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Original Braunvieh:

pfeil-rechts-laufend.gif (469 Byte) Weitere Fotos im RBW-Online-Fotoalbum:  

Population:

Das Original Braunvieh gehört in Deutschland zu den stark gefährdeten Rinderrassen.

In Bayern und Baden- Württemberg werden insgesamt 477 Zuchtkühe der Rasse gehalten (Stand 30.9.2009), davon in Baden- Württemberg 168 Kühe. Von den 168 Kühen sind 115 Milchkühe und 53 Mutterkühe. Derzeit gibt es in Baden- Württemberg 16 Betriebe mit Milchleistungsprüfung und 14 Mutterkuhbetriebe.

Besonderheiten der Rasse:

Mittelrahmige Rasse mit kräftigem Knochenbau und guter Bemuskelung. Die Rasse ist langlebig, robust, hat eine gute Fruchtbarkeit sowie ein hohes Grundfutteraufnahmevermögen. Daher eignet sich die Rasse insbesondere für extensiv wirtschaftende Betriebe mit wenig Kraftfuttereinsatz.

Geschichte des Braunviehs alter Zuchtrichtung:

Anfang des 19. Jahrhunderts bestimmte das Allgäuer Braunvieh die Viehbestände der Bauern im Allgäu. Dieser bodenständige „Allgäuer Dachs“ war feinknochig und von kleinem untersetztem Körperbau, wog ca. 400 kg, war genügsam, gesund, langlebig und fruchtbar. Die Milchergiebigkeit dieses Schlages war in Anbetracht der Kleinheit und des geringen Futterbedarfs vorzüglich.

Die im Allgäu nach 1850 immer mehr in Aufschwung kommende Milchwirtschaft verdrängte immer mehr die eigene Aufzucht. Die Bauern wollten hauptsächlich melken und beschafften das nötige Milchvieh über den Handel, so dass in den Ställen Vieh aller Schläge und Rassen zu finden waren.

Mit der Gründung der Allgäuer Herdbuchgesellschaft 1893 und des Württembergischen Braunviehzuchtverbandes im Jahre 1896  wurde versucht eine Verbesserung der gemischten Schläge durch Einfuhr von Zuchttieren des größeren, hochgestellten und schwereren Braunviehs  aus der Schweiz (Rigivieh) zu erreichen. Die Einfuhr von Farren aus der Schweiz erfolgte  ungefähr bis 1910.

Ab diesem Zeitpunkt wurde der notwendige Stierbedarf allmählich aus der eigenen Zucht ergänzt. Nur noch ab und zu wurden weitere Schweizer Farren zur Blutauffrischung importiert.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde durch Einfuhr von Bullen des Vorarlberger Braunviehs (Montafoner) versucht, ein kleineres, tieferes, gut bemuskeltes Rind zu erzüchten, welches möglichst viel wirtschaftseigenes Futter aufnehmen kann. Gefragt war der so genannte „Wirtschaftstyp“. So wurde eine Kuh mit mittlerem Gewicht von 550 bis 600 kg  mit den Leistungsanforderungen Milch, Fleisch und Weidetüchtigkeit gezüchtet. Die Widerristhöhe der Kühe lag bei 125 bis 130 cm. Als Milchleistung wurden 4000 kg Milch bei 4 % Fett aus vorwiegend wirtschaftseigenem Futter angestrebt. Bekannte Besamungsbullen dieser Zeit waren an der Besamungsstation Bad Waldsee Denzler, Idol, Ilanz, Idar, Junker, Prodel, Radar, Signal und Wurf.

Ab 1965 wurde in Baden- Württemberg und Bayern begonnen, verursacht durch die steigenden Milchpreise, ein auf hohe Milchleistung gezüchtetes Vieh zu erhalten. Mit der Einkreuzung von milchbetonten, großrahmigen Brown- Swiss- Bullen aus den USA wurde dieses Ziel auch erreicht. Allerdings wurde durch diese Verdrängungskreuzung das Original Braunvieh nahezu zum Aussterben gebracht. Problematisch wurde der Bestand an Original Braunvieh Mitte der 1980er Jahre.

Aus diesem Grund entstand im Jahr 1988 die „Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung und Züchtung des Original Braunviehs im Allgäu“. Diese Interessenvertretung entwickelte sich im Jahr 1995 zum „Allgäuer Original Braunviehzuchtverein e.V.“

Im Jahre 2003 wurde in Baden- Württemberg der „Arbeitskreis Allgäuer Braunvieh e.V.“ gegründet, welcher das Ziel hat, das Original Braunvieh ausschließlich auf Basis von Allgäuer Blutlinien zu erhalten.

Durch die Bemühungen der Züchter hat sich der Bestand des Original Braunviehs in Bayern und Baden- Württemberg in den letzten Jahren wieder stabilisiert.

Bestand in Baden-Württemberg:

Entwicklung der Bestandszahlen der Zuchtkühe der Rasse Braunvieh alter Zuchtrichtung in Baden- Württemberg:
 

 Jahr

Gesamt
Kat. A und B

Davon Allgäuer
Linien (0 % BS)

1999

39

16

2000

53

24

2001

55

27

2002

66

36

2003

68

39

2004

82

48

2005

97

57

2006

111

68

2007

131

75

2008

146

88

2009

168

99

Zuchtziel:

Das Original Braunvieh wird auf zweiseitige Nutzung, nämlich Milch und Fleisch, gezüchtet. Besonderer Wert soll dabei auf die Langlebigkeit der Tiere gelegt werden. Die langlebige Zweinutzungskuh soll nicht zu frühreif sein, aber jedes Jahr ein Kalb bringen. Sie soll einen mittleren Rahmen aufweisen, ein gesundes Fundament (gute Klauen) zeigen und ein leicht melkbares, drüsiges Euter mit gut ausgebildetem Zentralband und korrekten Zitzen haben. Neben einer guten Milchleistung ist der Bemuskelung die größte Beachtung zu schenken, damit eine wirtschaftliche Nutzung von Tieren zur Mast und Schlachtung gewährleistet ist. Die Tiere sollen Qualitätsfleisch mit einem hohen Schlachtkörperwert zeigen. Ein hohes Grundfutteraufnahmevermögen mit einer hohen Futterverwertung ist mit großer Flankentiefe und Brustbreite anzustreben. Als robustes, widerstandsfähiges Rind soll das Original Braunvieh besonders zur Weidehaltung sowohl im Flachland als auch im Gebirge geeignet sein.

In der Mutterkuhhaltung wird von der langlebigen Original Braunviehkuh eine regelmäßige Fruchtbarkeit und gute Aufzuchtleistung erwartet; zudem soll sie leichtfuttrig und anspruchslos sein. Vitale, frohwüchsige Kälber sollen zum Kennzeichen des Original Braunviehs werden. Sie sollen von der ersten Stunde an einen stark ausgeprägten Saugtrieb haben. Die Grundvoraussetzungen für hohe Aufzuchtergebnisse und hohe Absetzgewichte sind gute Muttereigenschaften, wie Leichtkalbigkeit, eine ausreichende Milchleistung und ein guter Mutterinstinkt (sofortige Annahme des Kalbes nach der Geburt). Die Original Braunviehtiere sollen ein ruhiges Weideverhalten zeigen, gute Klauen besitzen und im Umgang problemlos für den Halter sein (besonders die Bullen). Die Original Braunviehbullen sollen gepaart mit anderen Mutterrassen und milchbetonten Rassen optimale Kreuzungskälber erzeugen.

Im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogrammes wird versucht, die genetische Vielfalt zu erhalten.

Es werden zwei Kategorien unterschieden:

bulletKat. A mit nachweislich 0 % Fremdgenanteil.
bulletKat. B mit nachweislich bis zu 12,5 % Fremdgenanteil.
 
Milchleistung 6000 kg pro Standardlaktation; 3,8 % Fett; 3,5 % Eiweiß
Melkbarkeit 1,8 – 2,8 kg/ min
Fleischleistung Bullenmast 1000 bis 1300 g tägl. Zunahmen, Kälbermast 1300 g und mehr
Männliche Absetzer: 1100 - 1250 g tägl. Zunahmen
Weibliche Absetzer:    950 - 1100 g tägl. Zunahmen
Fruchtbarkeit ZKZ 365 Tage
Langlebigkeit 7 Laktationen und mehr
Widerristhöhe Kühe:  130 - 140 cm
Bullen: 145 - 155 cm
Gewicht Kühe:   550 - 700 kg
Bullen: 900 - 1200 kg

Leistung in Baden- Württemberg:

Milch (Original Braunvieh gesamt):

2009:  131 Kühe   4413 kg Milch  
      3,91 % Fett   173 Fett kg
      3,41 % Eiweiß   150 Eiweiß kg

Fleischleistung:

Bei einem Intensivmastversuch im Jahre 2003 an der LVVG Aulendorf wurden 13 Mastbullen der Rasse Braunvieh alter Zuchtrichtung (Allgäuer Linien) gemästet. Das durchschnittliche Lebendgewicht der Bullen betrug 514,6 kg bei einem Schlachtalter von 15 Monaten. Es ergaben sich Lebenstagszunahmen von durchschnittlich 1111 g bei einer Ausschlachtung von 58,3 % sowie hervorragender Schlachtkörper- und Fleischqualität.

Förderung:

In Baden- Württemberg wird das Braunvieh alter Zuchtrichtung über das MEKA- Programm gefördert. Voraussetzung ist, dass der Betrieb Mitglied beim LKV und Herdbuchzuchtbetrieb ist.  

Weiterhin darf die Zuchtkuh nachweislich max. 12,5 % Fremdblut aufweisen. 

Die Prämie pro Kuh und Jahr beträgt derzeit 120 €. Es gilt, wie auch bei anderen MEKA- Maßnahmen, eine 5-Jahres-Verpflichtung.

Sperma:

Sperma von Bullen des Braunviehs alter Zuchtrichtung kann über die Besamungsstation Herbertingen bezogen  werden.

Von folgenden Bullen ist derzeit genügend Sperma in Herbertingen verfügbar:

Name

HB- Nr.

Geb.jahr

Vater

Mutters Vater

Allgäuer Linien 
Prodel

2308

1965

Poldi

Fratz

Wurf

2603

1967

Wucht

Diepold

Idobus

434506

1997

Nirol

Globus

Wachau

434626

1999

Walhall

Amkil

Agent

434685

2000

Albert

Maxeus

Idoseus

435112

2002

Idol

Perseus

Rambo

435113

2006

Radar

Wurf

Schweizer Linien
Urano CH

5149

1991

Ural CH

Marino CH

Rivaldo CH

5136

1993

Rival CH

Meinrad CH

Weitere Informationen, Kontaktadresse:

Edwin Schick (Zuchtleiter)
Landratsamt Biberach
Landwirtschaftsamt
Sachgebiet Tierzucht
Bergerhauserstr. 36
88400 Biberach
Telefon:  07351/52-6736
Fax: 07351/ 52-50427
e-mail:  edwin.schick@biberach.de

Kleine Fotogalerie:

Idobus 434506
geb. 18.12.1997
Nirol x Globus Mimmi x Perseus Mieze
Z: Ihler Hubert, Weiler-Simmerberg
Wachau 434626
geb. 24.7.1999
Walhall x Amkil Blume x Nilpo Blümle
Z: Weber Engelberta, Oy-Mittelberg
Agent 434685
geb. 6.3.2000
Albert x Maxeus Blüte x Amkil Blume
Z: Weber Engelberta, Oy-Mittelberg
Rambo 435113
geb. 15.2.2006
Radar x Wurf Emma x Denzler Else
Z: Pro Arte GmbH, Heiligenberg
Belladonna DE 08 01771012
geb. 29.6.1992 Abg. 01/2006
Idol x Nilan Birne x Amblitz Belinda
+10/10,9  4492  4,14  186  3,43  154
ZB: Vetter Ruprecht, Arnach-Schlesis
Alma DE 08 10025945
geb. 12.3.1993 Abg. 12/2006
Globus x Amwalz Praline x Ambos Perle
+11/9,5  4909  3,73  183  3,08  151
Z: Sommer Johann, Waltenhofen
B: Joos Bernd, Bodnegg-Graben
Birgit DE 08 11203840
geb. 22.2.1999
Junker x Amtsrat Berna x Nilan Birne
6/6,9  5179  3,82  198  3,49  181
ZB: Vetter Ruprecht, Arnach-Schlesis

 

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