Ihr Partner rund ums Rind – fair und kompetent

Rinderunion Baden-Württemberg e.V.

Home|Aktuelles|News|Bericht der 5. Fleischrinder Landesschau Baden-Württemberg

Bericht der 5. Fleischrinder Landesschau Baden-Württemberg

Interbreed Champion

Am Vorabend der Auktion der 11. Süddeutschen Fleischrindertage fand am 19.01.2018 die 5. Fleischrinder Landesschau Baden-Württembergs statt. In diesem spannenden Wettbewerb traten 50 Tiere von sieben Rassen gegeneinander an. Preisrichter war Mathias Gerber, Präsident von Mutterkuh Schweiz, der diese, aufgrund des hohen Qualitätsniveaus der Tiere, enorm anspruchsvolle Aufgabe souverän meisterte und lebendig und souverän durch die Schau führte.

 

Den Anfang machte die Rasse Angus. Der erste Ring wurde mit drei typvollen Rindern von Familie Hertfelder aus Kreßberg beschickt, von denen Iffet, eine rote Collin-Tochter (VV Cowboy ET, Kanada) an diesem Tag als mittelrahmiges, eher frühreifes Rind in idealer Schauverfassung war. Im zweiten Ring traten vier ältere Rinder der Betriebe Dr. Junck aus Jungingen, Fellmann aus Löwenstein und Lindner aus Vellberg gegeneinander an. Das Rennen machte hier VG Storm, ein Aberdeen-Angus (AA) Rind aus Time F610 (UK, VV Right Time US) und einer Kennedy-Tochter. Allerdings machten die beiden 1a-Rinder den Rassesieg nicht von vorne herein unter sich aus. In der letzten Klasse traten sie gegen zwei bewährte Altbullen an: VG New Design (V New Design US), einem neunjährigen, aber immer noch mit sehr guter Fitness und bestem Fundament auftretenden AA-Bullen von Dr. Junck aus Jungingen und dem mittelrahmigen, fleischigen fünf Jahre alten AA-Bullen Yak (V Yakari K) von Hannes Fellmann aus Löwenstein. Die beiden Rinder waren jedoch von so überzeugender Qualität, dass Mathias Gerber hier der Jugend den Vorzug gab und Iffet vom Betrieb Hertfelder zur Siegerin und VG Storm von Dr. Junck zur Resevesiegerin kürte.

 

Einen starken Aufschwung erlebte in den letzten sieben Jahren die Rasse Hereford. Nach längjähriger Abwesenheit im Herdbuch gibt es nun wieder fünf Züchter dieser Rasse im Land. Die Rasse wurde auf der Schau durch die Rösch GbR aus Wangen und Dietmar Weller aus Ebersbach bestens vertreten, die drei Rinder in den Wettbewerb schickten. 1a und Rassesiegerin wurde Renisa von der Rösch GbR, eine reinerbig Hornlose (PP*) Conan F –Tochter, 1b und Reservesiegerin wurde Adele, ebenfalls PP* und eine Halbschwester zur Siegerin vom derselben Zuchtstätte.

 

Die Rasse mit den meisten Herdbuchkühen bei den Fleischrindern im Land sind die Limousin. Da für den am nächsten Tag stattfindenden Markt die meisten Schaubeschicker auch Jungbullen vorbereiten mussten, ist es Ihnen nicht zu verdenken, insgesamt nur vier Schautiere aufgetrieben zu haben. Allerdings von bester Qualität: Drei hervorragende Altbullen, der 11 Jahre alte Boy Scout (V Uruguay) von Andreas Lamparth aus Altensteig. Zudem der etwas über drei Jahre alte, reinerbig hornlose Taifun (V Theo) von der Spieler GbR aus Eberhardzell, sowie der zweieinhalbjährigen Barno (Pp*, V Barman F). Es gewann der älteste Bulle, Boy Scout, der in bester Kondition, mit bestem Fundament und sehr gutem Charakter ausgestattet war. 1b wurde Taifun. In der Kür der Rassesieger wurden die beiden von einer stattlichen, vom Betrieb Bernd Heinzmann aus Engstingen-Kohlstetten stammenden Färse Harriet (31 Monate alt, Pp, V TST Kanos) herausgefordert. Am Ende musste sich diese nur einem der beiden Bullen geschlagen geben. Boy Scout wurde Rassesieger, Harriet Reservesiegerin.

 

Einen ähnlichen Anstieg wie die Hereford haben die Pinzgauer vorzuweisen, mit mittlerweile sieben Züchtern in Baden-Württemberg. Sicherlich einer der engagiertesten ist der Betrieb Leibold aus Heinstetten, der gleich mit fünf Schautieren anreiste, davon zwei Kühe mit Kalb und drei Jungrinder. Siegerin wurde die Kuh Nadell, eine schwarze, mischerbig hornlose (Pp*) UE Harry – Tochter mit einem sehr gut entwickeltem, fünf Monate alten Kuhkalb aus UE Gandalf. Den Reservesieg konnte eines der Rinder einfahren, eine braune, 11 Monate alte UE Nupur-Tochter (Pp*).

 

Weiter ging es mit den extensiven Rassen. Den stärksten Auftrieb hatte die Rasse Galloway mit elf Schautieren. In der ersten Klasse traten fünf Altbullen gegeneinander an. Stanley (V Superpower ) und Perser (V Polaris) von UKU Galloways (Uwe Kugler) aus Murrhardt, Doron (V Dynamite Glenkiln) von der Ederle GbR aus Bissingen/Teck sowie Hatschi (V Highland Laddie of Gall-Way) von Hubert Mielke aus Dornstadt und Teddy (V Tom Tom) von Waltraud Höfer aus Alfdorf. Wie der Preisrichter richtig bemerkte, gibt es bei den Galloways eine Bandbreite im Rahmen der Tiere, wodurch sich die Rasse für unterschiedliche Standorte eignet. Klassensieger wurde an diesem Tag der größte, aber auch gleichzeitig typvollste Bulle Hatschi von Hubert Mielke. In der Klasse der Rinder waren vier Tiere im Alter von neun Monaten bis zwei Jahren, gestellt von den Betrieben Kugler und Mielke. 1a wurde Bonifatia (V Brave-Heart of Gall-Way) von Hubert Mielke, bei der mit ihren zwei Jahren Alter alle typischen Rassemerkmale am besten ausgeprägt waren. Um den Sieg bei den Galloways zu erringen, gesellten sich zu dem Bullen und dem Rind noch zwei Kühe mit Kalb: Lola (V Superpower) von Uwe Kugler und Carolina (Vater Caruso) von der Ederle GbR. Rassesiegerin wurde die Kuh Caroline, welche gleichzeitig extrem typvoll, bestens bemuskelt und sehr korrekt im Skelett war und bereits das vierte Kalb bei Fuß führte. Hier musste sich der Bulle Hatschi als Reservesieger knapp geschlagen geben. Alle Sieger- und Reservesieger der Rasse Galloway bekamen Pokale, gestiftet vom Bundesverband Deutscher Gallowayzüchter, überreicht.

 

Eine nicht unwichtige Rasse in Baden-Württemberg sind die Zwergzebus, welche sich sehr gut für die Landschaftspflege eignen und auch in der Direktvermarktung ihre Liebhaber haben. Zwei Züchter stellten die Schautiere, Reiner Lämmle aus Berglen und Erwin Mayer aus Ballendorf und zeigten die Farbvielfalt und die Individualität der Rasse. In der ersten Klasse, welche aus vier Kühen bestand, gewann die braune Kuh Sonja (V Maximilian) von Reiner Lämmle, welche mit ihrem siebten Kalb im Wettbewerb stand vor der rot-gescheckten Kuh Leonie von Erwin Mayer. Die Klasse der Rinder konnte die schwarz-weiße Ina (V Ingo) von Erwin Mayer für sich entscheiden. 1b ging an die braun-gescheckte Pada von Reiner Lämmle. Zur Auswahl des Rassesiegers Zwergzebus kam noch der schwarz-gescheckte Bulle Zeus (V Zeno) aus dem Betrieb Erwin Mayer in den Ring. Durchsetzen als Rassesiegerin konnte sich das Rind Ina, welches mit seinem harmonischen Exterieur und typischen Rassemerkmalen dem wie sehr feinem Knochenbau und korrektem Skelett, sowie typischen Buckel und Kopfform auffiel. Reservesiegerin wurde die Kuh Sonja.

 

Die letzte Entscheidung des Tages war für den Preisrichter Mathias Gerber aus der Schweiz gleichzeitig die schwierigste. Unter allen Rassesieger sollte nun der Interbreed-Champion gekürt werden. Eine imposante Selektion der vertretenen Rassen betrat nun den Ring: Ein Angus Rind, ein Hereford Rind, ein Limousin-Bulle, eine Pinzgauer Kuh mit Kalb, eine Galloway Kuh mit Kalb, ein Zwergzebu Rind und ein Wagyu-Bulle traten gegeneinander an. Mathias Gerber hatte es nicht einfach, den Interbreed-Champion zu küren. Er entschied sich für den Altbullen Boyscout. Begründet wurde die Entscheidung von der außergewöhnlichen Harmonie und der Langlebigkeit.

 

Mit dieser Landesschau konnte die Rinderunion Baden-Württemberg e.V. wieder einmal die Rassevielfalt in Baden-Württemberg zeigen. Ein großer Dank geht an alle Züchter und Beschicker dieser wertvollen Tiere. Nur durch ihr Engagement ist eine solche Schau überhaupt möglich. 

Text: Anja Müller, Martin Piecha; Fotos: Dieter Kraft

schau_angus_06885_1schau_angus_kat_1_06889schau_angus_kat_8_junck_06891schau_galloway_06959schau_galloway_06963schau_galloway_06968schau_galloway_06970schau_galloway_06975schau_galloway_06982schau_galloway_kat_31_06999schau_galloway_kat_34_06988schau_galloway_kat_36_06977schau_galloway_kat_36_06979schau_hereford_rinderklasse_06892schau_hereford_roesch_06900schau_hereford_sieger_kat_13_roesch_06894schau_hereford_sieger_roesch_06896schau_herefords_roesch_06902schau_limousin_07039schau_limousin_kat_16_heizmann_06915schau_limousin_kat_16_lamparth_06918schau_limousin_kat_17_06912schau_limousin_kat_17_spieler_06923schau_limousin_kat_17_spieler_06928schau_limousin_kat_19_heinzmann_06933schau_limousin_siegerehrung_07029schau_pinzgauer_06937schau_pinzgauer_06944schau_pinzgauer_06949schau_pinzgauer_06957schau_preisrichter_07010schau_wagyu_07024schau_wagyu_07025schau_wagyu_07041schau_zebu_07001schau_zebu_07004schau_zebu_07009schau_zebu_07012schau_zebu_07018