Rinderzüchter mit
Fleckvieh und
Holsteins auf dem Maimarkt
Jungzüchter messen sich in
Tierbeurteilung und Tiervorführung
Traditionell nutzten Züchter aus
Hessen und Baden-Württemberg die selten gebotene Möglichkeit sich überregional zu
messen. Aus dem nördlichen Verbandsgebiet der Rinderunion Baden-Württemberg (RBW) waren
insgesamt 20 Tiere der Rasse Fleckvieh (1 Bulle, 19 Kühe) und 13 Kühe der Rasse Deutsche
Holsteins beteiligt. Die Kollegen der Zucht und Besamungsunion Hessen (ZBH) stellten
8 Fleckvieh Kühe.
Fleckvieh Bulle: Horlemon in
Bestkondition
Leider konnte dieses Jahr nur ein Bulle
ausgestellt werden. Doch Horlemon, ein Howart-Sohn gezüchtet von Simpert Dangelmaier aus
Aaalen-Simmetsweiler, der im vorigen Jahr noch Zweiter war, zeigte sich in bester
Verfassung. Der Bulle aus dem Besitz der RBW wurde professionell und routiniert von Fritz
Zoller aus Ingelfingen-Stachenhausen vorgestellt. Am Beispiel dieses Tieres in
beeindruckender Zuchtkondition konnte der Preisrichter Thomas Bidlingmaier dem Publikum
des Maimarktes das Zuchtziel dieser Rinderrasse deutlich machen beste funktionale
Exterieur Merkmale gepaart mit gutem Fleischansatzvermögen. Die gewünschten guten Euter
und die hohen Milchleistungen zeigten danach in eindrucksvoller Weise die weiblichen Tiere
dieser Rasse.
Fleckvieh Kühe: Eindrucksvolles
Beispiel für Klasse
Otto Hennegriff aus Limbach-Balsbach (RBW)
hat mit seiner Ausnahmekuh Line, einer Ronald-Tochter, eine sichere Schaukuh, was die
Teilnahme und das Abschneiden an regionalen , überregionalen und internationalen Schauen
anbelangt. Allein die Karrierestufen am Maimarkt sind für sich beeindruckend: 1997
1c-Preis, 1998 Reservesiegerin, 1999 Siegerin, 2000 Reservesiegerin, 2003 Siegerkuh der
älteren Klassen und nun wiederum Sieger Kuh der Klasse mit 4 und mehr Kalbungen. Trotz
ihrer mittlerweile 7 Kalbungen zeigt sie sich in unglaublicher Frische mit gewohnt sehr
gutem Euter und wurde dafür mit der bronzenen ADR Medaille ausgezeichnet.
Bei den Klassen der Kühe mit 2 und 3
Kalbungen konnte sich Richard Jäger aus Mörlenbach-Annenhof (ZBH) mit der Weinox-Tochter
Cosi und einer weiteren Weinox Tochter Criss, der Reserve Siegerin alt, jeweils einen 1a
Preis sichern, was auch ihm jeweils eine ADR Medaille in Silber und Bronze einbrachte.
Auch diese Kühe sind "alte Maimarkthasen" und waren schon in den letzten Jahren
erfolgreich. Wie der Preisrichter deutlich machte war die Konkurrenz in diesen älteren
Kuhklassen außerordentlich groß und er entschied sich den 1.Preis der Kuh mit der
größten Zukunft zuzugestehen. In der Gesamtwertung der älteren Kühe gewann somit die
Horb-Tochter Sofia aus dem Besitz von Hermann Gehringer aus Creglingen-Schonach, die schon
die Klasse der Kühe mit 2 Kalbungen gewonnen hatte. Für ihr gutes Abschneiden wurde sie
mit der Medaille in Silber der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rinderzüchter (ADR) und
einer Medaille in Bronze des BML ausgezeichnet.
Bei den jüngeren Kühen freute sich
Matthias Rechner aus Mudau-Reisenbach über den Titel des Reservesiegers und den der
besten Euterkuh. Seine Luther Tochter Fabienne erhielt dafür die Medaille der Stadt
Mannheim in Silber und die Bronzemedaille des Bundesministeriums für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft (BML). Als klassisches Beispiel für den Lohn konsequenten
Züchtens stellte der Preisrichter die Siegerkuh der jüngeren Klassen heraus. Die
Howart-Tochter Theresa aus dem Besitz von Familie Gailing aus Obersulm-Eschenau geht auf
den Bullen Morwel zurück, zeigte sich in nicht zu schlagender Form und dominierte damit
diesen Wettbewerb. Verdientermaßen konnte sie dafür den großen Teller des BML und die
Goldmedaille der Stadt Mannheim entgegennehmen.
Ein Wettbewerb der besonderen Art ist
immer wieder der Kampf um die besten Stallsammlungen. Hierbei wird der Betrieb geehrt, der
es nicht nur schafft drei Tiere auf diese Ausstellung zu bringen, sondern auch die
Sammlung mit der größten Harmonie und besten Ausstrahlung zu zeigen. Der Preisrichter
Thomas Bidlingmaier stellte alle drei Sammlungen als Besonderheit heraus und platzierte
vor Familie Heck aus Limbach-Wagenschwand die Sammlung von Matthias Rechner aus
Mudau-Reisenbach, der für diese Leistung mit der Medaille in Silber der Stadt Mannheim
und der Silbermedaille der ADR ausgezeichnet wurde. Über den Siegertitel und die damit
verbundenen Medaillen in Gold der Stadt Mannheim und in Silber des BML konnte sich in
diesem Jahr Richard Jäger aus Mörlenbach-Annenhof freuen, der damit auch die
Einzelergebnisse seiner Kühe unterstreichen konnte.
Holsteins: Klare Sieger
Die Holsteinzüchter aus Nordbaden haben
mit 13 Tieren einen eher kleinen Wettbewerb. Dennoch äußerte sich der Preisrichter
Alexander Straub von Überlingen-Bondorf erfreut über die gute Qualität der kleinen
Kollektion. Bei der Auswahl der Siegertiere legte auch er höchste Ansprüche an die
Funktionalität der Fundamente und Euter sowie der Gesamtausstrahlung.
Im Wettbewerb um die Siegerkuh der Klasse
mit mehr als 2 Kalbungen wurde die Starleader Tochter Ballerina aus dem Besitz von Werner
Mantel, Creglingen-Archshofen knapp geschlagen. Die aus einer Swift Tochter aus dem
Testeinsatz gezogene Kuh überzeugte durch ihr Euter und ihren Milchcharakter und wurde
dafür mit dem Zinnteller des MLR ausgezeichnet. Nicht zu schlagen in dieser Klasse war
aber Convincer-Tochter Alaska aus dem Besitz von Manfred und Erwin Weiland, Boxberg
Oberschüpf, die dafür die Goldmedaille der Stadt Mannheim und die Medaille in
Bronze des BML erhielt. Dieses Tier war in allerbester Schaukondition und wurde trotz
allen Temperaments von Herrn Weiland bestens präsentiert. Auch die weiteren Tiere von
Familie Jungmann, Weinheim Wünschmichelbach und Familie Kief aus Hockenheim zeigten in
eindrucksvoller Weise ihre Qualitäten.
Wie schon im letzten Jahr konnte eine sehr
große Gruppe junger Kühe zum 1. Kalb gezeigt werden. Diese Tiere verkörpern die Zukunft
und stellen sich hier leistungsbereit mit besten Fundamenten und Eutern zur Schau. So
hatte es der Preisrichter auch nicht ganz einfach zu entscheiden. Obwohl um die
Siegerkuh Freude, eine Temptor_Tochter der Familie Weiland, Oberschüpf war keine
Diskussion zu führen. Sie gewann nicht nur den Titel der besten Holstein Euterkuh, sie
holte sich auch neben dem Titel der besten Jungkuh den Gesamtsieg. Dafür wurde sie mit
dem Ehrenteller des Ministerpräsidenten und der großen Glocke der RBW belohnt. Einen 1a
Preis erzielte mit seiner Lasso-Enkelin Ellen Familie Maas aus Ladenburg. Gleich zweimal
Pech hatte Herr Karl Schindler, Karlsruhe-Rüppur mit den undankbaren zweiten Plätzen.
Dennoch stellte er mit der Good Luck-Tochter Milde die Reservesiegerin und konnte zu Recht
die ADR Bronze Medaille und Silber von der Stadt Mannheim einstreichen. Nicht unerwähnt
sollen bleiben die Tiere der Familien Braun, Aglasterhausen, Mannsperger, Adelshofen und
Frank in Boxberg-Schweigern. Sie alle trugen dazu bei das Bild dieser Rasse abzurunden und
dem Maimarkt Publikum eine gute Schau zu bieten.
Tierbeurteilungswettbewerb: harter
Kampf um vordere Plätze
Im Tierbeurteilungswettbewerb der Rasse
Fleckvieh, an dem 4 Jungzüchter/innen aus dem Verbandsgebiet der RBW und 11
Kollegen/innen aus Hessen teilnahmen, wurde aufgrund des großen Altersunterschiedes der
Teilnehmer in 2 Klassen gewertet und rangiert.
Trotz ihrer geringen Zahl schlugen sich
die Teilnehmer aus Baden-Württemberg mit einem jeweils ersten und zweiten Platz sehr
achtbar.
In der Gruppe der jüngeren Teilnehmer
belegte Michael Hennegriff aus Limbach-Balsbach (RBW) Platz eins vor Daniel Jäger aus
Mörlenbach-Annenhof und Carsten Johe aus Sensbachtal (beide ZBH).
Bei den älteren Jungzüchtern konnte, wie
in den letzten Jahren, ein Teilnehmer aus Hessen gewinnen. Martin Seip aus
Beerfelden-Hetzbach lag nach der Auswertung knapp vor Andreas Mehl, Unterneudorf (RBW),
der ebenfalls wie im letzten Jahr den ersten Platz nur knapp verfehlte. Den dritten Platz
belegte Christian Zimmermann aus Beerfelden (ZBH).
Es ist immer wieder schön zu sehen, mit
wie viel Engagement und Sachverstand der Züchternachwuchs zur Sache geht und wir würden
uns sehr freuen, das nächste Mal mehr angehende Landwirte zu diesem spannenden und
schönen Wettbewerb begrüßen zu können.
Kindervorführwettbewerb:
professionelle Präsentation der Jüngsten
In zwei Altersgruppen stellten 8
Züchterkinder ihre Kälber den Preisrichtern vor. Der Kälber-Vorführwettbewerb für
Kinder, inzwischen Tradition auf dem Maimarkt, war wieder einmal ein voller Erfolg und
Publikumsmagnet, wobei festzuhalten ist, dass der gesamte Block der Rindervorführungen
und Prämierungen wohl den besten Besuch der vergangenen Jahre verzeichnen konnte. Die
unterschiedlichsten Fragen zu Haltung, Fütterung, Pflege und Abstammung konnten alle mit
Bravour beantworten, so daß Dieter Kraft vom Referat Tierzucht des ALLB Ilshofen keinen
leichten Stand als Preisrichter hatte.
Stolze Sieger in ihren Altersgruppen
wurden dann auch Melanie Hess aus Schönbronn vor Tobias Schmitt, Muckensturm und bei den
älteren Kindern Moritz Schäfer aus Beerfelden vor Christian Cromm aus Mörlenbach.
Wir gratulieren allen
Wettbewerbsteilnehmern zu ihren Ergebnissen. Bei allen Beschickern bedanken wir uns
herzlichst für ihre Mühe beim Vorbereiten und Präsentieren und die Bereitschaft, ihre
wertvollen Zuchttiere für den Maimarkt zur Verfügung zu stellen.
Matthias Ruck, RBW Stuttgart