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Die Exterieurbeurteilung von Testbullentöchtern hat sich seit dem 1. Oktober 1997 grundlegend geändert. Die wichtigsten Fleckviehnationen mit der Zuchtrichtung Milch und Fleisch haben sich weitgehend auf ein einheitliches System geeinigt, so dass die Nachzuchtergebnisse zwischen den Ländern künftig vergleichbar werden. Der wesentliche Unterschied zum bisherigen System besteht darin, dass die zum Teil neu definierten 18 Einzelmerkmale nicht mehr bewertet, sondern wertfrei beschrieben werden und zwar von einem biologischen Extrem zum anderen. Um welche Einzelmerkmale es sich handelt, kann aus der Nachzuchtbeschreibung der neuen Vererber entnommen werden. Die Lineare Beschreibung bringt für die Praxis erhebliche Änderungen. Während früher die Note 9 auch in den Einzelmerkmalen immer ein sehr gutes Exterieur kennzeichnete, gilt das im neuen System nur noch für jene Merkmale, bei denen das mit der Ziffer 9 gekennzeichnete Extrem gleichzeitig auch gewünscht ist wie z.B. bei der Euterlänge oder der Sprunggelenksausprägung. Ganz anders etwa bei der Sprunggelenkswinkelung. Die Ziffer 9 beschreibt hier das stark säbelbeinige Sprunggelenk, was nicht erwünscht ist. Bei der Sprunggelenkswinkelung wird die Ziffer 4 bis 5 als ideal erachtet. Die neu definierten Hauptmerkmale Rahmen, Fundament und Euter werden dagegen bewertet. Die Note 9 kennzeichnet das gewünschte Exterieur. Das Hauptmerkmal Bemuskelung wurde dagegen keiner Bewertung unterzogen, da die Meinungen hierzu nicht einheitlich sind. Jeder kann für sich entscheiden, wo er den optimalen Bereich für die Bemuskelung haben will. Die Rahmennote wird künftig von den Rinderzuchtberatern nicht mehr vergeben, sondern aus den objektiv gemessenen Maßen Kreuzbeinhöhe, Beckenlänge, Hüftbreite und Rumpftiefe per Computer errechnet. Es wird dabei von einer mittleren Kreuzbeinhöhe von 140 cm (= Ziffer 5) ausgegangen. Während früher das wichtigste Maß für den Rahmen die Widerristhöhe war, hat man sich künftig auf die Kreuzbeinhöhe festgelegt, da die Kreuzhöhe sicherer festzustellen ist. Die lineare Beschreibung schafft die Grundlagen, um bei den Bullen eine Zuchtwertschätzung für das Exterieur durchzuführen. Dabei wird ein BLUP-Tiermodell zugrunde gelegt, bei dem sowohl systematische Umwelteinflüsse, wie z.B. der Herdeneinfluß, als auch Informationen von Verwandten berücksichtigt werden. Die Zuchtwerte wie sie für die neuen Vererber dargestellt sind, sind Relativzuchtwerte mit dem Mittelwert 100 und einer Standardabweichung von 12 Punkten. Bei den Merkmalen, bei denen das Optimum nicht im Extrembereich liegt, ist das Optimum durch ein Kästchen gekennzeichnet.
Die folgenden Merkmale werden als Besonderheit bzw. als Mangel erfaßt, wobei eine schwache Ausprägung mit dem Wert 1, eine starke Ausprägung mit dem Wert 2 beschrieben wird.
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