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EZG Echt Schwarzwald infomiert sich Ein kleiner Kreis Interessierter traf sich auf dem VW- Mutterkuhbetrieb Inge und Helmut Haas in St. Georgen- Sommerau. Anhand der Tiere auf der Weide war es möglich, die im Doppelnutzungstyp stehenden Kühe und deren Nachkommen zu begutachten. Eindrucksvoll konnte die Behauptung, dass mit Vorderwäldern auch in Reinzucht bei richtiger Tierauswahl die gewünschten R- Schlachtkörper bei guten Zunahmen erzielt werden können, belegt werden. Dazu zählt ein fleischbetontes Vatertier als Deckbulle oder bei der Besamung. Denn die von Helmut Haas überlassenen Zahlen der männlichen Tiere der letzten fünf Jahre bringen 2 U-, 24 R und nur 2 O- Schlachtkörper zu Tage. In der Fettstufe war nur einer in Stufe 1, 23 in Stufe 2 und 4 in 3. Die Nettozunahmen lagen bei guten 732 g pro Tag. Kann man mehr wollen? Dieses gute Ergebnis ist auch nicht verwunderlich, denn der Vater der Tiere hat den Fleischansatz bei der Körung schon gezeigt. Die zweitbeste Note, nämlich 8, erhielt er damals. Überdurchschnittlich waren auch die Zunahmen mit 1.216 g pro Tag. Kabiho ist am 3. Januar sieben Jahre geworden und deckt nach wie vor die nicht verwandten Tiere des Betriebes. Er präsentiert sich derzeit in bester Verfassung.
Anschließend wurde der Betrieb von Siegfried Jäckle in Unterkirnach besucht. Siegfried Jäckle ist ein Besamungsbetrieb, der mit den fleischbetonten Vorderwäldern Waldmark, Fertissy und Markes gearbeitet hat und noch arbeitet. Er macht aus den Bullenkälbern Ochsen. Die vorhandenen Weideochsen müssten auch nach Ansicht von Geschäftsführer Klaus Binder die gewünschte Fleischklasse R erzielen. Herr Jäckle hat Erfahrung mit den Ochsen. Von den schon 22 Kastrierten hat nur in einem Fall bei der Kastration Probleme gegeben. Der jüngere Nachwuchs wusste in seiner Fleischfülle sehr zu gefallen.
Gelacht wurde, als ein neugieriger Ochse tatsächlich ein Informationsblatt eines Teilnehmers zu sich nahm und ruck zuck auffraß. Zum Fotografieren wiederholte er die Sache sogar noch einmal. Im Abschlussgespräch wurde zusammenfassend bestätigt, dass mit Vorderwäldern auch in Reinzucht die gewünschten Schlachtkörper zu erzielen sind. Vorausetzung ist der Einsatz von fleischbetonten Bullen, die es in ausreichender Zahl gibt. Auf beiden Betrieben konnte man das sehen. Im Besamungsbereich wurde vorgeschlagen, dass man sich in der nächsten Zeit auf Fertissy mit Fleischwert 111 konzentriert, keiner ist besser geschätzt als er.
Der Zuchtverband ist gerne bereit, beim Absatz von weiblichen Tieren zur Zucht aus den Vorderwäldermitgliedsbetrieben behilflich zu sein. Ansprechpartner hierfür ist auch Klaus Binder. Der stellvertretende Vorsitzende der EZG und Vorderwälderzüchter Paul Buchholz bedankte sich bei den beiden Betrieben für die Möglichkeit der Besichtigung und ist überzeugt, dass mit den Vorderwäldern bei gezielter Tierauswahl das von der EZG gewünschte Schlachtprodukt herauskommt.Bericht und Fotos: Dr. Maus
Hinterwälderfleischvermarktung geht ins dritte Jahr Als eine Erfogsstory kann die Hinterwälderfleischvermarktung über Adler/Bonndorf und Landliebe/Singen bezeichnet werden. Seit Januar 2008 läuft das Programm. Die Schlachtung erfolgt bei Adler in Bonndorf, dort werden die Schlachtkörper zerlegt, die Fleischteile vakuumiert und zu Landliebe nach Singen verbracht. Von dort erfolgt die Verteilung in den Einzelhandel. Die Schlachtgewichte, die Handelsklasse und die Fettstufe innerhalb der Gattungen Ochse, Bulle und Rind sind Grundlage der Auszahlung. Die Ergebnisse für das Kalenderjahr 2009 werden in diesem Beitrag dargestellt und diskutiert. Es konnten 125 Tiere vermarktet werden, mit 93 in der Mehrzahl Bullen, 13 Ochsen und 19 Rinder. Im Schnitt wogen die Schlachtkörper 253,3 kg Schlachtgewicht, die Ochsen waren am schwersten mit 264,4 kg, gefolgt von den Bullen mit 261,5 kg und den Rindern mit 205,4 kg. 74,4% der Tiere landeten in der gewünschten Fleischigkeitsklasse R und 25,6 Prozent in O. Erfreulich ist, dass die Ochsen mit den Bullen voll mithalten konnten. Bei den Rindern ist das Verhältnis mit 58 % R zu 42 % O ungünstiger. In der Fettstufe rangierten 71,2 % der Tiere in der gewünschten Stufe 2, bei den Bullen sind es sogar 82,2 %.
Wie bekannt, haben die weiblichen Tiere mehr Fett, in Stufe 3 und 4 kamen 52,6 % der Tiere. Der Auszahlungspreis liegt im Normalfall bei 1,00 € über der Notierung, die in der BBZ veröffentlicht ist, für Fettstufe 4 wird 0,60 € mehr bezahlt. Auch die Ochsen haben mehr Fett, 10 kamen in Stufe 3 und drei in Stufe 2, in Stufe 4 befand sich allerdings kein Tier. Vor allem bei den Bullen fällt auf, dass die 21 O- Bullen mit 191,4 kg Schlachtgewicht fast über 78 kg leichter waren als die 72 R- Bullen. Dies ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass die O- Tiere noch nicht schlachtreif waren und noch weiter ausgemästet hätten werden sollen. Es wird nämlich Geld verschenkt, denn der Unterschied zwischen R und O bei Bullen liegt bei etwa 40 Cent pro kg Schlachtgewicht, bei den Rindern liegt er noch höher. Wir erhalten von den Schlachtchargen auch den Fleischertrag. Dieser lag im Mittel bei 167,4 kg je Tier, was 66,1 % vom Schlachtgewicht entspricht. Eine Streuung ist vorhanden, sie reichte von 59,4 % bei vier Rindern bis zu 72,7 % bei einem Rind und einem Bullen.
Wenn man die erzielten Ergebnisse wirken lässt, dann muss man sagen, dass diese Zahlen belegen, dass mit dem Hinterwälderrind eine vernünftige Rindfleischerzeugung möglich ist. Für die Hinterwälderrasse hocherfreulich ist, dass das deutlich zartere Rindfleisch der Rasse in diesem Programm mit dem verdienten Mehrwert vermarktet werden kann. Momentan werden zwei Tiere pro Woche geschlachtet und vermarktet. Wir loten zur Zeit aus, das vorhandene Mehrangebot zu gleichen Konditionen an weitere Vermarkter zu vermitteln.
Wenn man die erzielten Ergebnisse wirken lässt, dann muss man sagen, dass diese Zahlen zum einen belegen, dass mit dem Hinterwälderrind eine vernünftige Rindfleischerzeugung möglich ist. Der andere Schluss ist der, dass das deutlich zartere Fleisch der Rasse es verdient, mit Mehrerlös vermarktet zu werden. Vielleicht lässt sich der bisher chargenbezogene Fleischertrag aufs Einzeltier umstellen, was sicherlich interessante Schlüsse zulassen würde. Wir planen eine Diplomarbeit mit der Universität Hohenheim zu machen, um unter anderem Darmlängen zu messen und die ungesättigten Fettsäuremuster zu untersuchen. Momentan schlachten wir zwei Tiere pro Woche in diesem Programm. Wir loten zur Zeit aus, das vorhandene Mehrangebot zu gleichen Konditionen an weitere Vermarkter zu vermitteln. Bericht und Foto: Dr. Maus, Zuchtleiter
Die Zucht der regionalen Wälderrassen im Jahr 2007 Aufwärtstrend an Betrieben und Tierzahlen Mitgliedszahlen, Milch- und Zusatzleistungen Das Jahr 2007 bedeutet ein Meilenstein in der Wälderzucht: Die Förderungsumstellung nach MEKA auf Zuchtkühe hat dazu geführt, dass es zum Stand 30.9.2007 370 Vorderwälder (VW)- Milchviehbetriebe mit 7.149 Kühen in der Zucht gibt, was ein Plus von 136 Betrieben und 2.626 Kühe bedeutet. Etwa 30 % des Zuganges sind Betriebe, die mit der Milchleistungsprüfung begonnen haben, der Großteil des Zugangs rekrutiert sich aus den bisherigen reinen MLP- Betrieben. Bedingt durch das miserable Weidejahr und durch die starke Steigerung der Betriebszahlen ist die Milchleistung gegenüber dem Vorjahr um 301 kg auf 5.475 kg gefallen, die Inhaltsstoffe sind nahezu unverändert bei 4,18 % Fett und 3,34 kg Eiweiß geblieben. Interessant ist, dass die erste Laktationsleistung der VW- Jungkühe mit 4.864 kg Milch, 4,20 % Fett und 3,33 % Eiweiß 86 kg über der letzt jährigen Leistung liegt. Leider ist der Zellgehalt um 3.000 gestiegen und liegt mit 228.000 Zellen 7.000 Zellen über der besten Rasse Fleckvieh. Bei den Hinterwäldern (HW) konnte die Betriebsanzahl 43 vom Vorjahr gehalten werden, die Kuhzahl ging um 9 zurück auf 541 Kühe, die im Schnitt 3.395 kg Milch bei 4,03 % Fett und guten 3,44 % Eiweiß gaben. In der Mutterkuhhaltung liegen die Wälderrassen mit den 1.758 HW- Kühen in 161 Betrieben auf dem ersten Platz im Ländle gefolgt von den Vorderwäldern mit 1.324 Kühen in 140 Betrieben. Beide Nutzungsrichtungen zusammengefasst sind in der VW- Zucht 510 Betriebe mit 8.473 Kühen und in der HW- Zucht 204 Betriebe mit 2.299 Kühen in der Zucht organisiert. In den Zusatzleistungen der Milchviehhaltung liegen die VW- Kühe nach wie vor im grünen Bereich in der Persistenz über die Laktationen (eine VW- Kuh gibt in der 5. Laktation 19,3 % mehr Milch als in der 1.), Langlebigkeit (23,8 % Kühe weisen 5 und mehr Laktationen aus, Abgangsalter 6,4 Jahre), Fruchtbarkeit (385 Tage ZKZ) und Verkauf zur Zucht mit 9,8 % und Abgänge wegen hohem Alter mit immerhin noch 11,2 % der Fälle. Das Erstkalbealter ist von 32,1 Monaten auf 31,7 Monate zurückgegangen, bedingt durch die VW- typische Jungviehweide ist es 3,3 Monate höher als bei den Schwarzbunten. Die Hinterwälder sind unschlagbar in der Fruchtbarkeit (379 Tage ZKZ, 15,6% Abgänge wegen Unfruchtbarkeit, das sind 9,1 % weniger als über alle Kühe gerechnet), Langlebigkeit (Abgangsalter 8,3 Jahre, der Durchschnitt liegt bei 5,6 Jahren) sowie Spitzenreiter in den Abgangsursachen Verkauf zur Zucht (31,3 %), hohes Alter (25,6 %) und Beinwerksproblemen mit 0,6 %, der Durchschnitt liegt bei 9,4 %. Mit 296.000 ist der Zellgehalt bedenklich hoch, allerdings nicht ganz verwunderlich, wenn man weiß, dass der Zellgehalt der baden-württembergischen MLP- Kühe in der 4. Laktation bei 319.000 Zellen und ab der 7. Laktation sogar bei 462.000 Zellen liegt. Fleischleistung
Zuchtprogramm Bei beiden Wälderrassen ist es wichtig, die Linienvielfalt im Auge zu behalten. Bei den Vorderwäldern existieren neun Linien, die F- Linie geht auf Ayrshire zurück, die K-, M- und T- Linie auf Red Holstein und die G-, I-, O,- P- und R- Linie auf Montbeliard. Bei den Hinterwäldern sind sieben Linien (A, B, H, L, F, N und S) im lebenden Bullenbestand, dazu kommen vier (K, M, R und W) als Tiergefriersperma. Mit Friedbert wurde ein Vertreter der HW- R- Linie über die Gezielte Anpaarung in den lebenden Bestand genommen, die ersten Kälber kommen demnächst zur Welt. Mit Napbär und Labflort wurden bereits im Frühjahr 2006 zwei bewährte HW- Altbullen in den Besamungseinsatz genommen. In der Hornloszucht kommt Naxtoll P, der beste Naxtussohn von Aulendorf zum Deckeinsatz zurück nach Bernau und die ersten Kälber des Halbruders Focktus P werden erwartet. Focktus P deckt dieses Jahr nochmals einen Teil der Köpfer/Spiegelhalterherde, unter anderem die Naxtusrinder, so dass anno 2009 die ersten homozygot reinerbigen Hornlosen auf die Welt kommen. Bei den Vorderwäldern ist die erste Generation von Juvomix P durch, mit einem hornlosen Sohn wird weitergezüchtet. Von Waldlor P und Felix P kommt der erste Geburtsjahrgang. Über den weiteren Einsatz wurde mit den Beteiligten gesprochen.
Im Kalenderjahr 2007 wurden acht VW- Testbullen (vier aus der G-, jeweils zwei aus der O- und P- Linie) ausgewählt, die einen mittleren Milchwert von 124,7 Punkten, einen Fleischwert von 102,3 Punkten und 6,75 in der Bemuskelung und 6,25 in der Äußeren Erscheinung erreichten. Das Ziel, die Milchleistung deutlich steigern und die Fleischleistung stabilisieren, konnte verwirklicht werden. Die im Rasseausschuss beschlossene Maßnahme, pro Testbulle weniger Sperma auszugeben, zeigte Wirkung, im Kalenderjahr 2007 konnten 10 Testbullen in die Ausgabe gegeben werden.
Mit Ottgar und Ricky wurden zwei neue Bullen in die Besamungsempfehlung genommen. Damit besteht das Altbullenangebot aus einem G-, einem M-, zwei O-, einem P- und zwei R- Bullen. Die weitere VW- Zuchtstrategie sieht vor, dass keine neuen 100 % igen Montbeliardbullen eingesetzt werden, wenn die Söhne der ersten F1- Bullen Ignaz, Igel und Piras überzeugend den Zweiteinsatz schaffen. Denn es ist wichtig, in der nächsten Zeit den Rassestandard weiter zu konsolidieren und nicht ohne Not für weitere Aufspaltungseffekte zu sorgen.
Mit den vorhandenen Linien und der geschickten „Mischung“ untereinander müsste bei beiden Wälderrassen die Weiterentwicklung gut möglich sein.
Züchterische Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit Zwei VW- Bezirksschauen in Furtwangen- Schönenbach mit 48 Kühen und zwei Bullen und in Schopfheim-Gersbach mit 31 Kühen und fünf Bullen konnten durchgeführt werden. In Schönenbach beteiligten sich 26 Jungzüchter am Wettbewerb und in Gersbach sorgte die Anbindung an das Weideabtriebsfest für eine große Zuschauerkulisse.
Die Maße und Gewichte im Bezug auf das Zuchtziel waren in Schönenbach an der Oberkante, in Gersbach stimmte es gut überein. Bei der Rinderrassenpräsentation zu Erntedank der Schweisfurtstiftung in Glonn bei München waren die Hinterwälder und Vörderwälder mit einer Kuh vertreten.
Werner Gut aus Neuseeland gewann mit Ochsenfleisch Jersey * Hinterwälder den Fleischverkostungswettbewerb in der Sparte Kreuzungsfleisch.
Den Mitgliedern der Besamungsstation Markredwitz- Wöllsau in Nord-Ostbayern konnten die Vorzüge der Hinterwälderrasse bei Benedikt Schmidt in Raich- Oberhäusern präsentiert werden. Eine kolumbianische Delegation nahm beeindruckt die Hinterwälderkühe bei Helmut Dietsche im Münstertal in Augenschein. Eine hessische Fachschulabschlussklasse interessierte sich für die Vorderwälderherde von Hans- Georg Eble aus dem Glottertal.
Absatzsituation Im Zuchtjahr 2007 konnten 94 Bullen, 45 Kühe, 12 Kalbinnen, 1.061 Bullen- und 182 Kuhkälber der Rasse VW und 32 Bullen, 30 Kühe, 16 Kalbinnen, 57 Bullen- und 42 Kuhkälber der Rasse HW verkauft werden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das bei der Rasse VW + 7 Bullen, - 1 Kuh, + 2 Kalbinnen, + 13 Bullen- und – 39 Kuhkälber, bei den HW + 3 Bullen, + 20 Kühe, - 21 Kalbinnen, - 21 Bullen- und + 20 Kuhkälber. Bei den VW- Bullenkälbern hat die Vermarktung über Bad Waldsee mit 641 Tiere die Oberhand gewonnen, 409 wurden über die Donaueschinger Märkte abgesetzt. Gerade diese Kategorie war unter starkem Preisdruck, pro Kilogramm Lebendgewicht wurde 3,52 € erzielt, das sind 98 Cent weniger als im Vorjahr. Ansonsten war bei den VW- Kühen eine Preissteigerung von 96 € festzustellen, die Bullen blieben bei 1.582 fast konstant zum Vorjahr. Bei den HW gab es einen Preissturz von 231 € bei den Bullen.
Als Trends zeichnen sich ab eine leicht stärkere Nachfrage nach vor allem VW- Bullen und eine starke Belebung des VW- Kuhmarktes. Hierzu ist es wichtig, dass von den verkauften VW- Kuhkälbern mehr in die Aufzucht gestellt werden, um den Trend nicht zu verpassen. Bei den Hinterwäldern gilt es zu reagieren, indem die verkauften Bullenkälber vermehrt für die Ausmast zur Fleischvermarktung genutzt werden. Ausblick 2008 Im Jahre 2008 finden die Hinterwälderverbandsschau mit Bullen, Milch- und Mutterkühen mit Ihren Kälbern und ein Jungzüchterwettbewerb am 26./27. April 2008 in Utzenfeld statt. Die beiden VW- Schauen in Schluchsee- Faulenfürst am 25. Mai 2008 und in Gutach im Kinzigtal am 14. September 2008 sind an andere Großveranstaltungen geknüpft, die Zuschauer anziehen, an das 4. Hochschwarzwälder Milchfest der Landfrauen und an den 1. Bauernmarkt in Gutach im Kinzigtal. Am 5. April findet das FERBA- Treffen in Epinal statt, parallel dazu werden etwa 50 Vogesenrinder ausgestellt. Bei den Vorderwäldern steht der erste Ignazsohn Ignachy vor der Tür. Als große Aufgabe steht an die Integration der Neumitglieder. Wichtig ist, dass die Neumitglieder selber auch aktiv werden und beispielsweise die Vermarktungseinrichtungen der RBW nutzen. Für die Neubetriebe ist, wie für alle Zuchtbetriebe, verpflichtend, ein Zuchttier als Vatertier zu verwenden, wenn nicht besamt wird. Mit Vehemenz weiterverfolgt wird die angelaufene HW- Fleischvermarktung, damit die Reinrassigkeit unterstützt wird. Mit einer Doktorarbeit wird versucht, der empirisch festgestellten besseren Futterverwertung der Hinterwälder auf die Spur zu kommen. Gestärkt durch einen deutlichen Zuwachs gilt nach wie vor das Motto: „Wälder, das
Besondere für das Spezielle“ Dr. Maus
Die Zucht der regionalen Die Milchleistung der Vorderwälderzuchtkühe lag im Prüfungsjahr 2005 mit 5.682 kg 277 kg höher als im Vorjahr. Damit weisen die Vorderwälder die höchste Steigerung über alle Rassen aus. Die Inhaltsstoffe stiegen um 0,03 % Fett- und 0,01% Eiweißgehalt, landesweit war ein leichter Rückgang um 0,02 % Fett und 0,01 % Eiweiß zu verzeichnen. 240 Betriebe halten 4.663 Zuchtkühe, das sind 6 Zuchtbetriebe und 159 Kühe weniger als im Vorjahr. Landesweit hörten 152 Zuchtbetriebe auf bei einer Aufstockung auf 36,4 Kühe pro Betrieb. Erstmals gab es einen Rückgang in den Kuhzahlen um 4.126 Kühe. Die in 43 Betrieben (-7) stehenden 550 Hinterwälderzuchtkühe (-43) gaben 3.420 kg Milch (+ 151) bei 4,10 % Fett (+0,05) und guten 3,45 Eiweißprozenten (+0,01). In der Mutterkuhhaltung gab es weiterhin "Aufwind", in 78 Betrieben wurden 831 Mutterkühe gehalten, was einem Plus von 26 Mutterkühen und 7 Betrieben entspricht.
Tabelle 1 zeigt die Zusatzleistungen der Milchviehhaltung im Vergleich. Die positiven Zahlen hinsichtlich Langlebigkeit, Zwischenkalbezeit, Anteil zu Zucht- und Nutzzwecken verkaufter Kühe sowie der nach wie vor landesweit niedrigste Zellgehalt mit 214.000 Zellen sind ein Plus der Rasse Vorderwälder. Leider haben die Abgangsursachen Unfruchtbarkeit und Eutererkrankungen zugenommen. Die Hinterwälder sind in Langlebigkeit und Fruchtbarkeit "unschlagbar" und haben wegen Fundamentproblemen so gut wie keine Abgänge. Zugenommen hat der Verkauf zu Zucht- und Nutzzwecken mit über 36 % aller den Stall verlassender Kühe! Der Zellgehalt liegt mit 253.000 knapp über dem Landesschnitt und hängt in seiner Höhe mit dem deutlich höheren Durchschnittsalter und der Betriebsstruktur zusammen. Kritisch angemerkt werden muss, dass über alle Rassen der Anteil sonstiger Abgangsgründe nochmals gestiegen ist und fast 1/3 aller Abgänge umfasst. Fleischleistung 92 (-12) in Donaueschingen vorgestellte Vorderwälder Marktbullen brachten tägliche Zunahmen von guten 1.141 g (+11g). 34 auf Grassilagebasis geprüfte Vorderwälder Bullen auf der Prüfstation in Löffingen- Göschweiler erreichten im Prüfabschnitt (112. - 350. Tag) noch nie erzielte 1.334 g (+24 g) tägl. Zunahmen bei etwa gleicher Widerristhöhe wie im Vorjahr von 126,7 cm. 24 (-1) Hinterwälder Bullen am Marktort Schönau nahmen 952g zu, was einem leichten Rückgang von 3 g gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Ergebnisse der exemplarisch durchgeführten Absetzerwiegungen bei den Vorderwäldern belegen wiederum die Eignung der Wälderrassen für die Mutterkuhhaltung in der Reinzucht. Die 10 männlichen Vorderwälderabsetzer auf dem Betrieb Dorer erreichten im Alter von 205 Tagen 312 kg Gewicht und mit 1346 g gute tägliche Zunahmen. In der Bemuskelung wurden sie mit 6,5 bewertet. Auf dem Betrieb Tritschler waren die Ergebnisse etwas uneinheitlich: Fünf über die EZG Junges Weiderind vermarktete Bullenabsetzer kamen auf ordentliche Nettozunahmen von 731 g bei 207 kg Schlachtgewicht. Leider wurden von den 5 Tieren 2 in der Fleischigkeit mit O klassifiziert.
Schlachtergebnisse des erstmals ausgewerteten Betriebs Haas in Sommerau schlugen gut ein, die Nettozunahmen der 6 männlichen Tiere lag bei sehr guten 780 g, nur ein Schlachtkörper kam in O, 4 in R und ein Kracher in U.
Nach wie vor sind die Ergebnisse so, dass die Reinzucht Sinn macht, weil auf der weiblichen Seite die Bestandsergänzung nachgezogen werden kann und damit die MEKA- Prämie und die Milchergiebigkeit gesichert sind. Der Einsatz fleischbetonter Bullen ist natürlich Voraussetzung.
(Quelle: Ba.- Wü. LKV- Berichtshefte 2004 und 2005)
Die Zahl der Hinterwäldererstbesamungen betrug 1281, was ein Plus von 74 bedeutet. Benbär mit 379, Hummel mit 373 und Arida mit 229 waren am begehrtesten. Mit Siltben und Fockeral wurde gezielt angepaart, um die S- und F- Linie wieder in den lebenden Bestand zu bekommen. Eine Analyse der in den letzten beiden Jahren verkauften Linien führte zum Beschluss der Zuchtverantwortlichen, Fockeral nochmals einzusetzen und mit Friedbert die R- Linie zu aktivieren. Der in einer Bernauer Mutterkuhherde eingesetzte hornlose Naxlersohn Naxtus vererbt voll im Hinterwäldertyp stehende Nachkommen. Deswegen wird sein hornloser Halbbruder Focktus auch für die Zucht verwendet, um eine zweite Hornloslinie aufzubauen. Eine dritte steht in Aussicht, weil die LVVG Aulendorf ein Wackelhornrind mit deutscher Genetik vom Schweizer Hinterwälderzüchter Rudi Odermatt angekauft und mit Benforal besamt hat.
Im Kalenderjahr 2005 konnten neun Vorderwälder-Testbullen ausgewählt werden, im Jahr zuvor waren es lediglich sechs. Sie stammen von fünf Linien, der G-, I-, K, M-, und P- Linie ab. Mit einem mittleren Milchwert von 127,4, einem Fleischwert von 105,6, einer Bemuskelungsnote von 7,6 und in der Äußeren Erscheinung von 6,4 ist es ein "Goldener Jahrgang". Mit Radi und Rack gelangten 2 Gardiansöhne in den Zweiteinsatz. Um die F- Linie weiterzuentwickeln, wird mit Fertissy gezielt angepaart, um ein oder zwei Testbullen auszuwählen. Die Erstbesamungszahlen sind bei den Vorderwäldern leicht um 1,7 % gesunken (9.751 gegenüber 9.916 im Vorjahr). Über alle Rassen war der Rückgang (-2,5 %) etwas stärker. Am meisten eingesetzt wurden Giovanni (1.687), Igel (1.617), Toplerom (949) und Ignaz (841). Leider war der Anteil Testbullenerstbesamungen mit 22,4 % unter dem angestrebten Wert von 1/3 und der Eiweißkracher Piras wurde mit 384 Erstbesamungen zu schwach eingesetzt. Züchterische Veranstaltungen Eine Vorderwälderbezirksrindviehschau mit 69 Milchkühen und einem Bullen in St. Märgen Ende September 2005 und die Hinterwälderverbandsschau Anfang Mai 2005 mit sieben Zuchtbullen, 114 Milchkühen und 23 Mutterkühen mit Ihren Absetzern prägten das regionale Schauwesen. Bei den Vorderwäldern war die gute Entwicklung in der Milchleistung sichtbar, in Fundament, Rahmen und Melkbarkeit befinden wir uns in der Selektionsphase. Die Hinterwälder bestachen mit der Ausstellung von 39 Kühen, die sechs und mehr Kalbungen auswiesen, über ein Drittel aller Milchkühe, eine grandiose Leistung. Die Absetzer belegten wiederum das schnelle Jugendwachstum der Hinterwälder.
Das Siegergespann mit dem Naxlerabsetzer brachte es im Alter von 7 Monaten auf stolze 1.273 g tägliche Zunahmen. Bei beiden Veranstaltungen fand ein Jungzüchterwettbewerb statt, der auf regen Zuspruch stieß. Werner Gut aus Neuseeland schaute sich wieder bei den Hinterwäldern um und berichtete, dass er mit Kreuzungsochsen Jersey mal Hinterwälder anno 2007 bei einem Fleischverkostungstest teilnehmen wird; dessen Ausgang wird die Nachfrage nach Hinterwälderdeckstieren für Jerseykühe in Neuseeland wesentlich beeinflussen.
Absatzsituation Die Hinterwälder haben 106.315 umsetzen können, das sind 11.563 weniger als 2004. Ursache ist die etwas geringere Kuh- und Kalbinnenvermarktung. In der Weidesaison 2005 konnten wiederum 13 Hinterwäldertiere nach Österreich exportiert werden. Die "Leichtigkeit" der Rasse war das entscheidende Ankaufsargument. Ein größerer Auftrag von Rindern ging an ein Beweidungsprojekt ins Saarland. Die Bullenkälbervermarktung über Bad Waldsee ist auch bei den Hinterwäldern gut angelaufen.
1.10.2004 bis 30.9.2005 (Quelle: RBW)
Ausblick 2006 Im Jahre 2006 findet am Sonntag, den 2. April 2006 die 3. Vorderwälderverbandsschau in St. Märgen statt. Des weiteren sind die Wälder vertreten auf der Badenmesse in Freiburg und auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart- Bad Cannstatt. Am 26./27. August 2006 findet das FERBA- Arbeitstreffen in Trient statt. Dort werden auch je drei Tiere der 11 Mitgliedsrassen ausgestellt. Dazu starten wir eine Busreise. Interessiert erwarten wir im Vorderwälderbereich Nachkommenleistungen der Wartebullen. Bei den Hinterwäldern wollen wir Darmlängenmessungen an Kühen vornehmen und den Siegerbullen Labflort in die Besamung stellen. Werner Gut aus Neuseeland hat vor, von Labflort Spermaportionen nach Neuseeland auszuführen. Nach wie vor denken wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind, für schwierige bzw. sehr schwierige Standorte die passenden Tiere für Milch- und Mutterkuhhaltung weiter zu entwickeln.Es gilt: "Wälder, das Besondere für das
Spezielle" Dr. Maus
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