
|
Ring 12 |
3 Kä |
1a |
Heidi |
Rentar |
Alfred Berger, Mieterkingen |
RBW |
|
KlasseVI |
|
Sieg |
Greta |
Marmara |
A.u.M.
Lechner, Sauerlach |
Miesbach |
|
Ring 13 |
4 Kä |
1a |
Heita |
Ruap |
Aidelsburger G., Altomünster |
Pfaffenhofen |
|
Ring 14 |
4 Kä |
1a |
Rony |
Engadin |
B. Esterer, Teisendorf |
Traunstein |
|
|
|
1b |
Sternle |
Poldi |
E. Ableiter, Gerstetten |
RBW |
|
KlasseVII |
|
Sieg |
Greta |
Marmara |
A.u.M.
Lechner, Sauerlach |
Miesbach |
|
KlasseVIII |
5 Kä |
Sieg |
Ronda |
Romello |
Josef Kaiser,
Traunstein |
Traunstein |
|
KlasseIX |
6+7 Kä |
Sieg |
Rosalin
|
Horwart |
H.Schönenberger, Windegg |
RBW |
|
|
|
Reservesieg |
Bärbel |
Zeris |
Th. u. S. Klenk, Kirchberg |
RBW |
|
Klasse X |
8 u.mehr |
Sieg |
Rösromen |
Romen |
Th. Zimmerer,
Saulgau |
RBW |
| |
|
Champion |
jung |
1 Kalb |
Flowi |
Zahner |
Kubach G., Langenbrettach |
RBW |
|
Reserve |
|
|
Halicante |
Wal |
Wirth GbR, Hermaringen |
RBW |
|
Champion |
mittel |
2+3 Kä |
Sandra |
Weinold |
J. Rauchenberger, Lenggries |
Miesbach |
|
Champion |
alt |
4-7 Kä |
Ronda |
Romello |
Josef Kaiser, Traunstein |
Traunstein |
|
Champion |
Lebensl. |
8. u.mehr |
Rösromen |
Romen |
Th. Zimmerer, Saulgau |
RBW |
| |
|
Platzierungsliste-Gesamt |
Große Internationale Resonanz
So trugen auch die stilvollen, euterbetonten
Kühe der RBW dazu bei, dem umfangreichen internationalen Publikum die Rasse
Fleckvieh auf höchstem Niveau näher zu bringen. Die beste Qualität an
Fleckviehkühen konnte in der Arena Hohenlohe in einen angemessenen Rahmen
gestellt werden und wird hoffentlich zur Förderung des Absatzes von Sperma
und Zuchtvieh einen wesentlichen Beitrag leisten können. Der größte Dank zu
dieser Veranstaltung gebührt dem Betreuungsteam der RBW aus Mitarbeitern und
Jungzüchtern, die die Schaukühe und Nachzuchtgruppen punktgenau vorbereitet
haben und durch ihren unkomplizierten Einsatz auch dazu beigetragen haben,
dass eine so hochwertige Schau zum Erfolg wurde.
Teure Bullen auf der Eliteauktion
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer
Eliteauktion auf der 13 Bullen und 10 weibliche Tiere angeboten wurden.
Leider nutzten nur wenige Beschicker die Möglichkeit, mit weiblicher
Top-Genetik interessantes Zuchtmaterial zum Verkauf anzubieten, so blieben
Angebot und daraus resultierend die Nachfrage nach weiblichen Tieren etwas
verhalten, allerdings erzielten die vier interessantesten Jungrinder einen
Durchschnittspreis von 4150 €. Spektakulärer war jedoch die Bullenauktion,
bei der es zwischen den bayrischen Besamungsstationen zum Kräftemessen beim
Bulleneinkauf kam. Es ist sicherlich fraglich, ob so eine Einkaufsstrategie
etwas mit konsequentem Zuchtprogramm zu tun hat, der Unterhaltungswert war
jedoch hoch. Mit einem Durchschnittspreis von fast 12.000 € und einem
Höchstpreis von 23.600 € wurden auch hier neue Maßstäbe gesetzt. Der
teuerste Bulle stammte aus der Holzmichl-Kuhfamilie. Die Verkäufer dieser
Bullen werden sich freuen, ob tatsächlich positive Bullen verkauft wurden,
wird die Zukunft weisen.
Die Bundesfleckviehschau ist als voller
Erfolg zu werten. Mit Sicherheit war es die beste Fleckviehschau, die jemals
auf deutschem Boden statt gefunden hat. Allerdings muss man feststellen,
dass es als wichtige Marketing-Massnahme nicht genügt, eine solche
Veranstaltung im Abstand von 7 Jahren durch zu führen.
Online RBW-Fotoalbum

Nachzuchten auf der Bundesfleckviehschau
Mit den Bullen Sawart, Diomar, Malibu, Solo,
Shoot und Holzmichl wurden auf der Bundesfleckviehschau 6 unterschiedliche
Bullen in Form von Töchtergruppen präsentiert. Dabei unterschieden sich die
Bullen nicht nur sehr in ihren Blutführungen sondern auch in ihrer Bedeutung
für die jeweiligen Zuchtprogramme.
Malibu
GZW 140 MW 119 +735 kg +0,06 -0,03
Mit hohen Erwartungen war der Bulle Malibu
präsentiert worden. Sein Gesamtzuchtwert von 140 macht ihn zu einem der
interessantesten Malefiz-Söhne der aktuellen Fleckviehzucht. Seine gezeigten
Töchter zeigten sich überwiegend in der 2. Laktation und bestätigten
deutlich überdurchschnittliche Rahmenvererbung. Die Fundamente waren
tendenziell etwas steiler bei knapp durchschnittlicher Knochenqualität. Die
Fesselung und die Trachtenhöhe sind sehr zufriedenstellend. Die Euter der
Töchter zeigten sich knapp in der Vordereuterlänge sowie
Schenkeleuterausprägung. Die Striche waren recht kurz. Der Bodenabstand und
das Zentralband waren zufriedenstellend. In der Summe ist er als knapp
durchschnittlicher Eutervererber einzuordnen. Malibu kann vor allem durch
seine Fitnessmerkmale punkten und neben einem guten Kalbeverlauf eine gute
Eutergesundheit und gute Melkbarkeit sowie überdurchschnittliche
Nutzungsdauer aufweisen. Die Töchter machten einen soliden
entwicklungsfähigen Eindruck. Mit fortgeschrittenem Laktationsstadium
zeigten sie einen überzeugenden Doppelnutzungstyp.
Diomar
GZW 117 MW 109 +619 kg -0,14 -0,15
Mit besonderem Interesse wurde die
Präsentation des Dionis-Sohnes Diomar verfolgt. Diomar geht auf die Grand
Champion Kuh der RBW-Schau 2003 der Romen-Tochter Omara aus dem Betrieb von
Georg Henner, Ballendorf zurück. Er ist bei mittlerer Milchmenge und
knapperen Inhaltsstoffen in den Bereich der Exterieurbullen einzuordnen.
Nicht nur die Zuchtwertschätzung bestätigte seine herausragende Vererbung in
den Eutermerkmalen. Auch die ausgestellten 7 Töchter des Bullen überzeugten
vor allem in der Drüsigkeit des Euters, zeigten ein sehr gut ausgeprägtes
Zentralband, einen hohen Euterboden und beste Strichplatzierung. Die
Vordereuter sind lang und etwas runder angebunden. Im Typ zeigten die
Töchter sehr viel Charme mit viel Stil und einer sehr harmonischen Bewegung.
Auch wenn Diomar von den Leistungszahlen nur im durchschnittlichen Bereich
liegt, wird seine herausragende Exterieurvererbung viele Freunde finden.

Töchtergruppe Diomar: Selten wurde
anlässlich einer Fleckviehschau eine so ausgeglichene und stilvolle
Nachzucht gezeigt wie vom Vererber Diomar, der von Georg Henner, Ballendorf,
gezüchtet worden ist
Holzmichl
GZW 130 MW 129 +1581 kg -0,31 -0,19
Viel diskutiert war in der Vergangenheit der
Bulle Holzmichl, der ebenfalls mittels Nachzuchtgruppe gezeigt wurde. Seine
Töchter befanden sich durchweg in der 2.Laktation und taten sich deshalb
etwas leichter eine ausreichende Typvererbung zu zeigen. Dennoch ist seine
Rahmenvererbung als knapp mittelrahmig einzuordnen, im Typ stellten die
Tiere eher den konservativen Fleckviehtyp dar. Holzmichl zeigt sich negativ
in der Vererbung seiner Eiweißprozente und unterdurchschnittlich in der
Melkbarkeit. Die Fundamente variierten deutlich im Hinterbeinwinkel und
zeigten sich zum Teil leicht federnd in der Fessel. Seine positive
Fundamentvererbung konnte nicht bestätigt werden. Auch die deutlich positive
Eutervererbung von 114 konnte nicht von jeder gezeigten Tochter bestätigt
werden. Die Euter waren in der Regel sehr lang im Vordereuter und gut im
Bauchbereich angebunden, allerdings zeigten sie nur sehr wenig Zentralband
und einen durchschnittlichen Euterboden, vor allem die Anbindung der
Hintereuter überzeugte nicht in jedem Fall. Holzmichl kann als
Milchmengenvererber eingesetzt werden, da er mit über 1500 kg Milch zu den
höchsten Mengenvererbern der Rasse gehört, bedarf jedoch Beachtung in
Melkbarkeit, Fundament und Euteraufhängung.
Sawart
GZW 115 MW 121 +583 kg +0,17 +0,08
Mit Sawart wurde einer der interessantesten
Safir-Söhne der aktuellen Programme vorgestellt. Nachdem er bereits nach der
August-Zuchtwertschätzung als Bullenvater eingesetzt worden war, konnte er
nach der November-Schätzung, die nur wenige Tage vor der
Bundesfleckviehschau veröffentlicht wurde, leider seinen Gesamtzuchtwert
nicht ganz halten, allerdings noch einen sehr soliden Leistungszuchtwert von
MW 121 bestätigen. Vor allem aber sein fehlerfreies Linearprofil konnte
überzeugend mit einer Nachzuchtgruppe von 8 Tieren bestätigt werden. Sawart
ist ein interessanter Safir-Sohn aus der Zucht der Familie Kubach in
Langenbeutingen. Mit Horwart, Romen, Horror und Haxpat vereint er eine
Vielzahl von wertvollen „Kuhmachern“ der Fleckviehzucht im Pedigree. Sawart
hinterlässt Töchter mit sehr gutem Rahmen und bester Mittelhand. Zudem
verbessert er die Vordereuteranbindung und Strichstellung und zeigt sehr
ausbalancierte Schenkeleuter. Die Tiere bewegen sich auf korrekten
Fundamenten bei durchschnittlicher Knochenqualität. In Ilshofen konnte eine
sehr einheitliche Töchtergruppe präsentiert werden, die obwohl die Töchter
schon weit in der Laktation waren, sehr viel Ausstrahlung im Euter zeigte.
Sawart kann gezielt als Typverstärker und Euterverbesserer eingesetzt
werden. Zudem kombiniert er gute Milchmenge mit positiven Inhaltsstoffen.

Die Sawart-Töchter Sonnenblume und
Schlinge aus dem Bestand von Reinhold Haag, Berwinkel,
zeigen die Vererbungsstärken von Sawart
Solo
GZW 106 MW 111 +373 kg -0,10 +0,05
Mit Solo Pp und Shoot PS wurden zwei
genetisch hornlose Bullen in Form je einer Nachzuchtgruppe gezeigt. Beide
Bullen gehen auf Bullenmütter aus der Milchviehhaltung zurück und sollten es
leichter machen, hornlose Genetik in der Doppelnutzung zu verwenden. Solo
stammt väterlichseits von Soldo, einem Samurai-Sohn ab und geht mütterlich
auf die vielfache Bullenmutter Amina, einer Horb-Tochter des Bestandes Alois
Neumeir, Lam zurück. Er kombiniert mittlere Milchmenge mit positiven
Eiweißprozenten. Erstaunlicher Weise vererbt er einen überzeugenden Rahmen,
weshalb er nicht für Rinderbesamungen geeignet ist. Seine Töchter sind zudem
sehr breit und lang. Die Becken sind korrekt gelagert. Die Fundamente sind
nahezu optimal gewinkelt bei guter Trachtenhöhe. Erfreulicher Weise zeigte
die Töchtergruppe eine gute Eutervererbung. Dabei sind die Tiere vor allem
im Vordereuter sehr ausgeprägt und fest angebunden. Die Schenkeleuter waren
durchschnittlich, bei guter Strichplatzierung und schön geformten Strichen.
In der Summe stellt Solo eine interessante Alternative aus dem Bereich der
hornlosen Fleckviehbullen in der Doppelnutzung dar. Allerdings ist bei der
Paarung auf ausreichend Leistungsbereitschaft zu achten.
Shoot
GZW 97 MW 98 -2 kg -0,16 -0,01
Der zweite genetisch hornlose Bulle war
Shoot. Er geht als Safir- Sohn auf eine Euro-Tochter zurück, diese erbrachte
bei mittlerer Milchmenge eine hohe Eiweißleistung. Dies spiegelt sich im
Leistungszuchtwert von Shoot wieder, der leider auf keine positive
Milchmengenvererbung zurückblicken kann. Shoot zeigte sich im Gegensatz zu
Solo eher im knapp mittleren Rahmen Die Töchter sind nur durchschnittlich in
Größe und Breite, zeigen aber eine gute Körpertiefe. Die Fundamentvererbung
zeigt etwas mehr Winkel mit knapp durchschnittlicher Trachtenhöhe. Der
Euterkörper ist gut ausbalanciert und zeigt sich überdurchschnittlich in
Vordereuterlänge und Zentralband. Der Euterboden ist knapp im Durchschnitt.
Bei der Paarung ist auf die längeren Striche zu achten und somit auch auf
die Melkbarkeit. Shoot ist ein Bulle, der eine großrahmige Grundlage
erforderlich macht mit ausreichender Leistungsbereitschaft, allerdings für
Rinderbesamungen geeignet ist.
In der Summe zeigte das große
Publikumsinteresse, dass es von den Landwirten durchaus gewünscht ist, sich
mittels Nachzuchtpräsentationen ein Bild von der aktuell verfügbaren Genetik
zu machen. Allerdings zeigte die Auswahl der Bullen, dass die deutschen
Stationen nur bedingt diese wichtige Marketingbühne in ihrer Bedeutung
richtig eingeschätzt haben. Der große internationale Zuspruch und die vielen
ausländischen Besuchergruppen hätten es durchaus verdient, dass die
hochwertige Bundesfleckviehschau 2009 auch mit einem vergleichbar
hochkarätigen Nachzuchtangebot belohnt worden wäre.

Online RBW-Fotoalbum
Dr.
A. Weidele / Fotos: RBW