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Bullen-Informationen

Helmut Dietsche - Münstertal

Der Hinterwäldermilchviehzuchtbetrieb Helmut - früher Adolf - Dietsche aus dem Münstertal ist sicherlich der bekannteste Betrieb im Zuchtgebiet. Die Gründe hierfür sind verschiedene: Adolf Dietsche stand sage und schreibe 26 Jahre lang dem Zuchtverein vor, in der Leistung stand seine Herde regelmäßig im vordersten Bereich, er war und ist ein bekannter Schau- und Vermarktungsbetrieb und er war der erste Hinterwälderbetrieb mit einem Melkstand und einem Fressliegenboxenlaufstall. Aus diesen Gründen war und ist er von vielen Besuchergruppen aufgesucht worden, weil er es auch gut verstand, rhetorisch gewandt die Rassenvorzüge zu präsentieren.

Der Betrieb Helmut Dietsche liegt im Oberen Münstertal auf 965 m ü. NN, wobei die Flächen bis 1.100 Meter hoch reichen. Die Niederschläge sind mit 1.200 bis 1.400 recht hoch, die Mittlere Jahrestemperatur mit 7,0 ° C relativ niedrig. Die LVZ beträgt niedrige 16 Punkte. Die 23,62 ha Mähweiden, 21,15 ha Weiden und 2,57 ha Wald sind arrondiert und im Eigentum. Die Böden sind aus der Verwitterung des Urgesteins entstanden.

Die Neigungsverhältnisse sind gigantisch: 35,15 ha haben mehr als 35 % Hangneigung, die restliche Fläche liegt zwischen 25 und 35 %. Die Hofstelle besteht aus einem Schwarzwaldhof aus dem 19. Jahrhundert, der Umbau des Wirtschaftsgebäudes erfolgte 1968 bis 1970 in den Fressliegeboxenlaufstall, Flüssigentmistung mit Gülleverschlauchung, Güllelager von 540 m³, Grassilagesilos von 240 m³ und Behelfssilos. Eine Krananlage erleichtert die Futtervorlage. Neben den üblichen Maschinen sind ein Selbstfahrerladewagen, eine Heuraupe, ein Buchermäher und ein Wieseltraktor mit niedrigem Schwerpunkt Anpassungen an die sehr steilen Betriebsflächen. Arbeitswirtschaftlich ist der Betrieb gut ausgestattet, 3,5 Arbeitskräfte sind auf dem Betrieb vorhanden.

Zum Viehbestand gehören 35 Milchkühe, ein Deckbulle und ca. 26 weibliche und 6 männliche Nachzucht. Die Milch wird zweitägig von der Breisgaumilch erfasst, der Betrieb arbeitet konventionell. Die Jahresleistung der Herde 2007 erreichte 4.385 kg Milch bei 4,27 % Fett und bei hohem Eiweißgehalt von 3,53 %. Er liegt damit fast 1.000 kg über dem Rassedurchschnitt, auch die Inhaltsstoffe sind deutlich höher. Das Alter der Kühe liegt bei 6,6 Jahren, das ist 1,7 Jahre höher als die baden- württembergische Durchschnittskuh. Dies erklärt auch das hohe Angebot an weiblichen Verkaufstieren sowohl auf den beiden Schönauer Märkten als auch ab Stall.


Immer mit einer größeren Fuhre zum Markt in Schönau

Auf den Hinterwälderschauen früher in Schönau und heute in Utzenfeld ist der Betrieb Helmut Dietsche im  Regelfall der Beschicker mit den höchsten Auftriebszahlen, Badenmesse, Landwirtschaftliches Hauptfest und Grüne Woche sind die überregionalen Beschickungen des Betriebes. Dass er die Schauen auch erfolgreich bestreitet, sieht man daran, dass er 2008 die Sieger-  und Reservesiegerkuh bei den Mittelalterkühen stellte, auch die Fleischsiegerin, die Reservejung-  und die Reservesiegerin im Euter stammen aus seinem Betrieb.


Helmut Deitsche mit der Hummeltochte Gretle,
hier als Jungkuhsiegerin 2005


Hummeltochter Gretle als Mittelkuhsiegerin 2008


Naxbentochter Gerda wurde Jungkuh- und
Euterreservesiegerin 2008


Er wurde Siegerbulle 2008,
Besamunsgbullenanaspirant Napfocki

Viele Zuchtbullen sind in die Besamung genommen worden, beispielhaft seien erwähnt Flimmer, Friedbert, Fokler, Siddharta und demnächst Napfocki, der Schausiegerbulle 2008.


Napfocki auf dem Markt in Schönau


Adolf Dietsche mit dem Marktspitzenbullen Naxnax

Daran ist zu erkennen, welche große Bedeutung der Betrieb für die Hinterwälderzucht hatte und hat. Welche Bedeutung der Name für den Betrieb hat, sieht man auch daran, dass Schwiegersohn Helmut, übrigens ein Schwabe, den Nachnamen Dietsche angenommen hat. Adolf Dietsches Verdienste als langjähriger Vorsitzender des Zuchtvereins lagen in der Fähigkeit, die Züchter zusammenzuschweißen und zu motivieren, gerade die zweitägigen Schauen organisatorisch bestens in den Griff zu bekommen. Der Austausch mit den Schweizer Hinterwälderzüchter lag ihm am Herzen, im Wechsel erfolgen jährlich gut besuchte Treffen in Deutschland und in der Schweiz. Er bewies auch immer eine gute Weitsicht, indem er zum Beispiel für den Zuchtversuch Hornlosigkeit bei den Hinterwäldern stimmte und auch für den Embryotransfer aufgeschlossen ist. Dass er auch bei vielen Gelegenheiten seine Frau lobte, die es aushielt, neben dem Haushalt mit fünf Töchtern ihn phasenweise 5 Abende pro Woche zu ehrenamtlichen Verpflichtungen ziehen zu lassen, spricht für seine menschliche Qualität.

Dr. Maus (Stand: 08/2008)

 

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