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Gutes Zeugnis für Langstreckentransporte

Bericht über ein Audit in Deutschland 26.-30. Juni 2017 zur Bewertung des Tierschutzes während des Transports nach Nicht-EU-Staaten

 

Zusammenfassung:

 

Dieses Audit wurde vom 26. bis zum 30. Juni 2017 in Deutschland durchgeführt, um die Angemessenheit und Wirksamkeit der bestehenden Maßnahmen zu bewerten, mit denen verhindert werden soll, dass Tieren bei Langstreckentransporten auf der Straße in Nicht-EU-Staaten unnötige Schmerzen, Leiden oder Verletzungen zugefügt werden. Insbesondere sollte bei diesem Audit ermittelt werden, welche Maßnahmen zuständige Behörden, Organisatoren und Transportunternehmer ergriffen haben, damit die Ausfuhr von lebenden Tieren reibungslos funktioniert und zugleich ein zufriedenstellender Schutz der betroffenen Tiere gewährleistet ist.

 

Die bestehenden Maßnahmen bieten ausreichend Sicherheit, dass die Ausfuhr von lebenden Tieren bis zum endgültigen Bestimmungsort im Nicht-EU-Staat reibungslos funktioniert und dass diese Transporte entsprechend den Tierschutzvorschriften korrekt geplant und durchgeführt werden, sodass den Tieren unnötige Schmerzen, Leiden und Verletzungen erspart bleiben.

 

Die Länder haben gemeinsam ein Handbuch erarbeitet, das Informationen und Vollzugshinweise für amtliche Kontrollen enthält und ein nützliches Hilfsmittel für eine wirksame und einheitliche Durchführung amtlicher Kontrollen in ganz Deutschland sowie für die Erreichung eines besseren Tierschutzes während des Transports darstellt. Das Handbuch enthält einige Punkte, die als gute Praxis betrachtet werden, darunter einige, die über die EU-Anforderungen hinausgehen. Diese Punkte wirken sich positiv auf den Tierschutz während des Transports aus. Einige der Leitlinien, die über die EU-Anforderungen hinausgehen, werden jedoch nicht in allen Ländern angewendet.

 

Die Anforderung des Handbuchs, dass zum Zeitpunkt der Verladung 100 % der zur Ausfuhr bestimmten Sendungen zu kontrollieren sind, wurde ordnungsgemäß erfüllt. Dadurch kann die zuständige Behörde zusätzlich zur Transportfähigkeit der Tiere noch viele weitere Anforderungen überprüfen. Dies wird als gute Praxis betrachtet.

 

Obwohl die bestehenden Systeme die Wahrscheinlichkeit unerwarteter langer Verzögerungen an der Außengrenze der EU minimieren, kann es aus Gründen, die außerhalb der Kontrolle der Behörden am Versandort liegen, trotzdem zu solchen Verzögerungen kommen. Im Fall solcher Verzögerungen bieten die Notfallpläne der Transportunternehmer keine ausreichende Sicherheit dafür, dass bei Blockierung eines Transports an der Grenze die Bedürfnisse der Tiere in Bezug auf Ruhezeiten, Futter und Wasser erfüllt werden und dass diesen Tieren keine unnötigen Leiden zugefügt werden.

 

Derzeit ist in den in Deutschland ausgestellten Zulassungsnachweisen nicht angegeben, ob ein Fahrzeug für den Transport nicht abgesetzter Kälber geeignet ist. Infolgedessen besteht die Gefahr, dass nicht abgesetzte Kälber bei Langstreckenfahrten im Bedarfsfall keinen Zugang zu Flüssigkeiten oder Futter haben, wenn der Versandort in einigen Bundesländern in Deutschland oder in einem anderen Mitgliedstaat liegt.

 

Der Bericht enthält eine Reihe von Empfehlungen an die deutschen Behörden, wie die festgestellten Mängel beseitigt und die Durchführung der Kontrollmaßnahmen verbessert werden können.